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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2022

Atmosphärisch dicht und unglaublich spannend

Das Loft
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Linus Geschkes Reportagen für Tauchmagazine habe ich geliebt. Aber die Krimi-Reihe um den Journalisten Jan Römer mochte ich nicht.
Doch die Leseprobe zu „Das Loft“ hat mich sofort gepackt. Denn die Geschichte ...


Linus Geschkes Reportagen für Tauchmagazine habe ich geliebt. Aber die Krimi-Reihe um den Journalisten Jan Römer mochte ich nicht.
Doch die Leseprobe zu „Das Loft“ hat mich sofort gepackt. Denn die Geschichte ließ auf einen fesselnden, psychologisch raffinierten Thriller hoffen. Genau mein Ding. Und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Eine blutige Küche in einem schicken Hamburger Loft. Sarah Hauptmann und Marc Lammert stehen unter Verdacht, ihren Mitbewohner Henning Järisch ermordet zu haben. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.
„Das Loft“ ist ein lupenreiner Thriller, der in Sachen Atmosphäre und Spannung seinesgleichen sucht. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt: überwiegend aus Sicht von Marc und Sarah sowie in der dritten Person, wenn von den Vernehmungen im Polizeipräsidium Hamburg die Rede ist.
Am besten ist Linus Geschke da, wo es um exotische Schauplätze geht: auf Bali und in Nicaragua. Die Art und Weise wie er scheibchenweise durchblicken lässt, was passierte, ist beeindruckend. Gekonnt seziert der Autor Marcs und Sarahs Gedanken und Gefühle. Und so fiebert man mit ihnen mit, ob am Ende die Freiheit wartet.

Fazit: Keine Chance, die „Lösung“ zu erraten. Wow!

Veröffentlicht am 04.01.2022

Beck ist zurück

Eiszeit für Beck
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…und der Elbripper anscheinend auch. „Eiszeit für Beck“ ist nach „Hundstage für Beck“ der zweite Fall für Nick Beck und Cleo Torner. Es lohnt sich, zunächst den ersten Band zu lesen, da die Fälle sich ...

…und der Elbripper anscheinend auch. „Eiszeit für Beck“ ist nach „Hundstage für Beck“ der zweite Fall für Nick Beck und Cleo Torner. Es lohnt sich, zunächst den ersten Band zu lesen, da die Fälle sich inhaltlich überschneiden.
Um es gleich zu sagen, Band 2 hat mir besser gefallen als der Vorgänger. Denn Nick Beck trinkt inzwischen weniger, fühlt sich aber immer noch schuldig am Tod seiner Kollegin Betty. Und wie das so ist, wiederholt sich die Geschichte.
Zwei Frauen wurden brutal ermordet und zur Schau gestellt. Nick und die schwangere Cleo ermitteln. Auch, wenn bereits nach 40 Seiten feststeht, dass nicht der Elbripper der Killer ist, sondern ein Fan, ein Nachahmungstäter, wird Spannung aufgebaut - und gehalten.
Nick ist ein harter Hund, hat aber auch eine dunkle Seite. Im Sommer hatte er schließlich eine Leiche verschwinden lassen. Diesmal nimmt er billigend den Tod eines Mannes in Kauf.
Tom Voss ist ein Pseudonym von Sven Koch. Erneut gelingt dem Autor mit dem zweiten Band ein atmosphärischer, spannender Kriminalroman. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, die im Herbst erscheinen soll.
Allerdings hätte man dem Autor ein aufmerksameres Lektorat gewünscht. Denn Loser schreibt sich nur mit einem o (Seite 288).

Fazit: Fall Nr. 2 für Nick Beck. Besser, spannender als Band 1.

Veröffentlicht am 03.01.2022

Ein neues, blutiges Rätsel für den Kryptologen

Das Zeichen
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„Das Zeichen“ von Elias Haller ist bereits der dritte Fall für den Kryptologen Arne Stiller und seine Kollegin Inge Allhammer von der Dresdner Mordkommission. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann ...


„Das Zeichen“ von Elias Haller ist bereits der dritte Fall für den Kryptologen Arne Stiller und seine Kollegin Inge Allhammer von der Dresdner Mordkommission. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den vorherigen Bänden aus der Serie gelesen werden.
Stefan Mahner stirbt einen qualvollen Tod als man ihm mit einem Skalpell das Gesicht entfernt. Am Tatort stößt Arne auf ein mysteriöses Zeichen. Handelt es sich um eine Koordinate? Das wäre wohl zu einfach.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir den Computerfreak Ralf Wetzel kennen. Eines Tages findet er auf einem gestohlenen Handy ein Snuff Video. Doch erst als ein dritter Mord geschieht, erkennt der Kryptologe die Verbindung…
„Das Zeichen“ ist spannend und unterhaltsam, ein Pageturner im positiven Sinne. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer mal wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen. Und wer glaubt, den Täter vorzeitig zu erraten, der liegt bis zum Ende falsch.
Arne und Inge sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Aber Rechtsmedizinerin Martina Schweitzer mag ich auch. Oh, là, là, da geht doch was…
Das Nachwort hat mich schlauer gemacht. Danke dafür! Und so freue ich mich schon auf „Der Rätselmann“, der im Juli 2022 erscheinen soll.

Fazit: Fall Nr. 3 für den Dresdner Kryptologen Arne Stiller. Hochspannung gepaart mit Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 22.12.2021

Wie kann eine Person an mehreren Orten zugleich sein?

Im Auge des Zebras
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Um es vorweg zu nehmen, die beiden Vorgänger um Severin Boesherz kenne ich nicht. Doch in „Im Auge des Zebras“ von Vincent Kliesch ermittelt diesmal Kommissarin Olivia Holzmann vom LKA Berlin. Worum geht ...


Um es vorweg zu nehmen, die beiden Vorgänger um Severin Boesherz kenne ich nicht. Doch in „Im Auge des Zebras“ von Vincent Kliesch ermittelt diesmal Kommissarin Olivia Holzmann vom LKA Berlin. Worum geht es?
Auf magische Weise wurden von ein und derselben Person zeitgleich sieben Jungs im Teenageralter entführt. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur. Zwei Tage später werden deren Eltern getötet. Wo liegt das Motiv?
Olivia bittet ihren ehemaligen Kollegen und Mentor Severin Boesherz sowie die pensionierte Kommissarin Esther Wardy um Hilfe, die in einer 20 Jahre zurückliegenden Entführung ermittelt hatte. Gibt es Parallelen zum aktuellen Fall? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
„Im Auge des Zebras“ startet spannend mit einer spektakulären Szene. Man lernt Olivia kennen, die verzweifelt versucht, ihren Fall zu lösen. Sie steht im Mittelpunkt der Handlung, ist gut gezeichnet, aber eine dämliche Kuh (Olivia über Olivia).
Wechselnde Perspektiven beleuchten jeden Blickwinkel, wir bekommen auch Einblick in die kranke Psyche des Täters. Mein Highlight waren die Actionszenen im den Spree Studios. Es gibt einige Wendungen, für den aufmerksamen Leser ist die Lösung aber vorhersehbar.
Begleitet wird das alles mit einem nervigen Soundtrack: Save Your Kisses for Me von Brotherhood of Man. Und ein Zebra kommt natürlich auch vor.

Fazit: Vertrackte Geschichte. Spannend, aber vorhersehbar.

Veröffentlicht am 18.12.2021

Mord in der hessischen Provinz

Strahlentod
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Eigentlich bin ich kein Fan von Daniel Holbe, kannte die Kommissare Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach bisher nicht. Aber „Strahlentod“ hat mich positiv überrascht. Worum geht es?
Irgendwo im hessischen ...


Eigentlich bin ich kein Fan von Daniel Holbe, kannte die Kommissare Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach bisher nicht. Aber „Strahlentod“ hat mich positiv überrascht. Worum geht es?
Irgendwo im hessischen Nirgendwo, zwischen Knüll und Vogelsberg, explodiert ein alter VW-Camper. Ralph ist geschockt, als er den Tatort erreicht: Der völlig zerstörte Wagen kann nur seinem Vater gehört haben - und auf dem Fahrersitz befindet sich eine verkohlte Leiche.
Schnell steht fest, dass es sich bei dem Toten nicht um Ralphs Vater handelt, sondern um einen guten Freund, der ein ähnliches Auto fuhr. Eine Verwechslung? Als auch noch Ralphs Halbschwester Janine in Berlin überfallen wird, ist Ralph überzeugt, dass es jemand auf seine Familie abgesehen hat.
„Strahlentod“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Ab und zu sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut, neun Jahre zuvor, als bei einer Protestaktion gegen Atommülltransporte ein Polizist getötet wurde.
Die Figuren sind gut gezeichnet. Aber weder Sabine noch Ralph waren mir sympathisch, zu viel Privatgedöns. Die Geschichte nimmt immer neue Wendungen bis zum überraschenden Finale. Am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Und auch der Titel passt.

Fazit: Fall Nr. 6 für Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach. Lesenswert.