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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2021

Hier gibt es kein Happy End

Der Sucher
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Als Fan der 1. Stunde habe ich fast alles von Tana French gelesen und auch „Der Sucher“ hat mich nicht enttäuscht. Es handelt sich um einen Stand-alone, der nicht zur Dublin Murder Squad-Reihe gehört. ...


Als Fan der 1. Stunde habe ich fast alles von Tana French gelesen und auch „Der Sucher“ hat mich nicht enttäuscht. Es handelt sich um einen Stand-alone, der nicht zur Dublin Murder Squad-Reihe gehört. Doch worum geht es?
Cal Hooper, ist ein ehemaliger Cop aus Chicago, der sich nach seiner Scheidung in den ländlichen Westen von Irland zurückgezogen hat. Die Natur scheint friedlich, im Dorf nimmt man ihn freundlich auf. Doch er fühlt sich beobachtet. Und tatsächlich, der 13-jährige Trey will, dass Cal seinen verschwundenen Bruder findet.
Währenddessen werden auf den umliegenden Farmen Schafe abgeschlachtet. Wo ist die Verbindung? Stück für Stück gerät Cal in eine Suche, die ihn tief in die Dunkelheit führt.
Tana French hat ihren neuen Roman atmosphärisch in Szene gesetzt. Der Leser lernt hier viel über Land und Leute, muss sich aber beim Krimi-Plot in Geduld üben, da dieser einen längeren Anlauf benötigt, um Spannung aufzubauen. Aber dann findet man einen rundum guten Krimi ruhigeren Tons mit einigen Wendungen vor.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Die Suche nach dem Täter ist bei Tana French immer auch etwas von einer Suche nach dem Selbst der Hauptfigur. Die Auflösung war relativ vorhersehbar, dennoch stimmig. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und mich wunderbar unterhalten gefühlt.

Fazit: Ein echter Slow-Burner, aber es lohnt sich!

Veröffentlicht am 02.08.2021

Kopfkino pur

Keine Ruhe in Montana
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„Keine Ruhe in Montana“ von James Lee Burke ist der 17. Band einer Reihe von insgesamt 23 - und mein 5. Dave Robicheaux-Krimi, der erste, der nicht in Louisiana verortet ist. Aber alle haben mich begeistert. ...


„Keine Ruhe in Montana“ von James Lee Burke ist der 17. Band einer Reihe von insgesamt 23 - und mein 5. Dave Robicheaux-Krimi, der erste, der nicht in Louisiana verortet ist. Aber alle haben mich begeistert. Worum geht es?
Detective Dave Robicheaux aus New Iberia, seine Frau Molly und sein bester Freund Clete Purcel machen Urlaub auf der Ranch eines Freundes in Montana. Beim Fischen gerät Clete ins Visier der Wellstones. Kurz darauf werden zwei Studenten tot aufgefunden. Und schon bald sitzen Robicheaux und Clete zwischen allen Stühlen. Wie so oft, führen die Spuren zurück in die Vergangenheit.
Man bekommt wieder einen guten Eindruck von Land und Leuten. Wie immer, ist es natürlich ein typisch US-amerikanisches Buch, viel Waffen, Testosteron, Gewalt - und große Gefühle. Spannend, keine Frage. Die Sprache ist derb, passt aber zum Geschehen.
Es handelt sich diesmal eher um ein Robicheaux-Clete-Buch. Molly spielt nur eine Nebenrolle und Alafair, Robicheauxs Adoptivtochter, ist hier nicht dabei. Vietnam-Veteran Robicheaux ist trockener Alkoholiker mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Fazit: Wieder ein grandioses Buch vom 'Gottvater des amerikanischen Krimis' (Denis Scheck).

Veröffentlicht am 31.07.2021

Was wäre, wenn?

Die letzte Wahl
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Um es gleich zu sagen, „Die letzte Wahl“, das Thrillerdebüt von Eric Sander, hat mich nicht überzeugt. Die Hauptfigur ist unsympathisch, ihre Handlungsweisen unglaubwürdig. Doch worum geht es?
Journalist ...

Um es gleich zu sagen, „Die letzte Wahl“, das Thrillerdebüt von Eric Sander, hat mich nicht überzeugt. Die Hauptfigur ist unsympathisch, ihre Handlungsweisen unglaubwürdig. Doch worum geht es?
Journalist Nicholas Moor macht mit seiner Tochter Urlaub im winterlichen Allgäu. Zufällig filmt er mit einer Drohne ein Geheimtreffen hochrangiger Mitglieder der rechtspopulistischen „Volkspartei“, die einen Staatsstreich plant. Natürlich hat die Security die Drohne bemerkt und so ist Moor wenig später Jäger und Gejagter zugleich...
Eric Sander ist ein Pseudonym des Journalisten Fabrice Braun. „Die letzte Wahl“ kommt wie ein amerikanischer Actionfilm daher: Hirn aus, Popcorn rein. Dabei hat der Autor eigentlich eine wichtige Botschaft: zunehmender Hass und Gewalt in der Gesellschaft, die Gefahr durch Rechtsextremisten und der Einfluss der Sozialen Medien.
Aber Nicholas Moor ist ein Unsympath. Er bringt nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr, nimmt sogar den Tod unschuldiger Menschen billigend in Kauf. Gut gefallen hat mir dagegen, dass der Thriller Fake News und Social Bots thematisiert. Denn da sehe ich die wirkliche Gefahr für die nächste Bundestagswahl.

Fazit: Perfektes Lesefutter für Verschwörungstheoretiker mit einem mega unsympathischen Protagonisten.

Veröffentlicht am 26.07.2021

Lass uns ein Spiel spielen

The Nothing Man
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So gut „Ich bringe dir die Nacht“ auch war, der neue Thriller von Catherine Ryan Howard, „The Nothing Man“, ist noch besser, spannender.
„Ich war zwölf, als ein Mann in unser Haus einbrach, meine Mutter ...

So gut „Ich bringe dir die Nacht“ auch war, der neue Thriller von Catherine Ryan Howard, „The Nothing Man“, ist noch besser, spannender.
„Ich war zwölf, als ein Mann in unser Haus einbrach, meine Mutter und meinen Vater ermordete und meine kleine Schwester Anna, damals und nun in alle Ewigkeit sieben Jahre alt.“ Das schreibt Eve Black in ihren Memoiren. „‘The Nothing Man‘, die Gardaí haben ihn so genannt, weil sie nichts gegen ihn in der Hand hatten, aber ich nenne ihn so, weil es das ist, was ihn ausmacht: nichts...“
Jim Doyle, Wachmann eines Supermarkts, hat den Bestseller auch. Je mehr er liest, desto größer wird seine Wut, denn er war - er ist - der Nothing Man. Seite um Seite wird ihm bewusst, wie gefährlich nah Eve der Wahrheit kommt. Und er weiß, dass er sie töten muss.
„The Nothing Man“ ist ein raffiniert gestrickter Serienkiller-Thriller mit einer spannenden Geschichte in der Geschichte und steckt voller unerwarteter Wendungen. Zitat: „Ich muss sagen, es ist eine erschütternde Lektüre. Es ist fesselnd, es ist niederschmetternd...“
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Schon früh wird die Tätersicht eingeführt, das ist wirklich gut gemacht. Eve ist tough. Sie gibt den Opfern einen Namen, das macht sie sympathisch. Jim dagegen ist ein Nichts. Ein Verlierer.

Fazit: Mega spannend und einzigartig!

Veröffentlicht am 21.07.2021

Eingeschneit

Dein ist die Lüge
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„Dein ist die Lüge“ von Linda Castello ist bereits der 12. Fall für Polizeichefin Kate Burkholder in Painters Mill, Ohio, mit fünftausenddreihundert Seelen und einem Drittel davon Amische. Worum geht ...


„Dein ist die Lüge“ von Linda Castello ist bereits der 12. Fall für Polizeichefin Kate Burkholder in Painters Mill, Ohio, mit fünftausenddreihundert Seelen und einem Drittel davon Amische. Worum geht es?
Der Anruf von Adam Lengacher, einem verwitweten amischen Familienvater, erreicht Kate mitten in einem Schneesturm. Er hat auf seinem Grundstück eine halb erfrorene, angeschossene Frau gefunden. Kate kennt die Frau: Es ist Gina Colorosa, ihre Team-Partnerin von damals auf der Polizeiakademie in Columbus. Gina ist auf der Flucht vor ihren eigenen Kollegen…
Linda Castello hat ihren neuen Krimi atmosphärisch inszeniert. Es geht um Lügen, Korruption und ein Netz falscher Anschuldigungen. Eingeschneit ist Kate zunächst auf sich allein gestellt. Unterstützung erhält sie aber von einem verhinderten Tierarzt - und natürlich von ihrem Lebensgefährten John Tomasetti.
„Dein ist die Lüge“ ist spannender als der Vorgängerband. Erzählt wird die Geschichte - wie immer - in der Ich-Perspektive aus Sicht von Kate. Für Kate ist es eine Reise in die Vergangenheit. Über das Wiedersehen mit Kate und Tomasetti habe ich mich sehr gefreut. Vielleicht werden bald auch die Hochzeitsglocken läuten?

Fazit: Fall Nr. 12 für Kate, Chief of Police. Mit dieser Serie kann man nichts falsch machen!