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Veröffentlicht am 15.04.2021

Mord im Urlaubsparadies

Kretisches Schweigen
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„Kretisches Schweigen“ ist bereits der dritte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas. Er ermittelt auf der griechischen Insel Kreta, in seiner Heimatstadt Chania. Die Vorgänger hatten ...


„Kretisches Schweigen“ ist bereits der dritte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas. Er ermittelt auf der griechischen Insel Kreta, in seiner Heimatstadt Chania. Die Vorgänger hatten mich überzeugt und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Kretas Geschichte und Mythologie sind eng miteinander verbunden und so haben sich im Süden Kretas zahlreiche Urlauber am Strand von Frangokastello eingefunden, weil sie im Morgengrauen die Drosoulites sehen wollen. Doch statt Visionen menschenähnlicher Schatten stoßen sie auf menschliche Knochen. Schnell steht fest, es handelt sich um die Skelette zweier Männer. Beide wurden offenbar ermordet und vor etwa 10 Jahren am Strand begraben. Zur gleichen Zeit gab es auch eine Reihe von Kirchendiebstählen. Ebenso hatten Feindschaften und Blutrache nie aufgehört in dieser Region. Wo ist die Verbindung? Michalis und sein Kollege Koronaios ermitteln und stoßen auf eine Mauer des Schweigens…
Nikos Milonás alias Frank D. Müller hat seinen neuen Kreta-Krimi atmosphärisch in Szene gesetzt, voller Frappé und Folklore. Auch das Privatleben des Protagonisten nimmt wieder viel Raum ein. „Kretisches Schweigen“ ist aber auch ein Buch, das die Folgen der Finanzkrise thematisiert. Am Anfang mäßig spannend, am Ende rasant wie ein amerikanischer Actionfilm.

Fazit: Ein Tag am Meer. Solide Krimi-Kost nicht nur für Kreta-Kenner!

Veröffentlicht am 11.04.2021

Niemand entkommt der Vergangenheit

Bluteiche
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„Bluteiche“ ist der letzte eigenständige Kriminalroman von Anders de la Mottes Jahreszeiten-Quartett, das in der schwedischen Provinz Schonen verortet ist.
Im Prolog geht es um die 16-jährige Elita, ...


„Bluteiche“ ist der letzte eigenständige Kriminalroman von Anders de la Mottes Jahreszeiten-Quartett, das in der schwedischen Provinz Schonen verortet ist.
Im Prolog geht es um die 16-jährige Elita, die in der Walpurgisnacht 1986 erschlagen auf einem Opferstein gefunden wurde. Ein Ritualmord?
Frühling 2019: Die Ärztin Thea Lind zieht mit ihrem Ehemann David in ein altes Schloss. Nachdem sie ein verblichenes Polaroidfoto in einer sogenannten Galgeneiche findet, steigt ihre Faszination für die Tragödie aus der Vergangenheit, die sich direkt neben ihrem neuen Zuhause zutrug.
Thea begibt sie sich auf eine gefährliche Suche und kommt dabei einem alten Geheimnis auf die Spur. Je näher sie der Wahrheit kommt, umso mehr wird sie von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Eine Katastrophe kündigt sich an…
„Bluteiche“ ist ein spannender Kriminalroman voller Atmosphäre und Aberglaube. Wenn die Geschichte in einer Stadt spielen würde, würde diese mystische Komponente nicht funktionieren. Aber in einem alten Schloss und einem dunklen Wald, im fiktiven Dorf Tornaby, passt sie ausgezeichnet.
Seltsame Dinge geschehen, bis zu einem imposanten Finale, in dem Vergangenheit und Gegenwart auf dramatische Weise zusammentreffen.

Fazit: Krönender Abschluss des Jahreszeiten-Quartetts. Wuchtig und intensiv!

Veröffentlicht am 08.04.2021

Dreizehn Gäste. Eine Leiche.

Sommernacht
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Um es gleich zu sagen, der Klappentext von Sommernacht klang vielversprechend, doch der neue Thriller von Lucy Foley hat mir nicht so gut gefallen wie Neuschnee. Worum geht es?
An einem Sommertag versammeln ...

Um es gleich zu sagen, der Klappentext von Sommernacht klang vielversprechend, doch der neue Thriller von Lucy Foley hat mir nicht so gut gefallen wie Neuschnee. Worum geht es?
An einem Sommertag versammeln sich Familie und Freunde auf einer einsamen Insel vor der Küste Irlands, um die Hochzeit von Julia und Will zu feiern. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant, doch der Wind dreht, und ein heftiger Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab.
Eine Leiche wird gefunden. Menschliche Abgründe tun sich auf. Jeder hat ein Geheimnis. So weit so gut. Aber erst in der zweiten Hälfte kommt Spannung auf. Zudem war mir niemand wirklich sympathisch. Nichtsdestotrotz lässt sich die Geschichte flott und flüssig lesen.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger.

Veröffentlicht am 06.04.2021

Jeder Mord gibt Rätsel auf

Der Kryptologe
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Dresden ist für mich eine der schönsten Städte Deutschlands. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass Elias Hallers neuer Thriller „Der Kryptologe“ in Elbflorenz verortet ist. Es handelt sich um den packenden ...


Dresden ist für mich eine der schönsten Städte Deutschlands. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass Elias Hallers neuer Thriller „Der Kryptologe“ in Elbflorenz verortet ist. Es handelt sich um den packenden Auftakt einer Reihe um Kriminaloberkommissar Arne Stiller. Worum geht es?
Erdrosselt, in einem Galakleid, mit rätselhaften Zahlenkombinationen in die blassen Hände und Füße geschnitten: So wird die Frau eines Sensationsreporters in der Kanalisation unter der Semperoper gefunden. Von ihrer kleinen Tochter Liliana fehlt jede Spur.
Arne Stiller und seine Kollegin Inge Allhammer ermitteln…
Nach Chemnitz, dem Erzgebirge und der Ostsee nun also Dresden. „Der Kryptologe“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Rückblicke in die Vergangenheit verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf.
Die Figurenzeichnung ist gelungen, auch wenn sie die Handlung dominiert: Arne und Inge, die sich noch zusammenraufen müssen. Zwei Protagonisten scheinbar von der Resterampe. Beide haben nichts zu verlieren, weil sie schon alles verloren haben. Zwei allseits unterschätzte Kommissare, die letztlich über sich hinauswachsen.
„Der Kryptologe“ ist ein kleines Meisterwerk. Und so bin ich schon gespannt, wie der Autor das mit der Fortsetzung „Die Chiffre“ noch toppen will, die im August erscheinen soll.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die in Dresden verortet ist. Ein absolutes Muss für Haller-Fans und solche, die es werden wollen.

Veröffentlicht am 06.04.2021

Enttäuschend

Doggerland. Fester Grund (Ein Doggerland-Krimi 3)
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„Fester Grund“ ist der dritte und letzte Band der Doggerland-Trilogie von Maria Adolfsson und hat mir nicht so gut gefallen wie die beiden Vorgänger. Doggerland ist eine fiktive Inselgruppe in der Nordsee. ...


„Fester Grund“ ist der dritte und letzte Band der Doggerland-Trilogie von Maria Adolfsson und hat mir nicht so gut gefallen wie die beiden Vorgänger. Doggerland ist eine fiktive Inselgruppe in der Nordsee. Eine Mischung aus Skandinavien und Großbritannien. Worum geht es?
Die berühmte Sängerin Luna kehrt nach Jahren in den USA zurück in ihre Heimat Doggerland, um ihr neues Album im örtlichen Produktionsstudio aufzunehmen. Doch nach der Abschlussfeier verschwindet sie spurlos. Kommissarin Karen Eiken Hornby ermittelt undercover.
Währenddessen suchen ihre Kollegen nach einem Täter mit ausgeprägtem Frauenhass. Drei Frauen hat er bereits brutal misshandelt und vergewaltigt, eine von ihnen ist den schweren Verletzungen erlegen. Und nun hat er wieder zugeschlagen.
Karens Privatleben nimmt diesmal einen großen Raum ein. Das brauche ich in einem Thriller nicht. Dabei sind die beiden Kriminalfälle eigentlich spannend. Aber Karen kommt hier mega unsympathisch rüber. Zwei Drittel des Buchs habe ich mich gelangweilt. Mehrfach war ich kurz davor abzubrechen. Erst im letzten Drittel kommt Spannung auf. Das reicht natürlich nicht.

Fazit: Abschluss der Doggerland-Trilogie. Zu viel Privatgedöns. Schade.