Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2021

Mörder, Maulwürfe und Verräter

Der schwarze Sommer (Ein Fall für Tommy Bergmann 5)
0


„Der schwarze Sommer“ ist bereits der 5. Fall für den norwegischen Ermittler Tommy Bergmann und hat mich erneut begeistert. Worum geht es?
Beirut, 1982: Während die Stadt vom Bürgerkrieg zerrissen wird, ...


„Der schwarze Sommer“ ist bereits der 5. Fall für den norwegischen Ermittler Tommy Bergmann und hat mich erneut begeistert. Worum geht es?
Beirut, 1982: Während die Stadt vom Bürgerkrieg zerrissen wird, treffen die Krankenschwester Hanna und der verheiratete norwegische Botschafter Leif aufeinander.
Oslo, 2017: In der Hitze des Sommers wird der frühere Botschafter Leif von einer Autobombe getötet. Seine Frau Hanna ist in Kopenhagen spurlos verschwunden.
Tommy Bergmann vom norwegischen Geheimdienst ermittelt. Schnell steht fest, dass das Motiv in der Vergangenheit zu suchen ist. Wer verkaufte sich damals an wen? Und warum?
„Der schwarze Sommer“ ist ein packender Agententhriller mit einer interessanten und durchdachten Handlung. Diesmal geht die Reise in den Nahen Osten, genauer gesagt nach Beirut im Jahr 1982, wo eine kleine Gruppe norwegischer Diplomaten und Helfer die israelische Invasion miterlebt. Der Hintergrund bildet ein Massaker an Frauen und Kindern in einem Flüchtlingslager namens Al-Shubra.
„Der schwarze Sommer“ ist eine Geschichte, die auf realen Ereignissen basiert - ein atemberaubender Thriller über Krieg, Politik und Liebe.

Fazit: Fall Nr. 5 für Tommy Bergmann. Top!

Veröffentlicht am 28.03.2021

Zwischen den Meeren

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
0


Sonne, Wind und Meer. So kann man zumindest literarisch verreisen und ein bisschen von Urlaub träumen. Deshalb musste ich mich hier unbedingt bewerben - und wurde nicht enttäuscht.
„Nasses Grab (Zwischen ...


Sonne, Wind und Meer. So kann man zumindest literarisch verreisen und ein bisschen von Urlaub träumen. Deshalb musste ich mich hier unbedingt bewerben - und wurde nicht enttäuscht.
„Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee)“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die im hohen Norden verortet ist. Worum geht es? Am Ostseestrand der Halbinsel Holnis wird die schrecklich entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schnell steht fest, es handelt sich um Peter Nissen, der auf einem Kutter gearbeitet hat.
Carina Drews und Jörn Appel von der Flensburger Mordkommission ermitteln. Jörn kommt aus Bochum. Er ist der Ex-Mann von Inas Schwester und so scheinen die Konflikte vorprogrammiert…
Thomas Herzberg hat seinen Küstenkrimi atmosphärisch mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Spannend, keine Frage. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Dazu flüssig geschrieben und flott zu lesen. Eine echte (positive) Überraschung. Denn den Autor kannte ich bisher nicht.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Nichts ist wie es scheint. Doch am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Ina und Jörn, die sich noch zusammenraufen müssen, sind mir sofort ans Herz gewachsen.

Fazit: Kurzweilige Krimi-Kost zum Schmunzeln. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 14.03.2021

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Blütengrab
0


„Blütengrab“ von Ada Fink ist ein düsterer Thriller, der in der Mecklenburger Provinz verortet ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: 1975/1976 in der ehemaligen DDR und im Mai 1993, also ...


„Blütengrab“ von Ada Fink ist ein düsterer Thriller, der in der Mecklenburger Provinz verortet ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: 1975/1976 in der ehemaligen DDR und im Mai 1993, also knapp vier Jahre nach der Wende.
Zwei Geschwisterpaare spielen hier eine Rolle. Zum einen die spätere Kommissarin Ulrike und ihr Bruder Marc, zum anderen Ingrid und Ragnar. Die Familie stammt ursprünglich aus dem Westen und hat eine fremdenfeindliche Gesinnung.
Eines Tages findet Ingrid - in einem Blütengrab - eine blutleere Hand. Sie gehört zu einer Mädchenleiche, die mit germanischen Runen übersät ist. Kriminaloberkommissarin Ulrike Bandow und ihr Kollege Ingo Larssen, ein Wessi, ermitteln.
Schon bald ist klar, es handelt sich um die 13-jährige Sylvia. Sie verschwand vor acht Tagen aus einem polnischen Kinderheim und wurde vom ihrem Peiniger gequält, geschunden und vergewaltigt. Es stellt sich heraus, dass ein weiteres Mädchen aus einem anderen Kinderheim verschwunden ist. Gibt es eine Verbindung?
Ab und zu sind in Kursivschrift Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut, als Ulrike und Christa, die in einem Kinderheim lebte, beste Freundinnen waren. Seitdem verbirgt Uli ein Geheimnis. Aber auch Larssen hat sein Päckchen zu tragen. Denn seine Tochter hat sich der RAF angeschlossen. Die dritte Generation.
Die Autorin hat ihren Thriller durchaus spannend und atmosphärisch in Szene gesetzt. Aber auch die Leser nicht verschont mit Geschwurbel über nordische Mythologie, Krafttiere und Monster auf zwei Beinen. Die Ossis, das sind die Guten, die Wessis die Bösen.
Und was ist die Botschaft? Alte Geheimnisse kommen immer irgendwann ans Tageslicht. Genau wie im wirklichen Leben wird gemauschelt und vertuscht, werden faule Kompromisse geschlossen und die Ermittler „von ganz oben“ zurückgepfiffen bzw. kaltgestellt.

Fazit: Düsterer Thriller aus der Nachwendezeit mit zwei ungleichen Protagonisten.

Veröffentlicht am 09.03.2021

Der Mörder ist immer der Gärtner

Einsames Grab
0


... oder am Ende doch nicht?! Derzeit müssen Sylt-Urlauber auf ihre Lieblingsinsel verzichten. So bleibt wohl nichts Anderes übrig, als von Strand, Dünen und Heidelandschaften zu träumen. „Einsames Grab“ ...


... oder am Ende doch nicht?! Derzeit müssen Sylt-Urlauber auf ihre Lieblingsinsel verzichten. So bleibt wohl nichts Anderes übrig, als von Strand, Dünen und Heidelandschaften zu träumen. „Einsames Grab“ von Eva Ehley ist bereits der achte Fall für Silja Blanck, Bastian Kreuzer und Sven Winterberg von der Kripo Westerland.
In der Morsumer Heide wird ein kopfloses Skelett gefunden. Wie sich herausstellt handelt es sich um eine 14-jährige Schülerin, die vor 14 Jahren spurlos verschwand. Damals wurden offenbar Fehler bei den Ermittlungen gemacht. Und so rollen die Kommissare den Cold Case neu auf.
Der Fund erinnert Silja an den Tod ihrer kleinen Schwester, die vor 15 Jahren missbraucht und ermordet wurde. Der Fall ist bis heute ungeklärt. Gibt es womöglich eine Verbindung?
Eva Ehley hat ihren neuen Sylt-Krimi wieder atmosphärisch in Szene gesetzt. Über das Wiedersehen mit Bastian & Co habe ich mich sehr gefreut. Auch Journalist Fred und seine Staatsanwältin sind wieder mit von der Partie.
Es geht um Triebtäter und Pädophile der schlimmsten Sorte. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Nichtsdestotrotz steht - wie immer - die Liebe zu der wunderschönen nordfriesischen Insel im Vordergrund. Mit diesem Buch sollte die Sylt-Sehnsucht also zumindest ein bisschen gestillt werden.

Fazit: Fall Nr. 8 für Silja, Bastian und Sven. Die Reihe wird immer besser!

Veröffentlicht am 06.03.2021

Max Bischoff ist zurück

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
0

„Mörderfinder - Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist die Quasi-Fortsetzung der Thriller-Trilogie „Im Kopf des Mörders“ um den jungen Kommissar Max Bischoff. Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist ...

„Mörderfinder - Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist die Quasi-Fortsetzung der Thriller-Trilogie „Im Kopf des Mörders“ um den jungen Kommissar Max Bischoff. Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist vorbei. Er ist nun Dozent an der Polizeihochschule in Köln.
Max Bischoff ist der Mörderfinder. Aber die Ermittlungsarbeit fehlt ihm. Als ihn der Vater der vor sechs Jahren verschwundenen, damals 10-jährigen Leni um Hilfe bittet, greift er zu. All die Jahre gab es kein Lebenszeichen von ihr, bis plötzlich ihre Sachen wieder auftauchen...
Es geht um Triebtäter und Pädophile der schlimmsten Sorte. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Unterstützt wird Max von seinem ehemaligen Partner Horst Böhmer. Über das Wiedersehen habe ich mich gefreut. Auch Max‘ Schwester Kirsten ist wieder mit von der Partie.
Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht. Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Dennoch habe ich das Buch zügig gelesen, was natürlich bedeutet, dass es durchaus spannend ist. Mit der voyeuristischen Darstellung bestimmter Sachverhalte wurde aber übertrieben.

Fazit: Gelungener Start einer neuen Thriller-Reihe um den Fallanalytiker Max Bischoff.