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Veröffentlicht am 28.01.2021

Pleiten, Pech und Pannen

Der Solist
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Die Reihe um den Frankfurter Kommissar Marthaler hatte mich begeistert. Und so stand „Der Solist“ schon lange auf meiner Wunschliste. Nun also Neuhaus. Worum geht es?
11. September 2017: Neuhaus, Ermittler ...


Die Reihe um den Frankfurter Kommissar Marthaler hatte mich begeistert. Und so stand „Der Solist“ schon lange auf meiner Wunschliste. Nun also Neuhaus. Worum geht es?
11. September 2017: Neuhaus, Ermittler beim BKA in Wiesbaden, trifft in Berlin ein, wo er die Sondereinheit zur Terrorabwehr (SETA) unterstützen soll. Diese wurde als Folge des Anschlags von Anis Amri auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 gegründet.
Auf dem Weg dorthin hört er Tom Waits „In the cold, cold Ground“. Das macht ihn schon mal sympathisch. Kaum angekommen, wird Neuhaus zu einem Tatort am Landwehrkanal gerufen. David Schuster, ein jüdischer Aktivist, wurde erschossen aufgefunden. Dazu ein Bekennerschreiben vom „Kommando Anis Amri“.
Neuhaus ermittelt, zusammen mit seiner türkischstämmigen Kollegin Suna-Marie, genannt Grabowski. Kurz darauf geschieht ein zweiter Mord. Wo ist die Verbindung?
„Der Solist“ ist der spannende Auftakt einer neuen Reihe. Es geht um Islamismus, Rechtsextremismus, die Ereignisse rund um den Anschlag am Breitscheidplatz und die damaligen Versäumnisse der Ermittler. Neuhaus ist ein Eigenbrötler. Nichtsdestotrotz ist er mir sofort ans Herz gewachsen.
Jan Seghers Schreibstil ist prägnant und eindringlich. Kein Wort zu viel, keins zu wenig. So entsteht hohes Lesetempo und eine ebensolche Spannung, die schon jetzt für Vorfreude auf eine Fortsetzung sorgt.

Fazit: Großes Kino! Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 26.01.2021

Vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
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„Grenzfall - Der Tod in ihren Augen“ von Anna Schneider ist der erste Fall für das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Schauplatz sind die oberbayrischen Alpen und der ...


„Grenzfall - Der Tod in ihren Augen“ von Anna Schneider ist der erste Fall für das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Schauplatz sind die oberbayrischen Alpen und der Achensee in Tirol. Worum geht es?
Nach einem grausigen Auftakt wird in Lenggries an einer Felswand der Oberkörper einer toten Frau entdeckt. Kurz darauf tauchen weitere Leichenteile am Achensee auf. Wer ist der Täter und wo liegt das Motiv? Oberkommissarin Alexa Jahn von der Kripo Weilheim und ihr österreichischer Kollege Chefinspektor Bernhard Krammer vom LKA Tirol ermitteln...
Anna Schneider hat ihren Krimi eher beschaulich in Szene gesetzt. Viele Perspektiven, auch aus Tätersicht, bedeuten nicht zwangsläufig viel Spannung. Deshalb gehört Grenzfall für mich nicht ganz in die Spitzenklasse der Kriminalromane. Der Erzählstil ist zu geradlinig, die Handlung ebenso. Zudem hatte der Täter, wie so oft, eine verkorkste Kindheit.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Bernhard ist mir sofort ans Herz gewachsen. Genau wie er hatte ich von Anfang an die richtige Person in Verdacht, der Mörder zu sein. Mit Alexa bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Ja, sie noch jung und hat Potenzial. Aber ihre Alleingänge bringen sie und andere in Gefahr.
Am Ende gibt's übrigens eine kleine Überraschung. Alles in allem ein solider Krimi, der für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Fazit: Atmosphärischer Alpen-Krimi mit viel Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 23.01.2021

Wer ist der König der Münzen?

Opferstille
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„Opferstille“ von Sandrone Dazieri ist der dritte und letzte Band einer Thriller-Trilogie um die italienische Polizistin Colomba Caselli, genannt CC. Worum geht es?
Colomba hat sich nach ihrem letzten ...


„Opferstille“ von Sandrone Dazieri ist der dritte und letzte Band einer Thriller-Trilogie um die italienische Polizistin Colomba Caselli, genannt CC. Worum geht es?
Colomba hat sich nach ihrem letzten Fall in ein altes Bauernhaus zurückgezogen. Fünfzehn Monate sind seitdem vergangen. Ihr Partner Dante Torre wird noch immer vermisst.
Nach einem Schneesturm findet sie einen blutverschmierten autistischen Jungen in ihrem Schuppen. Tommy - wie sich der Junge nennt - ist der einzige Überlebende eines Massakers, dem seine Eltern zum Opfer fielen. Colomba ermittelt.
Der Fall führt Colomba zurück in die Vergangenheit, auf die Spur eines Entführers und Serienmörders, der „Der Vater“ genannt wird. Auch Dante war eines seiner Opfer. Doch Colomba hatte ihn vor Jahren getötet. Hatte er einen Komplizen?
Sandrone Dazieri hat seinen Thriller packend inszeniert. Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch blutig und brutal. Es empfiehlt sich, die beiden Vorgänger gelesen zu haben, da die Handlungszusammenhänge schneller deutlich werden und die Figuren in ihrer Komplexität besser zu verstehen sind.
„Opferstille“ ist zweifellos ein Thriller, der es wirklich in sich hat und einige Überraschungen bereithält, die ich so nicht erwartet hätte. Wie so oft, finde ich den Originaltitel „Il re di denari“ (= Der König der Münzen) besser, weil passender.

Fazit: Harter, rasanter Thriller. Wer die Vorgänger nicht kennt, hat es wahrscheinlich schwer.

Veröffentlicht am 20.01.2021

Authentisch vielleicht, aber nicht spannend

Die siebte Zeugin
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„Die siebte Zeugin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der Auftakt einer neuen Justiz-Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Worum geht ...

„Die siebte Zeugin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der Auftakt einer neuen Justiz-Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Worum geht es?
Nikolas Nölting, Beamter im Baureferat, erschießt einen Mann in einer Bäckerei. Natürlich wird er verhaftet, aber er schweigt. Wie sich schnell herausstellt, war die Tat genau geplant. Wo liegt das Motiv? Wird Nölting womöglich erpresst? Will jemand seiner kleinen Tochter Lily etwas antun? Und wer ist die siebte Zeugin? Fragen über Fragen...
Für den geübten Krimileser ist die Geschichte von Anfang an vorhersehbar. Wenn auch nicht im Detail. Da es sich um einen Justiz-Krimi handelt, steht der Strafverteidiger im Mittelpunkt, nicht wie in Tsokos‘ True-Crime-Thrillern, der Rechtsmediziner. Und so bleibt Jarmer blass. Dafür nimmt Eberhardts Privat- und Familienleben viel Raum ein. Das geht zu Lasten der Spannung.
„Die siebte Zeugin“ ist ein solider (Selbst-)Justiz-Krimi in dem das Strafverfahren deutlich im Vordergrund steht. Das Prozedere wird präzise und vor allem verständlich erklärt. Wie schon in „Zerrissen“ spielt Clan-Kriminalität eine große Rolle. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch, das an die Werke des Meisters des Justizthrillers, John Grisham, bei weitem nicht heranreicht nicht überzeugt.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der Appetit machen soll auf den Folgeband. Ob ich mir das antun werde, weiß ich noch nicht.

Fazit: Von Anfang an vorhersehbar. Der Rechtsmediziner bleibt blass, dafür nimmt das Privatleben des Anwalts viel Raum ein.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Ein Fan

So blutig die Nacht
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Polizistin Kate Marshall wurde 1995 fast von einem Serienkiller getötet und quittierte traumatisiert den Dienst. 16 Jahre später arbeitet sie in Südengland als Dozentin für Kriminologie und bekommt es ...

Polizistin Kate Marshall wurde 1995 fast von einem Serienkiller getötet und quittierte traumatisiert den Dienst. 16 Jahre später arbeitet sie in Südengland als Dozentin für Kriminologie und bekommt es mit einem Nacharmer zu tun, der die Taten von damals kopiert.

Fazit: Nichts für zarte Gemüter!