Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2019

Kinder, wie die Zeit vergeht

Kalte See
0


„Kalte See“ ist bereits der fünfte Fall für den ehemaligen Berliner Kommissar Theo Krumme und seine nordfriesische Kollegin Pat. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Kalte See“ ist bereits der fünfte Fall für den ehemaligen Berliner Kommissar Theo Krumme und seine nordfriesische Kollegin Pat. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Auf der Insel Föhr wird die Leiche einer jungen Frau am Strand entdeckt. Schnell ist klar, dass es sich um einen Serienkiller handeln muss, der zuvor schon in Düsseldorf und den Niederlanden gemordet hat. Ist die einzige Tatzeugin, Kim, nun auch in Gefahr?
Über das Wiedersehen mit Krumme und Kollegen habe ich mich sehr gefreut. Auch, wenn Krumme hier ziemlich unsympathisch 'rüber kommt. Harke sorgt wieder für die mystische Komponente und Hund Watson für Witz und Humor.
Die Schilderung der Handlung aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgt für ein abwechslungsreiches und nie langweilig werdendes Lesevergnügen, bei dem der Leser meist einen kleinen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern hat.
Dieses Mal hat Hendrik Berg seinen Plot nicht ganz so fein gesponnen. Er ist wesentlich einfacher und geradliniger aufgebaut. Man vermisst ein wenig die Raffinesse aus den Vorgängern. Nichtsdestotrotz bin ich schon gespannt, wie es mit Krumme & Co weitergeht.

Fazit: Solider Krimi mit viel Atmosphäre, der jedoch nicht an die Vorgänger heranreicht.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Loverboy 2.0

Eisige Tage
0

„Eisige Tage“ ist mein erster Roman von Alex Pohl. Unter seinem Pseudonym L.C. Frey kannte ich ihn nicht. Es handelt sich um den ersten Fall für die Leipziger Kommissare Hanna Seiler und Milo Novic. Worum ...

„Eisige Tage“ ist mein erster Roman von Alex Pohl. Unter seinem Pseudonym L.C. Frey kannte ich ihn nicht. Es handelt sich um den ersten Fall für die Leipziger Kommissare Hanna Seiler und Milo Novic. Worum geht es? Malinowski, ein schmieriger Anwalt mit Verbindungen zur Russenmafia wurde ermordet. Wer ist der Täter und wo liegt das Motiv?
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir die 13-jährige Elise kennen. Ein junges, naives Mädchen aus einem behüteten Elternhaus, das sich in der Stadt rumtreibt und unsterblich in einen Gangster verliebt ist. Aljoscha ist ein skrupelloser Loverboy, der noch einen älteren Bruder namens Sergej hat. Beider Onkel ist Mafiaboss Iwanow.
Die Story ist verwirrend und der Stil etwas hölzern. Denn der Autor springt durch Zeit und Raum. Dem spannenden Einstieg folgt ein schwacher Mittelteil. Wechselnde Perspektiven sollen für Dynamik sorgen. Spannend, keine Frage. Aber auch blutig und brutal. Schließlich geht es um junge Mädchen und alte Männer..
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nur mit Hanna bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Sie ist alleinerziehend und braucht dringend die ausverkaufte Legoburg als Weihnachtsgeschenk für ihren Sohn. Zudem klüngelt sie mit dem Boss der Russenmafia. Novic, der aus dem Kosovo stammt, kommt sympathisch rüber. Auch, wenn er mit den Dämonen der Vergangenheit kämpft.

Fazit: Solider Auftakt einer neuen Krimi-Reihe. Harter Stoff!

Veröffentlicht am 01.04.2019

Der Camino verändert dich

Zum Glück gibt es Umwege
0


Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist ...


Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist Engländer und will eigentlich nur seinen Wanderkarren testen. Beide sind grundverschieden. Hieraus resultiert ein gehöriges Maß an Witz und Humor.
Graeme Simsion (Das Rosie-Projekt) und seine Frau Anne Buist sind den Jakobsweg zweimal gegangen. Örtlichkeiten und Wegbeschreibungen gehen auf eigenen Augenschein zurück, und so manche Begegnung auf dem Camino ist, fiktiv abgewandelt, in die Romanhandlung eingeflossen.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven aus Sicht von Zoe und Martin. Mit Zoe bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Martin dagegen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Denn er ist ein Kopfmensch, der alles vorab geplant und strukturiert hat.
Zoe jedoch läuft morgens einfach los, ohne Karte und ohne zu wissen, wo sie am Abend übernachtet. Einmal landet sie in einer Kirche, ein anderes Mal - zufällig - in einem von Martins vorgebuchten, aber kurzfristig stornierten Zimmer. Immerhin, am Ende wächst sie über sich hinaus.
Die Gespräche der Pilger drehen sich meines Erachtens im Kreis: Woher kommst du? Wo bist du gestartet? Bis wohin gehst du? Waschen, Essen, Schlafen. Immer wieder geht es um Geld - und um Alkohol. Viel Alkohol. Das hat mir nicht gefallen. Interessant fand ich, dass es mehr als einen Jakobsweg gibt. Alles in allem hat das Buch mich nicht inspiriert, meine eigene Reise anzutreten.

Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Berührt hat es mich nicht.

Veröffentlicht am 28.03.2019

13 Fälle und kein bisschen müde

Ostfriesennacht
0


„Ostfriesennacht“ ist bereits der 13. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse ...


„Ostfriesennacht“ ist bereits der 13. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Ein Serienkiller geht um in Ostfriesland. Er tötet Frauen mit einem Tier-Tattoo, einem sogenannten Krafttier. Auch die Tochter von Anns Ehemann Frank Weller, Jule, hat so ein Tattoo - und einen neuen Freund…
Klaus-Peter Wolf hat seinen neuen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch etwas unappetitlich.
Über das Wiedersehen mit Ann, Frank und Kollege Rupert habe ich mich sehr gefreut. Ann tappt diesmal lange im Dunkeln, Frank ist mir ziemlich auf den Keks gegangen und Rupi sorgt wie immer für humorvolle Einlagen.
Zitat: »Manchmal«, sagte Rupert tapfer, »muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss.«

Fazit: Der 13. Fall für Ann Kathrin Klaasen und zugleich Frank Wellers persönlichster.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Hölle, Hölle, Hölle

Im Kopf des Mörders - Toter Schrei
0


„Im Kopf des Mörders - Toter Schrei“ ist der dritte und letzte Teil einer Thriller-Trilogie von Arno Strobel um den jungen Düsseldorfer Kommissar Max Bischoff. Die Vorgänger hatten mich begeistert, doch ...


„Im Kopf des Mörders - Toter Schrei“ ist der dritte und letzte Teil einer Thriller-Trilogie von Arno Strobel um den jungen Düsseldorfer Kommissar Max Bischoff. Die Vorgänger hatten mich begeistert, doch diesmal wurde ich etwas enttäuscht. Worum geht es?
Max wird aus allem gerissen, was sein bisheriges Leben ausmachte, sowohl beruflich als auch privat. Ein Unbekannter hat seine Schwester Kirsten, die im Rollstuhl sitzt, entführt. Er will Max vernichten und hat einen perfiden Plan, dem Max nicht gewachsen scheint.
Um seine Schwester zu retten, nimmt Max den Tod Unschuldiger billigend in Kauf. Auch, wenn er selbst betroffen ist, Max ist schließlich Polizist. Bisher hat Max immer nur reagiert, die Befehle des Entführers befolgt. Aber ist er auch ein Mörder?
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Zwischendurch sind auch immer wieder Abschnitte in Kursivschrift und Briefe des Entführers eingestreut. Spannend, keine Frage. Gekonnt spielt Arno Strobel hier mit unseren Urängsten.
Über das Wiedersehen mit Max und seinem Partner Horst Böhmer habe ich mich sehr gefreut. Doch Max‘ Handeln war für mich oft nicht nachvollziehbar. Wie gehabt, erschließt sich einem der Titel erst ganz zum Schluss. Ein echter Strobel eben.

Fazit: Spannender Abschluss der Thriller-Trilogie um Max Bischoff. Gut, aber nicht so gut wie die beiden Vorgänger.