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Veröffentlicht am 01.04.2019

Der Camino verändert dich

Zum Glück gibt es Umwege
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Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist ...


Zoe und Martin wandern den Jakobsweg, von Cluny in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg. Zoe ist Künstlerin und kommt aus Kalifornien. Martin ist Engländer und will eigentlich nur seinen Wanderkarren testen. Beide sind grundverschieden. Hieraus resultiert ein gehöriges Maß an Witz und Humor.
Graeme Simsion (Das Rosie-Projekt) und seine Frau Anne Buist sind den Jakobsweg zweimal gegangen. Örtlichkeiten und Wegbeschreibungen gehen auf eigenen Augenschein zurück, und so manche Begegnung auf dem Camino ist, fiktiv abgewandelt, in die Romanhandlung eingeflossen.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven aus Sicht von Zoe und Martin. Mit Zoe bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Martin dagegen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Denn er ist ein Kopfmensch, der alles vorab geplant und strukturiert hat.
Zoe jedoch läuft morgens einfach los, ohne Karte und ohne zu wissen, wo sie am Abend übernachtet. Einmal landet sie in einer Kirche, ein anderes Mal - zufällig - in einem von Martins vorgebuchten, aber kurzfristig stornierten Zimmer. Immerhin, am Ende wächst sie über sich hinaus.
Die Gespräche der Pilger drehen sich meines Erachtens im Kreis: Woher kommst du? Wo bist du gestartet? Bis wohin gehst du? Waschen, Essen, Schlafen. Immer wieder geht es um Geld - und um Alkohol. Viel Alkohol. Das hat mir nicht gefallen. Interessant fand ich, dass es mehr als einen Jakobsweg gibt. Alles in allem hat das Buch mich nicht inspiriert, meine eigene Reise anzutreten.

Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Berührt hat es mich nicht.

Veröffentlicht am 28.03.2019

13 Fälle und kein bisschen müde

Ostfriesennacht
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„Ostfriesennacht“ ist bereits der 13. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse ...


„Ostfriesennacht“ ist bereits der 13. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Ein Serienkiller geht um in Ostfriesland. Er tötet Frauen mit einem Tier-Tattoo, einem sogenannten Krafttier. Auch die Tochter von Anns Ehemann Frank Weller, Jule, hat so ein Tattoo - und einen neuen Freund…
Klaus-Peter Wolf hat seinen neuen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch etwas unappetitlich.
Über das Wiedersehen mit Ann, Frank und Kollege Rupert habe ich mich sehr gefreut. Ann tappt diesmal lange im Dunkeln, Frank ist mir ziemlich auf den Keks gegangen und Rupi sorgt wie immer für humorvolle Einlagen.
Zitat: »Manchmal«, sagte Rupert tapfer, »muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss.«

Fazit: Der 13. Fall für Ann Kathrin Klaasen und zugleich Frank Wellers persönlichster.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Hölle, Hölle, Hölle

Im Kopf des Mörders - Toter Schrei
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„Im Kopf des Mörders - Toter Schrei“ ist der dritte und letzte Teil einer Thriller-Trilogie von Arno Strobel um den jungen Düsseldorfer Kommissar Max Bischoff. Die Vorgänger hatten mich begeistert, doch ...


„Im Kopf des Mörders - Toter Schrei“ ist der dritte und letzte Teil einer Thriller-Trilogie von Arno Strobel um den jungen Düsseldorfer Kommissar Max Bischoff. Die Vorgänger hatten mich begeistert, doch diesmal wurde ich etwas enttäuscht. Worum geht es?
Max wird aus allem gerissen, was sein bisheriges Leben ausmachte, sowohl beruflich als auch privat. Ein Unbekannter hat seine Schwester Kirsten, die im Rollstuhl sitzt, entführt. Er will Max vernichten und hat einen perfiden Plan, dem Max nicht gewachsen scheint.
Um seine Schwester zu retten, nimmt Max den Tod Unschuldiger billigend in Kauf. Auch, wenn er selbst betroffen ist, Max ist schließlich Polizist. Bisher hat Max immer nur reagiert, die Befehle des Entführers befolgt. Aber ist er auch ein Mörder?
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Zwischendurch sind auch immer wieder Abschnitte in Kursivschrift und Briefe des Entführers eingestreut. Spannend, keine Frage. Gekonnt spielt Arno Strobel hier mit unseren Urängsten.
Über das Wiedersehen mit Max und seinem Partner Horst Böhmer habe ich mich sehr gefreut. Doch Max‘ Handeln war für mich oft nicht nachvollziehbar. Wie gehabt, erschließt sich einem der Titel erst ganz zum Schluss. Ein echter Strobel eben.

Fazit: Spannender Abschluss der Thriller-Trilogie um Max Bischoff. Gut, aber nicht so gut wie die beiden Vorgänger.

Veröffentlicht am 12.03.2019

Spione, Schläfer und Agenten

Schatten der Toten
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Die beiden Vorgänger hatten mich überzeugt. Deshalb stand „Schatten der Toten“ schon lange auf meiner Wunschliste. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
Eigentlich ist Judith Kepler ein Cleaner, ein ...


Die beiden Vorgänger hatten mich überzeugt. Deshalb stand „Schatten der Toten“ schon lange auf meiner Wunschliste. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
Eigentlich ist Judith Kepler ein Cleaner, ein Tatortreiniger. Aber davon merkt man in diesem Band wenig. Sie sieht sich eher als Putzfrau. Als Judiths Chef auf der Intensivstation liegt, muss sie die Geschäfte für Dombrowski Facility Management übernehmen.
Doch dann stirbt Eva Kellermann, eine frühere Stasi-Spionin. Der Plot führt Judith tief in die Vergangenheit, auf der Suche nach ihrem Vater Richard Lindner, alias Bastide Larcan. Zu DDR-Zeiten war er ein sogenannter Romeo, heute ist er ein international gesuchter Mann.
Dann ist da auch noch die kleine Tabea, in dessen Vater Frederik sich Judith verliebt. Auch er ist ein Spion. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Ich könnte mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer brutalen Handlanger.
Alle Spuren führen nach Odessa. Hier nimmt der Thriller endlich Fahrt auf, gerade noch rechtzeitig, um in einem Finale zu münden, das zwar nicht alle Fragen löst, dies jedoch auch gar nicht will. Ein gut recherchiertes Buch. Ein Stück Zeitgeschichte.

Fazit: Schöner Abschluss der Judith Kepler-Trilogie. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Im Himmel bringt uns niemand zum Schweigen

Der Läufer
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„Der Läufer“ ist bereits der zweite Fall für den sympathischen Ermittler Johan Rokka aus Hudiksvall, Nordschweden. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ...


„Der Läufer“ ist bereits der zweite Fall für den sympathischen Ermittler Johan Rokka aus Hudiksvall, Nordschweden. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Tindra wird am Abend ihrer Abiturfeier auf dem Köpmanberg brutal ermordet. Genau dort wo vor zwanzig Jahren auch Johans erste Liebe Fanny verschwand. Rokka glaubt nicht an Zufälle. Bald ist klar, er wird überwacht, seine Ermittlungen behindert. Wo liegt das Motiv?
Und was hat das alles mit einem Zettel, der am Tatort gefunden wurde „Im Himmel bringt uns niemand zum Schweigen“ zu tun?
Gabriella Ullberg Westin hat ihren neuen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Schauplätze und Perspektiven sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch blutig und brutal. Ab und zu sind Briefe in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zum Vorgänger. Das macht Lust auf mehr für die, die den ersten Band (noch) nicht kennen.
Über das Wiedersehen mit Johann und Kollegin Janna Weissmann habe ich mich gefreut. Die Geschichte nimmt viele überraschende und dramatische Wendungen. Der Titel erschließt sich einem erneut erst ganz zum Schluss. Am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Bleibt abschließend festzustellen, dass man auf den nächsten Einsatz für Johan gespannt sein darf: „Der Todgeweihte“ Johan Rokka Band 3, der im Januar 2020 erscheint.

Fazit: Johan Rokkas persönlichster Fall. Genauso spannend wie Band 1.