Nordsee ist Mordsee
Schwarzes Watt
„Schwarzes Watt“ von Hendrik Berg ist bereits der vierte Fall für den ehemaligen Berliner Kommissar Theo Krumme. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne ...
„Schwarzes Watt“ von Hendrik Berg ist bereits der vierte Fall für den ehemaligen Berliner Kommissar Theo Krumme. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Gleich mehrere spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen:
Die Schwestern Nelly und Ina leben in Hamburg. Eines Tages wird Nelly brutal ermordet. Ina fühlt sich schuldig an ihrem Tod. 20 Jahre danach. Ina hat inzwischen Familie und lebt in Köln. Sie kämpft noch immer mit den Dämonen der Vergangenheit. Als sie Urlaub in St. Peter-Ording machen, ist Ina sicher, den Mörder ihrer Schwester gesehen zu haben. Krumme und seine junge Kollegin Pat von der Kripo Husum ermitteln…
Hendrik Berg hat seinen Krimi wieder sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen. Selbst wenn der Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut - und gehalten.
Zwischendurch sind Rückblicke in die Vergangenheit beginnend mit dem Jahr 1634 eingestreut. Sie handeln von einem Mädchen mit schwarzen Haaren. Die Abschnitte sind toll geschrieben und haben mich sofort an den ersten Band der Reihe, „Deichmörder“, erinnert. Dieses Mystische. Das macht die Krimis des Autors so anders, so besonders.
Ab und zu finden sich sogar Kapitel aus Tätersicht. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Alles sehr mysteriös. Über das Wiedersehen mit Krumme & Co habe ich mich sehr gefreut. Hendrik Berg blickt erneut in die dunklen Abgründe der menschlichen Seele. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Fazit: Auf Theodor Storms Spuren in Nordfriesland. Überraschend und dramatisch!