Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Aroma des Todes
0

„Aroma des Todes“ startet mit einem geheimnisvollen Prolog. Erst ganz zum Schluss finden sich alle Puzzleteilchen zu einem gruseligen Ganzen zusammen.

Danach lernen wir Sylvia Bönnemark kennen. Sie lebt ...

„Aroma des Todes“ startet mit einem geheimnisvollen Prolog. Erst ganz zum Schluss finden sich alle Puzzleteilchen zu einem gruseligen Ganzen zusammen.

Danach lernen wir Sylvia Bönnemark kennen. Sie lebt mit ihrer Mitbewohnerin Anna zusammen in Östersund, Schweden, hat Blackouts und kann sich an vieles in der Vergangenheit nicht erinnern.

Sylvia ist Malerin, Anna Krankenschwester. Eines Tages findet sie vor ihrer Haustür ein Buch: Sie selbst ist die Autorin und der Inhalt beschreibt in allen Einzelheiten den Mord an ihrem Freund Mats. Natürlich kann sich Sylvia weder daran erinnern, ihren Freund ermordet, noch das Buch geschrieben zu haben.

Wie sich herausstellt, ist Sylvia seit Jahren bei einem Psychiater in Behandlung, genau wie ihre Mutter zuvor. Und welche Rolle spielt ihr Vater, der Großindustrielle Gustav Bönnemark?

Die Leseprobe hatte meine Neugier geweckt, weil „Aroma des Todes“ auf einen fesselnden, psychologisch raffinierteren Thriller hoffen ließ - und ich wurde nicht enttäuscht. Denn nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.

Der in Köln geborene Autor Jacob Nomus, erzählt die Geschichte mit stetig steigender Spannung bis zum überraschenden Ende. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie? Wie so oft, liegt die Erklärung in Sylvias Kindheit.

Fazit: Ein kurzweiliges, temporeiches Lesevergnügen. Hochspannung garantiert!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tatort Saarbrücken

Seelenschwarz
0

Die Kugel eines Killers. Aus dieser ungewöhnlichen Perspektive beginnt „Seelenschwarz“, der Debütroman des Drehbuchautors Joner Storesang. Worum geht es?

Drei Frauen wurden per Kopfschuss ermordet. Thomas ...

Die Kugel eines Killers. Aus dieser ungewöhnlichen Perspektive beginnt „Seelenschwarz“, der Debütroman des Drehbuchautors Joner Storesang. Worum geht es?

Drei Frauen wurden per Kopfschuss ermordet. Thomas Bulpanek, Ex-Fallanalytiker und Anti-Gewalt-Trainer, wird von seinem ehemaligen Mentor Josef Martens um Hilfe gebeten.

Frau und Tochter weilen in den USA und so hat Thomas keine Skrupel, eine geheimnisvolle Zeugin, die obdachlose Jugendliche Sassa, bei sich einzuquartieren. Unterstützung findet Thomas bei Mirjam Reichert, die von einem Unbekannten gestalkt wird. Sie ist die rechte Hand des ehrgeizigen Politikers Johannes Wolfarth. In einem weiteren Handlungsstrang wird das Schicksal eines Mannes geschildert, der in Frankreich lebt, von Hass zerfressen. Wo ist die Verbindung?

Bei einer Befragung erschießt sich der Doktorvater von Marie, sie ist eine der toten Frauen, vor den Augen der Polizei. Offenbar war er pädophil. Liegt hier das Motiv?

Immer tiefer verstrickt sich Thomas in das Netz eines übermächtigen Gegners, bis seine Suche nach der Wahrheit zu einem blutigen und actionreichen Kampf ums Überleben wird…

„Seelenschwarz“ überzeugt mit einem ausgefeilten Plot, der den Rahmen der konventionellen Mörderjagd ausweitet. Eine komplexe, dennoch hochspannende Geschichte. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Aus Tätern werden Opfer, aus Opfern Täter. Eine Konfliktsituation, die den Leser emotional einbindet und verführt, seinen Fuß auf die falsche Seite zu stellen.

Nur mit den Protagonisten bin ich nicht warm geworden. Thomas Bulpanek, hat mit den Dämonen seiner Vergangenheit zu kämpfen. Trotz Schlaf- und Medikamentenentzug startet er einen Alleingang, der ihn fast das Leben kostet. Aber auch Mirjam hat ihre Geheimnisse. Ihr Handeln konnte ich oft nicht nachvollziehen und mich erst recht nicht damit identifizieren.

Schreibstil und Originalität liegen über dem Durchschnitt, aber was Joner Storesang daraus gemacht hat, verträgt in jedem Fall noch eine Steigerung.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Krimi-Reihe um einen unkonventionellen Ermittler.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Szenen einer Ehe

Wenn du mich tötest
0

„Du darfst mich nicht verlassen!“ hatte sie erst gefleht und dann gedroht. „Wenn du mich verlässt, tötest du mich!“

Kinlochbervie, ein Küstenort in den schottischen Highlands. Julian meldet seine Frau ...

„Du darfst mich nicht verlassen!“ hatte sie erst gefleht und dann gedroht. „Wenn du mich verlässt, tötest du mich!“

Kinlochbervie, ein Küstenort in den schottischen Highlands. Julian meldet seine Frau Laure als vermisst. Aber ist er deshalb auch ein Mörder? Beide hatten mehrere Tage in der einsamen Sandwood Bay gezeltet. Plötzlich ist Laura spurlos verschwunden. Was war geschehen?

Detective Sergeant John Gills aus Inverness ermittelt und schon bald gerät Julian unter Verdacht, seine Ehefrau ermordet zu haben. Denn nicht weit entfernt wird die Leiche einer jungen Frau an Land gespült. Sie hat blonde, lange Haare, genau wie Laura…

Erzählt wird - teilweise in Rückblenden - das Psychogramm einer Ehe. Ein komplexes Verwirrspiel großer Gefühle. Gekonnt seziert Karen Winter Schritt für Schritt Lug und Trug sowie menschliche Abgründe und deren Folgen.

„Wenn du mich tötest“ punktet mit vielen falschen Fährten und überraschenden Wendungen, mit denen die Autorin die Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.

Die schottische Atlantikküste ist die schöne und zugleich mörderische Kulisse für diesen packenden Psychothriller voller Atmosphäre und Aberglaube.

Fazit: Ein Blick in menschliche Abgründe. Düster, soghaft und hochspannend!

Veröffentlicht am 15.09.2016

»Ich werde immer bei dir bleiben. Heute, morgen, bis in alle Ewigkeit!«

Lügengrab
0

Die nordfriesische Hallig Hooge ist die schöne und zugleich mörderische Kulisse für diesen abgründigen Krimi voller Atmosphäre und atemloser Spannung. Worum geht es?

Der Berliner Kommissar Krumme will ...

Die nordfriesische Hallig Hooge ist die schöne und zugleich mörderische Kulisse für diesen abgründigen Krimi voller Atmosphäre und atemloser Spannung. Worum geht es?

Der Berliner Kommissar Krumme will Urlaub machen. Diesmal nicht im fiktiven Kleebüll, sondern auf der kleinen Hallig Hooge. Doch Nis, der Hausgeist seines Freundes Harke warnt: »Auf Hooge lebt ein dunkler Schatten... Etwas sehr Böses. Etwas Dunkles.« Was steckt wohl dahinter?

Auf der Fähre lernt Krumme die Studentin Swantje kennen. Sie erinnert ihn an seine Tochter. Swantje war drei Jahre nicht auf Hooge. Denn ihr Verlobter Marc ist damals, einen Tag vor der geplanten Hochzeit, spurlos verschwunden. Hat er sie verlassen? Oder ist ihm etwas zugestoßen?

Swantje bittet Krumme um Hilfe. Auf der Suche nach der Wahrheit gerät Krumme nicht nur einmal in Lebensgefahr. Während dunkle Wolken aufziehen und ein Sturm sich nähert, entdeckt er ein schreckliches Geheimnis. Denn auf Hooge lauert tatsächlich das Böse...

Über das Wiedersehen mit Krumme, Mannsen und Harke, habe ich mich sehr gefreut. Denn ich mag unheimliche Geschichten. Besonders interessiert mich die Grenze zwischen Mystischem und der Realität. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie?

Gewohnt atmosphärisch mit viel Lokalkolorit hat Hendrik Berg die Fortsetzung von "Deichmörder" in Szene gesetzt. Gekonnt wird Spannung aufgebaut, die langsam gesteigert wird und nicht mehr nachlässt, bis zu einem Showdown, in dem Vergangenheit und Gegenwart auf dramatische Weise zusammentreffen...

"Lügengrab" funktioniert sowohl als Krimi, aber auch als tragische Liebesgeschichte. Der Erzählstil des Autors ist überaus angenehm und vermag mit leisen Tönen zu fesseln. "Lügengrab" besticht durch eine außergewöhnliche Geschichte und eine Truppe, der ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Hendrik Berg zieht einen mit in den Abgrund. Faszinierend düster!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tod im Taunus

Mutterschmerz
0

»Ich habe es für dich getan, Mama!« flüsterte der kleine Hans leise. Doch auf seine Mutter zu hören kann tödlich sein! Worum geht es?

Oktober 1963. In der Nähe des Dorfes Rod am Berg im Taunus wird die ...

»Ich habe es für dich getan, Mama!« flüsterte der kleine Hans leise. Doch auf seine Mutter zu hören kann tödlich sein! Worum geht es?

Oktober 1963. In der Nähe des Dorfes Rod am Berg im Taunus wird die Leiche der 12-jährigen Karin gefunden. Sie wurde brutal erschlagen. Kurz darauf wird ihr Elternhaus in Brand gesteckt. Ihre Tante stirbt in den Flammen. Nur die alleinerziehende Mutter - eine Krankenschwester - überlebt, weil sie Nachtschicht hatte.

Hat es jemand auf die Familie abgesehen? Wo lieg das Motiv? Der junge Kommissar Peter Kampmann aus Bad Homburg und sein Assistent Gerd Blume ermitteln...

J.P. Conrad, der deutsche Meister des Suspense, beschreibt in seinem neuen Thriller ein Stück Zeitgeschichte, eine Mutter-Sohn-Beziehung und das Psychogramm eines Mörders, der keine Perversion, keine Grausamkeit auslässt. „Mutterschmerz“ ist keine Gute-Nacht-Lektüre. Die Morde werden brutal und detailliert beschrieben. Viele Verdächtige und falsche Fährten sowie ein ganz persönliches Motiv, das sind die Zutaten für diesen packenden Psychothriller.

„Mutterschmerz“ ist J.P. Conrads erste Geschichte, die nicht in Großbritannien verortet ist, sondern in Deutschland und zwar im Taunus. Zudem spielt „Mutterschmerz“ nicht in der Gegenwart, sondern im Jahr 1963. Diesmal hat sich der Autor vom Film „Es geschah am helllichten Tag“ (1958) inspirieren lassen. Einige Szenen, in denen der Mörder mit seiner dominanten Mutter spricht, haben mich jedoch an „Psycho“ von Alfred Hitchcock erinnert. Gruselig!

Mehrere Handlungsstränge, teils als Rückblenden in die Vergangenheit, gilt es zu verfolgen. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Erzählt wird die Geschichte von Kommissar Kampmann aus der Ich-Perspektive. Peter Kampmann ist mir sofort ans Herz gewachsen. Er ist noch jung und hat viel Empathie. Das macht ihn menschlich und sympathisch. Zudem macht er einen guten Job. Über ein Wiedersehen würde ich mich daher freuen.

Fazit: Spannender Thriller mit viel Lokalkolorit, der in den frühen 60er Jahren spielt und mich mörderisch gut unterhalten hat!