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Veröffentlicht am 06.02.2025

Märchenadaption meets Steampunk

Castle Rose
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Märchenadaption meets Steampunk!

In „Castle Rose- das schlafende Schloss“ von Jasmin Jülicher erleben wir eine Dornröschen-Adaption der ganz besonderen Art…

Ein Jahrzehnt ist vergangen- alle Menschen ...

Märchenadaption meets Steampunk!

In „Castle Rose- das schlafende Schloss“ von Jasmin Jülicher erleben wir eine Dornröschen-Adaption der ganz besonderen Art…

Ein Jahrzehnt ist vergangen- alle Menschen in Castle Rose schlafen. Das Schloss ist von Rosenranken überwuchert. Grund ist der Aether, sobald man ihn berührt, schläft man ein- und fällt in einen ewigen Schlaf.

Juliannas Familie hat ein schlimmes Schicksal erlitten: ihr Vater ist ebenfalls ein Schläfer, ihre Mutter ist seit Jahren verschwunden. Sie muss ihren Bruder und sich selbst durchbringen. Dazu muss sie stehlen. Aber dann erkrankt ihr Bruder und es gibt kaum noch Hoffnung. Denn die einzige Therapie, die ihm hilft, ist unbezahlbar.

Aber Julianna gibt nicht auf. Sie bricht ins Castle ein und nimmt sich die dicksten Schätze. Sie will ihn retten! Aber dann steht sie vor dem schlafenden Prinzen, der durch eine unbedachte Berührung durch sie erwacht.

Wer die typischen Märchenprotagonisten erwartet: sorry, das wird nix. Denn hier gibt es verdrehte Rollen, willkommen im Steampunk!

Mich hat der Roman kurzweilig fesseln und sehr gut unterhalten können. Ich mag den unkonservativen, flotten Schreibstil der Autorin. Er ist sehr flüssig und sehr mitreissend. Das Setting finde ich sehr besonders, es ist nicht das typische Dornröschenschloss und nein, der Prinz ist nicht ganz soooo märchenhaft, wie erwartet.

Aber das ist ja das Besondere an dem Buch. Steampunk meets Fairytale.

4,5/5 *

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Lang erwartet, überzeugt mich aber nicht

Reserve
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Selten war ein Buch so umstritten, aber auch heiß ersehnt, wie die Biographie von Prinz Henry Mountbatton-Windsor, kurz: Prinz Harry. Ich habe mir das Buch recht schnell gekauft und wollte mir ein eigenes ...

Selten war ein Buch so umstritten, aber auch heiß ersehnt, wie die Biographie von Prinz Henry Mountbatton-Windsor, kurz: Prinz Harry. Ich habe mir das Buch recht schnell gekauft und wollte mir ein eigenes Bild machen. Was ich von seinen skandalträchtigen Memoiren halte, liest du hier…

Ich hatte eine klare Meinung von Harry und seiner Frau Meghan. Nach dem „Mexit“ haben sie ganz offen darüber gesprochen, warum sie den Schritt gegangen sind und ihre Aufgaben für das britische Königshaus aufgegeben haben. Von Rassismus war die Rede, von Tränen und Mobbing. Ich bin kein Mensch, der sich mit Klatsch und Tratsch auseinander setzt und Harry und Meghan waren mir vorab zu viel, zu intensiv mit ihrem medialen Verhalten.

Harry tut sich mit diesem Buch wahrlich keinen großen Gefallen, was Niveau und Stil angeht. Er erzählt schonungslos aus seiner Kindheit und vom seltsamen Verhältnis seiner Eltern zueinander, von seiner großen Liebe zur Großmutter, der Queen und davon, dass er als „Reserve“ auf die Welt kam. Für seinen Bruder William, dem Thronfolger. Dieser Fakt war mir nicht bekannt, da die royale Welt nicht meine ist. Es schockierte mich, wie abgebrüht es sein kann, einen jungen Menschen als Reserve für den Erstgeborenen zu zeugen. Als Ersatzteillager aber auch in der Thronfolge.

Seine große Liebe zur Mutter hat mich beeindruckt. Prinzessin Dianas Ein und Alles waren ihre Söhne und im langen Kapitel rund um ihr Leben und ihren Tod, kamen mir oft die Tränen. Wie nah ihm ihr Tod noch heute geht, habe ich gespürt.

Wer nicht gut davon kommt und das war klar: Charles, Camilla und William und Kate. Immer wieder ist von Disputen mit dem Thronfolgerpaar die Rede, immer wieder macht er neue Vorwürfe.

„Der Kapitän meiner Seele“ betitelt er das Kapitel rund um Schauspielerin Meghan Markle, die sein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat,alles verändert hat. Teilweise sind mir die heroischen Liebesbekundungen von Harry too much. Er stilisiert sie regelrecht als eine Art Engel, dabei ist sie sicherlich keiner.

Der Schreibstil ist einfach und gut verständlich, stellenweise mir zu direkt und viele, viele Dinge sind einfach überflüssig. Ich habe schon bessere Briographien gelesen. Nett, aber mehr auch nicht.

2,5/5 *

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Kommt mit auf die Hallig

Die Farbe des Nordwinds
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Kann ein Buch für mich passender sein als dieses? Es spielt auf den Halligen der Nordsee. Ich liebe das Meer und mein großer Wunsch ist es, mich auf einer Hallig einmal zur Ruhe zu setzen. Umso schöner ...

Kann ein Buch für mich passender sein als dieses? Es spielt auf den Halligen der Nordsee. Ich liebe das Meer und mein großer Wunsch ist es, mich auf einer Hallig einmal zur Ruhe zu setzen. Umso schöner war es, „Die Farbe des Nordwinds“ lesen zu dürfen.

Klappentext: „Schon immer hat Ellen sich wie eine Besucherin in ihrem eigenen Leben gefühlt. Außer einmal, als Kind, als sie mit ihrer Mutter kurz auf den Halligen lebte. Abreisen wollte sie damals nicht, doch sie hatte keine Wahl. Nun kehrt sie zurück auf dieses merkwürdig vertraute Fleckchen Marschland. Und zu Liske, die damals wie eine Schwester für sie war. Ihre Annäherung wühlt alte Konflikte wieder auf, doch Ellen lässt sich nicht entmutigen. Denn sie weiß: Dies ist ihre Seelenheimat.“

Der Roman ist sehr atmosphärisch geschrieben. Ich fühle mich regelrecht zurück an meine geliebte Nordsee versetzt.
Ellen ist 36 Jahre alt und hat ihre Kindheit auf der Hallig verbracht. Hier lebt ihre Halbschwester Liske noch immer. Sie ist enttäuscht von Ellen, denn einst hat sie die Hallig verlassen, sie fühlt sich von ihr im Stich gelassen. Liske hätte sie gerne begleitet. Doch Ellens Mutter, somit ihre Stiefmutter, sorgte damals dafür, dass die Halbschwestern sich nicht im guten trennt. Die Vergangenheit wird aus der Sicht von vom fiktiven Arjen Materson erzählt, der ebenfalls auf der Hallig lebt. Der Rest der Geschichte wird von Ellen geschildert.
Der Roman widmet sich der Schönheit der Landschaft der Halligen und der Nordsee. Eine Landzone, die ich so sehr liebe. Die Autorin schildert sehr authentisch die Atmosphäre am Ozean und ich hatte Sehnsucht nach meiner Herzensheimat. Hinzu kommt die spannende Familiengeschichte um die beiden Schwestern, die mich sehr berührt hat. Kurz gesagt: ein Roman wie für mich geschaffen. Ich war traurig, als ich das Buch zuschlug und die letzte Seite gelesen hatte. Was blieb, war meine Sehnsucht nach der Nordsee und ein gutes Gefühl, ein wenig melancholisch, aber trotzdem sehr schön.

Ein wunderbarer Roman, der durch die atmosphärischen Schilderungen lebendig wird.

5/5 *

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Zynisch, intelligent & nachhaltig

Über Leben
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Kennst du Hanno Rinke?

Sein aktuelles Buch „Über Leben“ habe ich zuletzt gelesen. Es ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen und hat mich nachdenklich gestimmt.

Hanno Rinke ist Komponist, Filmemacher- ...

Kennst du Hanno Rinke?

Sein aktuelles Buch „Über Leben“ habe ich zuletzt gelesen. Es ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen und hat mich nachdenklich gestimmt.

Hanno Rinke ist Komponist, Filmemacher- und Schrifsteller. In seinem neuen Buch „Über Leben“ zieht er seine Lebensbilanz.

Seine Familie hat alte Wurzeln. Von diesen berichtet er uns auch zunächst. Diese reichen bis ins Jahr 1870 hinein. Einer seiner Großväter war Offizier preußischer Herkunft, der andere ein Polen lebender Jude. Inmitten dieser kuriosen Familienkonstellation wuchs Hanno Rinke auf.

Er berichtet auf ungeschönte, oft doch recht ironische Art von seinem Leben und nimmt gleichzeitig Abschied davon. Er stellt existenzielle Fragen: was passiert, wenn er geht und niemand aus seiner Familie mehr zurück bleibt? Er widmet sich seiner Partnerin, den Eltern und Menschen, die wichtig für ihn waren und seinen Lebensweg ebneten und begleiteten.

Anfangs fiel es mir schwer, ins Buch einzutauchen. Das liegt aber an mir, ich bin diese Art von Schreibstil nicht gewohnt. Doch nach kurzer Zeit konnte ich Hanno Rinke folgen und habe Seite für Seite bewusst gelesen und ganz auf mich wirken lassen. Sein Lebensbericht ist bereichernd, zynisch, überraschend, aber auch unterhaltsam. Eine Reise in die Vergangenheit, aber auch eine Beschreibung der Gegenwart. Interessant, feinsinnig, tiefgründig, aber auch mit einem gewissen Zynismus, mit leichter Ironie verbunden. Und manchmal tauchen auch melancholische Töne auf, als es um die Frage geht: was wird, wenn Hanno Rinke geht?

Das Buch hat meinen litarischen Horizont erweitert und hat mir gezeigt, dass auch Bücher dieses Genres lesenswert sein können.
Ein Lebenbericht, der zum Nachdenken anregt, Ehrlich, offen, anspruchsvoll und nachhaltig!

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Leiser Liebesroman

Jedes Jahr im Juni
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Muss ein Liebesroman immer einen Hype auslösen? Sind es nicht viel mehr die leisen Romane, die uns verzaubern? Mir erging es mit „Jedes Jahr im Juni“ von Lia Louis so…


Ich hatte keine großen Erwartungen, ...

Muss ein Liebesroman immer einen Hype auslösen? Sind es nicht viel mehr die leisen Romane, die uns verzaubern? Mir erging es mit „Jedes Jahr im Juni“ von Lia Louis so…


Ich hatte keine großen Erwartungen, als ich mit dem Lesen begann. Bisher hatte ich keinen Roman der Autorin gelesen, aber ich entdecke ja sehr gerne neue Schrifsteller.
Die Liebesgeschichte ist unglaublich schön. Emmie verliebt sich auf ungewöhnliche Weise in Lucas, der Beginn einer großen Liebe. Sie begegnet ihn immer wieder, aber Emmie ist ängstlich. Zu groß ist die Furcht, wie er auf ihre Gefühle reagieren könnte. Doch ihr Herz ist voller Liebe für den jungen Mann.
Die Begegnungen der beiden Protagonisten werden so liebevoll und einfühlsam erzählt, die Liebe zwischen ihnen ging mir wirklich ins Herz. Emmie ist eine sehr authentische Person, man fühlt mit ihr mit. Der tolle Schreibstil macht das Buch zu einer spannenden Liebesgeschichte, die einen unerwarteten Storytwist offenbart. Wir fiebern mit, ob die Beiden zueinander finden.

Ein gelungener Liebesroman, der unter die Haut geht, aber ganz ohne viel Kitsch auskommt. Wunderbar!

4/5 *

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