Ein Buch zum Abtauchen
Der Club der UnbeugsamenKathryn Stockett legt ein neues Buch vor, ganze 17 Jahre nach ihrem Riesenerfolg mit „The Help“, das allein ist schon ein Grund für höchstes Interesse. Für mich führt kein Weg daran vorbei!
Hier landet ...
Kathryn Stockett legt ein neues Buch vor, ganze 17 Jahre nach ihrem Riesenerfolg mit „The Help“, das allein ist schon ein Grund für höchstes Interesse. Für mich führt kein Weg daran vorbei!
Hier landet man in einer amerikanischen Kleinstadt, Oxford, Mississippi, mitten in der Wirtschaftskrise der 30er Jahre. Überall wird das Geld knapp und die, die eh schon wenig hatten, verzweifeln oder werden erfinderisch. Birdie soll zum Beispiel nach Oxford fahren, um ihre Schwester um Geld für die überfällige Steuerzahlung zu bitten. Die meldet sich nicht mehr bei ihrer Familie, hat aber immerhin reich geheiratet.
Und die kleine Meg ist tatsächlich im Waisenhaus gelandet, nachdem ihre Mutter einfach verschwand. Sie lebt jetzt schon seit zwei Jahren dort und kann noch immer nicht glauben, dass ihre Mutter nicht wiederkommt. Die Schikanen der Leiterin des Hauses erträgt sie tapfer, sucht aber heimlich nach einem Ausweg.
Mit ganz viel Humor wird hier von ausweglosen Situationen erzählt. Man amüsiert sich köstlich, während einfach alles immer schlimmer wird. Es gibt jede Menge originelle Figuren, die liebevoll und lebendig geschildert werden. So eine Wirtschaftskrise fordert jeden heraus, arm oder reich. Manch einer verliert alles, obwohl er nie Geldsorgen hatte und andere mussten schon immer ums Überleben kämpfen. Mitten in Oxford bildet sich eine skurrile Zweckgemeinschaft mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell.
Dieses Buch ist intensiv und unterhaltsam, ein Buch zum Abtauchen, voller Überraschungen. Es erzählt von einer schlimmen Zeit, von Not, Prohibition und Polizeigewalt, Snobismus und Bigotterie, aber auch von Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen.
Zum Ende hin wurde es mir ein klein wenig zu gewollt, da geht einiges zu glatt, aber das hat auch eine Art märchenhaften Charme, eine irre Geschichte ist es allemal. Es ist ein wildes Abenteuer über 848 Seiten, das einen maximal fesselt, rührende und tragische Momente hat, auch viel Schwarz und Weiß, dabei aber absolute Sogwirkung entwickelt und großen Spaß macht.
Ich freue mich schon auf die Verfilmung!