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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2024

Liebesverstrickungen

Die Sache mit Rachel
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Rachel ist behütet in einer eher wohlhabenden Familie aufgewachsen und musste sich keine Gedanken um Geld machen. Das ändert sich jetzt allerdings, sodass sie jobben muss, um ihr Studium zu bezahlen. Im ...

Rachel ist behütet in einer eher wohlhabenden Familie aufgewachsen und musste sich keine Gedanken um Geld machen. Das ändert sich jetzt allerdings, sodass sie jobben muss, um ihr Studium zu bezahlen. Im Buchladen lernt sie ihren Kollegen James kennen und es passt auf Anhieb zwischen den beiden. Rachel stürzt sich in diese Freundinnenschaft, zieht mit James zusammen und die beiden verbringen den Großteil ihrer Zeit gemeinsam. Dabei lernen sie sich selbst und die innersten Gedanken und Geheimnisse derdes anderen kennen.
Rachel schwärmt für ihren Literaturprofessor Dr. Byrne und organisiert mit James eine Lesung im Buchladen. Dort soll Rachel ihren Professor verführen. Der küsst allerdings nicht Rachel, sondern James, was für immer tiefere Verstrickungen sorgt.

Ich habe das Buch in den letzten Wochen überall gesehen, sodass es für mich nur eine Frage der Zeit war, bis ich es lese. Ich mochte sowohl den flüssigen, leichten und humorvollen Schreibstil von Caroline O'Donoghue als auch ihre Figuren und deren Enwicklung sehr gern. Durch die intimen Gespräche bekommen die Leser*innen Einblicke in James' und Rachels Gedanken, Wünsche und Träume. Beide sind in ihren 20ern nicht nur auf der Suche nach sich selbst und guten Zukunftsaussichten, sondern auch auf der Suche nach der großen Liebe und ihrem Platz im Leben. Das habe ich sehr gern nachverfolgt, mit den Figuren mitgefiebert und fand das Ende versöhnlich. Nebenbei werden die Rezession und die einsetzenden Existenzängste, Jobverluste und der Kampf im Arbeitsleben thematisiert.

Ein schöner Roman, den ich sehr gern gelesen habe!

Veröffentlicht am 29.09.2024

Krimi mit Schachbezug

Schwarze Dame
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"Schwarze Dame" ist der 24. Fall für die Frankfurter Ermittlerin Julia Durant der Autoren Andreas Franz und Daniel Holbe.

Ein Obdachloser wird ermordet, indem er mit einem Hammer erschlagen wurde, aufgefunden ...

"Schwarze Dame" ist der 24. Fall für die Frankfurter Ermittlerin Julia Durant der Autoren Andreas Franz und Daniel Holbe.

Ein Obdachloser wird ermordet, indem er mit einem Hammer erschlagen wurde, aufgefunden und ruft die Ermittlerin Julia Durant auf den Plan. Gemeinsam mit ihrem Team macht sie sich auf die Suche nach Zeugen und Spuren, doch das gestaltet sich schwierig. Erst als weitere Leichen an abgelegenen Orten gefunden werden und dem Kommissariat ein Stadtplan im Aufbau eines Schachbretts zugestellt wird, ist klar, dass es sich hier um eine Mordserie handelt, die dringend gestoppt werden muss.

Ehrlich gesagt habe ich von Schach gar keine Ahnung und konnte mit den Ausführungen, Verweisen und Erläuterungen diesbezüglich wenig anfangen. Daher empfand ich einige Stellen als Längen und empfand den Spannungsbogen dadurch geschwächt. Ich meine, bisher kein Buch der Reihe gelesen zu haben, weshalb mir auch die Figuren und Julia Durants Privatleben neu waren und ich einige Seiten zum Einfinden brauchte. Die wechselnden Perspektiven, die Rückblicke in die Vergangenheit und insbesondere die Kapitel aus der Täterperspektive haben für Neugier und Spannung gesorgt. Trotz einiger Hinweise emfpand ich die Verwicklungen als zu stark, um früh eine Vermutung äußern zu können, wer hinter den Morden steckt. Ich konnte lange keine Zusammenhänge zwischen den Opfern und den Schachbezügen herstellen und konnte auch Julia Durants Verhalten und Entscheidungen nicht immer nachvollziehen. Die Auflösung hingegen fand ich dann schlüssig und konnte das Buch schließen, ohne mit ungeklärten Fragen zurückzubleiben.

Ein spannender Krimi, der insbesondere für Schachliebhaber*innen oder Fans der Reihe um Julia Durant zu empfehlen ist.

Veröffentlicht am 22.09.2024

Interessanter Grundgedanke

Die Abschaffung des Todes
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James Windover ist Herausgeber einer online Zeitung für Milliardäre, die maximal objektiv sein soll, und in erster Linie Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft für seine Leserinnen ...

James Windover ist Herausgeber einer online Zeitung für Milliardäre, die maximal objektiv sein soll, und in erster Linie Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft für seine Leserinnen aufbereitet.

Als das Unternehmen Youvatar ankündigt, mit einer Innovation die Abschaffung des Todes erreichen zu wollen und noch Investor
innen sucht, bittet James' Kundin Anahita Kevorkian ihn, stellvertretend für sie zu einer Sitzung von Youvatar zu fahren und die Investitionschancen auszuloten. James kann gar nicht ahnen, in welche Gefahr er sich mit der näheren Auseinandersetzung mit Youvatars Projekt begibt.

Der Klapoentext reißt im Grunde sehr gut an, worum es in "Die Abschaffung des Todes" geht. Allerdings ist Andreas Eschbach für überraschende Wendungen und Clous bekannt, weshalb ich damit gerechnet habe, es könnte sich in alle Richtungen entwickeln.

Andreas Eschbach beschreibt James sehr anschaulich und detailliert, ebenso die anderen Figuren, sodass das Tenpo zunächst eher langsam ist. Neben den Beschreibungen von Abläufen innerhalb der Zeitung bestehen James' Recherchen aus ganz viel Informationen und Hintergrundwissen, das Eschbach hier zusammengetragen hat. An einigen Stellen waren mir wissenschaftliche Informationen und Erläuterungen zu ausschweifend, da sie das Tempo enorm verringert haben und ich dessen Relevanz nicht immer erkannt habe, bzw. nicht sicher war, wie genau ich dieses Wissen für das Verständnis des Geschehens brauche.

Eschbach hat für meinen Geschmack das Tempo erst im letzten Drittel angezogen mit Wendungen und Verfolgungsjagden, die actiongeladen waren.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich den Grundgedanken, sich mit einer potentiellen Abschaffung des Todes auseinanderzusetzen, sehr interessant finde und während der Lektüre einige Gedanken sammeln konnte. Für einen Thriller habe ich jedoch mehr Spannung und ein rascheres Tempo erwartet

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Mikroplastik als Bedrohung

Partikel
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Wolf Harlander ist für seine brinsanten Umweltthriller bekannt. In "Partikel" wird Mikroplastik und dessen Bedrohung auf die Umwelt und das Leben thematisiert. Mikroplastik und dessen katastrophale Auswirkunen ...

Wolf Harlander ist für seine brinsanten Umweltthriller bekannt. In "Partikel" wird Mikroplastik und dessen Bedrohung auf die Umwelt und das Leben thematisiert. Mikroplastik und dessen katastrophale Auswirkunen sind politisch brandaktuell, medizinisch sehr herausfordernd und auch für die Ökosysteme sehr schädlich.

Wie auch in Harlanders anderen Büchern gibt es hier verschiedene Handlungsstränge, die sich streckenweie überschneiden und ergänzen. So gibt es ein Frachtschiff, das mit seiner unbekannten Ladung verschwindet, diverse Verhandlungen und Geschäfte innerhalb der politischen Akteure und Unternehmen sowie die Erkenntniss, das Mirkoplastik auch in den Körpern ist und die Gesundheit und das Leben bedrohen. So wird bei der kleinen Zoe ein gefährliches Karzinom in der Leber festgestellt, hervorgerufen durch das Mikroplastik in ihrem Blut, das nicht abgebaut werden kann, und der Kampf um ihr Überleben beginnt. Melissa, Zoes Tante, ist Journalistin und recherchiert zu dem Unternehmen Cyaclean, deren Versprechen es ist, das globale Plastikproblem lösen zu können. Sie schöpft die Hoffnung, durch diese Erkenntisse auch das Leben ihrer Nichte retten zu können. Doch dann verschwindet Zoe, Strände werden von Plastikteilen überschwemmt und es entwickeln sich Machenschaften auf internationaler Ebene, die Konsequenzen für alle beinhalten.

Wolf Harlander erzählt spannend und temporeich. Zunächst hatte ich etwas Mühe, die einzelnen Stränge auseinanderzuhalten und gleichzeitig miteinander in Verbindung zu bringen bzw. nicht zu vergessen. Für längere Lesepausen ist "Partikel" nicht geeignet, weshalb ich dann mehrere Kapitel am Stück gelesen habe und viel besser folgen konnte. Harlander arbeitet mit Spannung und Brisanz, die sich durch die immer schlimmer werdenden Geschehnisse recht schnell aufbaut. Die Schilderungen kommen mir tatsächlich gar nicht so unrealistisch vor und ich habe bis zum Schluss mitgefiebert.
Ein spannender Umweltthriller, der die Ernsthaftigkeit und Problematik von Mikroplastik thematisiert.

Veröffentlicht am 18.09.2024

Cosy Crime mit zweiten Chancen

Cosy Secrets – Der kupferne Schlüssel
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Die Krimiautorin Rae wird von den Freundinnen ihrer Großmutter darüber benachrichtigt, dass sie verschwunden sei. Die Freundinnen behaupten, dass Fenella entführt wurde, während Rae sich sicher ist, dass ...

Die Krimiautorin Rae wird von den Freundinnen ihrer Großmutter darüber benachrichtigt, dass sie verschwunden sei. Die Freundinnen behaupten, dass Fenella entführt wurde, während Rae sich sicher ist, dass ihre Großmutter nur verreist sei. Schließlich wäre das nicht ungewöhnlich für sie. Als jedoch erste Ungereimtheiten auftauchen, macht sich Rae auf den Weg nach Schottland, um Fenellas Verschwinden auf die Spur zu kommen. Als Krimiautorin wird sie ja wohl wissen, wie ermittelt wird. In diesem Zuge trifft sie dann auch sehr schnell auf ihren Ex-Freund Archer Warwick, der ihr bei der Suche hilfreich sein könnte.

Ich kenne Franzi Kopka noch nicht, lese Cosy Crime jedoch zwischendurch immer sehr gern und dieses Buch klang nach einem gemütlichen Roman, einer guten Mischung zwischen Spannung und Romantik. Und genau das ist es auch: Die Figuren werden liebevoll ausgearbeitet, sind nahbar und ich mochte sowohl die Entwicklungen zwischen Rae und Archer als auch das Rätseln der Freund*innen und Bekannten um Fenellas Verbleibeort. Mit der Zeit werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und Rätsel gelöst.
Der Schreibstil ist flüssig, die Dialoge sind lebhaft und ich konnte mich vollkomen in das Setting fallen lassen.

Eine schöne Cosy Crime-Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe und auf deren zweiten Teile ich mich freue!