Platzhalter für Profilbild

sveso

Lesejury Star
offline

sveso ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sveso über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2023

Weniger spannend als erhofft

Kaltblütige Lügen
0

Ich mochte die Thriller von Karen Rose wegen der Spannungsbögen und der überraschenden Plots immer sehr gern. Daher habe ich mich gefreut, mit "Kaltblütige Lügen" den Auftakt ihrer neuen San-Diego-Reihe ...

Ich mochte die Thriller von Karen Rose wegen der Spannungsbögen und der überraschenden Plots immer sehr gern. Daher habe ich mich gefreut, mit "Kaltblütige Lügen" den Auftakt ihrer neuen San-Diego-Reihe um Kit McKittrick zu lesen.

Kit ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, die sie später adoptierten. Gerade zu ihrem Adoptivvater hat Kit ein enges Verhältnis, seit ihre Pflegeschwester Wren spurlos verschwunden ist und die beiden gemeinsam mit der örtlichen Polizei auch noch nach vielen vergangenen Jahren nach Wren suchen. Dieser Verlust hat Kit nicht nur dazu bewegt, selbst zur Polizei zu gehen, sondern beschäftigt sie tagtäglich. Gerade der aktuelle Fall erinnert sie an Wren, denn ein anonymer Hinweis führt Kit und das Team des San Diego Police Departments zu einem Grab im Park. Dort finden sie die Leiche einer jungen Teenagerin, gefesselt mit pinken Handschellen. Der Modus Operandi erinnert an das Vorgehen eines Serientäters, dem Kit und ihr Team schon eine ganze Weile auf der Spur sind. Können sie ihn nun endlich schnappen? Und wie hängt der anonyme Hinweisgeber, der Psychologe Sam Reeves, mit den Morden zusammen?

Von Karen Rose bin ich einen straffen Spannungsbogen, fesselnde Dialoge, Plottwists und schnelle Entwicklungen gewohnt. "Kaltblütige Lügen" bot davon leider weniger als erwartet, einige Stellen empfand ich sogar als Längen und das Knistern, das zwischen Sam und Kit entsteht, wird immer wieder von neuen Verdächtigungen eingeengt.
Durch den flüssigen Schreibstil ließ sich der Thriller sehr schnell lesen und ich wollte unbedingt wissen, für welche Auflösung sich Rose entscheidet. Mit dem Plottwist bin ich zufrieden und unterm Strich gefielen mir die Entwicklung des Falls sowie dessen Auflösung gut. Dennoch hätte ich mir etwas mehr Tempo und mehr Spannung gewünscht.

Veröffentlicht am 30.12.2023

Selbstfindung zwischen zwei Welten

Eine Blume ohne Wurzeln
0

Bis zur Veröffentlichung von "Eine Blume ohne Wurzeln" kannte ich Nada Chekh nicht. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend, den ersten Jahren des Erwachsenwerdens und ihrer Studienzeit. Dabei wird schnell ...

Bis zur Veröffentlichung von "Eine Blume ohne Wurzeln" kannte ich Nada Chekh nicht. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend, den ersten Jahren des Erwachsenwerdens und ihrer Studienzeit. Dabei wird schnell deutlich, dass sie als Tochter eingewanderter arabisch-muslimischer Eltern in Wien immer zwischen den Werten und Erwartungen ihrer Eltern und der Wiener Konventionen sowie der Lebensweise ihrer Mitschülerinnen und Kommilitoninnen lebt. Für Nada ist jeder Tag ein kleiner Kampf, eine Rebellion gegen ihre Eltern, die mit jedem Jahr stärker wird. Nada erzählt von Enttäuschungen ihrer Eltern, Konflikten mit und der Abgrenzung von ihren Freund*innen und dem Selbst- und Fremdbild der arabischen Community in Wien.

Nada Chekh erzählt recht flapsig, unbedarft und humorvoll, wobei sie auch scharf kritisiert, negative Ansichten mitteilt und Misstände und Diskrepanzen aus ihrer Sicht benennt. Lange Zeit hat sie das Gefühl, nirgends richtig zuzugehören und immer ankämpfen zu müssen gegen Rollenbilder und Erwartungen. Sie erzählt von Selbstbestimmung, Selbstbehauptung und dem Weg zu einem bedürfnisorientierten Leben. Dabei erzählt sie sprunghaft, vieles bleibt offen und einige Entwicklungen waren mir beim Lesen nicht klar - beispielsweise, wie ihr Auszug von zuhause oder auch ihre Beziehung dann offenbar akzeptiert wurden. Sehr anschaulich wird jedoch das Gefühl der Beobachtung, der Kontrolle und der Überwachung geschildert, das Nada fühlt(e).

Ein lesenswertes Buch im anekdotischen Stil über das Erwachsenwerden in mehreren Kulturen, Hürden, Probleme und Wünsche - sowohl auf struktureller als auch auf persönlicher Ebene.

Veröffentlicht am 27.12.2023

Humorvolle Beispiele

Shitmoves
0

Das Paar Iris Gavric und Matthias Renger haben sich sowohl beruflich als auch privat intensiv mit Kommunikation(stechniken) auseinandergesetzt und erläutern in diesem Buch sogenannte Shitmoves. Unter Shitmoves ...

Das Paar Iris Gavric und Matthias Renger haben sich sowohl beruflich als auch privat intensiv mit Kommunikation(stechniken) auseinandergesetzt und erläutern in diesem Buch sogenannte Shitmoves. Unter Shitmoves verstehen sie manipulaitve Gesprächstechniken, bei denen es nicht um Sachlichkeit geht, sondern darum, das Gespräch als Gewinnerin zu verlassen - und das um jeden Preis.
In sehr mündlicher, flapsiger Sprache schildern sie die Beweggründe und einzelne Beispiele, die verschiedene Shitmoves darstellen. Außerdem geben sie Alternativen mit auf den Weg. Tatsächlich habe ich die sowohl in der Öffentlichkeit als auch in privaten Erfahrungen dargestellten Shitmoves selbst schon beobachtet und konnte daher eigene Beispiele hinzufügen. Teilweise ähnelten sich die aufgeführten Beispiele und ich empfand einige Stellen als sehr lang und fast schon wiederholend.
Dennoch denke ich, gerade für Einsteiger
innen von manipulativen Konversationstechniken, ist "Shitmoves" ein leicht verständliches, humorvolles Buch, aus dem jede*r etwas mitnehmen kann.

Veröffentlicht am 25.12.2023

Rätselspaß in der Adventszeit

Escape Room. Patient 13
0

ich kannte bisher nur die Escape Room Spiele und war daher sehr gespannt auf das Konzept und die Aufmachung des Adventskalenders. Im Fokus des Adventskalenders steht Dorian, der sich in einer psychiatrischen ...

ich kannte bisher nur die Escape Room Spiele und war daher sehr gespannt auf das Konzept und die Aufmachung des Adventskalenders. Im Fokus des Adventskalenders steht Dorian, der sich in einer psychiatrischen Klinik befindet. Ein anderer Patient, kahl geschoren, neben ihm fängt plötzlich an zu schreien und ruft Dorian zu, er müsse Patient 13 finden und dürfe niemandem vertrauen! Für Dorian läuft nun die Zeit: Schafft er das bis zum 24. und kann die Klinik verlassen?

Die Story ist gut geschrieben und weckte Spannung und Neugier. So habe ich mich nicht nur auf die Rätsel gefreut, sondern wollte auch unbedingt wissen, wie es jeden Tag weitergeht.

Die Schwierigkeit der Rätsel empfand ich als gemischt und würde sie von sehr leicht bis mäßig schwierig einordnen. Gerade zu Beginn konnte ich die Rätsel schnell lösen. Doch auch wenn es schwierig ist oder man nicht direkt auf die Lösung kommt. ist der Adventskalender nicht beendet, sondern anhand der Bilder kann auch ohne erfolgreich gelöstes Rätsel zum nächsten Schritt gelangt werden.

Einziges Manko: Dadurch, dass die Doppelseiten aufgeschnitten werden müssen, ist der Adventskalender nur einmalig nutzbar, kann nicht weitergegeben werden und ist daher überhaupt nicht nachhaltig, sondern nur zum einmaligen Spaß geeignet.

Davon abgesehen habe ich die Rätsel und die Ereignisse um Dorian sehr genossen und schöne Rätselminuten jeden Tag verbracht!

Veröffentlicht am 16.12.2023

Berührende Liebesgeschichte

Wilde Minze
0

"Wilde Minze" erzählt von zwei jungen Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen kommen, aber jeweils ihr Päckchen zu tragen haben.
Sara ist mit 17 Jahren aus dem White-Trash-Drogenmilieu ...

"Wilde Minze" erzählt von zwei jungen Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen kommen, aber jeweils ihr Päckchen zu tragen haben.
Sara ist mit 17 Jahren aus dem White-Trash-Drogenmilieu der Kleinstadt abgehauen und hat sich mit viel Mühe ein eigenes Leben in Los Angeles aufgebaut. Mittlerweile arbeitet sie als Barkeeperin im angesehenen Szenelokal Yerba Buena. Dort trifft sie auf Emilie, die aus einem wohlhabenden Elternhaus kommt, schon diverse Hauptfächer hatte, aber immer kurz vor Abschluss ihr Hauptfach ändert und seit geraumer Zeit studiert. Nebenbei arbeitet sie bei einer Floristin und ist für die Blumenarrangements im Yerba Buena verantwortlich.
Sara und Emilie kommen sich näher, wobei sie ihre Vergangenheit in verschiedener Form einholt: Sara muss plötzlich ihren Bruder zu sich holen, als ihr Vater stirbt, und Emilies Schwester kommt aus dem Entzug zu ihr.

Nina LaCour hat mit Sara und Emilie zwei sehr fesselnde Protagonistinnen geschaffen, deren Entwicklung ich von der ersten Seite an sehr gern verfolgt habe. Obwohl ich Saras Geschichte etwas fesselnder fand, mochte ich auch die Kapitel über Emilie gern. Die Autorin erzählt wechselnd in längeren Kapiteln aus ihren Leben. Dabei gibt es teilweise Zeitsprünge, einige Ausschnitte wirken sehr szenisch und zeitlich nicht eingebettet, andere sind sehr konkret und erklären Geschehnisse in der Gegenwart.
Die Entwickllung der beiden, die Entfaltung der Gefühle füreinander und die Auseinandersetzung mit Liebe, Verlust, Trauer, Verzeihung und Heilung fand ich in der Umsetzung sehr gelungen.

Ein Highlight, mit dem ich gar nicht gerechnet habe!