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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2022

Vorhersehbar und düstere Atmosphäre

Elternhaus
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Im Hamburger Elbvorort steht seit mehreren Jahren eine Villa leer, zu der Pianist Tobias Hansen jedoch in regelmäßigen Abständen fährt. So bekommt er auch mit, dass Yvette Winkler mit ihrem Mann und ihren ...

Im Hamburger Elbvorort steht seit mehreren Jahren eine Villa leer, zu der Pianist Tobias Hansen jedoch in regelmäßigen Abständen fährt. So bekommt er auch mit, dass Yvette Winkler mit ihrem Mann und ihren vier Kindern dort einzieht. Während die Ehe der Winklers in Österreich nicht die besten Entwicklungen durchgemacht hat, erhofft sich Yvette nun in Hamburg einen Neustart. Mit der Haushaltshilfe Consuelo und Klavierlehrer Tobias Hansen hat sie von Beginn an Unterstützung an ihrer Seite. Doch sie ahnt nich, dass das Haus eine düstere Vergangenheit hat.

Diese düstere Atmosphäre und die Vorahnung des Schreckens zieht sich tatsächlich durch das gesamte Buch hindurch. Denn während Yvette Winkler quasi bis zum Schluss nicht weiß, was ihr in der Villa blüht, haben die Leser*innen diese Aussicht schon nach wenigen Kapiteln. Zu Beginn sind die verschiedenen Charaktere, die vorgestellt werden, und wechselnde Perspektiven etwas verwirrend. Doch worauf der Plot hinausläuft und wie alles zusammenhängt, war mir längst klar, als die ersten Passagen aus der Vergangenheit erschienen. Daher finde ich "Thriller" als Bezeichnung auch etwas ungünstig gewählt. Auch wenn Spannung vorhanden ist, fehlt es an überraschenden Wendungen und der gleichwohl unvorhersehbaren Auflösung. Vielmehr handelt es sich um einen durchweg spannenden Roman, dessen Ende lange im Voraus bekannt ist.

Auch wenn ich mir unter "Thriller" etwas anderes vorgestellt habe, habe ich die Geschehnisse in der Villa gern verfolgt und konnte die düstere und aufgeladene Atmosphäre im Haus und zwischen den Figuren spüren.

Veröffentlicht am 18.09.2022

Konnte leider nicht überzeugen

Die Partnerschaft
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Der Anwältin Martina Bäumer wird im Zuge eines bedeutenden Falls die Partnerschaft der Kanzlei in Aussicht gestellt, weshalb sie sich noch mehr in die Arbeit kniet als sonst. Doch sie verliert den Fall ...

Der Anwältin Martina Bäumer wird im Zuge eines bedeutenden Falls die Partnerschaft der Kanzlei in Aussicht gestellt, weshalb sie sich noch mehr in die Arbeit kniet als sonst. Doch sie verliert den Fall - aus welchen Gründen auch immer, das wird nicht geschildert - und somit auch die Aussicht auf die Partnerschaft. Im weiteren Verlauf wird sie von ihrem Chef Dr. Peters immer merh aufs Eis gestellt und hadert auch im Privaten mit der Beziehung zu Freund Christian. Er möchte gern endlich die Familienplanung starten, sie zögert alles hinaus und schiebt es auf die Arbeit.

Leider konnte mich "Die Partnerschaft" überhaupt nicht überzeugen - weder in Hinsicht auf die Kanzlei noch auf die Beziehung zwischen Martina und Christian. Neben einigen Sprüngen, zu großen Leerstellen und hölzernen Dialogen fehlt es hier an tatsächlicher Kommunikation, der Benennung von Problemen, die vermutlich der Auslöser für sämtliche Geschehnisse sind. Für mich bleiben sowohl die Figuren sehr oberflächlich als auch die Zusammenhänge und Beziehungen. Vermutlich sorgt das viele Ungeschriebene dafür, dass ich Martians Handlungen und Entscheidungen als nicht nachvollziehbar, unreflektiert und wenig durchdacht empfinde. Alles bleibt blass, einen Plot gibt es nicht wirklich und die Dialoge sind sperrig und wenig authentisch. Die Auflösung des Ganzen schließt sich allem Vorangehenden an und ist für mich ebenfalls nicht verständlich. In der Beschreibung ist von "Eine Geschichte, die neue Horizonte aufzeigt, im Beruf, in der Liebe und vor allem in der Beziehung zu sich selbst" die Rede. Dafür bräuchte es für mich Tiefe, Reflexion und Progression, was in meinen Augen zwar im Ansatz erkennbar ist, aber nicht wirklich ausgereift.

Interessanter Ausgangsgedanke, aber für meinen Geschmack leider nicht überzeugend umgesetzt.

Veröffentlicht am 18.09.2022

Absolut fesselnd und mitreißend

Playoff
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Nach seiner Zeit am College kehrt Vigo Sinetti in seine Heimatstadt Dallas zurück, wo er im ansässigen Profi-Eishockeyteam sein Können unter Beweis stellen und gemeinsam große Erfolge erzielen möchte. ...

Nach seiner Zeit am College kehrt Vigo Sinetti in seine Heimatstadt Dallas zurück, wo er im ansässigen Profi-Eishockeyteam sein Können unter Beweis stellen und gemeinsam große Erfolge erzielen möchte. Sein Vater Royce hat hingegen andere Pläne für ihn: Vigo ist nun endlich alt und reif genug, um in seinen Augen ebenfalls ins Familienunternehmen einzusteigen und ihm sowie Vigos älterem Bruder Lloyd den Rücken zu stärken und die Geschäfte weiter auszudehnen. Vigo wehrt sich dagegen mit aller Kraft, da er sich nur auf sein Spiel konzentrieren und mit den Familiengeschäften nichts zu tun haben möchte.

Alec DiCaprio verschlägt es zum gleichen Zeitpunkt nach Dallas, denn er ist der neue Oberstaatsanwalt und seine oberste Priorität ist es, Royce Sinetti und dessen kriminellen Geschäften endlich ein Ende zu bereiten. Für seine Ermittllungen will er dem jüngsten Sohn Vigo auf den Zahn fühlen. Doch schon bei der ersten Begegnung spürt er eine starke Anziehungskraft und schon bald ist Vigo für ihn nicht nur die Möglichkeit, um an Informationen zu gelangen.


Der Schreibstil von Tanya Carpenter und die Art, wie sie die Figuren erschaffen hat und sich immer weiter entwickeln lässt, hat mich begeistert. Bereits von Anfang an verleiht sie ihnen Tiefen, lässt die Leser*innen mittels wechselnder Erzählperspektiven in die Gedanken eintauchen und Entwicklungen und Handlungen so nachvollziehbar erscheinen.

Dabei verknüpft sie die verschiedenen Thematiken und Handlungsebenen hier sehr gut, sodass Vigos Rolle im Team, die Abneigung gegenüber seiner Familie sowie deren Geschäfte und die aufkeimenden Gefühle für Alec sehr deutlich werden. Auch Alecs Zerrissenheit bezüglich des Jobs und seiner Gefühle werden sehr deutlich.

Tanya Carpenter hat es geschafft, eine gute Balance zwischen Spannung bezüglich der Ermittlungen und Erotik zu schaffen, mich dabei in den Sog um Vigo und Alec zu ziehen, in dessen Folge ich bis zum Schluss mitgefiebert habe. Das eine oder andere überraschende Ereignis fand dabei ebenso seinen Platz.

Ein heißer, spannender und absolut fesselnder erster Band, der mich sehnsüchtig auf den zweiten warten lässt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2022

Eisiger Aufstieg

Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod
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Cecily Wong kann ich Glück kaum fassen: Als Journalistin darf sie als erste den berühmten Bergsteiger Charles McVeigh interviewen, dier innerhalb eines Jahres vierzehn Achttausender bestiegen hat. Sein ...

Cecily Wong kann ich Glück kaum fassen: Als Journalistin darf sie als erste den berühmten Bergsteiger Charles McVeigh interviewen, dier innerhalb eines Jahres vierzehn Achttausender bestiegen hat. Sein letzter Aufstieg gilt dem Manaslu. Der einzige Haken: Damit Cecily das Interview führen darf, muss sie sich anschließen und selbst den Gipfel des Manaslus erklimmen. Obwohl sie eine einschneidende negative Bergsteigererfahrung hinter sich hat, lässt sie sich darauf ein und begibt sich mit einer kleinen, von Charles ausgewählen, Gruppe an den Aufstieg. Bereits im Basislager kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem sich Cecily nicht so sicher ist, dass es sich tatsächlich um einen solchen handelt. Viel eher hat sie die Vermutung, dass die Person ermordet wurde. Doch das würde bedeuten, dass unter ihnen ein Mörder den Manaslu besteigt. Als weitere tödliche, vermeintliche Unfälle folgen und sie die Warnung bekommt, dass tatsächlich ein Mörder unter ihnen ist, kämpft sie nicht nur mit der Witterung und ihrer körperlichen Verfassung, sondern auch um ihr Überleben.

"Der Aufstieg" ist mein erstes Buch von Amy McCulloch und ich mag ihren flüssigen, lockeren Schreibstil sowie die kurzen Kapitel sehr gern. Mit Cecily sowie den anderen Bergsteigerinnen konnte ich tatsächlich nicht sympathisieren, aber ich habe die Geschehnisse innerhalb der Gruppe sowie die Bewältigung der einzelnen Bergetappen gespannt verfolgt. Es liest sich heraus, dass die Autorin Erfahrung in den Bergen hat und sich mit den einzelnen Aspekten des Bergsteigens auskennt - zumindest wirkt es so und die Ausführungen wirken glaubhaft und nachvollziehbar. Für einen Thriller waren mir die fachlichen Ausführungen und Erklärungen jedoch an einigen Stellen zu ausführlich und langatmig und haben mich aus dem Geschehen geworfen und den Spannungsbogen etwas schlaffer werden lassen. Dennoch war mir lange Zeit nicht klar, vor wem Cecily hier gewarnt wurde, sodass ich das Finale mit Spannung erwartete - diesbezüglich wurde ich nicht enttäuscht.

Ein spannender Plot, der mit Bergsteiger
innenwissen daherkommt.

Veröffentlicht am 14.09.2022

Leider recht vorhersehbar

Das Letzte, was du hörst
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Der Plot von "Das Letzte, was du hörst" hat mich sofort begeistert, da ich selbst gern Podcasts höre:
Sarah kann einfach nicht genug vom Podcast "Hörgefühlt" bekommen. Dessen Host, Marc Maria Hagen, hat ...

Der Plot von "Das Letzte, was du hörst" hat mich sofort begeistert, da ich selbst gern Podcasts höre:
Sarah kann einfach nicht genug vom Podcast "Hörgefühlt" bekommen. Dessen Host, Marc Maria Hagen, hat eine für sie so angenehme Stimme und hilft ihr mit seinen Überlegungen und spirituellen Gedanken, ihr Leben und vor allem ihre Beziehung zu Björn zu hinterfragen. Die daraus folgende Entzweiung und Entfremdung der beiden scheint nur er zu merken, Sarah ist noch immer Feuer und Flamme von Marc Maria Hagen, dessen Namen Björn schon gar nicht mehr hören kann.

Parallel dazu recherchiert die Journalistin Roya zu Podcastern, unter anderem zu "Hörgefühlt" und geht damit der Frage nach, ob er mit einigen Toten in Zusammenhang gebracht werden muss oder kann. Der Polizei ist sie dabei zunächst keine hilfsbereite Stütze.

Wie von Andreas Winkelmann gewohnt, ist der Schreibstil sehr flüssig, die Kapitel sind kurz und lassen sich flott lesen. Auch die wechselnden Erzählperspektiven gefallen mir und tun dem Spannungsbogen gut.
Allerdings ist der Zusammenhang bzw. die Auflösung sehr leicht zu erraten und arg vorhersehbar, sodass das Miträtseln, was ich bei Winkelmanns Thrillern bis jetzt immer erlebt habe, schnell weggefallen ist. Dafür gibt es einige Umwege, recht viele Details, die jedoch keinerlei Wendung oder Überraschungseffekt bereithielten.
Für Winkelman-Fans sicherlich ein solides Buch, aber keines seiner besten Werke.