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Veröffentlicht am 19.05.2021

Familienbande

Das Gestüt am See. Zeit der Hoffnung
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Am Ende der 1920er Jahre versucht die Familie von Edzards noch immer den Tod des Sohnes Hans zu verarbeiten. Die Gutsherrin Anna trifft die Trauer besonders hart. Sie gerät immer mehr in die Dunkelheit ...

Am Ende der 1920er Jahre versucht die Familie von Edzards noch immer den Tod des Sohnes Hans zu verarbeiten. Die Gutsherrin Anna trifft die Trauer besonders hart. Sie gerät immer mehr in die Dunkelheit der Demenz. Auch Helenas Zukunft sieht nicht rosig aus. Sie hat das Gestüt verlassen um ein glanzvolles Leben in Berlin zu führen. Doch ihre Ehe wird für sie zur Hölle. Schließlich ist sie froh, daß sie mit ihren Kindern wieder in Schleswig-Holstein auf dem Gutshof leben kann. Charlotte dagegen liebt ihre Heimat und besonders die Pferde. Sie ist immer für ihre Familie da. Nur ihr persönliches Glück bleibt dabei auf der Strecke. Sie denkt noch oft an Erik, ihre große Liebe, der sie ohne eine Erklärung verlassen hat. Doch eines Tages taucht Erik wieder auf. Können Charlotte und Erik endlich einen Neuanfang wagen?

"Zeit der Hoffnung" ist der zweite Teil der Serie um "Das Gestüt am See". Paula Mattis muß die Landschaft in Schleswig-Holstein sehr mögen, sonst könnte sie diese nicht so schwärmerisch beschreiben. Damit spricht sie mir direkt aus der Seele. Hier wird man durch den bildhaften Schreibstil direkt in diese wunderschöne Landschaft versetzt. Aber auch ihre Charaktere werden sehr liebevoll beschrieben. Es hat mich sehr berührt, wie die Autorin über die Ängste und wirren Gedanken der demenzkranken Anna geschrieben hat. Man leidet die Qualen der verwirrten Frau direkt mit. Auch die zwiespältigen Gefühle der Familie, die mit dieser Krankheit fertig werden muß, sind einfühlsam beschrieben. Diese Geschichte zeigt dem Leser ganz klar, wie wichtig der Zusammenhalt in einer Familie sein kann. Besonders wenn die Zeiten schwierig sind, braucht jeder ein Zuhause. Schon allein diese Erkenntnis ist es wert, dieses Buch gelesen zu haben!

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Informativ

Dancing with Bees
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Eines Tages stellt Birgit Strawbridge Howard fest, daß sie kaum etwas über die heimische Flora und Fauna weiß. Dies will sie ändern und bildet sich weiter. Sie beginnt die Hummeln und Bienen in ihrem Garten ...

Eines Tages stellt Birgit Strawbridge Howard fest, daß sie kaum etwas über die heimische Flora und Fauna weiß. Dies will sie ändern und bildet sich weiter. Sie beginnt die Hummeln und Bienen in ihrem Garten zu bestimmen und beobachtet die kleinen Tierchen. Aufgrund ihrer Faszination schreibt sie das Buch "Dancing with bees - Meine Reise zurück zur Natur". Sie will, daß sich der Leser genauso begeistert wie sie selbst. Dies gelingt ihr durchaus. Man lernt diese wichtigen Bestäuber gut kennen, bekommt Einblick in den Lebensrhythmus während des Jahres und wodurch sie bedroht werden. Dies umfaßt auch Krankheiten. Man erfährt von Nisthilfen, Nesträubern, bienenfreundlichen Blumen und was man selbst tun kann. Der Nachteil dieses Buches liegt darin, daß es zwar einige wunderschöne Aquarelle enthält, aber keinerlei hilfreiche Farbfotos, mit denen man die Bienen und Hummeln bestimmen könnte oder Anschauungsmaterial in Bezug auf die Gartengestaltung erhält. Als Sachbuch kann man das Buch definitiv nicht bezeichnen, eher als Tagebuch der Autorin, in der sie leider auch viel Esoterik hinein bringt. Was mir persönlich auch nicht wirklich zusagt ist der etwas weiche Buchdeckel. Für Hardcover zu biegsam, für Softcover zu fest. Schön und gut, daß das Buch kompostierbar ist - aber wer kompostiert schon ein Buch?

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Magisch gut!

Talus
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Erin führt als Guide Touristen durch die Tunnel unterhalb von Edinburgh und unterhält sie dort mit Geistergeschichten. Selbst glaubt sie nicht an Geister. Bis sie einem echten Geist begegnet. Diese gefährliche ...

Erin führt als Guide Touristen durch die Tunnel unterhalb von Edinburgh und unterhält sie dort mit Geistergeschichten. Selbst glaubt sie nicht an Geister. Bis sie einem echten Geist begegnet. Diese gefährliche Begegnung ist der Beginn einer Reise zu echter Magie und Geheimnissen, die nicht ohne Grund seit Jahrtausenden streng bewacht werden. Der junge Hexer Noah wird durch unerklärliche Katastrophen zu Erin geführt. Ist ein magischer Würfel Schuld daran? Bei ihren Nachforschungen verwickeln sich Erin und Noah in ein Netz aus Verrat und Lügen, aus dem sie scheinbar nicht mehr entkommen können.

Liza Grimm hat mich mit "Talus - Die Hexen von Edinburgh" komplett überrascht. Das Buch hat mehrere Handlungsstränge, durch die die Spannung hoch gehalten wird. Man begleitet jeweils einen anderen Charakter. Dabei entsteht aber keine Verwirrung, man kann der Handlung gut folgen und verliert nie den roten Faden. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehm knappe Länge, so daß man immer versucht ist, doch noch dieses eine Kapitel zu lesen. Schließlich muß man ganz dringend wissen, wie es dem Charakter, der nun an der Reihe ist, weiter ergeht. Diese einzelnen Handlungsstränge bilden zum Schluß hin eine Einheit, die Sinn ergibt und in sich schlüssig ist. Liza Grimm schafft hier eine gekonnte Mischung zwischen unserer Welt und der Welt der Geister und Hexer mit ihrer Magie. Sie hat mir mit ihrem Buch so manche Gänsehaut beschert und ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt!

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Auftakt einer Trilogie - diesmal mit Senf

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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Emma Bergmann würde gern in Straßburg studieren, doch stattdessen soll sie Carl Seidel, den Erben eines Fuhrunternehmens heiraten. Carl und Emma sind sich sofort sympathisch. Emma ermutigt ihn, eine eigene ...

Emma Bergmann würde gern in Straßburg studieren, doch stattdessen soll sie Carl Seidel, den Erben eines Fuhrunternehmens heiraten. Carl und Emma sind sich sofort sympathisch. Emma ermutigt ihn, eine eigene Senffabrik zu gründen. Was wird jedoch aus ihren Träumen? Und was ist mit Abtoine, Carls Freund, der droht Emma und Carl zu entzweien?

"Zeit für Träume" ist der Auftakt von "Die Senfblütensaga" von Clara Langenbach. Die Geschichte beginnt so, daß man einen guten Einstieg bekommt. Die Charaktere werden gut vermittelt, so daß sie sofort vertraut sind. Allen voran ist Emma hier absolut sympathisch und kämpferisch. Sie geht ihren Weg und läßt sich dabei nicht aufhalten. Man kann gar nicht anders, man muß mit ihr mitfühlen. Ihre Art ist im Jahre 1908 bewundernswert. Alle Charaktere haben hier ihre Eigenarten, sind mit Ecken und Kanten ausgestattet und nicht austauschbar. Dadurch wirkt die Geschichte authentisch. Clara Langenbach läßt die Geschichte durch kleine Details aus der damaligen Zeit lebendig werden. Hier merkt man, daß sie sich intensiv mit den damaligen Geschehnissen beschäftigt hat. Diese Recherchen fließen geschickt in die Handlung ein. Ihr Schreibstil ist stimmig und paßt sowohl zur Handlungszeit als auch zur Thematik.
Diese neue Saga werde ich unbedingt weiterhin verfolgen!

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Veröffentlicht am 15.05.2021

Richtig gut

Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
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Für Hulda Gold ändert sich im Jahr 1924 einiges. Sie arbeitet jetzt in der modernen Frauenklinik Berlin als Hebamme. Die Umstellung fällt ihr nicht leicht. Auch ihre Beziehung zu Karl hat sie erstmal auf ...

Für Hulda Gold ändert sich im Jahr 1924 einiges. Sie arbeitet jetzt in der modernen Frauenklinik Berlin als Hebamme. Die Umstellung fällt ihr nicht leicht. Auch ihre Beziehung zu Karl hat sie erstmal auf Eis gelegt. Stattdessen fühlt sie sich zu einem jungen Arzt hingezogen. Als es in der Klinik zu mehreren Todesfällen bei den jungen Müttern kommt, schrillen bei Hulda die Alarmglocken. Zunächst kommt sie mit ihren Nachforschungen nicht weiter, aber dann deckt sie üble Machenschaften der Ärzte auf. Einige von ihnen tun alles, um auf der Karriereleiter hochzuklettern. Aber gehen sie dabei auch über Leichen?

"Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt" von Anne Stern ist das dritte Buch über die Hebamme Hulda Gold. Dieser Band ist irgendwie anders als die beiden ersten Bände. Dies liegt wohl daran, daß sich jetzt ein großer Teil der Geschichte in einer Klinik abspielt. Dadurch fallen die Einblicke in die sozialen Zustände in den 1920er Jahren zum großen Teil weg. Dies empfinde ich als sehr schade. Aber natürlich habe ich Hulda gern auf ihrem neuen Weg begleitet. Schließlich sind mir die Charaktere dieser Serie schon so vertraut und ich habe sie so lieb gewonnen, daß ich sie glatt vermissen würde. Gerade diese Charaktere machen die Handlung so lebhaft. Durch sie entstehen so viele Nebenschauplätze, die sich wie rote Fäden durch die gesamten Bücher ziehen. So fragt man sich am Ende eines jeden Buches, wie es wohl mit ihnen im nächsten Band weitergeht. So auch dieses Mal.

Anne Stern ist hier wieder eine richtig gute Folge der Geschichten um Hulda Gold gelungen, die jetzt schon neugierig auf mehr macht.

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