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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

Geht unter die Haut

Steirerzorn
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Ein Hobbyfotograf dringt in ein verlassenes Abbruchhaus am Reinischkogel ein. Er stürzt durch eine Falltür in den Keller - und findet dort eine verweste Leiche. Sandra Mohr und Sascha Bergmann vom LKA ...

Ein Hobbyfotograf dringt in ein verlassenes Abbruchhaus am Reinischkogel ein. Er stürzt durch eine Falltür in den Keller - und findet dort eine verweste Leiche. Sandra Mohr und Sascha Bergmann vom LKA Steiermark stehen vor einem Rätsel. Wer war die Frau und warum wurde sie in diesem Keller scheinbar hingerichtet? Die Spuren führen sie weit in die schreckliche Vergangenheit des Hauses.

"Steirerzorn" ist nun schon der 14. Fall für Sandra Mohr und Sascha Bergmann. Claudia Rossbacher spart auch in diesem Fall nicht mit Spannung und überraschenden Wendungen. Immer wieder muß man als Leser genau wie die Ermittler umdenken und sich neu orientieren. Dabei ist dieser Fall definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter, denn es geht um die Zustände in der Vergangenheit der Kinderheime. Diese Umstände verschlagen sogar dem mit allen Wassern gewaschenen Sascha Bergmann die Sprache, so daß der immer sehr witzige und die Handlung auflockernde Schlagabtausch zwischen Sandra und ihm diesmal leider fehlt. Aber zu der düsteren Atmosphäre, die hier verbreitet wird, würde dies auch nicht gut passen. Sandra hat diesmal auch massive Probleme mit ihrem Freund Hubert, die ebenso bedrohlich herüber kommen und auch nicht für bessere Stimmung sorgen, sondern alles noch betrübter machen. Die Autorin schafft es mit ihrem wunderbaren anschaulichen und leichten Schreibstil sowohl Atmosphäre, als auch Region lebendig werden zu lassen. Man sieht die Steiermark genauso vor sich wie den Tatort und das Geschehen in der Vergangenheit, welches unter die Haut geht. Claudia Rossbacher hat mich hiermit wieder einmal perfekt unterhalten und ich bin schon gespannt, wie sich der nächste Fall für Sandra und Sascha gestalten wird!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Außergewöhnlich

Tote Bucht
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Hana Westermann hat den Polizeidienst quittiert. Nun stößt ihre Tochter in den Dünen von Tata Bay auf ein weibliches Skelett. Hanna erinnert dies an einen Fall, der bereits 21 Jahre zurückliegt. Damals ...

Hana Westermann hat den Polizeidienst quittiert. Nun stößt ihre Tochter in den Dünen von Tata Bay auf ein weibliches Skelett. Hanna erinnert dies an einen Fall, der bereits 21 Jahre zurückliegt. Damals wurde an gleicher Stelle ebenfalls die Leiche einer jungen Frau gefunden. Hana beginnt sich mit dem neuen Fall zu beschäftigen. Sie will herausfinden, ob der damals verurteilte und mittlerweile verstorbene Mann in Wirklichkeit unschuldig war und nun derselbe Täter wieder gemordet hat oder ob es sich nun um einen Trittbrettfahrer handelt.

"Tote Bucht" ist der zweite Fall aus der Feder von Michael Bennett. Hier muß ich sagen, daß es besser ist, wenn man den ersten Fall auch kennt. Ich hatte zu Beginn etwas Schwierigkeiten, die Beziehungen mancher Charaktere zu durchschauen und auch ihre Vergangenheit wird nicht richtig deutlich. Dies hat zwar zu ein paar kleineren Verständnisproblemen bei den Privatleben der Charaktere geführt, jedoch hat dies keinerlei Auswirkungen auf die Sympathien und das Verständnis in Bezug auf den Kriminalfall. Mit Hana hat man hier nämlich einen richtig sympathischen Charakter und man merkt, daß sie ihr Herzblut in diesen Fall steckt, der wirklich spannend ist. Es wird in alle Richtungen ermittelt, mögliche Fehler in den früheren Ermittlungen werden nach und nach aufgedeckt. Es wird immer deutlicher, daß Hana niemandem trauen kann. So rätselt man von Beginn bis Ende intensiv mit. Der Autor, selbst Maori, läßt hier wunderbar traditionelle Sitten und Gebräuche in die Handlung einfließen. Dies hat mir sehr gut gefallen. Auch Begriffe der Sprache der Maori werden hier eingeflochten, zu denen es am Ende des Buches ein Glossar gibt. Dieses Buch ist erfrischend anders - ich empfehle es gern weiter!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Toller Serienstart

Das Schweigen der Kanarienvögel
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Die pensionierte Vogelkundlerin Amalia Fink weist ihren Bekannten stets Vögel zu. Ihre langjährige Freundin Lydia Denk wundert sich darüber nicht mehr. Katie, das Rotkehlchen, begegnet ihrer ehemaligen ...

Die pensionierte Vogelkundlerin Amalia Fink weist ihren Bekannten stets Vögel zu. Ihre langjährige Freundin Lydia Denk wundert sich darüber nicht mehr. Katie, das Rotkehlchen, begegnet ihrer ehemaligen Professorin auf Teneriffa. Kurz darauf ist Katie verschwunden. Ob dies im Zusammenhang mit dem Balkonsturz ihrer Nachbarn steht? Amalia und Lydia beginnen zu ermitteln!

"Das Schweigen der Kanarienvögel" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe auf Teneriffa. Ingrid Walther schafft es gekonnt, von Beginn an Spannung zu erzeugen und diese bis zum Ende hin konstant zu halten. Die Geschichte wird jeweils aus den Perspektiven von Amalia und Katie erzählt, so daß man verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen und ein detaillierteres Bild erhält. Ihre Charaktere sind absolut sympathisch und wirken authentisch. Sie alle verfügen über individuelle Charakterzüge, die sie einmalig und unverwechselbar machen. Bei diesem Krimi kann man wunderbar mitraten und bekommt erst am Ende den entscheidenden Hinweis für die Auflösung des Falles. Dieser Krimi bringt Urlaubsfeeling auf die heimische Couch. Die Autorin beschreibt Land und Leute hautnah, spickt ihren Text mit ortsüblichen Begriffen, die am Buchende erläutert werden. So ganz nebenbei erfährt man übrigens auch einiges über die Vogelwelt auf Teneriffa!

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Das Heim wird aufgemischt

Donnerstag ist Schnitzeltag
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Helmut Katuschek, Kriminalhauptkommissar a. D., kann aufatmen. Das langweilige Heimleben wird durch den Mord an Heimdoktor Schröter unterbrochen. Helmut kann wieder gemeinsam mit Fr. Dr. Böttcher ermitteln! ...

Helmut Katuschek, Kriminalhauptkommissar a. D., kann aufatmen. Das langweilige Heimleben wird durch den Mord an Heimdoktor Schröter unterbrochen. Helmut kann wieder gemeinsam mit Fr. Dr. Böttcher ermitteln! Da stören eigentlich nur noch die Nörgeleien von Ehefrau Margot und die überaktive neue Heimbewohnerin Elwira, die einen Fitnesswahn hat und allen ihren Lebenswandel vorschreiben will.

Julia Bruns hat mit "Donnerstag ist Schnitzeltag" ihren dritten Krimi rund um die Senioren im Heim geschrieben. Auch hier geht es wieder sehr humorvoll zu. Die neue Bewohnerin Elwira mischt alle auf, nervt zunehmend und Helmut wird immer mehr von Ehefrau Margot bevormundet. Mit ihm hatte ich echt Mitleid, obwohl diese Plänkeleien wirklich witzig sind. Nur gut, daß er noch Frau Doktor und Jutta hat, auf die er bei seinen Ermittlungen zählen kann. Frau Doktor leidet an Demenz, was hier auf humorvolle Art thematisiert wird. Julia Bruns gelingt es, dieses traurige Thema so in die Handlung einzubinden, daß man trotz allem Spaß hat. Hier hat jeder Heimbewohner sein Päckchen zu tragen. Und jeder ist für sich liebenswert. Bei den ganzen Eskapaden rückt der Krimi in den Hintergrund, was aber überhaupt nicht stört. Die Autorin schreibt locker und leicht, so daß man hier wirklich gut unterhalten wird.

Absolute Leseempfehlung für Freunde humorvoller Krimis!

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Endlich gibt es die Kultserie zum Lesen

Inspector Barnaby und das Rätsel von Badger’s Drift
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Bagger's Drift ist eine kleine Gemeinde, in der es eigentlich ruhig zugeht. Dies ändert sich, als die alte Miss Simpson im Wald spazieren geht, um eine bestimmte Blume zu entdecken. Dabei wird sie Zeuge ...

Bagger's Drift ist eine kleine Gemeinde, in der es eigentlich ruhig zugeht. Dies ändert sich, als die alte Miss Simpson im Wald spazieren geht, um eine bestimmte Blume zu entdecken. Dabei wird sie Zeuge eines Vorfalls, den sie besser nicht gesehen hätte, denn kurz darauf ist sie tot. Ihre Freundin Miss Bellringer glaubt an Mord und wendet sich an Detective Chief Inspector Tom Barnaby. Kurz darauf geschieht ein weiterer, äußerst brutaler Mord. Barnaby und sein Assistent Sergeant Troy stoßen auf ein Geflecht aus Rivalität, Skandalen und Affären. So verschlafen, wie das Dorf wirkt, ist es in Wirklichkeit nicht....

Die Kultserie rund um Detektive Chief Inspector Barnaby dürfte wohl jedem ein Begriff sein. Nun kann man den ersten Fall "Das Rätsel von Badger's Drift" von Caroline Graham auch endlich nachlesen. Ich kann mit Überzeugung sagen, daß dieses Buch genau so gut ist, wie der Film. Es gibt ein paar Abweichungen in Bezug auf die Charaktereigenschaften von Barnaby und Troy, die mich zunächst etwas irritiert hatten, aber nicht weiter schlimm sind. Im Großteil stimmt alles, sogar die "Kochkünste" von Joyce Barnaby sind Thema und sorgen für den typischen Barnaby-Humor. Die Krimihandlung ist, bis auf eine kleine Ausnahme, völlig identisch mit dem Film, was mich begeistert hat, denn oft erkennt man ja Buch und Film nicht als zusammengehörend wieder. Hier ist dies nicht der Fall und auch wenn man den Film schon mindestens 10mal gesehen hat, ist das Buch noch immer spannend. Hier stört das überhaupt nicht. Im Gegenteil, man hat eigentlich permanent den Film im Kopf laufen und sieht alles genau vor sich. Dies wäre aber auch ohne Filmkenntnisse der Fall, denn Caroline Graham hat eine vortreffliche Art, Badger's Drift, die Charaktere und Geschehnisse zu beschreiben. Die Sprache ist hier sehr modern, nicht gestelzt, was mich positiv überrascht hat.

Ich bin von diesem Buch total begeistert und bin schon gespannt auf den nächsten Fall!

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