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Veröffentlicht am 17.02.2018

Wunderschön

Die amerikanische Prinzessin
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Als Allene Tew am 13. April 1927 im New Yorker Hafen an Bord der Mauretania geht, läßt sie ihr bisheriges Leben hinter sich. Sie hatte alles erreicht, was sie sich als junges ...

Als Allene Tew am 13. April 1927 im New Yorker Hafen an Bord der Mauretania geht, läßt sie ihr bisheriges Leben hinter sich. Sie hatte alles erreicht, was sie sich als junges Landmädchen erträumt hatte. Wohlstand, Ansehen, Mutterglück und die Liebe ihres Lebens. Doch dies hat sie fast alles auch wieder verloren. Für die Boulevardpresse war Allene nur noch "Die reichste und traurigste Witwe der Stadt". Doch nun bricht sie auf in ein neues Leben. Europa wird ihre zweite Heimat, dort wird sie eine wahrhaftige Prinzessin, eine russische Gräfin und nicht zuletzt die Patentante von Königin Beatrix. 

"Die amerikanische Prinzessin" von Annejet van der Zijl reflektiert ein bewegendes und aufwühlendes Leben. Auch und vor allem wohl wegen des geschichtlichen Hintergrundes ist das Buch sehr lohnend zu lesen. Man erlebt den Wirtschaftsboom, die Revolution und den Krieg in sehr anschaulicher Art und Weise an der Seite einer sehr mutigen Frau. Man kann den Charakter der Allene für ihren Mut nur bewundern. Man bekommt Ehrfurcht vor diesem Mut und der Zielstrebigkeit, die in dieser Person stecken. Annejet van der Zijl hat einen bewundernswert guten Schreibstil, der hier sowohl die geschichtlichen Hintergründe bis ins kleinste Detail erläutert und anschaulich macht, als auch die Charaktere und ihre Lebensumstände gekonnt einfängt.

"Die amerikanische Prinzessin" von Annejet van der Zijl - ein Buch, welches unbedingt gelesen werden sollte! Selbst das wunderschöne Cover lädt zum Zugreifen ein!

Veröffentlicht am 09.02.2018

Absolutes Lieblingsbuch

Hafenkino
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Steffi von Wolff beschreibt in ihrem Buch "Hafenkino - Mein Mann seine Alte und ich" das Leben als Ehefrau eines passionierten Seglers. Dumm, wenn man vor der Ehe mit Segeln nichts zu tun hatte. Sie beschreibt ...

Steffi von Wolff beschreibt in ihrem Buch "Hafenkino - Mein Mann seine Alte und ich" das Leben als Ehefrau eines passionierten Seglers. Dumm, wenn man vor der Ehe mit Segeln nichts zu tun hatte. Sie beschreibt das ganz alltägliche Leben mit seinen schönen und weniger schönen Seiten und nimmt sich selbst ordentlich auf die Schippe. So beschreibt sie die Schwierigkeiten überhaupt auf das Boot zu kommen und noch schwieriger: Wie kommt man wieder runter? Sie beschreibt auf absolut herrliche und humorvolle Art das Hafenleben (immer diese Gastlieger), verregnete Wochenenden an Bord und frostige Wochenenden in der Winterhalle. Denn: ein passionierter Segler kann auch im tiefsten Winter nicht ohne sein Boot leben. All dies wird in kurzen Kapiteln, die als Kolumnen in der Segelzeitschrift "Yacht" erschienen sind, auf absolut humorvolle Art beschrieben. Dieses Buch macht richtig viel Spaß, allerdings finde ich, sollte man ein gewisses Faible für Segelboote mitbringen, sonst könnte man über den ein oder anderen Fachbegriff stolpern.

Veröffentlicht am 07.02.2018

Berührend

All die Jahre
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In jungen Jahren wandern Nora und ihre Schwester Theresa aus einem kleinen Dorf in Irland aus. Ihre neue Heimat wird Boston. Nora heiratet dort ihren schon länger dorthin ausgewanderten Freund Charlie, ...

In jungen Jahren wandern Nora und ihre Schwester Theresa aus einem kleinen Dorf in Irland aus. Ihre neue Heimat wird Boston. Nora heiratet dort ihren schon länger dorthin ausgewanderten Freund Charlie, bekommt 4 Kinder und entwickelt sich vom schüchternen Mädchen zur selbstbewußten Frau. Theresa hingegen geht nach einer Schwangerschaft in ein Kloster. Die beiden Schwestern leben sich auseinander. Als Noras Sohn Patrick stirbt, kommen sich die Schwestern wieder näher und haben einiges aus ihrer Vergangenheit zu bereinigen. 

Hier hat die Autorin ein sehr gefühlvolles Buch geschrieben. Aber es ist wohltuend gefühlvoll ohne in den Kitsch zu gleiten. Sie schreibt sehr einfühlsam über das Entfremden und wieder Zusammenfinden zweier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher verlaufen konnte. Der Schreibstil ist einfach wunderschön, man kann sich als Leser in einfach jeden Charakter hineindenken und fühlt mit ihnen. Ein Buch, bei dem man nachdenklich wird.

Veröffentlicht am 07.02.2018

Irreführender Titel

Wetterleuchten und ein Todesfall
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Die Außenseiter verschiedener Polizeidienststellen Thekla, Agneta, Okko, Siggi und Herbert bekommen ein neues, gemeinsames Aufgabengebiet: Soko Norddeich 117. Eigentlich ein Abstellgleis...Zusammengepfercht ...

Die Außenseiter verschiedener Polizeidienststellen Thekla, Agneta, Okko, Siggi und Herbert bekommen ein neues, gemeinsames Aufgabengebiet: Soko Norddeich 117. Eigentlich ein Abstellgleis...Zusammengepfercht in einem Raum mit 2 Schreibtischen, 5 Telefonen mit demselben Anschluß und keinem PC, vertreiben sich die 5 ihre Zeit mit Skat und Gesundheitsfragen. Bis die alte Gretchen Bruns beim Spaziergang mit ihrem Hund am Deich etwas seltsames im Wasser beobachtet haben will. Als die 5 den vermeintlichen Tatort besichtigen, finden Sie einen Schuh. Und dieser gehört zu einem vermißten Ehemann.


"Wetterleuchten und ein Todesfall" ist ein humorvoller und unterhaltsamer Krimi, der nicht unbedingt durch seine Spannung lebt. Es ist zwar interessant, wie sich der Fall löst, allerdings geschieht dies eher nebenbei und fast durch Zufall. Eher stehen hier Leberwurstbrote im Vordergrund. Was mich allerdings nicht stört, denn so mag ich Regionalkrimis. Allerdings mag ich es an Regionalkrimis ganz besonders, wenn auch ein regionaler Bezug vorhanden ist. Und genau dies fehlt hier. Die Soko heißt zwar Norddeich und der Krimi trägt den Namen Ostfrieslandkrimi - aber berechtigt ist das nicht. Es fehlt der komplette Bezug zur Region. Kein einziger Ort ist zu erkennen, so daß das Buch überall spielen könnte. Egal ob Sylt, Husum oder Wangerooge. Wenn nicht ein Deich vorkäme, könnte es sogar die Ostsee sein. Wobei - auch in der Kieler Bucht gibt es Deiche. Der Schreibstil von Moa Graven ist sehr schön zu lesen bereitet durch die humorvolle Art Spaß. Auch die Auswahl der Charaktere und deren Beschreibung ist gelungen. So witzig sie sind - man bekommt Mitleid mit den ansich ausgemusterten Typen.  Und sie werden auch bei ihrem nächsten Fall ihre Chance bei mir bekommen!

Veröffentlicht am 06.02.2018

Eiszeit

Eisige Flut
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Elke Derling muß ständig an ihre spurlos verschwundene Tochter Anja denken. Als sie eines morgens die Zeitung herein holen möchte, bekommt sie den Schreck ihres Lebens. Vor ihrer Tür steht Anja - eingehüllt ...

Elke Derling muß ständig an ihre spurlos verschwundene Tochter Anja denken. Als sie eines morgens die Zeitung herein holen möchte, bekommt sie den Schreck ihres Lebens. Vor ihrer Tür steht Anja - eingehüllt in Eis. Das Team rund um John Benthien wird mit diesem seltsamen Mord konfrontiert. Doch es soll nicht bei dieser einen Eisleiche bleiben. Es werden noch zwei weitere aufgefunden.  Diesmal zog der Mörder seinen Kreis bis auf die Insel Amrum. Bei den Obduktion werden jeweils im Bauchnabel der Leichen mysteriöse Leichenbeigaben entdeckt. John steht vor einem Rätsel. Doch auch privat steht John vor einem Rätsel. Denn Lilli verhält sich seltsam, irgendetwas verbirgt sie vor ihm. Doch dann kommt es zu einer Entführung und John muß erkennen, daß der Grund für alles weit in der Vergangenheit zu suchen ist.


Auch dieser fünfte Band der Serie um John Benthien ist einfach klasse. Nina Ohlandt schafft es mit ihrem Schreibst zu fesseln und stellt alles unendlich bildlich dar. Man meint förmlich mitten im Geschehen zu sein und bei der Beschreibung des eisigen Februars an der Nordsee friert man automatisch. Aber auch die Charaktere sind perfekt dargestellt. Ich denke, wer mit diesem Band die Serie beginnt, wird keinerlei Probleme bekommen. Und die alten Serienhasen freuen sich über das Wiederlesen mit mittlerweile sehr guten Bekannten, die ans Herz gewachsen sind und die man zwischen den Erscheinungsterminen einfach vermißt. Nina Ohlandt schafft es perfekt die Spannung durch immer wieder ausgelegte Irrwege bis zum Ende sehr hoch zu halten. Man hat wirklich bis zum Ende keinerlei Ahnung, wer der Täter ist. Man meint, man hätte ihn enttarnt - und ist wieder auf eine Falle hereingefallen. Doch such der Unterhaltungswert kommt nicht zu kurz. So erlebt man Johns Vater mit seinen sich ständig ändernden Hobbys und Johns Privatleben, das sich auch hier wieder weiterentwickelt. Was mich bei Nina Ohlandt immer wieder überzeugt, ist die realistische Ermittlung. Hier wird nicht einfach alles verbogen, bis es zum gewollten Ende paßt, nein, hier ist alles sehr gut nachvollziehbar und auch die Methoden sind realistisch.



Ich kann diesen Krimi wirklich sehr empfehlen. Er beinhaltet alles - Spannung, Lokales und Menschlichkeit.

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