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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2017

Lohnt

Endstation Heißen
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Der neue Krimi mit Kriminalinspektor Alfred Poggel beginnt beschaulich. Er ist im Urlaub am Lago Maggiore. Doch kaum wieder zu Hause, bekommt Alfred mächtig Ärger. Zwei Frauen werden ermordet und der neue ...

Der neue Krimi mit Kriminalinspektor Alfred Poggel beginnt beschaulich. Er ist im Urlaub am Lago Maggiore. Doch kaum wieder zu Hause, bekommt Alfred mächtig Ärger. Zwei Frauen werden ermordet und der neue Staatsanwalt macht ihm Druck. An seiner neuen Kollegin stört ihn in erster Linie, daß sie eine Frau ist. Die gehören nach Alfreds Meinung in die Küche und das läßt er sie auch spüren. Als im Übereifer ein Unschuldiger verhaftet und danach beinahe gelyncht wird, braucht Alfred die Hilfe seiner Zimmerwirtin Anna Puff. Im Laufe der Ermittlungen merkt er endlich, daß auch eine Frau wie Rosemarie Stankowski als Polizistin ganz brauchbar ist.

Der Krimi führt uns nach Mülheim an der Ruhr in der Nachkriegszeit. Der Neuaufbau hat begonnen und die Leute gehen beherzt an die Sache ran. Neben der spannenden Handlung lernen wir eine ganze Menge über das Leben im Ruhrgebiet in den 50er Jahren. Die Menschen werden auch durch ihre urige Sprache im Kopf lebendig. Man kann sie sich richtig vorstellen. Neben den fiktiven Personen werden auch belegbare Tatsachen geschickt in die Handlung eingeschlossen. Dadurch wird die Geschichte noch interessanter (wenn das überhaupt möglich ist). Durch den Schluß lassen sich die Autoren eine Tür für eine Fortsetzung offen. Darauf kann man sich dann schon freuen. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten!

Veröffentlicht am 17.02.2017

Wunderschön

Friesensommer
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Föhr, in den 60er Jahren. Der Vietnamkriegs-Flüchtling und Hippie Harry flieht in das Haus seiner Eltern auf Föhr und beginnt dort ein Leben unter falschem Namen. Er begegnet dort seiner großen Liebe Maike. ...

Föhr, in den 60er Jahren. Der Vietnamkriegs-Flüchtling und Hippie Harry flieht in das Haus seiner Eltern auf Föhr und beginnt dort ein Leben unter falschem Namen. Er begegnet dort seiner großen Liebe Maike. Und auch sie verliebt sich in ihn und widersetzt sich ihrer Familie. Denn vor allem die Großmutter ist alles andere als begeistert von dieser Liebe. Doch alles kommt anders, als beide planen. Harry muß auch von Föhr fliehen....

40 Jahre später. Harry, dessen Haus in Kanada bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, kommt zurück nach Föhr, um dort Bilder seiner Eltern zu finden. Auf der Überfahrt sieht er Maike wieder. Sie ist mittlerweile geschieden und die Inselärztin. Sie treffen sich wieder, sind zuerst nicht begeistert von der Gegenwart des anderen, entdecken ihre Freundschaft dann jedoch neu. Doch seit neuestem gibt es in Maike´s Leben noch die Internetbekanntschaft Rainer, der auf Sylt ein Hotel betreibt. Zwischen beiden hat sich schon mehr als nur Freundschaft entwickelt. Harry beginnt, um Maike zu kämpfen, beide bereiten ihre Vergangenheit auf, Mißverständnisse kommen ans Licht. Für wen wird Maike sich entscheiden?

"Friesensommer" ist ein wundervoller, sommerlicher Roman. Man fühlt beim Lesen förmlich den Nordseewind in den Haaren. Janne Mommsen hat einen tollen, leichten Schreibstil, der aus jedem Buch ein wahres Vergnügen macht. Die Charaktere sind sehr liebevoll aufbereitet, man mag sie sofort und schließt sie ins Herz. Besonders schön fand ich das Wiedersehen mit Oma Imke, die ja in den vier ersten Büchern von Janne Mommsen eine große Rolle spielte. Hier ist sie wieder dabei - nur ein paar Jahre jünger, aber auch damals schon herrlich verrückt. Die Handlung spielt immer wechselweise in den 60ern und in der heutigen Zeit, was die Spannung, wie es denn so mit den Personen weitergeht, extrem steigert. Dieses Buch beinhaltet alles, was ein schönes Buch für Sommer, Sonne und Strandkorb braucht. Gefühle, die Dramatik um den Vietnamkrieg, eine große Prise Humor und viel Lokalkolorit - es ist einfach alles vorhanden.

Meine Buchempfehlung als Sommerlektüre!

Veröffentlicht am 17.02.2017

Unbedingt lesen

Höllisch heiß
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Marius Schumann hat eine geniale Idee: 10 Jahre nach Ende ihrer Berliner Studienzeit lädt er seine alten Freunde Kristina, Jan und Svenja mit ihren Partner zu sich nach Flensburg ein. Was als fröhliches ...

Marius Schumann hat eine geniale Idee: 10 Jahre nach Ende ihrer Berliner Studienzeit lädt er seine alten Freunde Kristina, Jan und Svenja mit ihren Partner zu sich nach Flensburg ein. Was als fröhliches Wiedersehen beginnt, endet im Fiasko. Jeder der Beteiligten hat irgendetwas in seiner Vergangenheit, was besser nicht ans Tageslicht kommt. Und auch zwei der Lebenspartner teilen ein Geheimnis. Das Wochenende eskaliert, als einer der Gruppe tot in der Saune aufgefunden wird. Nur einer von ihnen kann der Mörder sein...

Britta Bendixen hat einen Ostsee-Krimi auf allerhöchstem Niveau geschrieben! Schon der Prolog nimmt den Leser gefangen, denn es wird nicht klar, wer der Ermordete nun ist. Doch dann kommt die Rückblende, und man fragt sich sehr lange, wer denn nun der Unglückliche ist. Die Spannung steigt mit jeder Seite. Bis zum Showdown, denn erst kurz vor Schluß wird aufgeklärt, wer der Tote ist und wer der Mörder. Und man ahnt wirklich bis kurz vor Schluß nicht, wer der Täter ist. Die Charaktere sind unheimlich gut heraus gearbeitet, jede Person für sich hat hier ihr Geheimnis zu tragen, hat Ecken und Kanten und wirkt entweder sympathisch oder nicht. Man hat schnell seine Lieblinge gefunden. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und spannend. Auch der Lokalkolorit ist hier sehr schön gegeben. Man erkennt Flensburg sofort und bekommt Lust, sich ins Auto zu setzen und ein paar Tage dort zu verbringen.

Ein superspannender Krimi, der wirklich alles beinhaltet, was man sich wünscht. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit den Personen weitergeht!

Veröffentlicht am 17.02.2017

Toller Abschluss

Das Signum der Täufer
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Ostfriesland im Jahre 1648. Ein unendlicher Winter herrscht über Ostfriesland. Hiske, die sich nach ihrer großen Liebe Jan Valkensteyn sehnt, lebt mit ihrem Pflegesohn Garbrand, einem Mönch und Wortsammler, ...

Ostfriesland im Jahre 1648. Ein unendlicher Winter herrscht über Ostfriesland. Hiske, die sich nach ihrer großen Liebe Jan Valkensteyn sehnt, lebt mit ihrem Pflegesohn Garbrand, einem Mönch und Wortsammler, zusammen. Auch Jan fiebert einem Wiedersehen mit Hiske entgegen, doch aufgrund der zugefrorenen See kann er nicht in See stechen, um zu ihr zu gelangen. Als er das Gefühl hat, daß Hiske Gefahr droht, reist er auf dem Landweg zu ihr. Dieser Reise schließt sich der Bader Dudernix an, dem Jan sehr mißtrauisch gegenüber steht. Hiske selbst bekommt Besuch von einer Frau, die sie angeblich aus Jever kennt. Ist sie die Gefahr für Hiske, die Jan spürt?

"Das Signum der Täufer" ist der dritte und abschließende Teil der Trilogie um die Hebamme Hiske. Und es ist ein gelungener Abschluß! Man trifft auf alte Freunde, die man bereits aus den beiden Vorgängerbänden "Die Lebenspflückerin" und "Der Meerkristall" kennt und ins Herz geschlossen hat. Regine Kölpin hat einen wunderbar lebhaften Schreibstil, der einen von Anfang an für das Buch einnimmt. Sie versteht es wundervoll, historisch belegte und erdachte Geschehnisse in einem Roman zusammen zu führen und so geschickt miteinander zu verstricken, daß ein total spannender Roman entsteht. Die Figuren in ihren Bücher "leben" förmlich. Auch dieses Buch von ihr ist wieder von Anfang bis Ende spannend.

Man kann diesen dritten Band der Serie lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Allerdings lohnt es sich unbedingt, auch "Die Lebenspflückerin" und "Der Meerkristall" zu kenne, da sich die Charaktere und deren Geschichte in den Romanen doch sehr weiterentwickeln. Ganz nebenbei wird man, wenn man einen Band kennt, die anderen beiden sowieso haben wollen!

Veröffentlicht am 17.02.2017

Lohnt zu lesen

Die Chronistin der Staufer
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Henrike tötet ihren Vater, einen welfischen Ministerialen und muß fliehen. Auf ihrer Flucht trifft sie den zukünftigen Kaiser Friedrich Barbarossa und stiehlt dessen Pferd, und schließt sich Wanderhuren ...

Henrike tötet ihren Vater, einen welfischen Ministerialen und muß fliehen. Auf ihrer Flucht trifft sie den zukünftigen Kaiser Friedrich Barbarossa und stiehlt dessen Pferd, und schließt sich Wanderhuren an. Als sie auch deren Tätigkeiten aufnehmen soll, flieht sie wieder und lebt fortan als Mann. Sie landet als Mönch verkleidet im Kloster Lorch und beginnt eine Chronik über Friedrich zu schreiben. Eines Tages begegnen sich beide wieder.

"Die Chronistin der Staufer" ist ein in zwei Handlungen geteiltes Buch. Auf der einen Seite ist die Geschichte Henrikes, auf der anderen die Friedrichs. Beide Teile sind schön flüssig geschrieben und gut lesbar. Wobei die vielen Personen, vor allem im doch sehr geschichtlich geprägten Teil von Friedrich, doch manchmal für Verwirrung sorgen. Hilfreich ist dabei das Personenverzeichnis am Ende des Buches. Auffällig ist hier die gute Aufbereitung der Geschichte Friedrichs, die augenscheinlich sehr gut recherchiert ist und fundiertes Wissen vermittelt.

Ein Buch, daß sich auf jeden Fall lohnt zu lesen!