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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Erfundenes vermengt mit Wahrheit - sehr gelungen

Die Steinheilerin
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Freising, 1590. Auch die Stadt Freising wird von der Hexenverfolgung nicht verschont. Die Hebamme und Kräuterkundige Brigitta wird beschuldigt, da der Apotheker in ihr eine große Konkurrenz sieht. Doch ...

Freising, 1590. Auch die Stadt Freising wird von der Hexenverfolgung nicht verschont. Die Hebamme und Kräuterkundige Brigitta wird beschuldigt, da der Apotheker in ihr eine große Konkurrenz sieht. Doch Gret, Brigittas "Lehrmädchen", will ihr mit allen Mitteln helfen. Sie sucht Hilfe beim Sohn des Tuchhändlers, Merten Behrend. Doch anstatt ihr zu helfen, macht er die Situation nur noch schlimmer. Sie entkommt knapp ihrer Verhaftung und flieht mit Jacob, einem Schuhmachergesellen. Doch Gret macht einen Fehler nach dem anderen. Kann sie ihrer Verhaftung dennoch entkommen?

"Die Steinheilerin" ist ein sehr gut und leicht zu lesender Roman. Hier wird eine fiktive Geschichte mit den Schriften von Hildegard von Bingen vermischt. Diese Stellen finde ich sehr interessant und auch lehrreich. Die Handlung ist spannend, ohne Hänger. Die Charaktere sind gut dargestellt und haben alle ein Eigenleben. Wobei es hier auch Charaktere gibt, über die man sich einfach nur aufregen kann.... Aber auch diese beleben die Geschichte ungemein. Sehr gut dargestellt wird hier die Hexenverfolgung mit ihrer Grausamkeit und der Begeisterung der Bevölkerung am denunzieren. Manchmal bleibt einem beim Lesen wirklich die Luft weg.

Alles in allem ein Buch, welches man mit Begeisterung liest.


Veröffentlicht am 15.09.2016

Extrem spannend

Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken
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Früher: Barbara und Gordon leben zusammen mit ihrem kleinen Sohn ein unruhiges Leben. Der Sohn fällt überall auf, ist agressiv. Barbara redet sich ein, er wäre zu intelligent und unterfordert. Als sie ...

Früher: Barbara und Gordon leben zusammen mit ihrem kleinen Sohn ein unruhiges Leben. Der Sohn fällt überall auf, ist agressiv. Barbara redet sich ein, er wäre zu intelligent und unterfordert. Als sie erneut schwanger wird und sie eine Tochter bekommt, kümmert sie sich trotzdem nur um ihren Sohn.

Heute: Den beiden Straftätern Nick und Harlan gelingt während Straßenbauarbeiten die Flucht. Sie kapern ein Auto, verletzen die Fahrerin stark.

Sandra Tremont lebt mit ihrem Mann Ben, ihrer Teenagertochter Ivy und dem alten Hund Mac glücklich in einem abgelegenen Haus. Nur die typischen Teenyeigenschaften von Ivy stören manchmal das Familienleben, jedoch hält Sandra stets zu ihrer Tochter. Doch eines abends werdn sie brutal überfallen. Es sind Nick und Harlan. Einer von ihnen ist für Sandra kein Unbekannter, sie hatte gehofft, ihn nie wieder zu sehen....

Dieses Buch beginnt damit, daß man sich bei Familie Tremont "wie zu Hause" fühlt. Man lernt sie kennen und ihre Eigenheiten werden dem Leser vertraut gemacht. Doch diese Ruhe wird sehr jäh mit dem Überfall beendet. Und dann nimmt die Geschichte Fahrt auf. Man liest sich durch drei Handlungsstränge, zwei davon werden sehr schnell zu einem (Tremont/Straftäter). Und ab da ist die Spannung grenzenlos. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind sehr spannend. Man kann sich dabei eigentlich nur über Barbara aufregen und fragt sich, wie dumm man als Mutter sein muß, um nicht zu erkennen, was in dem Kind vorgeht. Eigentlich ahnt man auch sehr schnell, wie die Zusammenhänge zwischen den Handlungssträngen sind. Jedoch ist dies nicht schlimm, denn der Spannung tut dies keinen Abbruch. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht lesbar, so daß man das Buch recht zügig lesen kann. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Besonders schön fand ich die Entwicklung Ivys vom zickigen Teenager, die ihrer Mutter so manche zynische Bemerkung gibt, zur Tochter, die Verantwortung übernimmt und über sich hinauswächst. Hier hat sogar der Hund Mac mal ab und zu ein Kapitel, indem auf seine Gefühlswelt eingegangen wird. Ich finde es schön, wenn auch der Charakter des Tieres mit all seinen seelischen Problemen klar umschrieben wird.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen!



Veröffentlicht am 15.09.2016

Hape von einer ganz anderen Seite

Ich bin dann mal weg
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Der Komiker und Entertainer Hape (Hans-Peter) Kerkeling begibt sich auf Pilgerreise und läuft die 600 km des Jakobsweges nach Santiago de Compostela zu Fuß.

Das Hape Kerkeling, der ja nicht gerade als ...

Der Komiker und Entertainer Hape (Hans-Peter) Kerkeling begibt sich auf Pilgerreise und läuft die 600 km des Jakobsweges nach Santiago de Compostela zu Fuß.

Das Hape Kerkeling, der ja nicht gerade als Joey Kelly der Komiker bekannt ist, den Jakobsweg pilgert, ist schon erstaunlich. Daß er ein Buch darüber schreibt, eher weniger. Aber was dabei herausgekommen ist, hat mich dann doch umgehauen. Kein Klamauk im Stil von Horst Schlämmer, sondern ein richtig gutes und ernsthaftes Buch. Hier schreibt ein sensibler Mensch seine Gedanken und Erlebnisse während der teilweise sehr anstrengenden Wanderung auf. Er gibt uns sehr intime Einblicke in einen Menschen, der durchaus nicht immer aus purer Fröhlichkeit besteht. So hat kein Außenstehender Hape Kerkeling jemals vorher kennengelernt. Hier werden tiefe Einblicke in sein Privatleben gewährt. Beeindruckend ist seine Wut bei Tierquälerei und Hochmut. Natürlich gibt es auch einiges zum Schmunzeln. Sonst wäre die Pilgerfahrt wohl nicht zu überstehen. Vor allem die verschiedenen Charaktere der Wanderer werden humorvoll beschrieben, wobei aber niemand lächerlich gemacht wird.

Auf jeden Fall ist es ein herrliches Buch, das ich jedem empfehlen kann, ganz egal ob er an einen Gott glaubt oder auch nicht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kurzgeschichten vom Feinsten

Pechschwarzer Sommer
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Diese Sammlung von Kurzgeschichten beinhaltet die Geschichten "Der Preis der Muse" von Ralph B. Mertin, "Der weiße Clown" von Sven Hüsken, "Deutschland, kein Sommermärchen" von Billie Rubin, "Inselkind" ...

Diese Sammlung von Kurzgeschichten beinhaltet die Geschichten "Der Preis der Muse" von Ralph B. Mertin, "Der weiße Clown" von Sven Hüsken, "Deutschland, kein Sommermärchen" von Billie Rubin, "Inselkind" von Annette Petersen, "Deichgräber" von Romy Fölck und "Der Schnitzer" von Su Turhan. Jede Geschichte ist einem Monat von April bis September zugeordnet.

Die Geschichten sind alle gut zu lesen und es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. So soll es ja bei Geschichtensammlungen auch sein. Jeder wird hier seinen speziellen Favoriten finden. Die Längen der Geschichten sind wirklich gut für Kurzgeschichten gehalten, so daß man problemlos jederzeit mal eine Story lesen kann. Wiederholungen gibt es hier nicht, jede Geschichte spielt an einem anderen Ort, quer durch Deutschland, so daß auch jeder Leser seine "Lieblingslandschaft" wiederfinden wird. Auch die Handlungen sind sehr unterschiedlich.

Ein tolles Buch für Balkon, Strandkorb oder Berghütte!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gar nicht zum heulen

Der letzte Heuler
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Lehrerin Rosa trifft während ihrer täglichen Joggingrunde auf dem Deich auf einen Mann mit Hund, der einen offensichtlich von der Mutter verlassenen Heuler beobachtet. Da muß Rosa helfen! Nachdem sie ihre ...

Lehrerin Rosa trifft während ihrer täglichen Joggingrunde auf dem Deich auf einen Mann mit Hund, der einen offensichtlich von der Mutter verlassenen Heuler beobachtet. Da muß Rosa helfen! Nachdem sie ihre Freunde, den Dorfpolizisten Rudi und den Briefträger Henner nicht erreichen kann, läuft sie zur Tierärztin, die in der Nähe wohnt. Doch dort trifft sie nicht auf die Tierärztin, sondern auf ihren Mann, der erschossen auf dem Boden liegt. Die Tatwaffe: eine russische Makarow. Rudis Chef Haueisen und sein Kollege Schnepel haben somit das Motiv schnell zur Hand: Ostblockspionage. Doch Rudi, Henner und Rosa können sich mit dem Motiv nicht anfreunden und beginnen ihre eigenen Ermittlungen.

Da dachte ich, nach "Krabbenbrot & Seemannstod" wäre keine Steigerung mehr möglich - da habe ich mich gründlich getäuscht. Wie die beiden Autorinnen das geschafft haben, bleibt mir jedoch ein Rätsel, denn bereits der erste Band der Serie war eine Wucht. Doch hier beweisen sie, es geht immer noch besser. Der Schreibstil ist auch hier wieder sehr schön fließend, man taucht in die Geschichte vom ersten Wort an ein und kommt einfach nicht mehr davon los. Dieser Krimi verdient den Titel Regionalkrimi wirklich. Die Landschaft ist wunderschön dargestellt, die Charaktere passen in die Region und es wird auch Dialekt gesprochen. Der ist jedoch für jedermann verständlich und nicht übertrieben. Es herrscht eine angenehme Spannung, die durch die kauzigen Wesenszüge der Charaktere, allen voran Rudi, Henner und Rosa, immer wieder humorvoll untermalt wird. Die drei muß man einfach mögen. Vor allem Rosa mit ihrer doch manchmal aufdringlichen Art ist einfach liebenswert. Man kann ihr gar nicht böse sein, wenn sie sich mal wieder selbst zum Essen einlädt oder die Männerrunde sprengt. Überhaupt das Essen: Durch den sehr bildhaften Schreibstil sieht man die Gerichte so vor Augen, daß man automatisch Hunger auf Matjes, Scholle und Spargel bekommt. Übrigens sind am Ende des Buches Rezepte abgedruckt, den Matjessalat werde ich mal testen!

Eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde von guten Regionalkrimis!