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Veröffentlicht am 16.02.2025

Immer wieder gut

Ostfriesennebel
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Carina Oberdieck ist verzweifelt. Ihr Mann Fabian verhält sich in vielen Dingen anders als bisher. Dies irritiert sie so sehr, daß sie der festen Überzeugung ist, daß dieser Mann nicht Fabian ist und ihr ...

Carina Oberdieck ist verzweifelt. Ihr Mann Fabian verhält sich in vielen Dingen anders als bisher. Dies irritiert sie so sehr, daß sie der festen Überzeugung ist, daß dieser Mann nicht Fabian ist und ihr wahrer Ehemann ermordet wurde. Ann Kathrin Klaasen möchte Carina gern helfen, jedoch gestaltet sich dies ohne Leiche, Tatort und Zeugen als schwierig. Bis plötzlich eine junge Frau tot auf den Bahngleisen gefunden wird...

"Ostfriesennebel" ist nun schon der 19. Fall für das Ermittlerteam um Ann Kathrin Klaasen und ich frage mich, woher Klaus-Peter Wolf immer wieder diese interessanten und spannenden Ideen nimmt. Diesmal geht es um Identitätsbetrug gekoppelt mit Mord. Dieses Thema hat mich gefesselt und war richtig spannend. Man grübelt hier bis zum Schluß, was nun der Wahrheit entspricht und wem man vertrauen kann. Diese Spannung bei so vielen Seiten von Anfang bis Ende halten zu können, das ist ein Kunststück, welches Klaus-Peter Wolf beherrscht. Dies gelingt ihm mit Hilfe vieler verschiedener Handlungsstränge, die jeder für sich spannend ist und zum Lesen animiert. Diese laufen zum Schluß unaufhaltsam zu einem schlüssigen Ende zusammen, welches den Leser zufrieden zurücklässt. Der Autor verfügt zudem über einen locker-leichten Schreibstil, der einfach Spaß bereitet, alles wichtige vermittelt und nichts außen vor läßt. Seine bekannten Charaktere wirken auch hier alle wieder mit. Insbesondere über Rupert freue ich mich immer wieder, sorgt seine Art doch für die gewisse Prise Humor, die diesen Krimis ihre persönliche Note gibt. Nicht fehlen darf natürlich auch der regionale Bezug. Hier wird man heimisch, erkennt, wenn man schon selbst in der Region war, alles wieder und wenn man die Augen schließt, befindet man sich z. B. selbst im Café ten Cate oder fühlt die frische Nordseebrise!

Ich bin von diesem Krimi absolut begeistert und bin sehr gespannt, was sich Klaus-Peter Wolf für den 20. Fall ausdenkt.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Garant für Lesespaß

Tod in der Wiek
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Am südlichen Priwall treibt die Leiche des Besitzers einer Fischrestaurantkette am Ufer. Kommissar Morten Sandt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine zerstrittene Familie und viele Verdächtige. Als der ...

Am südlichen Priwall treibt die Leiche des Besitzers einer Fischrestaurantkette am Ufer. Kommissar Morten Sandt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine zerstrittene Familie und viele Verdächtige. Als der Ermittler im Ruhestand Birger Andresen einen mysteriösen Anruf erhält, ist klar, daß es gilt weitere Menschenleben zu retten!

Mit "Tod in der Wiek" hat Jobst Schlennstedt wieder bewiesen, daß auch eine lang fortgeführte Serie nicht langweilig werden muß! Immer wieder findet er mitreißende Themen, die fesseln. Diesmal geht es um Gewalt und Mißhandlungen, die so hautnah beschrieben sind, daß man richtig mitleidet. Für zartbesaitete Leser sind einige Szenen evtl. etwas hart, aber gehören zwingend zur Handlung dazu. Die Charaktere entwickeln sich natürlich mit jedem Band weiter und man lebt förmlich mit ihnen. Da ich die Serie von Beginn an verfolge, sind mir die Charaktere mittlerweile zu sehr guten Vertrauten geworden und ich genieße es, immer wieder an ihrem Leben teilhaben zu können. Andere Charaktere werden mit all ihren Geheimnissen und Abgründen so dargestellt, daß man keinerlei Sympathien entwickelt. Immer wieder werden neue Spuren gelegt, man muß umdenken und verdächtigt irgendwie jeden, bis ganz am Schluß der Täter überführt wird. Dadurch bleibt die Spannung von Beginn bis Ende sehr hoch. Erwähnenswert ist der Lokalkolorit. Die Halbinsel Priwall und die Umgebung werden so gut dargestellt, daß man alles genau vor sich sieht und, wenn man die Region so wie ich kennt, einiges wiedererkennt.

Dieser Krimi bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Ich hatte spannenderes erwartet

Allein gegen die Lüge
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Matt Pine erhält nach einer Studentenparty eine schreckliche Nachricht - seine Eltern, seine Schwester und sein Bruder sind während ihres Mexikourlaubes tot aufgefunden worden. Angeblich wurden sie Opfer ...

Matt Pine erhält nach einer Studentenparty eine schreckliche Nachricht - seine Eltern, seine Schwester und sein Bruder sind während ihres Mexikourlaubes tot aufgefunden worden. Angeblich wurden sie Opfer eines Gaslecks. Das FBI jedoch zweifelt an dieser Theorie. In den USA schlägt der Vorfall hohe Wellen, denn Familie Pine ist Star einer True-Crime-Serie. Der älteste Sohn Danny sitzt wegen Mordes an seiner Freundin im Gefängnis, die Serie warf Fragen bezüglich seiner Schuld auf. Matt will um jeden Preis klären, ob die Morde mit dem Fall zusammenhängen und was damals wirklich geschah!

"Allein gegen die Lüge" von Alex Finlay ist ein hochgejubelter Thriller, der für mich jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb . Die Handlung besteht aus mehreren Strängen. Mal wird aus Sicht von Matt Pine oder FBI-Agentin Sarah Keller geschrieben, dann gibt es Rückblenden zu früheren Erlebnissen der Familie, besonders zu Vater Evan Pine oder die True-Crime-Serie. Dies sollte wohl die Spannung erhöhen, war für mich aufgrund der Häufigkeit der ständigen Wechsel aber eher ermüdend und störend, so daß die Handlung für mich einfach nur vor sich hin plätscherte. Auch hat es mir die Charaktere nicht näher gebracht, sie blieben fremd und blaß. Wirklich sympathisch wurde mir hier niemand.

Dieses Buch ist gut einfach mal so zu lesen, jedoch hat es mich leider nicht in seinen Bann ziehen können.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Ein sehr gelungener Fall

Fräulein Gold: Nacht über der Havel
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Im Jahr 1930 werden die Zeiten auch in Berlin immer unsicherer. Auch Hulda Gold und ihr Freund Max Dessauer merken, daß sich der politische Wind gedreht hat. Für Hulda wird es umso wichtiger, daß sie als ...

Im Jahr 1930 werden die Zeiten auch in Berlin immer unsicherer. Auch Hulda Gold und ihr Freund Max Dessauer merken, daß sich der politische Wind gedreht hat. Für Hulda wird es umso wichtiger, daß sie als Hebamme den in Not geratenen Frauen und jungen Müttern helfen kann. Als sie durch Max die Familie Rosenzweig kennenlernt, verspricht sie spontan, der schwangeren Tochter bei der Geburt beizustehen. Sie merkt schnell, daß dies aber nicht das einzige Problem der Familie ist. Die jüngere Tochter Jutta ist Mitglied einer Jugendgruppe, die in einen Mordfall verwickelt ist. Jutta schweigt bisher eisern über ihre Erlebnisse in der Mordnacht und bringt sich damit selbst in Verdacht. Beherzt beschließt Hulda, dem jungen Mädchen zu helfen. Dabei trifft sie ihren langjährigen Freund Karl wieder und ganz wie früher riskieren sie ihr Leben, um den Fall aufzuklären.

Der Roman "Fräulein Gold - Nacht über der Havel" ist schon das siebte Buch von Anne Stern über die resolute Hebamne Hulda Gold. Trotzdem erkennt man überhaupt keine Abnutzungserscheinungen. Die Serie ist nach wie vor spannend und voller Leben. Die Personen werden älter und man kann ihnen dabei zuschauen. Man glaubt, sie schon ewig lange zu kennen. Diesmal ist die Handlung besonders spannend. Damit meine ich nicht nur den Mordfall, sondern auch die Zeit, in der diese Geschichte spielt. Das politische Geschehen wird anschaulich dargestellt. Man darf gar nicht daran denken, wie es weitergehen wird.

Daß die Serie weitergehen wird, erkennt man ja an der Leseprobe am Ende des Buches. Das freut mich ehrlich, denn die Romane um "Fräulein Gold" sind immer ein Garant für guten Lesestoff!

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Ein Paukenschlag von einem Buch

Tatort Hafen - Tod im Schatten der Elbflut
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Hamburg kämpft gegen eine gewaltige Sturmflut an, als Tom Bendixen noch dazu mit einer in der Elbe gefundenen männlichen Leiche konfrontiert wird, die den Arbeitsoverall eines Containerschiffes trägt. ...

Hamburg kämpft gegen eine gewaltige Sturmflut an, als Tom Bendixen noch dazu mit einer in der Elbe gefundenen männlichen Leiche konfrontiert wird, die den Arbeitsoverall eines Containerschiffes trägt. Jedoch vermisst auf der "Global Endeavor" niemand ein Crewmitglied. Während der Vernehmungen an Bord fehlt jedoch von der Offiziersanwärterin Annika Mittermaier jede Spur. Hängt ihr verschwinden mit dem Mord zusammen?

Das Autorenehepaar Angelique und Andreas Kästner hat mich wieder einmal mit ihrem Krimi rund um die Hamburger Wasserschutzpolizei begeistert. Mit "Tod im Schatten der Elbflut" erlebt man hier eine Sturmflut mit ihrer Gewalt hautnah. Die Autoren fügen immer wieder Radiodurchsagen und Funksprüche in ihre Handlung ein, die verdeutlichen, welch immense Maßnahmen und welch Logistik dazugehören, Hamburg, den Hafen und die Elbanlieger im Falle einer Sturmflut zu schützen. Man kann vor den Helfern nur den Hut ziehen und merkt hier deutlich, daß Andreas Kästner selbst bei der Hamburger Wasserschutzpolizei gearbeitet hat und nun auf seine Erfahrungen zurückgreifen kann. Dies merkt man aber auch, wenn es um Containerschiffe, ihren Aufbau und die dort herrschenden Regeln und Gesetze geht. Ich konnte sehr viel interessantes aus diesem Buch für mich mitnehmen! Auch Angelique Kästner als Psychotherapeutin läßt hier ihr Wissen einfließen - ihren Einfluß findet man in Charlotte wieder. Dies alles verleiht dem Krimi Glaubwürdigkeit und es macht dadurch unendlich Spaß, der Handlung zu folgen. Der Krimi ist extrem spannend. Man fiebert mit dem Einschleicher Tarik auf seiner Flucht mit, wünscht ihm, daß für ihn alles gut endet. Dazu das Geheimnis um die Morde - immer bekommt man einen neuen Verdacht geliefert und erfährt erst ganz zum Schluß die Wahrheit. Aber auch die Hauptcharaktere Tom Bendixen und Charlotte haben ihre Sorgen und Nöte, gerade mit Tom konnte ich mitfühlen - seine Situation war so unglaublich nervenaufreibend.

Ich bin von diesem Krimi restlos begeistert und freue mich extrem, daß Band 3 schon angekündigt wurde!

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