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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2022

Absolut gelungen

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
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Fentje Jacobsen ist eine Rechtsanwältin der etwas anderen Art. Ihre Kanzlei befindet sich auf dem Bauernhof ihrer Großeltern in Nordfriesland und sowohl ihre demente Großmutter, als auch ihre renitente ...

Fentje Jacobsen ist eine Rechtsanwältin der etwas anderen Art. Ihre Kanzlei befindet sich auf dem Bauernhof ihrer Großeltern in Nordfriesland und sowohl ihre demente Großmutter, als auch ihre renitente Nichte nerven. Fentje wird beauftragt, einen jungen Mann zu vertreten, der seine Freundin ermordet haben soll. Bei ihren Recherchen stößt sie auf einen alten Fall, der Ähnlichkeiten mit dem Mord aufweist. Zeitgleich verschwinden zwei Schülerinnen aus dem Internat spurlos, in dem die Tote als Lehrerin gearbeitet hat. Fentje lernt den Journalisten Niklas John kennen, der sich genau wie sie für den Mordfall interessiert. Sie beginnen gemeinsam zu ermitteln.

Eva Almstädt hat eine neue Serie! "Akte Nordsee" heißt sie und der erste Band trägt den Titel "Am dunklen Wasser". Und auch diese Serie ist einfach genial! Mit Fentje hat sie eine Charaktere geschaffen, die mir von Beginn an sympathisch war. Sie ist anders, als man bei einem Rechtsanwalt erwartet. Nicht abgehoben, sondern bodenständig, kann anpacken und ist wandlungsfähig. Auch Niklas mochte ich sehr. Er bildet zu Fentje zu Beginn den gelungenen Gegenpart, was zunächst für einige Anfangsschwierigkeiten sorgt, die sich jedoch schnell legen und es tatsächlich auch etwas zu knistern beginnt... Alle Charaktere werden hier sehr bildhaft beschrieben, so daß man ein genaues Bild von ihnen bekommt und sich ihre Eigenheiten gut vorstellen kann. Dadurch wirken sie real und man kann sich sehr gut in sie hinein versetzen. Auch wenn hier einige private Angelegenheiten in die Handlung einfließen, so schafft Eva Almstädt es perfekt, die Waage zwischen Krimi und Privatleben im Gleichgewicht zu halten. Eher überwiegt noch der Krimi, der absolut spannend ist und es bis zum Schluß durch viele Fährten bleibt. Wie von Eva Almstädt gewohnt, liest sich das Buch flüssig und bereitet durch seine immer wieder eingestreuten humorvollen Szenen großen Spaß.
Diese neue Serie braucht sich in keinster Weise hinter der "Hauptserie" von Eva Almstädt zu verstecken. Ich hoffe sehr, daß auch Fentje zum Dauerbrenner bei ihr wird!

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Veröffentlicht am 18.08.2022

Mörderisches Urlaubsparadies

Mörderische Kieler Förde
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Kurt Geisler hat in seiner Anthologie "Mörderische Kieler Förde" einige seiner Autorenkollegen versammelt, die wunderbare Geschichten zu diesem Buch beigesteuert haben. Natürlich hat er auch selbst einige ...

Kurt Geisler hat in seiner Anthologie "Mörderische Kieler Förde" einige seiner Autorenkollegen versammelt, die wunderbare Geschichten zu diesem Buch beigesteuert haben. Natürlich hat er auch selbst einige Geschichten beigetragen, in denen man auf den aus seiner Krimiserie bekannten Helge Stuhr trifft. Ebenso dabei ist Cornelia Leymann, die mit ihrem ganz eigenen Schreibstil z. B. die Besonderheiten der Kieler Förde erläutert. Dabei lernt man glatt noch etwas dazu! Weitere Geschichten finden sich von Jörg Rönnau, Henning Schöttke, Sina Beerwald, Nadine Sorgenfrei, Sylvia Gruchot, Simon Voss und Björn Högsdal. Die Kurzgeschichten sind allesamt gut lesbar und unterhaltsam. Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Man kann bei einigen Geschichten herzhaft lachen, während die nächste gespenstisch daherkommt und die wiederum nächste einfach richtig spannend ist. Allen gemein ist der wunderbare Handlungsort Kieler Förde. Diese herrliche Region erhält hier eine tolle Bühne. Ich selbst bin bereits großer Fan dieser Region, sonst wäre ich spätestens mit diesem Buch dazu inspiriert worden, dort einmal meinen Urlaub zu verbringen. Denn eines vermittelt das Buch neben richtig guter Unterhaltung noch: Einen Einblick in die schöne Fördelandschaft, die hier lebendig wird. Man fühlt sich mit auf dem Fördedampfer, sieht das Marine-Ehrenmal von Laboe und riecht die salzige Luft der Ostsee. Wer nicht ohnehin schon verliebt in die Kieler Förde ist, der wird es mit diesem Buch garantiert!

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Ideale Urlaubslektüre

Der kleine Gasthof an der Schlei
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Sterneköchin Isa Petersen kehrt für die Beerdigung ihrer Großmutter von London zurück nach Nordernby. Nach einer turbulenten Beerdigung erfährt sie, daß ihre Großmutter ihr und ihrer Mutter Jette ihren ...

Sterneköchin Isa Petersen kehrt für die Beerdigung ihrer Großmutter von London zurück nach Nordernby. Nach einer turbulenten Beerdigung erfährt sie, daß ihre Großmutter ihr und ihrer Mutter Jette ihren Gasthof "Seestern" vererbt hat. Beide sollen für 4 Wochen dort gemeinsam kochen und dem Gasthof wieder Leben einhauchen. Isa ist fassungslos - hat ihre Mutter sie und ihre Oma doch verlassen, als Isa noch ein kleines Kind war. Und nicht nur das belastet Isa - sie bekommt Panikattacken beim Kochen, da sie in London überlastet war. Kann das alles ein gutes Ende nehmen?

Inken Bartels hat mit "Der kleine Gasthof an der Schlei" einen absoluten Wohlfühlroman geschrieben, der Urlaubsstimmung verbreitet. Hier fühlt man sich direkt an die wunderschöne Schlei versetzt, riecht die salzige Luft der Ostsee und spürt die frische Brise. Die Autorin vermittelt ihre Liebe zu dieser Region perfekt. Ihre Charaktere sind so vielseitig wie das Dorfleben sie hergibt. Jeder ist anders, hat seine Ecken und Kanten und ist liebenswert. Die Dorfgemeinschaft hält zusammen, egal was kommt. Einzig mit Isa hatte ich zunächst Probleme, sie erschien mir überheblich und unnahbar. Doch je näher man sie kennenlernt, desto mehr versteht man ihr Handeln. Inken Bartels schreibt auf wunderbar locker-flockige Art, so daß man sich in der Geschichte wohlfühlt und richtiges Strandkorb-Feeling aufkommt! Am Ende des Buches befinden sich Rezepte für typisch norddeutsche Gerichte - Nachkochen lohnt sich!

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Irgendwie geht es immer weiter

Wir sehen uns zu Hause
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Anne und ihr Mann Peter planen eine Tour mit ihrem Wohnwagen nach Skandinavien. Mitten in den Vorbereitungen stirbt Peter ganz plötzlich. Bei den Formalitäten für die Beerdigung stellen Anne und ihre Tochter ...

Anne und ihr Mann Peter planen eine Tour mit ihrem Wohnwagen nach Skandinavien. Mitten in den Vorbereitungen stirbt Peter ganz plötzlich. Bei den Formalitäten für die Beerdigung stellen Anne und ihre Tochter Alina fest, daß sie nur sehr wenig über Peters Kindheit und Jugend in der DDR wissen. Spontan entschließt sich Anne, statt nach Skandinavien mit dem Wohnwagen allein nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren. Im Gepäck hat sie einen Karton mit alten Fotos, die sie unter Peters Sachen gefunden hat. Sie will die Spuren aus der Vergangenheit ihres Mannes aufsuchen, um die Abneigung Peters gegen diese Gegend zu verstehen. Was sie dabei erfährt, ist nicht immer angenehm und plötzlich sieht Anne ihren Peter in einem ganz anderen Licht.

Der Roman "Wir sehen uns zu Hause" hat mich sehr berührt. Christiane Wünsche hat diese Geschichte mit sehr zu Herzen gehenden Worten geschrieben. Die Trauer und später das schlechte Gewissen, wenn man sich plötzlich trotzdem über etwas freuen kann, hat sie perfekt beschrieben. Man konnte im Laufe der Geschichte genau verfolgen, wie bei den Trauernden neuer Lebensmut aufkam, ohne daß sie ihren Liebsten vergessen haben. Es hat mich etwas schockiert, daß ein Ehepaar so wenig voneinander wußte, obwohl sie so lange zusammen waren. Das liegt wohl auch an der besonderen Vergangenheit eines Partners. Die Zeit in der DDR war sehr hart. Ich habe durch dieses Buch einiges erfahren, was mir bisher unbekannt war. Auch wenn in diesem Roman nicht immer nur die Sonne scheint, ist er rundum perfekt und macht Mut, denn er vermittelt, daß es irgendwie immer weitergeht.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Absolut gelungene neue Serie

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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Alma lebt im Jahr 1922 in Baden-Baden. Sie ist stolz, daß sie als Telefonistin ihren Lebensunterhalt selbst verdienen kann. Eines Tages hört sie durch Zufall ein Gespräch mit. Die Stimme des Anrufers erzeugt ...

Alma lebt im Jahr 1922 in Baden-Baden. Sie ist stolz, daß sie als Telefonistin ihren Lebensunterhalt selbst verdienen kann. Eines Tages hört sie durch Zufall ein Gespräch mit. Die Stimme des Anrufers erzeugt bei ihr schon eine Gänsehaut. Was er sagt, läßt Alma hellhörig werden. Er spricht von einer Dame, die der Angerufene bei den Kolonnaden finden wird. Als am Tag darauf eine tote Frau an genau dieser Stelle gefunden wird, ist für Alma schnell klar, daß sie die Stimme des Mörders gehört hat. Die Polizei nimmt Almas Hinweis nicht ernst. Nur der Kommissaranwärter Ludwig Schiller glaubt ihr und nimmt mit Alma Ermittlungen auf. Sie kommen dabei einigen Leuten der Unterwelt gefährlich nah.

Das Autoren-Duo Charlotte Blum hat mit der neuen Serie "Fräulein vom Amt" einen Treffer gelandet. Der erste Teil mit dem Titel "Die Nachricht des Mörders" ist richtig spannend. Durch die Mitwirkung von Freunden und vielen weiteren Personen geht es im Leben der Titelperson ziemlich turbulent zu. Für gute Unterhaltung ist also auch gesorgt. Der locker-flockige Schreibstil sorgt dafür, daß die Geschichte nie langatmig wird. Man erlebt eine Zeit, in der die Menschen den Krieg einfach nur vergessen wollen. Sie wollen sich amüsieren und manchmal auch provozieren.
Wer die Geschichten von Anne Stern um die Hebamme Hulda Gold liebt, der wird auch an den Geschichten vom "Fräulein vom Amt" seine Freude haben. Ich glaube, daß diese neue Serie noch großen Lesespaß bereiten wird!

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