Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2022

Wieder einmal richtig gut gelungen

Surfermord in Neuharlingersiel. Ostfrieslandkrimi
0

Als der Immobiliengutachter Theo Thönes nicht zu einem Gerichtstermin erscheint, macht sich sein Mandant Ingo Bauhagen auf die Suche nach ihm. Er findet den begeisterten Kite-Surfer erdrosselt in seinem ...

Als der Immobiliengutachter Theo Thönes nicht zu einem Gerichtstermin erscheint, macht sich sein Mandant Ingo Bauhagen auf die Suche nach ihm. Er findet den begeisterten Kite-Surfer erdrosselt in seinem Camper in Neuharlingersiel. Die Wittmunder Kripo rund um Nina Jürgens hat einiges zu tun, denn es gibt mehrere Eigenschaften von Theo, die ihm Feinde gemacht haben. Er hat sich sowohl durch seine Gutachten, die durchaus Existenzen bedroht haben, als auch durch seinen Hang zu Frauen nicht gerade beliebt gemacht. Außerdem gab es noch einen handfesten Streit mit einem anderen Surfer. Es muß in viele Richtungen ermittelt werden....

"Surfermord in Neuharlingersiel" ist bereits der 15. Fall für die Kripo Wittmund. Rolf Uliczka schafft es jedoch perfekt, die einzelnen Bände so zu schreiben, daß man jederzeit neu einsteigen kann. Die Fälle selbst sind abgeschlossen. Natürlich wird immer mal kurz auf alte Fälle Bezug genommen und die Ermittler entwickeln sich privat weiter, jedoch wird alles notwendige kurz erklärt, so daß keine Wissenslücken entstehen. Die Mitarbeiter der Kripo Wittmund sind durchweg sympathisch dargestellt und mir mittlerweile so vertraut wie gute Freunde. Es ist immer wieder schön, wenn ich an ihrem Leben teilhaben kann. Der Fall selbst ist auch diesmal wieder sehr spannend. Es gibt sehr viele Spuren, immer neue Verdächtige und das Ende bietet hier, wie von Rolf Uliczka gewohnt, eine dicke Überraschung. Der Autor schafft es, den Leser mit seinem ihm eigenen Stil an das Buch zu binden. Die Kapitel sind kurz und übersichtlich, nach jedem Kapitel wechselt der Schauplatz - dadurch wird man animiert immer nochmal ein Kapitel mehr zu lesen. Rolf Uliczka schreibt sehr detailliert. Sowohl seine Charaktere, als auch die Landschaft Ostfrieslands werden hier lebendig. Man merkt, daß Rolf Uliczka mit Herzblut schreibt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2022

Leider der letzte Teil

Die Senfblütensaga - Hoffnung im Herzen
0

Nachdem sie in Metz alles zurücklassen mussten, ist Emma im Jahr 1920 mit der Familie Seidel in Düsseldorf seßhaft geworden. Carl ist noch immer verschollen, aber Emma hütet seine Pläne für die neuartigen ...

Nachdem sie in Metz alles zurücklassen mussten, ist Emma im Jahr 1920 mit der Familie Seidel in Düsseldorf seßhaft geworden. Carl ist noch immer verschollen, aber Emma hütet seine Pläne für die neuartigen Senfmaschinen wie einen Schatz. Von ihren Eltern kann Emma keine Hilfe erwarten. Emmas Mutter hat nur noch Haß für sie und die Familie Seidel im Herzen. Zuerst sieht Emma keinen Sinn mehr darin, ihr Leben ohne Carl weiterzuführen. Doch dann übernimmt sie Verantwortung für die Familie. Sie stellt sich tapfer so manchen Herausforderungen und nach und nach bekommt sie neuen Lebensmut. Schließlich gelingt es Emma ihren größten Konkurrenten in seine Schranken zu weisen. Doch sie bezahlt dafür einen hohen Preis.

Im dritten Teil der "Senfblütensaga" mit dem Titel "Hoffnung im Herzen" läßt Clara Langenbach die Hauptpersonen eine erstaunliche Veränderung durchleben. Die sonst so taffe und selbstbewußte Emma wird total mutlos und steckt voller Selbstzweifel. Die vorher so ganz ohne Selbstbewußtsein scheinenden Louise ist plötzlich wie verwandelt und lebt ohne Rücksicht auf die Regeln der Gesellschaft. Auch bei den männlichen Personen ist die Veränderung deutlich zu spüren. Das ist schon sehr erstaunlich. Mir ist auch aufgefallen, daß die Mütter in dieser Geschichte, bis auf eine Ausnahme, gar nicht gut wegkommen. Alle sind voller Haß auf ihre Kinder. Das tut sogar beim Lesen weh. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben. Der harte Konkurrenzkampf der Senfdynastien wird dabei gnadenlos geschildert. Aber vor allem wird dem Leser drastisch vor Augen geführt, wie sehr Krieg die Menschen verändern kann.
Schade, daß die Geschichte der Familie Seidel hiermit zu Ende geht. Das ist wie ein Abschied von liebgewonnenen Freunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2022

Leider noch etwas schwach

Todesfall
0

Agnes Tveit, Reporterin aus Oslo, ist in ihre Heimat Voss zurückgekehrt. Dort wird sie Zeugin, als bei der jährlich stattfindenden Extremsportwoche eine Fallschirmspringerin abstürzt. Bei der Formationsspringerin ...

Agnes Tveit, Reporterin aus Oslo, ist in ihre Heimat Voss zurückgekehrt. Dort wird sie Zeugin, als bei der jährlich stattfindenden Extremsportwoche eine Fallschirmspringerin abstürzt. Bei der Formationsspringerin öffnete sich der Fallschirm nicht. War es ein Unglück oder wurde der Fallschirm manipuliert? Agnes kennt das Opfer und die anderen Springerinnen aus ihrer Jugend und bei ihren Recherchen entdeckt sie einige dunkle Geheimnisse des Dorfes....

Randi Fuglehaug hat mit "Todesfall" den ersten Krimi rund um die Reporterin Agnes Tveit geschrieben. Dieser beginnt richtig gut und vielversprechend, ich habe hier mitgefiebert und konnte mich gut in das Opfer hineinversetzen. Leider hielt diese Spannung nicht länger als die ersten Seiten. Danach werden für meine Begriffe zu detailreich das Privatleben und die persönlichen Probleme von Agnes beleuchtet. Dies wirkt ermüdend und wird durch ständige Wiederholungen langatmig. Ich habe nichts dagegen, wenn die Charaktere ein Privatleben haben und dies auch Einfluss auf das Buch nimmt, aber es darf, so wie hier, nicht die eigentliche Handlung verdrängen. Einige wenige Szenen haben den Spannungsbogen doch noch kurzzeitig etwas angehoben, jedoch war dies nicht ausreichend, um mich an das Buch zu fesseln. Irgendwie hatte ich auch nie das Gefühl, daß Agnes besonders planvoll bei ihren Recherchen war. Dazu ist sie auf Ablehnung bei den Dorfbewohnern gestoßen, was für sie auch nicht hilfreich war. Ich hatte dadurch nie einen Verdächtigen. Das Ende jedoch hat noch einmal durch Überraschungen und guter Logik gepunktet. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt verständlich und gut lesbar. Da dies ihr Debüt war, denke ich, daß der nächste Fall sich bestimmt steigern wird. Eine Chance bekommt er bei mir auf jeden Fall!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2022

Wunderbar!

Siena Carciofine und die Toten im Weinberg
0

Siena hat einen Traum - sie will Ermittlerin werden! Da ist es ihr gerade recht, daß in den Weinbergen in der Nähe des Hauses ihrer Nonna zwei Tote gefunden werden. Dumm nur, daß sie selbst unter Verdacht ...

Siena hat einen Traum - sie will Ermittlerin werden! Da ist es ihr gerade recht, daß in den Weinbergen in der Nähe des Hauses ihrer Nonna zwei Tote gefunden werden. Dumm nur, daß sie selbst unter Verdacht gerät und noch dazu von einem Stalker verfolgt wird, der ihr überall Rosen hinterlässt- genau die Blumen, die auch am Tatort lagen. Da die Polizei ihrer Theorie, wer der Mörder sein könnte, nicht glaubt, muß sie halt selbst ermitteln.

Laura Fiore ist das Pseudonym von Jessica Kremser. Mit ihrem Krimi "Siena Carciofine und die Toten im Weinberg" startet sie eine neue Serie. Dieser Krimi verfügt über eine eher ruhige Spannung, die fesselt. Wer Action sucht, ist hier falsch. Das Buch lebt durch seine humorvolle Art. Gerade Siena sorgt hier für einige Lacher, denn sie stolpert fast von einem Fettnäpfchen ins nächste. Dadurch entstehen manchmal sehr chaotische Situationen, die einfach genial sind. Ich mochte ihren Charakter sehr. Laura Fiore versetzt den Leser hier in die wunderschöne Landschaft der Toskana. Hier kommt wirklich Urlaubsfeeling auf und der Wunsch, selbst einmal dorthin zu reisen. Mit ihrem flüssigen und bildhaften Schreibstil hat Laura Fiore mich perfekt unterhalten. Ich hoffe sehr, daß Siena noch viele Fälle lösen darf!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2022

Sylt aus einem anderen Blickwinkel

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn
0

Mit "Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn" legt Susanne Matthiessen ihren zweiten Roman einer Sylter Jugend vor. Dieses Buch beginnt in der Corona-Krise. Susanne Matthiessen erzählt hier ganz ehrlich, ...

Mit "Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn" legt Susanne Matthiessen ihren zweiten Roman einer Sylter Jugend vor. Dieses Buch beginnt in der Corona-Krise. Susanne Matthiessen erzählt hier ganz ehrlich, was das für Sylt bedeutete. Sie berichtet davon, wie die Sylter die Situation aufnahmen. Einerseits herrschte Freude, die Heimat wieder für sich zu haben, andererseits gibt sie zu, daß bei einigen Bewohnern das Geld knapp wurde. Und ein Sylter Urgestein kam leider mit der Situation gar nicht zurecht... Diese Aspekte fand ich sehr interessant, denn in den Medien erfuhr man davon nichts. Ebenso interessant ist ihr Bericht über die Sturmflut im Jahr 1981. Hier merkt man, wie gefährlich die Nordsee werden kann. Die Erlebnisse, die die Autorin hatte, schildert sie so hautnah, daß man die Gefahr selbst spürt und froh ist, daß niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Hier und an anderen Stellen begegnet man auch dem typischen Aberglauben. Dabei geht es um Deichbau und die Sage rund um Ekke Nekkepenn. Solche Dinge mag ich sehr in einem Buch und gehören für mich einfach dazu. Genau wie die Anekdoten berühmter Sylter Gesichter, man begleitet ihre Familie, feiert Silberhochzeit, erlebt den Besuch aus der DDR und das Ende des Pelzgeschäftes, denn in den 80er Jahren begann das große Umdenken. Ein weiteres Thema ist das Robbensterben - und wie die Sylter Politik reagierte. Wie der Titel schon erahnen läßt, spielen auch Die Ärzte hier eine Rolle. Sie spielten ihr Abschiedskonzert auf Sylt - und Susanne Matthiessen war dabei. Kritisch beleuchtet sie den Verkauf der Insel. Reiche Leute legen sich einen Zweitwohnsitz zu, während für die Insulaner kein Platz mehr bleibt. Dies macht traurig, auch wenn man Sylt nicht persönlich kennt. Zu gut konnte ich mich in die Sylter hineinversetzen. Dies alles beschreibt Susanne Matthiessen sehr anschaulich und auf lockere Art - auch wenn man an manchen Stellen die berechtigte Kritik herauslesen kann. Das Buch ist an manchen Stellen für einen gewissen Personenkreis unbequem. Und genau das macht es für mich interessant. Man bekommt einen unterhaltsamen Bericht einer Frau, die auf Sylt viel erlebt hat, ganz nah dran ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich bin gern mit Susanne Matthiessen durch die Zeit gereist und würde mich freuen, wenn es noch eine dritte Zeitreise geben würde!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil