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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2022

Diese Serie ist unschlagbar

Düsteres Watt
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Sylt an einem heißen Sommertag. Ein anonymer Anrufer meldet eine Leiche in den Lister Wanderdünen. Es stellt sich heraus, daß der Mann ertrunken ist. Es handelt sich um Klaus von Raboisen, dem Sohn einer ...

Sylt an einem heißen Sommertag. Ein anonymer Anrufer meldet eine Leiche in den Lister Wanderdünen. Es stellt sich heraus, daß der Mann ertrunken ist. Es handelt sich um Klaus von Raboisen, dem Sohn einer reichen Adelsfamilie. Als eine weitere Leiche im Watt gefunden wird, diesmal lautet die Todesursache Verdursten, geraten Liv Lammers und ihr Team unter Druck. Hängen die Fälle zusammen? Und wieso sind die Todesarten gegensätzlich zum Fundort?

Mit "Düsteres Watt" läßt Sabine Weiss ihre Kommissarin Liv Lammers nun zum sechsten Mal ermitteln. Da Sabine Weiss zwar auch private Dinge in die Handlung einfließen läßt, diese aber wirklich nur Randgeschehen sind und ausreichend nebenbei erklärt werden, kann man auch prima mit diesem Band in die Serie einsteigen. Die Fälle sind ohnehin in sich abgeschlossen und unabhängig. Mit diesem Band wagt sich die Autorin in die Welt des Adels. Sie zeigt auf, daß es auch nicht immer nur goldig ist, sondern durchaus mehr Schein als Sein vorherrscht. Man erfährt hier einiges über alte Traditionen,welche durchaus hinterfragt werden. Wie immer bei dieser Serie ist die Handlung unheimlich spannend. Die Autorin schafft es immer wieder durch Wendungen und neue Verdachtsmomente zu überraschen. So richtig sicher ist man nie, wen man selbst Verdächtigen soll und so bleibt die Spannung bis zum Schluß sehr hoch. Zu Liv und ihrem Team kann man wie immer nur eines sagen: Sie sind absolut sympathisch, authentisch und man hat das Gefühl, sie schon ewig zu kennen.
Dieser Krimi beinhaltet alles, was ich mir wünsche. Man erhält eine spannende Handlung und sympathische Ermittler vor der traumhaft beschriebenen Kulisse von Sylt. Mich hat das Buch wieder komplett begeistert!

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Vorhersehbar

In fünf Jahren
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Dannie befindet sich gerade auf der Überholspur des Lebens. Sie bekommt ihren langersehnten Job bei einer bekannten Anwaltskanzlei und ihr Freund David macht ihr am selben Abend einen Heiratsantrag. Zufrieden ...

Dannie befindet sich gerade auf der Überholspur des Lebens. Sie bekommt ihren langersehnten Job bei einer bekannten Anwaltskanzlei und ihr Freund David macht ihr am selben Abend einen Heiratsantrag. Zufrieden schläft sie ein, doch dann wird sie in ihrem eigenen Leben fünf Jahre später wieder wach. Sie lebt in einer anderen Wohnung - und ist nicht mit David verlobt, sondern mit Aaron. Kurz darauf findet sie sich in ihrem alten Leben wieder. Alles geht seinen normalen Gang, doch knapp vier Jahre später stellt ihr ihre Freundin Bella ihren neuen Freund vor. Es ist Aaron! Danni versucht alles, um ihm aus dem Weg zu gehen.

Mit "In fünf Jahren" hat Rebecca Serle eine Geschichte geschrieben, die für mich nicht ganz das hielt, was sie versprach. Ja, es ist eine bezaubernde Liebesgeschichte. Aber ich hatte mir mehr Ausflüge in die Zukunft erhofft und nicht nur diese eine Szene. Die Autorin hat ihre Geschichte mit sympathischen Charakteren bestückt, wobei mir Danni einen kleinen Tick zu ehrgeizig erschien. Man bekommt von allen ein klares Bild und sie erwachen zu Leben. Rebecca Serle schreibt auf wunderbar leichte Art, so daß man richtig durch das Buch fliegt. Zunächst empfand ich die Handlung als spannend, war gespannt auf weitere Zeitsprünge in Dannis Zukunft. Doch diese blieben leider aus und ab einem gewissen Punkt war das Buch für mich auch leider sehr durchschaubar und das Ende absehbar. Trotzdem hat es mich gut unterhalten und ist ein gutes Buch für zwischendurch, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Düster und geheimnisvoll

Das Lied der Küste
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Skye Turners Zwillingsschwester Ginny stürzt nach einer wilden Party von den Klippen ins Meer. Die Familie zerbricht danach an ihrer Trauer und an Schuldgefühlen. 15 Jahre später kehrt Skye in ihr Heimatdorf ...

Skye Turners Zwillingsschwester Ginny stürzt nach einer wilden Party von den Klippen ins Meer. Die Familie zerbricht danach an ihrer Trauer und an Schuldgefühlen. 15 Jahre später kehrt Skye in ihr Heimatdorf an der schottischen Küste zurück, um ihre Mutter wiederzusehen. Die Erinnerung an das schreckliche Geschehen holt sie gnadenlos ein. Als sie mehr über den Unfall erfahren will, prallt sie bei ihren ehemaligen Freunden und bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Stattdessen stößt sie auf wilde Gerüchte und viele Ungereimtheiten. Ein geheimnisvoller Fremder hilft ihr, die Lügen von damals zu entwirren. Was Skye mit ihm dabei aufdeckt, wird ihr nicht gefallen!

"Das Lied der Küste" ist eine Geschichte, die sich an der schottischen Küste abspielt. Lauren Westwood läßt darin eine Stimmung aufleben, wie sie echter nicht sein könnte. Man erlebt die rauhe Landschaft deutlich vor Augen und spürt die Nebelschwaden und den Wind beinahe auf der Haut. Dazu paßt die trübe Gefühlslage der Personen dieser Geschichte. Sie leiden unter Schuldgefühlen und unausgesprochenen Vorwürfen. Man fragt sich sehr oft, warum nicht einfach miteinander geredet wird. Damit wäre so manches Problem schnell gelöst. Aber dann wäre der Roman ja auch schneller beendet und das wäre schade, denn es würde dem Leser eine düstere und geheimnisvolle Geschichte mit einem überraschenden Ende entgehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Eine interessante Familie

Das Glück unserer Zeit. Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld
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Als Otto Lagerfeld im Jahr 1925 Abschied von seiner geliebten Frau Theresia nehmen muß, stürzt er sich in die Arbeit. Er fühlt sich für die Firma Glücksklee und seine Mitarbeiter, aber auch für seine gesamte ...

Als Otto Lagerfeld im Jahr 1925 Abschied von seiner geliebten Frau Theresia nehmen muß, stürzt er sich in die Arbeit. Er fühlt sich für die Firma Glücksklee und seine Mitarbeiter, aber auch für seine gesamte Familie verantwortlich. Das ändert sich auch nicht, als er die ehrgeizige Elisabeth kennenlernt. Nach ihrer Hochzeit lebt er sein Leben weiter, während Elisabeth ihren Traum vom glanzvollen Leben als Gattin eines Generaldirektors begraben muß. Stattdessen lebt sie auf dem Land mit den Kindern Christel und Karl-Otto. Ihre Vorstellung von Kindererziehung nimmt fatalen Einfluß auf die beiden Kinder. Sie kennen keine Mutterliebe und dürsten nach Lob. Während der Vater Otto gegen die Nationalsozialisten um den Erhalt seiner Firma kämpft und später die Firma immer größer und profitabler ausbaut, wird besonders der sensible Karl-Otto unter dem Einfluß seiner Mutter zu dem Erwachsenen, den die Welt als den Modezar Karl Lagerfeld kennengelernt hat.

Bei dem Buch von Heike Koschyk "Das Glück unserer Zeit - Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld" kommt man zu der Erkenntnis, daß das Leben manchmal Geschichten schreibt, die sich so keiner ausdenken kann. Es scheint in dieser Familie ein Gen zu geben, das die Mitglieder in die Welt hinauszieht - und das seit Generationen. Heike Koschyk schreibt die Geschichte sehr einfühlsam. Sie versucht sogar für die gefühlskalte Elisabeth um Verständnis zu werben. Das macht ihren Schreibstil so sympathisch. Sie will in ihrer Erzählung niemanden an den Pranger stellen, aber trotzdem ehrlich bleiben. Besonders die Erziehung des kleinen Karl-Otto hat mich empört. Das zeigt aber doch ganz klar, daß Kinder erst zu den Erwachsenen gemacht werden, die sie einmal sind. Die Geschichte hilft, die Macken des berühmten Karl Lagerfeld besser zu verstehen, z. B. seine Handschuhe und seine dunkle Brille. Man lernt hier einen ganz anderen Menschen kennen, als man ihn in der Klatschpresse erlebt hat!

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Spiegel der 1960er Jahre

Die Dorfschullehrerin
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Im Jahr 1964 erhält Helene das Angebot, die neue Schulleiterin in Kirchdorf zu werden. Sie zögert die Zusage hinaus, da ihr klar ist, daß sie dort den Landarzt Tobias wiedersehen wird. Die beiden verband ...

Im Jahr 1964 erhält Helene das Angebot, die neue Schulleiterin in Kirchdorf zu werden. Sie zögert die Zusage hinaus, da ihr klar ist, daß sie dort den Landarzt Tobias wiedersehen wird. Die beiden verband einst eine innige Beziehung und Helene weiß, daß sie für Tobias immer noch Gefühle hat. Als Helene dann doch wieder nach Kirchdorf zieht, muß sie mit vielen Schwierigkeiten fertig werden. Ihre Tochter Marie fühlt sich zurückgesetzt und reagiert mit Trotz. Und dann ist da auch noch ihre Freundin Isabella, die eine Beziehung mit einem schwarzen amerikanischen Soldaten anfängt. Das sorgt im Dorf für Unruhe und Helene möchte die Wogen glätten. Dabei steht ihr Tobias immer wieder zur Seite. Werden die beiden ihrer Liebe eine zweite Chance geben?

Im zweiten Teil ihrer Romanreihe "Die Dorfschullehrerin" läßt Eva Völler die Jahre ab 1964 aufleben. Mit dem Titel "Was das Schicksal will" erlebt man das Leben im Westen Deutschlands ganz nah an der Grenze zur DDR. Die Trennung ist allgegenwärtig und der Zaun wird immer unüberwindbarer. Für die Menschen gehört die Grenze zum Alltag. Doch auch die, die es in den Westen geschafft haben, müssen erst mit ihrem neuen Leben fertig werden. Das gelingt nicht allen. Manchmal ist das Heimweh größer als das Glück der neuen Freiheit. Diese Gefühle beschreibt Eva Völler sehr warmherzig. Sie trifft immer genau den richtigen Ton. Mal humorvoll, mal ernsthaft - perfekt der Situation angepaßt. Auch den Konflikten zwischen den amerikanischen Soldaten, besonders den Farbigen, und der deutschen Bevölkerung geht sie nicht aus dem Weg. Die traurigen Schicksale der Frauen, die mit diesen Soldaten eine Beziehung eingingen und ein Baby zur Welt brachten, gehen unter die Haut.
Dieses Buch ist ein Spiegel der 1960er Jahre. Es liest sich sehr angenehm und regt zum Nachdenken an. Absolute Empfehlung!

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