Dystopischer Versuch einer Dystopie
Finnisches Feuer51 / 100
Eigentlich, so könnte man meinen, braucht diese Welt keine fiktiven Dystopien mehr. Trotzdem scheint es einen Markt dafür zu geben und die Autorin Johanna Sinisalo versucht mit diesem Buch eine ...
51 / 100
Eigentlich, so könnte man meinen, braucht diese Welt keine fiktiven Dystopien mehr. Trotzdem scheint es einen Markt dafür zu geben und die Autorin Johanna Sinisalo versucht mit diesem Buch eine solche zu illustrieren.
Allein, sie illustriert ihre Welt an meinem Verständnis vorbei. Die Story wirkt bei aller globalen Brisanz derart willkürlich und unstrukturiert, dass ich mehrfach überlegt habe, ob ich die Geschichte wirklich bis zum Schluss lesen will. Ich habe es getan, weil ich doch ein Interesse an der Auflösung der Ausgangssituation hatte – am Ende bekam ich jedoch nur eine schnelle psychotische Abhandlung, die gefühlt alle Fragen offen und den Lesenden eine große Interpretationspflicht übrig lässt.
Auch der Stil im „ersten Teil“ hat mich schon nach kurzer Zeit fast wahnsinnig gemacht, weil das Stilmittel der Textformänderung schon nach fünfzig Seiten derart abgenutzt ist, dass mich jede neue Seite mit kursivem Text ein Stück weiter demotiviert hat.
Die Idee mag gut und auch ein wenig ausgefallen sein, die Umsetzung gefällt mir persönlich allerdings überhaupt nicht. Glück im Unglück: Ich hatte nur ein Leihexemplar.