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Veröffentlicht am 25.02.2025

Solider Kriminalroman, aber auch nichts besonderes

Enna Andersen und die dunklen Tage
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Zu Beginn fand ich die Handlung etwas zäh und es hat gedauert bis ich mit den Personen aus dem Ermittlerteam warm geworden bin (die Vorgängerromane kenne ich nicht). Dann wurde es jedoch zunehmend spannend, ...

Zu Beginn fand ich die Handlung etwas zäh und es hat gedauert bis ich mit den Personen aus dem Ermittlerteam warm geworden bin (die Vorgängerromane kenne ich nicht). Dann wurde es jedoch zunehmend spannend, obwohl manches ein wenig zu konstruiert wirkte. Mein erster Verdacht hat sich am Ende bestätigt, allerdings fand ich die Auflösung etwas zu überstürzt und hätte gerne etwas mehr zur Motivation der Täterin gelesen. Insgesamt ein solider Kriminalroman, aber auch nichts besonderes, das besonders aus dem riesigen Angebot an Kriminalromanen heraussticht.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Gelungener Debütroman mit spannender Verknüpfung von Liebesgeschichte und Kriminalfall

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Auf verschiedenen Zeitebenen erzählt Sarah Crouch in ihrem Roman „Middletime – Was die Gezeiten verbergen“ die Geschichte von Elija Leith, der seine Jugendliebe Nakita aufgibt, um seinem Traum Schriftsteller ...

Auf verschiedenen Zeitebenen erzählt Sarah Crouch in ihrem Roman „Middletime – Was die Gezeiten verbergen“ die Geschichte von Elija Leith, der seine Jugendliebe Nakita aufgibt, um seinem Traum Schriftsteller zu werden zu folgen und die zwar landschaftlich wunderschöne, aber etwas einsame Heimat mit dem alkoholabhängigen Vater hinter sich zu lassen. Als seine Pläne gescheitert sind, kehrt er in die verlassene Hütte des verstorbenen Vaters zurück und wird neben seiner Vergangenheit auch mit einem Mordfall konfrontiert, bei dem nahezu alle Indizien gegen ihn sprechen.
Ähnlich wie Delia Owens in ihrem Weltbestseller „Der Gesang der Flusskrebse“ verbindet Sarah Crouch die Liebesgeschichte eines Außenseiters mit einem Mordfall und wunderschönen Landschaftsschilderungen. Ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut und sowohl die Geschichte als auch die Schauplätze haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Der ständige Wechsel zwischen den Zeitebenen sorgt für zusätzliche Spannung, wobei Kriminalfall und Liebesgeschichte geschickt miteinander verwebt wurden.
Im Vergleich zu „Der Gesang der Flusskrebse“ hat dieser Roman insgesamt etwas weniger Tiefgang und insbesondere Nakita hätte noch etwas facettenreicher gezeichnet werden können. Die Auflösung am Ende wirkt ebenso wie mancher (Neben-)Handlungsstrang etwas überhastet und konstruiert. Dennoch kann ich das Buch absolut allen empfehlen, die eine solche Verbindung von Krimi und Romantik mögen.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Toller Coming of Age Roman

Die große Sehnsucht
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Rene Sydow beschreibt in seinem vermutlich auch etwas autobiografischen Roman die Geschichte dreier Freunde kurz vor dem Jahreswechsel 1996/97 in einer Kleinstadt am Bodensee. In ihren letzten Schuljahr ...

Rene Sydow beschreibt in seinem vermutlich auch etwas autobiografischen Roman die Geschichte dreier Freunde kurz vor dem Jahreswechsel 1996/97 in einer Kleinstadt am Bodensee. In ihren letzten Schuljahr vor dem Abitur mischen sich Zukunftspläne mit zarten Liebschaften und über allem steht die Freundschaft.
Da ich nur wenige Jahre vorher aufgewachsen bin, habe ich mich in vielem ein Stück weit selbst wiedergefunden und die Lektüre war für mich eine berührende Zeitreise, die mich an der einen oder anderen Stelle zum Nachdenken angeregt und manchmal auch etwas melancholisch oder gar traurig gemacht hat. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können wie sich Rabe, Fete und Michi auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben durchschlagen. Ein toller Roman.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Erhellendes Portrait einer dunklen Zeit

Ginsterburg
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In drei Zeitabschnitten - 1935, 1940 und 1945 - schildert Arno Frank in seinem neuesten Werk "Ginsterburg" das Schicksal ausgewählter Bewohner in einer fiktiven Stadt mit dem titelgebenden Namen während ...

In drei Zeitabschnitten - 1935, 1940 und 1945 - schildert Arno Frank in seinem neuesten Werk "Ginsterburg" das Schicksal ausgewählter Bewohner in einer fiktiven Stadt mit dem titelgebenden Namen während der NS-Zeit. Obwohl einige Biografien nur kurz angerissen werden, wird schon relativ früh klar wer den "neuen Zeiten", die mit der Machtergreifung Hitlers angebrochen sind, euphorisch entgegen geht, wer skeptisch und wer ein Mitläufer ist. Im Laufe des Romans entwickelt sich die vermeintliche Kleinstadtidylle weit weg von der Reichshauptstadt und der Front zur Hölle des Krieges in jeglicher Form. Auch wenn manches nur grob angerissen wird ist diese Entwicklung, die auch die Bewohner durchmachen, gut nachvollziehbar. Teilweise wirken grausame Geschehnisse, die nur beiläufig geschildert werden sogar noch schockierender.
Mit diesem Buch liefert Arno Frank somit durchaus Erhellendes über eine dunkle Zeit deutscher Geschichte und regt zum Nachdenken und Innehalten an. Nebenbei liefert es noch einige mir bisher nicht bekannte Fakten wie z.B. zur Entwicklung der vermeintlichen deutschen Wunderwaffe "Natter".
Mich hat der Roman sehr angesprochen und bewegt. Irritiert hat mich lediglich, dass in die Geschichte der fiktiven Stadt Ginsterburg die real existierende Persönlichkeit Lothar Siebert eingewoben wurde, der jedoch in Dresden aufgewachsen ist (und das jedoch in keinster Weise zu den Beschreibungen der Stadt Ginsterburg passt). Auch endet mir das Werk etwas zu abrupt und das Schicksal einiger Protagonisten bleibt letztlich offen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Ein sehr bewegender Appell für den Frieden

Und später für immer
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Inspiriert von den Tagebüchern seines Großvaters schildert Volker Jarck in „Und später für immer“ wie der Soldat Johann Meinert in den Wirren der letzten Kriegstage eine günstige Gelegenheit nutzt, um ...

Inspiriert von den Tagebüchern seines Großvaters schildert Volker Jarck in „Und später für immer“ wie der Soldat Johann Meinert in den Wirren der letzten Kriegstage eine günstige Gelegenheit nutzt, um von einem unweit seiner Heimat gelegenen Flugplatz, auf dem er stationiert ist, zu fliehen. Nachdem es ihm gelungen ist, sich unentdeckt bis zum Bauernhof seines Onkels und seiner Tante durchzuschlagen, versteckt er sich dort in der Scheune, um auf das Kriegsende zu warten und dann endlich zu seiner Ehefrau und dem neugeborenen Kind, das er noch nie gesehen hat heimzukehren.
Dabei ist die Angst sein ständiger Begleiter – vor den Feldjägern, vor Leuten, die ihn entdecken und verraten könnten oder Fanatikern, die ihn als Deserteur lynchen könnten. In seiner Erinnerung und seinen Tagebüchern blickt Johann aber auch immer wieder auf die Kriegsjahre zurück. In den kurzen, stark verdichteten Kapiteln wird deutlich wie die anfängliche Naivität und Überheblichkeit der jungen Soldaten nach und nach weicht und am Ende angesichts der sicheren Niederlage und der verbrannten Erde nur noch das nackte Überleben als Ziel bleibt.
Mich hat Johanns Geschichte sehr bewegt – obwohl vieles nur kurz umrissen oder knapp angedeutet wird, werden die Gräuel des Krieges durchaus spürbar und das Buch ist ein weiterer Appell dafür, dass alles dafür getan werden sollte, dass sich all dieses Leid nie mehr wiederholt.

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