Profilbild von timothy1971

timothy1971

Lesejury Profi
offline

timothy1971 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit timothy1971 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2026

Großes Potential verschenkt

Hazel sagt Nein
1

Ohne längeren Einstieg nimmt die Handlung von „Hazel sagt nein“ zunächst sehr schnell Fahrt auf. Gerade aufgrund der recht einfachen Sprache mit kurzen Sätzen wirkte der Anfang mit dem übergriffigen Direktor ...

Ohne längeren Einstieg nimmt die Handlung von „Hazel sagt nein“ zunächst sehr schnell Fahrt auf. Gerade aufgrund der recht einfachen Sprache mit kurzen Sätzen wirkte der Anfang mit dem übergriffigen Direktor umso kälter und verletzender auf mich und damit sehr realistisch. Auch die unmittelbaren Folgen für Hazel, aber auch ihre Familie werden sehr eindringlich geschildert und haben mich schnell in ihren Bann gezogen.
Im weiteren Verlauf schweift die Handlung jedoch zu sehr ab und verliert das eigentliche (sehr wichtige und aktuelle) Thema stellenweise komplett aus dem Fokus. Alltägliche Probleme wie das wenig erfüllende Hausfrauendasein der Mutter, Karriereüberlegungen des Vaters oder Hazels erster Schwarm für einen jungen Studenten nehmen zu viel Platz ein. Dadurch wird das Buch stellenweise regelrecht seicht und lässt jeglichen Tiefgang vermissen, der dem Thema sexuelle Belästigung in einer solch drastischen Form gerecht werden würde. Damit wird ein riesiges Potential letztlich verschenkt und aus dem starken ersten Teil wird am Ende eine Art Familienroman, der zwar leicht zu lesen und unterhaltsam ist, aber leider nicht mehr das bietet, was man ursprünglich erwartet hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Regt zum Nachdenken über das Leben an

Jetzt gerade ist alles gut
0

Das Buch kommt in Form von Kurzgeschichten daher, die zwar eine gemeinsame Klammer verbindet, ansonsten aber nahezu unabhängig voneinander sind. Darin erzählt der Auto kleine Geschichten und Begegnungen, ...

Das Buch kommt in Form von Kurzgeschichten daher, die zwar eine gemeinsame Klammer verbindet, ansonsten aber nahezu unabhängig voneinander sind. Darin erzählt der Auto kleine Geschichten und Begegnungen, die er im Anschluss an eine zunächst harmlos wirkende, letztlich aber fast lebensbedrohliche Verletzung erlebt.
In ruhiger, warmherziger Sprache schildert er in den einzelnen Episoden, worauf es im Leben wirklich ankommt. Damit regt das Buch zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Lebensstils an und wird so zu einer Art Ratgeber in Romanform. Mich hat es sofort angesprochen und zu etlichen Gedanken inspiriert. Ich empfehle das Buch nicht in einem Rutsch zu lesen, sondern häppchenweise und dazwischen den eigenen Gedanken dazu immer wieder genügend Zeit und Raum zu geben. Dann entfaltet es am besten seine Wirkung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2025

Zuviel Action, nur phasenweise spannend – hat mich nicht komplett überzeugt

Kälter
0

Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen ...

Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen zwei Buchdeckeln – nicht nur so rasant und spannend, sondern auch so maßlos übertrieben, wenn die Protagonistin sich wieder einmal gegen eine Übermacht an Gegenspielern durchsetzt. Dann wiederum plätschert die Erzählung ziemlich lange spannungsarm vor sich hin. Durch diese Kapitel habe ich mich teilweise gequält, nur weil ich halt doch wissen wollte, wie es dann irgendwann mit Luzys Rachefeldzug weitergeht.
Einige in die Handlung eingebettete historische Ereignisse, insbesondere die Tage rund um den Fall der Mauer in Berlin, sind sehr gut beschrieben und haben mich noch einmal in diese Zeit hinein versetzt. Verwirrend fand ich jedoch die Verknüpfung vieler fiktiver Ereignisse mit realen historischen Begebenheiten, insbesondere Anschläge der RAF und anderer Terroristengruppen. Hier musste ich teilweise googeln, was davon wirklich geschehen ist.
Unterm Strich fand ich das Buch nur phasenweise spannend, obwohl es andererseits etwas überfrachtet wirkt. Zu viele Leichen, zu viele Zufälle, zu viele schwer verständliche Verstrickungen der internationalen Geheimdienste. Zudem konnte ich mich mit Andreas Pflügers Schreibstil nicht so richtig anfreunden. Darum kann ich den Hype um seine Romane nicht unbedingt nachvollziehen und das Buch nur eingefleischten Fans actiongeladener Spionageromane empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2025

Ein feinsinniger Roman, der sehr berührt

Sonnenaufgang Nr. 5
0

Carsten Henn hat mit „Sonnenaufgang Nr. 5“ erneut einen feinsinnigen Roman geschaffen, der mich sehr bewegt und berührt hat. Nicht zuletzt aufgrund seiner Erzählweise waren mir die Figuren von Anfang sympathisch ...

Carsten Henn hat mit „Sonnenaufgang Nr. 5“ erneut einen feinsinnigen Roman geschaffen, der mich sehr bewegt und berührt hat. Nicht zuletzt aufgrund seiner Erzählweise waren mir die Figuren von Anfang sympathisch und ich war gespannt, welche Geheimnisse sie verbergen.
Im Verbergen ihrer Geheimnisse und ihrer Verletzungen ist insbesondere die alternde Diva Stella Dor eine Meisterin, die angelehnt an Rilkes Gedicht „Das Karussell“ immer wieder gerne einen symbolischen weißen Elefanten vorschiebt, um den Blick auf die Wahrheit zu verstellen. Doch auch ihr junger Biograf Jonas trägt eine schwere Bürde, die erst später enthüllt wird. Zentrales Thema ist Verlust, dem sich nicht nur Stella und Jonas stellen müssen, sondern das sie ebenso mit weiteren Personen in ihrem Umfeld verbindet. Gegen Ende fällt dann im wahrsten Sinne des Wortes die Fassade und es kommt zum Teil durchaus Überraschendes zum Vorschein.
Insgesamt eine sehr warmherzige Geschichte, die mitunter zu Tränen rührt, aber keinesfalls kitschig, sondern durchaus tiefsinnig daherkommt und aus der man am Ende einiges für sich selbst und das eigene Leben mitnehmen kann. Passend zum Titel hat das Buch für mich etwas Wärme und Licht in die trüben Herbsttage gebracht und ich kann es absolut empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Leider enttäuschend und langweilig

Weißes Licht
0

Aufgrund der Leseprobe und der Lobeshymnen aus den USA über diesen Roman hatte ich viel erwartet und wurde letztlich komplett enttäuscht. Nach einem zunächst gelungenen und durchaus ansprechenden Einstieg ...

Aufgrund der Leseprobe und der Lobeshymnen aus den USA über diesen Roman hatte ich viel erwartet und wurde letztlich komplett enttäuscht. Nach einem zunächst gelungenen und durchaus ansprechenden Einstieg wird die Handlung ab der Hochzeit von Charlie und Cece schlicht nicht mehr nachvollziehbar (ich möchte jedoch nicht zuviel verraten).
In recht großen Zeitsprüngen werden teilweise recht belanglose Begebenheiten erzählt und alles ist sehr zäh. Mir ist es auch während des ganzen Buches nicht gelungen eine Beziehung zu den Hauptcharakteren aufzubauen, die aus meiner Sicht recht oberflächlich dargestellt werden. Es werden viele Themen unserer Zeit angerissen wie Umweltzerstörung und Klimawandel, Drogensucht, Suizid, Homosexualität, aber stellenweise wirkt dies sehr konstruiert und man hat den Eindruck der Autor hätte all das unbedingt irgendwie unterbringen wollen, ohne dass vieles davon so richtig zur Handlung und zum Fortgang des Romans beiträgt.
In der Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes großes Finale habe ich mich durch die kompletten 522 Seiten dieses langatmigen Buches gequält, aber auch das Ende wirkt leider ebenso blass und uninspiriert wie der Rest. Für mich eines der schlechtesten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe – ich kann es daher nicht weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere