Cover-Bild Wo das Schweigen wohnt
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18,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Mentoren-Media-Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 484
  • Ersterscheinung: 19.01.2026
  • ISBN: 9783986412333
Lea Söhner

Wo das Schweigen wohnt

Über die Narben des Krieges und das Band zwischen Eltern und Kindern.

Schwarzwald, 2015. Eine geheimnisvolle Moorlandschaft, eine tote Mutter, ein rätselhafter Abschiedsbrief.

Nach dem unerwarteten Suizid ihrer Mutter kehrt Alma in das Haus ihrer Kindheit zurück, um die Beerdigung zu regeln. Dort wird sie von bitteren Erinnerungen eingeholt, alte Wunden brechen auf.

Plötzlich steht ein Fremder vor der Tür, der behauptet, ihr Bruder zu sein. Misstrauisch, aber auch neugierig, lässt Alma ihn in ihr Leben. Zusammen folgen sie einer Spur, die tief in ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte führt. Wird das Moor die so lange verschwiegene Wahrheit um die Mutter preisgeben?

Doch wer ist dieser Bruder wirklich? Hinter seiner schlichten Fassade scheint er alles zu durchschauen – auch Almas eigenes Geheimnis, das um jeden Preis verborgen bleiben muss.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein Roman über Familie und Vergangenheit.

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Der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Das gesamt Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es wirkt geheimnisvoll auf mich .

Das Thema Schweifen ist der rote Faden in dieser Geschichte. ...

Der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Das gesamt Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es wirkt geheimnisvoll auf mich .

Das Thema Schweifen ist der rote Faden in dieser Geschichte. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter versucht Alma im Leben zurecht zu kommen.. Sie muss sich mit dem Nachlass ihrer Mutter auseinandersetzen und dann tritt ihr Bruder in Erscheinung, er fordert nicht nur seinen Teil ein, er spricht auch Dinge an, die Alma nicht bekannt vorkommen. Wovon spricht Bernd Überhaupt? Alma versucht tiefer in die Vergangenheit und damit auch der Wahrheit näher zu kommen. Sie möchte Bernd verstehen und sein Vertrauen gewinnen, doch was ist in dieser Familie alles passiert?

Es werden ernste Themen wie Gewalt und Verlust behandelt, der Schreibstil ist eindrücklich und hat mir gut gefallen. Das Buch hat mich emotional sehr bewegt. Die Charaktere wurden sehr gut und facettenreich dargestellt. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Tiefe

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Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es birgt viel emotionale Tiefe in sich und regt deshalb auch zum Nachdenken an. Auch nach dem Ende hatte es noch lange in meinem Inneren nach und das ist eigentlich ...

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es birgt viel emotionale Tiefe in sich und regt deshalb auch zum Nachdenken an. Auch nach dem Ende hatte es noch lange in meinem Inneren nach und das ist eigentlich das Beste, was ein Buch bewirken kann. Ich hatte von Anfang an einen sehr guten Eindruck. Schon das Cover fand ich aussagekräftig und es hat auch Lust auf den Inhalt gemacht. Der Titel klang spannend und auch die kurze Inhaltsbeschreibung. Beim Lesen rundete sich dieses Gesamtbild ab. Die Figuren sind interessant angelegt und es machte auch Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Schön fand ich auch, dass am Ende die Antwort auf alle Fragen Liebe ist. So halte ich es selbst auch. Das Buch ist ein schönes Gesamtpaket, das ich sehr gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Zwischen Moor und Erinnerung

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„Wo das Schweigen wohnt“ ist kein lautes Buch. Es beginnt leise, beinah tastend, und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Kraft. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es hier nicht nur um ...

„Wo das Schweigen wohnt“ ist kein lautes Buch. Es beginnt leise, beinah tastend, und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Kraft. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es hier nicht nur um den Suizid einer Mutter oder ein plötzlich auftauchendes Familiengeheimnis geht, sondern um etwas viel Tieferes: um die Narben des Krieges, um verdrängte Wahrheiten und um das, was zwischen Eltern und Kindern unausgesprochen weitergegeben wird.

Almas Rückkehr in das elterliche Haus im Schwarzwald ist mehr als eine organisatorische Notwendigkeit. Sie ist eine Reise in eine Vergangenheit, zu der sie lange Distanz gehalten hat. Die Moorlandschaft wirkt dabei wie ein Spiegel der Geschichte: still, düster und voller verborgener Schichten. Als plötzlich ein Mann vor ihr steht und behauptet, ihr Bruder zu sein, gerät ihr ohnehin brüchiges Weltbild endgültig ins Wanken. Das Misstrauen zwischen den beiden ist spürbar, doch ebenso die vorsichtige Annäherung.

Je tiefer Alma und der Fremde in die Lebensgeschichte ihrer Mutter eindringen, desto klarer wird, wie sehr die Nachkriegsgeneration von Schuld, Scham und Sprachlosigkeit geprägt war. Das Schweigen ist hier nicht nur ein Motiv, sondern beinahe eine eigene Figur: Es steht zwischen den Menschen, trennt sie und schützt sie zugleich vor einer schmerzhaften Wahrheit.

Lea Söhners Sprache ist eindringlich und atmosphärisch dicht. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit gehen unter die Haut. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, weil sie die emotionale Kälte und die traumatischen Erfahrungen so klar benennen. Gleichzeitig entsteht ein tiefes Verständnis für die Figuren, für ihre Härte, ihre Distanz und ihre inneren Kämpfe.

Die Handlung entwickelt sich ruhig und behutsam, was der Geschichte Raum gibt. Raum für Zwischentöne, für Blicke und unausgesprochene Gedanken. Die Spannung entsteht weniger durch äußere Ereignisse als durch das allmähliche Freilegen einer verdrängten Familiengeschichte.

„Wo das Schweigen wohnt“ ist ein intensiver und nachdenklich stimmender Roman über transgenerationale Traumata und die Frage, ob die Wahrheit Befreiung bedeutet oder neue Wunden aufreißt. Ein Buch, das lange nachhallt – wie Schritte im Moor, die noch zu hören sind, wenn man längst weitergegangen ist.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Still und tief berührend

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Wo das Schweigen wohnt ist ein ruhiges, aber sehr berührendes Buch. Schon am Anfang merkt man, dass es nicht nur um die äußere Handlung geht, sondern vor allem um die Gefühle der Figuren. Das Schweigen ...

Wo das Schweigen wohnt ist ein ruhiges, aber sehr berührendes Buch. Schon am Anfang merkt man, dass es nicht nur um die äußere Handlung geht, sondern vor allem um die Gefühle der Figuren. Das Schweigen spielt dabei eine große Rolle – es steht für all das, was nicht gesagt wird oder nicht gesagt werden kann.

Der Schreibstil ist einfühlsam und manchmal leicht poetisch. Er passt gut zur Stimmung des Buches und transportiert viele Gefühle. Besonders Margrets Geschichte hat mich sehr bewegt. Aber auch Bernd hat viel Schlimmes erlebt, und man erkennt immer wieder Parallelen zwischen den Generationen.

Im Mittelpunkt stehen Alma und Bernd. Alma kämpft noch mit dem Suizid ihrer Mutter und versucht, den Nachlass zu regeln. Dann taucht plötzlich ein Bruder auf, von dem sie nichts wusste. Anfangs ist sie misstrauisch, doch nach und nach nähern sich die beiden an. In ihren Gesprächen öffnen sie sich langsam und entdecken, wie viel Schmerz und ungelöste Themen in ihrer Familiengeschichte stecken.

Das Buch zeigt sehr eindrücklich, wie traumatische Erfahrungen von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden können. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, weil sie so deutlich zeigen, wie sehr Gewalt, emotionale Kälte und Schweigen ein Leben prägen können. Gleichzeitig versteht man immer besser, warum die Mutter so gehandelt hat und wie ihre eigene Kindheit sie beeinflusst hat.

Die Handlung ist eher langsam, aber das passt gut. Dadurch bekommt die Geschichte Raum, um Gefühle und innere Entwicklungen zu zeigen. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und regen zum Nachdenken an – auch über die eigene Familiengeschichte und darüber, wie viel unausgesprochen bleibt.

Insgesamt ist es ein stilles, aber sehr starkes Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen und sich den eigenen Verletzungen zu stellen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ein sehr lesenswertes und nachdenklich machendes Buch

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Als wäre es nicht schon für Alma schwer genug, mit dem Suizid ihrer Mutter zurechtzukommen und den Nachlass zu regelen, sieht sie sich plötzlich auch noch mit einem Bruder konfrontiert, der nicht nur sein ...

Als wäre es nicht schon für Alma schwer genug, mit dem Suizid ihrer Mutter zurechtzukommen und den Nachlass zu regelen, sieht sie sich plötzlich auch noch mit einem Bruder konfrontiert, der nicht nur sein Recht einfordert, sondern auch Dinge anspricht, die Alma gänzlich unbekannt sind. Zunächst skeptisch, tastet sich Alma an den Unbekannten heran und versucht, nicht nur sein Vertrauen zu gewinnen, sondern auch die Wahrheit zu erkennen, die hinter seinen Ausführungen steckt. Je mehr sich Alma und Bernd in Gesprächen gegenseitig öffnen, desto mehr blicken sie in die Lebensgeschichte ihrer Mutter, die zeitlebens eine andere war, als, die, für die sie sie gehalten haben...


"Wo das Schweigen wohnt" ist zunächst ein sehr leises Buch, dessen ungeahnte wortgewaltige Wucht sich erst nach ein paar Seiten einstellt und die Lesenden mit Bildern und transgenerationaler Weitrgabe von Traumata konfrontiert.

In wieweit das eigene Seelenleben von Alma und Bernd beeinflusst und mit (frühkindlichen) seelischen Wunden und Gewalterfahrungen aus der belasteten Elter-Kind-Beziehung beeinträchtigt ist, erfahren die Leser:innen mit jeder einzelnen Seite immer mehr. Es entsteht eine ganz eigene Dynamik, die die Lesenden regelrecht in ihren Sog zieht und nicht mehr loslässt.

Es sind grausame Bilder, die sich regerecht auf der Netzhaut einätzen und bei denen es mitunter schwerfällt, sofort weiterzulesen. Nach und nach gelingt es der Leserschaft, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, als auch der Mutter, nachzuvollziehen und zu begreifen, warum emotionale Kälte und Abweisung vorherrschend gewesen sind. Die Erkenntnis, dass Traumata eben nicht mit dem eigenen emotionalen Verschließen und Verschweigen der Dinge aus der Welt geschafft, sondern als emotionales Erbe weitergeben werden, ist schmerzhaft - nicht nur für Alma und Bernd im Buch, sondern auch für die Lesenden, die die Leidens- & Lebensgeschichten körperrlich und seelisch miterleben.

Die Schicksale der fiktiven Personen im Buch stehen für alldiejenigen, die sich selbst als Nachkommen der Kriegsgeneration mit den sogenannten blinden Flecken und dem Schweigen in der eigenen Familiengeschichte konfrontiert sehen. Vielleicht bietet es die Chance, miteinander ins Gspräch zu kommen ?!

Ein sehr lesenswertes und nachdenklich machendes Buch - 5 Sterne

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