Über die Narben des Krieges und das Band
zwischen Eltern und Kindern.
Schwarzwald, 2015. Eine geheimnisvolle
Moorlandschaft, eine tote Mutter, ein rätselhafter Abschiedsbrief.
Nach dem unerwarteten Suizid ihrer Mutter kehrt
Alma in das Haus ihrer Kindheit zurück, um die Beerdigung zu regeln.
Dort wird sie von bitteren Erinnerungen eingeholt, alte Wunden brechen
auf.
Plötzlich steht ein Fremder vor der Tür, der behauptet, ihr Bruder zu
sein. Misstrauisch, aber auch neugierig, lässt Alma ihn in ihr Leben.
Zusammen folgen sie einer Spur, die tief in ein dunkles
Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte führt. Wird das Moor die so lange
verschwiegene Wahrheit um die Mutter preisgeben?
Doch wer ist dieser Bruder wirklich? Hinter
seiner schlichten Fassade scheint er alles zu durchschauen – auch Almas
eigenes Geheimnis, das um jeden Preis verborgen bleiben muss.
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Der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Das gesamt Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es wirkt geheimnisvoll auf mich .
Das Thema Schweifen ist der rote Faden in dieser Geschichte. ...
Der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Das gesamt Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es wirkt geheimnisvoll auf mich .
Das Thema Schweifen ist der rote Faden in dieser Geschichte. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter versucht Alma im Leben zurecht zu kommen.. Sie muss sich mit dem Nachlass ihrer Mutter auseinandersetzen und dann tritt ihr Bruder in Erscheinung, er fordert nicht nur seinen Teil ein, er spricht auch Dinge an, die Alma nicht bekannt vorkommen. Wovon spricht Bernd Überhaupt? Alma versucht tiefer in die Vergangenheit und damit auch der Wahrheit näher zu kommen. Sie möchte Bernd verstehen und sein Vertrauen gewinnen, doch was ist in dieser Familie alles passiert?
Es werden ernste Themen wie Gewalt und Verlust behandelt, der Schreibstil ist eindrücklich und hat mir gut gefallen. Das Buch hat mich emotional sehr bewegt. Die Charaktere wurden sehr gut und facettenreich dargestellt. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es birgt viel emotionale Tiefe in sich und regt deshalb auch zum Nachdenken an. Auch nach dem Ende hatte es noch lange in meinem Inneren nach und das ist eigentlich ...
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es birgt viel emotionale Tiefe in sich und regt deshalb auch zum Nachdenken an. Auch nach dem Ende hatte es noch lange in meinem Inneren nach und das ist eigentlich das Beste, was ein Buch bewirken kann. Ich hatte von Anfang an einen sehr guten Eindruck. Schon das Cover fand ich aussagekräftig und es hat auch Lust auf den Inhalt gemacht. Der Titel klang spannend und auch die kurze Inhaltsbeschreibung. Beim Lesen rundete sich dieses Gesamtbild ab. Die Figuren sind interessant angelegt und es machte auch Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Schön fand ich auch, dass am Ende die Antwort auf alle Fragen Liebe ist. So halte ich es selbst auch. Das Buch ist ein schönes Gesamtpaket, das ich sehr gerne empfehle.
„Wo das Schweigen wohnt“ ist kein lautes Buch. Es beginnt leise, beinah tastend, und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Kraft. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es hier nicht nur um ...
„Wo das Schweigen wohnt“ ist kein lautes Buch. Es beginnt leise, beinah tastend, und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Kraft. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es hier nicht nur um den Suizid einer Mutter oder ein plötzlich auftauchendes Familiengeheimnis geht, sondern um etwas viel Tieferes: um die Narben des Krieges, um verdrängte Wahrheiten und um das, was zwischen Eltern und Kindern unausgesprochen weitergegeben wird.
Almas Rückkehr in das elterliche Haus im Schwarzwald ist mehr als eine organisatorische Notwendigkeit. Sie ist eine Reise in eine Vergangenheit, zu der sie lange Distanz gehalten hat. Die Moorlandschaft wirkt dabei wie ein Spiegel der Geschichte: still, düster und voller verborgener Schichten. Als plötzlich ein Mann vor ihr steht und behauptet, ihr Bruder zu sein, gerät ihr ohnehin brüchiges Weltbild endgültig ins Wanken. Das Misstrauen zwischen den beiden ist spürbar, doch ebenso die vorsichtige Annäherung.
Je tiefer Alma und der Fremde in die Lebensgeschichte ihrer Mutter eindringen, desto klarer wird, wie sehr die Nachkriegsgeneration von Schuld, Scham und Sprachlosigkeit geprägt war. Das Schweigen ist hier nicht nur ein Motiv, sondern beinahe eine eigene Figur: Es steht zwischen den Menschen, trennt sie und schützt sie zugleich vor einer schmerzhaften Wahrheit.
Lea Söhners Sprache ist eindringlich und atmosphärisch dicht. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit gehen unter die Haut. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, weil sie die emotionale Kälte und die traumatischen Erfahrungen so klar benennen. Gleichzeitig entsteht ein tiefes Verständnis für die Figuren, für ihre Härte, ihre Distanz und ihre inneren Kämpfe.
Die Handlung entwickelt sich ruhig und behutsam, was der Geschichte Raum gibt. Raum für Zwischentöne, für Blicke und unausgesprochene Gedanken. Die Spannung entsteht weniger durch äußere Ereignisse als durch das allmähliche Freilegen einer verdrängten Familiengeschichte.
„Wo das Schweigen wohnt“ ist ein intensiver und nachdenklich stimmender Roman über transgenerationale Traumata und die Frage, ob die Wahrheit Befreiung bedeutet oder neue Wunden aufreißt. Ein Buch, das lange nachhallt – wie Schritte im Moor, die noch zu hören sind, wenn man längst weitergegangen ist.
Wo das Schweigen wohnt ist ein ruhiges, aber sehr berührendes Buch. Schon am Anfang merkt man, dass es nicht nur um die äußere Handlung geht, sondern vor allem um die Gefühle der Figuren. Das Schweigen ...
Wo das Schweigen wohnt ist ein ruhiges, aber sehr berührendes Buch. Schon am Anfang merkt man, dass es nicht nur um die äußere Handlung geht, sondern vor allem um die Gefühle der Figuren. Das Schweigen spielt dabei eine große Rolle – es steht für all das, was nicht gesagt wird oder nicht gesagt werden kann.
Der Schreibstil ist einfühlsam und manchmal leicht poetisch. Er passt gut zur Stimmung des Buches und transportiert viele Gefühle. Besonders Margrets Geschichte hat mich sehr bewegt. Aber auch Bernd hat viel Schlimmes erlebt, und man erkennt immer wieder Parallelen zwischen den Generationen.
Im Mittelpunkt stehen Alma und Bernd. Alma kämpft noch mit dem Suizid ihrer Mutter und versucht, den Nachlass zu regeln. Dann taucht plötzlich ein Bruder auf, von dem sie nichts wusste. Anfangs ist sie misstrauisch, doch nach und nach nähern sich die beiden an. In ihren Gesprächen öffnen sie sich langsam und entdecken, wie viel Schmerz und ungelöste Themen in ihrer Familiengeschichte stecken.
Das Buch zeigt sehr eindrücklich, wie traumatische Erfahrungen von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden können. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, weil sie so deutlich zeigen, wie sehr Gewalt, emotionale Kälte und Schweigen ein Leben prägen können. Gleichzeitig versteht man immer besser, warum die Mutter so gehandelt hat und wie ihre eigene Kindheit sie beeinflusst hat.
Die Handlung ist eher langsam, aber das passt gut. Dadurch bekommt die Geschichte Raum, um Gefühle und innere Entwicklungen zu zeigen. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und regen zum Nachdenken an – auch über die eigene Familiengeschichte und darüber, wie viel unausgesprochen bleibt.
Insgesamt ist es ein stilles, aber sehr starkes Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen und sich den eigenen Verletzungen zu stellen.
Dieses Buch von Lea Söhner ist so berührend, brutal und voller Liebe, das muss man einfach gelesen haben. Gerade die Generation, die jetzt heranwächst, weiß kaum noch etwas von den unwürdigen, brutalen ...
Dieses Buch von Lea Söhner ist so berührend, brutal und voller Liebe, das muss man einfach gelesen haben. Gerade die Generation, die jetzt heranwächst, weiß kaum noch etwas von den unwürdigen, brutalen Seiten des zweiten Weltkrieges und was dies mit und aus den Menschen gemacht hat, die betroffen waren. Freund und Feind hatten Jahrzehnte danach mit den Traumata zu kämpfen, egal ob sie jemandem etwas angetan haben oder ihnen etwas angetan wurde.
Das Buch beschreibt über mehrere Generationen, wie sich das anfühlt, wenn man geliebt werden möchte, es aber nicht zeigen kann und umgekehrt. Da kommen oft recht unschöne Seiten ans Tageslicht. Schon der Titel sagt vieles aus, denn man muss unbedingt reden, je früher, desto besser.
Die Handlung zieht sich von 1944, das Jahr, in dem der Vater der Protagonistin Margarethe von Lortz, wie sie damals hieß, standrechtlich erschossen wurde. Danach war die Welt eine andere. Auch die Mutter wurde abgeholt, sie und ihre Geschwister sahen sie nie wieder.
Danach die Vertreibung, die Flucht, die sie nach Königsberg führte, wo sie nach und nach auch ihre Geschwister verlor. Die Engländer und die Russen ließen keinen Stein auf dem anderen, aber auch die Menschlichkeit kam zum Zug. Margarethe und ihre damals noch lebenden Schwestern, der Bruder war mit einer Hausangestellten eigene Wege gegangen, wurden ausgerechnet von einem Deutschrussen, einem Bär von Mann, aus einem brennenden versperrten Haus gerettet. Auch das hat es gegeben.
Vieles ist inzwischen passiert, dann trifft sie ihn wieder.
Im Jahr 2013 im Schwarzwald endet die Geschichte- vorerst. Mit dem Selbstmord Margret Rasmussens, so nennt sie sich .
Und da erfährt ihre Tochter Alma, die bis dahin gedacht hatte, sie sei das einzige Kind, dass sie einen Bruder hat. Und nicht nur dieses Geheimnis wird gelüftet, man beginnt endlich, miteinander zu sprechen, was jedem einzelnen schwer fällt, aber der Tod Margrets löst so manche Bremse.
So einfühlsam und doch sehr herausfordernd , beinahe trocken erzählt die Autorin diese Geschichte, die fast nicht auszuhalten scheint, und doch liest man fasziniert weiter.
Wo das Schweigen wohnt, hat im Buch die Musikalität aller viel dazu beigetragen, dass nun auch Worte und Sätze, ja ganze Lebensbeichten hervorkommen.
Ein sehr lesenswertes Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Auch eine Triggerwarnung am Ende des Buches ist zu erwähnen.