Bis Seite 200 ein Pageturner, danach ein Flop :-(
Die Wahrheit ruht im SempacherseeDie Winteridylle wird jäh zerschnitten, denn am Sempachersee verenden zu Hauf Vögel. Während Eva in geheimener Mission unterwegs ist, scheint Cem anderen Ermittlungswegen nachzuegehen. Was beide nicht ...
Die Winteridylle wird jäh zerschnitten, denn am Sempachersee verenden zu Hauf Vögel. Während Eva in geheimener Mission unterwegs ist, scheint Cem anderen Ermittlungswegen nachzuegehen. Was beide nicht ahnen - diese Ermittlungen werden anders ausgehen als erwartet und mehr von ihnen abverlangenen, als sie jemals zu ertragen bereit gewesen sind. Doch wer zieht wirklich die Fäden und hat ein Interesse daran, dass nicht nur der winterliche See für immer schweigt ?
Was passiert, wenn die Gier nach Geld und Macht die inneren Dämonen antreibt, schreibt Monika Manosur in ihrem neuen Krimi. Zunächst liest sich der Plot auch wie das sprichwörtlich geschnittene Brot, denn die Seiten fliegen nur so durch die Finger und die Handlung ist mit einem Spannnungsbogen versehen, der die Leser:innen in Schach hält. Bis Seite 200 wird der Öko-Thriller wirklich zu einem klaustrophobischen Nervenzerrer, der von raffiniertem Thrill und subtiler Bösaritigkeit lebt.
Die Figuren können bis zu diesem Zeitpunkt überzeugen und gerade Cem kann seine emotionale Zerrissenheit so real vermitteln, dass mitunter die Tränen fließen. Doch dann legt Manosur den Schalter um und damit geht auch manchmal die Logik flöten. Die Handlung wird schräg und ist voller absurder Szenen, die wenig glaubhaft dargesetllt und vollkommen überladen sind. Es wirkt fast so, als habe sie zu viele Agentenfilme angeschaut, sich dort Ideen geholt, diese allesamt für gut befunden und regelrecht in ihre Handlung gepresst, um zwanghaft ihre Gescichte zu pushen.
Dabei hat sie dies nicht nötig, denn die Grundzüge des Plots sind an und für sich schon aufreibend genug, sorgen für Gesprächsstoff und bringen den ein oder anderen Gedankengang auf den Weg, um selbst etwas genauer hinzuschauen, wenn es um das Ausschlachten der Umwelt aus Profitgier geht.
Das Buch verliert immer mehr an Raffinesse, überschlägt sich an Ereignissen und Mansour kann weder mit eTiming noch mit emotionaler Erlebbarkeit punkten. Der Thriller wird somit zur Farce und verliert seinen Reiz. Nach dem sehr guten Start in die Handlung wäre deutlich mehr drin gewesen, um die brisanten Themen auch wirklich glaubhaft zu verpacken.
2,5 Sternchen