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Veröffentlicht am 18.06.2024

Aufbruch in eine neue Welt

Savannah – Aufbruch in eine neue Welt
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Schon lange habe ich keinen Auswanderer-Roman mehr gelesen, die man früher zahlreich in den Buchhandlungen finden konnte. Seit einigen Jahren sind diese jedoch kaum mehr zu finden. Deshalb habe ich mich ...

Schon lange habe ich keinen Auswanderer-Roman mehr gelesen, die man früher zahlreich in den Buchhandlungen finden konnte. Seit einigen Jahren sind diese jedoch kaum mehr zu finden. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich "Savannah - Aufbruch in eine neue Welt" gesehen habe. Bei vorablesen habe ich reingelesen und wurde sofort von der Geschichte in den Bann gezogen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich den Roman gewonnen habe.

Dies ist der erste Band der Siedler-Reihe von Malou Wilke und wir begleiten die allerersten Siedler, die sich 1733 im Bundesstaat Georgianiederlassen. Unter ihnen ist die junge schwangere Nellie Bernstein, die von ihrem Vater vor die Tür gesetzt wurde. Gemeinsam mit den anderen Vertrieben, wie den Protestanten aus dem Salzburger Erzherzogtum, die ihre Heimat wegen ihres Glaubens verlassen müssen oder anderen Heimatlosen, begleiten wir sie auf den Weg nach Amerika, wo eine völlig ungewisse Zukunft auf die Aussiedler wartet....

Der erste Band ist in vier Teile gegliedert und erzählt von den Jahren 1733 bis 1739. Malou Wilke schreibt sehr bildhaft, wie damals die Kolonie unter James Oglethorpe entstanden ist. Ein völlig neues Land mit komplett anderen Witterungsverhältnissen, unbekannten Tieren und den ursprünglichen Einwohnern, den Yamacraw, warten auf die Europäer. Die Beziehung zu den indigenen Völkern wird natürlich ebenfalls thematisert, wie auch die Feindschaft zu den Spaniern, die sich bereits weiter südlich angesiedelt haben. Der historisch belegte Gründer von Georgia, James Oglethorpe, ist natürlich ein wichtiger Wegbegleiter für die ersten und weiterhin ankommenden Europäer und erhält auch im Roman einen wichtigen Part.

Neben dem Aufbau einer neuen Siedlungsgemeinschaft stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Sind die ersten Siedler friedfertig und wollen sich ein angenehmes Zusammenleben gestalten, werden die Probleme mit dem Ankommen immer weiterer Menschen größer. Alkohol und Streitigkeiten, wie auch das Verbot der Sklaverei, die trotzdem Einzug hält, werden zu Themen, die die Gemeinschaft spalten. Aber auch die Natur bringt immer wieder neue Probleme, die die Siedler vor große Herausforderungen stellen.
Es war ungemein spannend zu lesen, wie die Menschen sich aus dem Nichts eine neue Heimat erschaffen.

Nellie ist eine sehr sympathische und starke junge Frau, deren Leben bisher alles andere als gut war. Alle neuen Bewohner, die Savannah schließlich gründen, sind Menschen, die vor etwas flüchten und sich ein besseres Leben erhoffen. Allerdings wurde mir Nellie im Laufe des Romans fast zu gut dargestellt, denn sie ist für viele in der Kolonie eine Stütze, die immer für sie da ist - trotz aller Rückschläge und Verluste.

Bis zu den ersten 400 Seiten war ich extrem begeistert vom Roman und war mir sicher, dass ich ein fünf Sterne Buch, sogar ein Highlight, vor mir habe. Danach nahmen aber die Tragödien und Verluste immer mehr zu. Kaum ein Kapitel kam ohne Tote und Naturkatastrophen aus. Natürlich war vieles für die Siedler fremd, wie das ihnen unbekannte, aber immer wiederkehrende Gelbfieber, das viel zu viele dahingerafft hat. Trotzdem wurde mir das Elend bald zu viel, denn es zog mich doch ziemlich runter und nahm der Geschichte das gewisse Etwas, was mich an den bisherigen Seiten so fasziniert hatte.

Trotzdem ist der erste Band der Siedler-Saga eine ganz tolle und spannende Geschichte, die über die ersten Siedler unter James Oglethorpe und der neuen Kolonie Georgia, erzählt. Ich habe jede Menge Neues gelernt und werde auf jeden Fall auch den zweiten Band lesen, der Ende des Jahres erscheint.

Fazit:
Ein mitreißender erste Band einer Auswanderer-Saga, die über die Entstehung von Georgia erzählt. Spannend und empfehlenswert für alle Leser:innen, die gerne über fremde Länder im historischen Kontext lesen.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Zurück in Green Valley

New Dreams
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Ich muss ehrlich gestehen, dass mich der Klappentext des dritten Green Valley Romans weniger angesprochen hat, als die beiden Vorgänger. Umso überraschter war ich, wie gut mir die Geschichte schlussendlich ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass mich der Klappentext des dritten Green Valley Romans weniger angesprochen hat, als die beiden Vorgänger. Umso überraschter war ich, wie gut mir die Geschichte schlussendlich gefallen hat.

Nach einem handfesten Streit mit ihrer Mutter flieht Elara aus dem heißen Phoenix zu ihrer Großmutter nach Green Valley in die Rocky Mopuntains. Dabei überrascht sie ein Schneesturm im April und ein Bär, der plötzlich mitten auf der Fahrbahn steht. Dass sich der Bär kurzerhand als Schaf entpuppt und Elara mit ihren Flip Flops im Schnee stand, brachte mich gleich zu Beginn zum Lachen. Als Retter in der Not entpuppt sich Noah, der Elara findet und zum Haus ihrer Großmutter Molly bringt. Da sich Elaras Mutter weigert die Kosten für die Reparatur ihres Autos zu übernehmen, beginnt Elara an der örtlichen Tankstelle zu arbeiten. In Raten möchte sie die Repratur abstottern. Dort trifft sie in der angschlossenen Werkstatt wieder auf Noah, ihren Retter in der Not. Zwischen Noah und Elara bahnt sich eine zarte Freundschaft an. Er erzählt ihr von seiner Leidenschaft für die Astrologie und seinen Raumfahrtstudium. Im Moment hat er dieses jedoch ad acta gelegt, denn er möchte in der Nähe seiner Ex-Freundin Annie sein, die im Koma liegt. Noah fühlt sich schuldig an ihrer Situation und lässt Elara nicht wirklich an sich heran....

Die Gefühlswelt der Beiden wird sehr bildhaft beschrieben. Zwischen der aufkommende Liebe steht Annie, die in Denver im Krankenhaus liegt. Trotzdem ist die Anziehung zwischen Noah und Elara immer zum Greifen nah.

Die Figuren sind liebevoll gezeichnet. Ich fand beide Hauptcharaktere sehr sympathisch. Noah ist hilfsbereit, freundlich und steht zu seinem Wort. Nur Elara gegenüber ist er distanziert.
Als Stadtmädchen fühlt Elara sich in Green Valley immer wohler und stellt sich den neuen Herausforderungen. Einer davon ist der Konflikt mit ihrer Mutter, die nicht akzeptieren will, dass Elara nicht wie sie Medizin, sondern auf Lehramt studieren möchte.
Natürlich treffen wir auch auf altbekannte Charaktere, wie Izzy, Lena, Ryan und Will; lernen aber auch neue wie Hank, dem die Werkstatt gehört oder Noahs Familie besser kennen.

Wie schon bei der Cherry Hill Reihe freue ich mich auch wieder nach Green Valley zurückzukehren. Ich liebe die Bergwelt und in Green Valley hat man immer wieder die wunderbare Landschaft der Rocky Mountains vor Augen. Die bildhafte Beschreibung der Kleinstadt und seinen Einwohnern ist ebenfalls ein großer Pluspunkt.

Der Schreibstil von Lilly Lucas liest sich wieder sehr angenehm und die Geschichte hatte immer genau das richtige Tempo. Außerdem mag ich den Humor der Autorin. Obwohl auch schwierige Themen, wie Schuld, Vergebung und Loslassen im Buch angesprochen werden, gibt es keinerlei Drama, wie es oft in diesem Genre vorkommt. Genau diese Eigenschaften mag ich an Lilly Lucas Büchern.

Fazit:
Ein weiterer Roman aus der Green Valley Reihe, zu der ich immer wieder gerne greife. Obwohl mich hier der Klappentext zuerst weniger angesprochen hat, entwickelt sich die feinfühlige Geschichte wieder zu einem tollen Wohlfühlroman. Ich empfehle die Reihe gerne weiter und freue mich auf Band vier.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Ein Highlight!

Alles, was wir fühlen
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Puh, das war eine richtig starke Geschichte, die uns Nicole Fisher hier präsentiert. Ich habe das Buch über Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen und bin noch immer absolut geflasht.

Der Klappentext ...

Puh, das war eine richtig starke Geschichte, die uns Nicole Fisher hier präsentiert. Ich habe das Buch über Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen und bin noch immer absolut geflasht.

Der Klappentext schreit förmlich nach einer Dreiecksgeschichte, die es allerdings nur bedingt ist. Ich bin nämlich auch kein Fan von dieser Art von Liebesromanen. Außerdem sollte man sich von der Inhaltsangabe nicht täuschen lassen, denn die Geschichte ist nicht immer leichte Kost.

Lisa ist eine junge Frau Ende Zwanzig, die mit ihrer Jugendliebe Fabian verheiratet ist. Gemeinsam haben sie Mika, ihren sechsjährigen Sohn, der Lisas Ein und Alles ist. In letzter Zeit fühlt sie sich in der Ehe allerdings alleine gelassen. Fabian ist abends laufend unterwegs, kümmert sich nicht um den gemeinsame Sohn und Lisa hat neben ihrem Job noch den gesamten Haushalt und alles andere auf ihren schmalen Schultern zu tragen. Es ist einer der ersten Abende, an dem sie wieder ausgeht, als sie auf der Geburtstagsfeier ihrer Schwägerin Natalie, Ben kennenlernt. Die Beiden verstehen sich auf Anhieb und entdecken viele Gemeinsamkeiten. Lisa bemerkt, wie sie nach Beachtung und liebevollen Worten hungert, denn Fabian verhält sich die letzte Zeit eher lieblos und wälzt alles auf Lisa ab. Sie möchte auf keinen Fall ihre Ehe gefährden und ihren Sohn eine intakte Familie bieten. Auch Ben versucht seinen Gefühle nicht nachzugeben. Er weiß, dass Lisa verheiratet ist und außerdem kämpft er selbst mit seinen Dämonen aus seiner Vergangenheit....

Die Stärke des Romans liegt in der einfühlsamen Schreibsweise der Autorin. Sie fängt Verzweiflung, Wut, Schmerz und Machtlosigkeit unglaublich toll ein. Dabei erzählt sie abwechselnd aus der Sicht von Lisa und Ben.
Die Charaktere sind lebendig und facettenreich dargestellt. Sie haben Ecken und Kanten und sie wirken absolut authentisch, denn auch sie haben so einige Probleme, die sie mit sich herumschleppen. Emotionen und Gefühle sind allgegenwärtig. Ich habe mit Lisa wirklich mitgefühlt und mitgelitten, denn ich konnte sie in vielen Dingen gut verstehen.
Die Nebencharaktere sind ebenfalls sehr gelungen. Dabei sind mir besonders Ina, Lisas Schwester und ihr beider Vater ans Herz gewachsen.

Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wie diese Geschichte wohl ausgehen wird. Nicole Fisher hat einige dramatische Entscheidungen und viel Emotionalität in ihrem Roman einfließen lassen. Die Geschichte hat mich teilweise sehr aufgewühlt und ich bin schwer wieder daraus aufgetaucht.

Einen Satz aus dem Vorwort der Autorin möchte ich hier noch extra herausschreiben:
"Lest diese Geschichte mit Bedacht, ehe ihr urteilt. Geht in euch und überlegt, was ihr getan und wie ihr reagiert hättet."

Damit möchte ich meine Rezension beenden, die mir sehr schwer gefallen ist - wie immer bei Büchern, die mich wirklich mitreißen und überzeugen konnten.

Fazit:
Eine intensive Geschichte mit Tiefgang, die mich sehr berührt hat. Ich erlebte eine emotionale Achterbahn der Gefühle und habe die Geschichte wirklich "miterlebt". Der Roman hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Für mich ein Highlight, das ich sehr gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Interessante Geschichhte auf zwei Zeitbenen mit Längen

Das Licht der Fjorde
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Von Christine Kabus habe ich bereits einige Romane gelesen. Die letzten Geschichten spielten in Estland, was ich sehr interessant finde. Meistens spielen ihre Bücher allerdings in Norwegen, wie auch "Das ...

Von Christine Kabus habe ich bereits einige Romane gelesen. Die letzten Geschichten spielten in Estland, was ich sehr interessant finde. Meistens spielen ihre Bücher allerdings in Norwegen, wie auch "Das Licht der Fjorde".

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen, nämlich 1970 und Anfang der Vierziger Jahre, erzählt.
Norwegen ist zu diesem Zeitpunkt von den Deutschen besetzt. Die junge Solveig ist Übersetzerin für die deutschen Truppen und lernt durch ihren Vater den Ingenieur Roar kennen und lieben. Als Solveig erfährt, dass ihr Freund im Widerstand arbeitet, schließt sie sich ihm an. Doch schon bald schweben beide in großer Gefahr...

Lizzys Vater arbeitet bei einer Ölbohrfirma. Der gebürtige Norweger, der seit Jahrzehnten in den USA lebt, zieht berufswegen mit der gesamten Familie nach Stavanger. Der Umzug ist für Lizzy nicht leicht, zumal sich ihr Vater plötzlich seltsam verhält und etwas zu verbergen scheint. Während sich ihr kleiner Bruder Chris schnell an seine neue Heimat gewöhnt, vermisst Lizzy ihre beste Freundin Shirley und ihre Großeltern. Als sie Erik, seine Schwester Reidun und seinen besten Freund Ole kennenlernt, beginnt sie sich mit ihrer neuen Situation etwas mehr anzufreunden.

Christine Kabus hat viele interessante historische Fakten und Hintergründe in ihrem Roman miteinfließen lassen. Über Norwegen und den Widerstand während der Besatzungszeit wusste ich bisher sehr wenig. Bislang habe ich nur ein Buch zum Thema "Lebensborn" gelesen, welches in Norwegen während des Zweiten Weltrkieges spielt.

Die Autorin schreibt teilweise sehr detailreich, aber auch wunderbar flüssig. Ganz besonders liebe ich aber ihre bildhaften Beschreibungen der Landschaft, wie auch die Einbettung politischer und historischer Begebenheiten zu dieser Zeit. Ich habe wieder einige neue Erkenntnisse über diese Zeitspanne während des Zweiten Weltkrieges gezogen - bei diesem Thema lernt man wirklich nie aus.

Leider empfand ich diesmal die Handlung etwas zu sehr in die Länge gezogen, während mir der Wechsel der beiden Handlungstsränge zu schnell von statten ging. Kaum war man in einer Zeit richtig drinnen, wurde man schon wieder herausgerissen. Das war schade!
Bis es zum spannenden Finale kam, dauerte es sehr lange. Hier hätte ich mehr Tempo und vielleicht ein bisschen weniger Ausführlichkeit vorgezogen. Ein Punkt war für mich auch schon sehr früh ersichtlich und keine wirkliche Überraschung mehr. Das Ende war mir dann jedoch wieder zu schnell abgehandelt. Im Großen und Ganzen war es jedoch eine bewegende Geschichte.

Fazit:
Eine interessante Geschichte auf zwei Zeitebenen, die mir leider zu viele Längen hatte und erst im letzten Drittel richtig an Tempo zunahm. Der Wechsel zwischen den beiden Zeiten empfand ich hingegen zu schnell. Der historische Hintergrund war allerdings sehr gut recherchiert und bewegend erzählt.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Ein Neuanfang

Das Lied der Biene
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Ich durfte den neuen Roman von Gabriela Gross aka Gabriele Diechler über die Lesejury lesen. Schon auf den ersten Seiten erkennt man den einfühlenden Schreibstil der Autorin, den ich so wunderbar finde.
Doch ...

Ich durfte den neuen Roman von Gabriela Gross aka Gabriele Diechler über die Lesejury lesen. Schon auf den ersten Seiten erkennt man den einfühlenden Schreibstil der Autorin, den ich so wunderbar finde.
Doch worum gehts?
Marga ist seit Jahren die Perle des Haushaltes von Hotelier und Unternehmer Paul Alprecht. Nach einem Streit mit ihrer Tochter, die ihr vorwirft, ihr Leben nicht zu leben und die baldige Hochzeit von Paul mit Sibylle, mit der sie nur schwer auskommt, veranlassen Marga schweren Herzens zu kündigen. Doch kurz vor der Hochzeit stirbt Sibylle an einem Bienenstich. Durch ihren plötzlichen Tod kommt Marga nicht mehr dazu ihre Kündigung einzureichen. Außerdem fühlt sie sich durch Pauls Verlust an eine Zeit in ihrem Leben erinnert, die sie noch immer traurig macht. Ohne nachzudenken schreibt sie Paul eine tröstende, anonyme Email, auf die er nur zögerlich antwortet. Doch mit der Zeit wartet er bereits sehnsüchtig auf eine Antwort der unbekannten Schreiberin. Er ist neugierig, wer sich hinter der anonymen Absenderin verbirgt, die ihn so gut versteht.
Auch Marga erkennt im Laufe der Zeit, dass sie mutiger werden und in ihrem Leben etwas ändern muss. Ihre beiden Freundinnen Kirsten und Eva versuchen sie dabei zu unterstützen. Als Paul wegen einer baldigen Hoteleröffnung nach Portugal reisen muss, nimmt er Marga kurzfristig mit. Sie soll den Haushalt in seinem Ferienhaus führen. Dabei kommt es jedoch bald zu unvorhersehbaren Komplikationen....

Die Autorin spricht im Roman jede Menge Themen an. Das beginnt mit Trauer und Verlust, diversen Beziehungsproblemen, sowie Schwierigkeiten zwischen Eltern und ihren Kindern. Trotz der Vielzahl an Themen werden diese von der Autorin nicht oberflächlich behandelt. Der Roman steckt voller wundervoller Lebensweisheiten, die man am liebsten alle irgendwo notieren möchte.
Die Geschichte macht nachdenklich und unwillkürlich beginnt man beim Lesen sein eigenes Leben zu reflektieren. Gabriela Gross versteht es großartig die Gefühle ihrer Figuren zu transportieren, auch wenn ich sie nicht immer verstehen und ihr Tun nachvollziehen konnte. Es sind Charaktere mit Ecken und Kanten, die gute, aber auch falsche Entscheidungen treffen. Die Entwicklung der Figuren, besonders die von Marga, die immer mehr aus ihren Schatten tritt, hat mir sehr gut gefallen.

Obwohl natürlich einige Dinge vorhersehbar sind, überrascht uns die Autorin genauso mit unerwarteten Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Einige größere Sprünge in der Handlung und das Ende waren mir allerdings etwas zu schnell abgehandelt.

Fazit:
Ein sehr positiver Roman, der trotz einiger schwerer Themen mit einer Leichtigkeit daherkommt, die mich überrascht hat. Der intensive und gefühlvolle Schreibstil der Autorin, sowie die Poesie in ihren Worten, machen jeden ihrer Romane zu etwas ganz Besonderen. Eine Geschichte für alljene, die einen Wohlfühlroman mit Tiefgang lesen wollen.

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