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Veröffentlicht am 03.12.2023

Komm in den Tanzpalast

Lindy Girls
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Auf den neuen Roman von Anne Stern, abseits der Hulda Gold Reihe, war ich schon sehr gespannt. Auch diese Geschichte spielt wieder in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik.
Wally Kaluza ist Tanzlehrerin ...

Auf den neuen Roman von Anne Stern, abseits der Hulda Gold Reihe, war ich schon sehr gespannt. Auch diese Geschichte spielt wieder in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik.
Wally Kaluza ist Tanzlehrerin in einer Tanzschule. Sie träumt schon seit einer Ewigkeit eine eigene Tanzgruppe auf die Beine zu stellen. Mit Charlston, Shimmy oder Lindy Hop möchte sie den Berlinern die neuen Tänze aus Amerika näher und etwas mehr Schwung auf die Tanzbühnen bringen. Doch als Frau wird ihr immer wieder eine Aufführung in Varietés oder Tanzpalästen verwehrt. Erst als ihr alter Freund Toni Lindberg aus den USA zurückkehrt, wird ihr Traum zur Realität. Toni übernimmt die Managerrolle, während sich Wally auf die Suche nach acht Tänzerinnen für ihre geplante Show macht und das Tanztraining überwacht. Sie sucht junge Frauen, die so manchen Kompromiss eingehen müssen, um die Verwirklichung ihrer Träume zu erreichen...

Durch die vielen Protagonisten ist der Beginn etwas anstrengend zu lesen. Kaum hat man eines der Mädchen etwas kennengelernt, sind wir schon bei der nächsten angelangt. Anne Stern rückt jedoch einige davon mehr in den Mittelpunkt und erleichtert damit ihren Leser:innen die "Zuordnung".
Zuerst lernen wir Thea kennen, die aus ihrem gutbürgerlichen Elternhaus vor ihrer arrangierten Heirat geflohen ist. Sie landet etwas unsanft in den Straßen Berlins und erhält Hilfe von Gila. Diese ist Sekretärin in einer Zeitungsredaktion und träumt davon Schriftstellerin zu werden. Gila nimmt Thea mit zu sich nach Hause und zeigt ihr ihr "Swinging Berlin". Alice kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Sie arbeitet in einer Fabrik und muss sich noch um ihren jüngeren Bruder Benjamin kümmern, der immer wieder in Straßenkämpfe verwickelt ist.
Neben Wally und den Mädels der Tanztruppe spielt natürlich auch Toni eine große Rolle. Ein weiterer Freund von Wally ist Joe, der als einziger aus ihrer alten Heimat stammt und ihre Geheimnisse kennt.

Die Kapitel sind eher kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Abwechselnd begleiten wir Wally, Thea, Gisa, Alice, Toni und Joe. Alle haben neben der großen Liebe zum Tanz ihr Päckchen zu tragen. Wir erfahren einige Details aus dem Leben der Tänzerinnen, sowie von Toni, Joe und Wally. Trotzdem sind es eher Momentaufnahmen dieser wenigen Monate, die die Protagonisten zusammen verbringen. Dadurch fehlte es mir manchmal etwas an Tiefe und einges blieb mir zu sehr an der Oberfläche.

Der Schreibstil der Autorin liest sich wieder sehr gut, ist mitreißend und detailiert. Anne Stern hat den Zeitgeist der späten Zwanziger Jahre in Berlin wunderbar eingefangen. Obwohl die Frauen langsam versuchen aus dem engen Korsett zu schlüpfen, bleibt ihnen vieles noch immer verwehrt. Auch die Standesunterschiede sind noch lange nicht verschwunden und wir wissen leider, dass die kommenden Jahre nicht besser werden.
Die Stadt Berlin wird zur großen Bühne. Anne Stern beschreibt die Schauplätze und die Umgebung sehr detailreich und wir erleben die "goldenen Zwanziger", die in keiner Stadt so gelebt wurde, wie in Berlin. Dabei wird der Gegensatz zwischen Arm und Reich aufgezeigt. Auf der einen Seite die vielen Vergnügungen und Ausschweifungen und auf der anderen Hunger, Entbehrungen und die beginnende Gefahr der Braunhemden, die die Straßen unsicher machen. Es ist eine Zeit der Extreme.

Sehr gefallen hat mir die musikalische Komponente, die natürlich eine große Rolle spielt. Die Beschreibung des Tanztrainings und der Auftritte nehmen viel Raum ein und wir erleben mit den Mädels der Tanzgruppe Triumph und Niederlage.

Anne Stern nimmt uns mit ins Berlin der "wilden" Zwanziger Jahre, wo die amerikanischen Melodien und Tänze die Stadt erobern und neue Lebensfreude bringen. Doch wir erleben hier auch auch die Schattenseiten der Zwischenkriegszeit.

Fazit:
Anne Sterns neuester Roman bringt uns die Musik und die Lebenslust der Zwanziger Jahre näher. Allerdings gibt es auch jede Menge Schattenseiten, die hier nicht verschwiegen werden. Mir hat die musikalische Komponente und das Setting Berlin gut gefallen; die Charaktere hätten allerdings noch gerne etwas mehr Tiefe haben können.

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Veröffentlicht am 30.11.2023

Als Wien noch Filmmetropole war

Mord im Filmstudio
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Im achten Fall des historischen Cozy-Crime Reihe rund um Ernestine und Anton geht es diesmal ins Schönbrunner Schlosstheater. Als die "Listo Film" Komparsen sucht, ist Ernestine nicht zu halten und meldet ...

Im achten Fall des historischen Cozy-Crime Reihe rund um Ernestine und Anton geht es diesmal ins Schönbrunner Schlosstheater. Als die "Listo Film" Komparsen sucht, ist Ernestine nicht zu halten und meldet sich und Anton sofort an. Die beiden werden auch ausgewählt und dürfen im Stummfilm "Der Rosenkavalier" in historische Kostüme schlüpfen, was Anton so gar nicht behagt. Er fühlt sich in den seidenen Kniebundhosen mit den lilafarbenen Schleifchen alles andere als wohl.
Schon am zweiten Drehtag passiert der titelgebende Mord und die Hauptdarstellerin Louise Toupie wird tot in ihrer Garderobe aufgefunden; um ihren Hals ein roter Seidenschal. Die unter den Kolleg:innen unbeliebte und divenhafte Schauspielerin hat jede Menge Neider und scheint auch keine Kostverächterin gewesen zu sein. Die Anzahl der Verdächtigen ist deswegen nicht gerade gering.
Antons Schwiegersohn Erich Felsberg wird mit dem Mordfall betraut, während Ernestine sich im Schlosstheater umhört. Erich benötigt dringend ein Erfolgserlebnis, denn die antisemitischen Sprüche seines Kollegen Pinter werden immer schlimmer. Zusätzlich kommen beide als Nachfolger ihres Chefs in Frage, was die Rivalität noch zusätzlich anheizt.

Die liebevoll gezeichneten Figuren sind immer ein Garant für schöne und amüsante Lesestunden. Ernestine Kirsch und Anton Böck sind einfach ein unverwechselbares Ermittlerpärchen, das man sofort ins Herz schließt. Natürlich darf auch wieder Antons Liebe zu den Wiener Mehl- und Nachspeisen nicht fehlen.
Beate Malys Romane sind immer sehr gut historisch recherchiert und bringen mir das historische Wien sehr nahe. Sehr oft fange ich zu googlen an und erfahre etwas über interessante Gebäude, die leider nicht mehr stehen oder Dinge, die in Vergessenheit geraten sind.
Der zunehmende Antisemismus wird in der Reihe immer mehr Thema und ich bin neugierig, wie es in den folgenden Bänden weitergehen wird.

"Mord im Filmstudio" ist nicht der stärkste Band der Reihe. Es gibt einige lose Fäden, die im Sand verlaufen. Das Ende konnte mich ebenfalls nicht richtig überzeugen, denn es war für mich nicht ganz stimmig. Trotzdem war es wieder eine wundervolle Zeitreise ins Wien der späten Zwanziger Jahre.

Das Cover vom Emons Verlag ist wieder ein richtiger Hingucker! Ich liebe diese im Jugendstil gehaltenen Buchcover ganz einfach!

Fazit:
Diesmal begeben wir uns mit unserem Ermittlerpärchen in die Wiener Stummfilm-Ära. Historisch wieder wundervoll recherchiert und erzählt, jedoch fand ich diesmal das Ende des Krimis nicht ganz stimmig.

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Veröffentlicht am 28.11.2023

Am Hofe von Ludwig den Unwandelbaren

Vampyria - Der Hof der Finsternis
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Ich war mir nicht sicher, was mich hier erwartet, aber ich habe auf historisches und blutiges gehofft. Historisch ist die Geschichte eher nicht, auch wenn wir hier Ludwig, den Unwandelbaren, vor uns haben, ...

Ich war mir nicht sicher, was mich hier erwartet, aber ich habe auf historisches und blutiges gehofft. Historisch ist die Geschichte eher nicht, auch wenn wir hier Ludwig, den Unwandelbaren, vor uns haben, welcher Ludwig den IV., den Sonnenkönig, verkörpern soll. Hier ist er der König der Vampire und hat sich 1715 einem Geheimritual unterzogen, welches ihn unsterblich machte. Sein Gesicht wurde durch die Verwandlung entstellt, welches er hinter einen golden Maske verbirgt. Unter seiner Herrschaft muss jeder menschliche, nicht adelige Bürger monatlich ein Zehntel seines Blutes an die Magna Vampyria abgeben, um in Frieden unter den Vampiren zu leben. Blutig wird es also auf jeden Fall...
Die Lebensweise, die wir zu Beginn kennenlernen und die uns eigentlich in die heutige Zeit, nämlich ins Jahr 2015 führt, mutet jedoch historisch an. Man bewegt sich mit Kutschen weiter und wir unterscheiden zwischen Adeligen und "gewöhnlichen" Menschen.

Jeanne Froidelac ist die Tochter einer Apothekerfamilie aus der Auvergne. Eines Abends erhalten die Froidelacs Besuch aus Versailles und werden als Verräter des Königs getötet. Nur Jeanne gelingt die Flucht. Durch einen Zufall nimmt sie die Identität der jungen Adeligen Diane Gastefriche an und wird von Alexandre de Mortange, Vicomte von Clermont, unter seinen Schutz genommen. Er nimmt Jeanne/Diane mit zur Schule des Königs der Finsternis. Dort soll sie zusammen mit den Söhnen und Töchtern der angesehensten Famlien der Magna Vampyria unterrichtet werden. Strenge und gefährliche Prüfungen stehen ihr bevor, um die Möglichkeit zu erlangen, die Auserwählte zu sein, die den Schluck des Königs erhält und dadurch nicht nur in seine Gunst aufsteigt, sondern auch einen kleinen Teil Unsterblickeit erlangt. Jeannes Ziel ist Rache zu üben und den König zu töten.

Der Beginn hat mir sehr gut gefallen. Der Überfall auf die Familie von Jeanne und die weiteren Verläufe bis Jeanne als Diane in die Magna Vampyria ankommt, waren sehr spannend erzählt. Auch das erste Kennenlernen der Mitschüler und Konkurrenten hat meine Neugier geweckt. Danach lässt die Geschichte allerdings nach und es gibt einige eher langatmigere Abschnitte, die mich nicht ganz erreichen konnten. Diese waren jedoch nie lange und so habe ich gerne weitergelesen.

Die Atmosphäre ist düster, wie es sich für einen Roman in diesem Genre gehört. Dixens Vampire sind brutale und herrschsüchtige Kreaturen der Finsternis....aber nicht nur sie. An der Magna Vamypria geht es ebenfalls nicht zimperlich her.
Das Setting und der Aufbau der Welt ist wirklich gelungen.

Den Charakter von Jeanne/Diane fand ich gewöhnungsbedürftig. War sie mir zu Beginn noch recht sympathisch, wandelt sie sich im Laufe der Geschichte in eine junge Frau, die über Leichen geht und sogar gute Freunde ans Messer liefert. Es gab deshalb den einen oder anderen Schockmoment für mich. Im Nachhinein gibt es der Geschichte aber auch etwas mehr Pep und sie ist nicht wirklich vorhersehbar. An Glaubwürdigkeit und Sympathie hat mich Jeanne/Diane aber leider verloren. Außerdem waren manche Wendungen für mich leider nicht wirklich nachvollziehbar. Die richtig toughe Heldin hätte mir mit ein paar Schwächen besser gefallen und mehr überzeugt. So wirkt sie etwas unglaubwürdig.
Die eingebaute Liebesgeschichte hätte ich ebenfalls nicht gebraucht. Sie wirkt etwas aufgesetzt und plump.

Trotzdem bin ich durch den Vampirroman, der mit einem Cliffhanger endet, geflogen und ich werde auch den zweiten Band lesen, um zu erfahren, wie es mit Jeanne/Diane weitergehen wird.

Die Aufmachung der Klappbroschur ist gelungen. Klappt man die Innenseite des Covers auf, findet man die wichtigsten Charaktere, die wie in einer Ahnengalerie abgebildet sind. Außerdem befindet sich danach eine Karte des Reiches Magna Vampyria und danach "Die Ordnung der Sterblichen" der "Codex Mortalis". Dort findet man nicht nur die Regelungen für Sterbliche, sondern auch eine Grafik, die veranschaulicht, wie die Hierarchie in Magna Vampyria geordnet ist.


Fazit:
Ein düsterer Vampirroman, der noch etwas Potenzial nach oben hat. Trotz einiger kleinen Längen fand ich die Geschichte spannend und unvorhersehbar. Auf jeden Fall weckt dieser erste Band meine Neugier auf die beiden Fortsetzungen.

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Katz- und Mausspiel

Ich bringe dich zum Schweigen
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Nachdem mir Sarah Nisis Debüt "Ich will dir nah sein" gut gefallen hat, war ich auf ihren zweiten Psychothriller sehr gespannt.

Phoebe und Charlie sind Stiefschwestern und schon seit ihrer Kindheit verfeindet. ...

Nachdem mir Sarah Nisis Debüt "Ich will dir nah sein" gut gefallen hat, war ich auf ihren zweiten Psychothriller sehr gespannt.

Phoebe und Charlie sind Stiefschwestern und schon seit ihrer Kindheit verfeindet. Sie haben nichts gemeinsam und sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Den Grund erfährt man als Leser im Laufe der Geschichte, wobei jedoch eine der beiden Schwester psychopathische Züge hat. Als die beiden Frauen plötzlich erben, sollen sie ihre Rivalität begraben und gemeinsam ein Theaterstück beenden, welches Potential hat ein Welterfolg zu werden. Wer nun denkt, die beiden Schwestern begraben deswegen ihre Feindschaft, irrt sich gewaltig. Jede von ihnen versucht aus der Ausgangslage Kapital zu schlagen. Hindernisse werden aus dem Weg geräumt...

Die Autorin fährt ein ähnliches Schema wie bei ihrem ersten Buch. Auch hier spürt man von Beginn an die unterschwellige Spannung und den Thrill, obwohl es bei "Ich bringe dich zum Schweigen" im ersten Drittel einige kleine Längen gibt. Doch diese Informationen sind wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte und erklären sich erst am Schluss.
Die Geschichte spielt in der Theaterwelt von London, welches ein sehr interessantes Setting bietet. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Dabei stehen nicht nur die beiden Stiefschwestern im Fokus, sondern wir bekommen auch Einblicke in verschiedene Blickwinkel verschiedener Nebenfiguren und in diverse Tagebucheinträge. Weiters erhalten wir Rückblenden in die Vergangenheit von Phoebe und Charlie.
Sarah Nisi erzählt eindringlich vom Katz- und Mausspiel der beiden Stiefschwestern, die es hervorragend zu Manipulieren verstehen. Ihnen ist jedes Mittel recht, um sich für die Verletzungen der Vergangenheit zu rächen. Wer hier gut und böse ist, müsst ihr selbst rausfinden..
Auch diesmal überrascht mich die Autorin mit ihrem Ende, wobei ich aber den Großteil des Plots bereits erraten habe. Trotzdem gelingt es ihr noch eine weitere Wendung einzubauen, die mich schlussendlich kalt erwischt.

Für mich kam "Ich bringe dich zum Schweigen" nicht ganz an Sarah Nisis Debüt "Ich will dir nah sein" heran, weil für mich das Schema sehr ähnlich aufgebaut ist. Es gab auch einige Längen, bevor die Autorin zum finalen Schlag ausholt.

Fremde Cover gibt es keine, denn die Autorin ist gebürtige Deutsche - lebt aber seit 2012 in London.

Fazit:
Ein etwas ruhiger, aber gut aufgebauter Psychothriller, der mit seiner unterschwelligen Bedrohung punktet. Das Ende überrascht und ist gelungen. Für mich war jedoch das Debüt der Autorin stärker, als ihr Nachfolger.

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Wohlfühlroman mit Tiefgang

Unser Sommer am Meer
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In Oceanside war ich bereits mit "Die Bucht der Wünsche". Hierzu habe ich leider auch noch keine Rezension geschrieben, habe ich gerade festgesellt...ups.

Hope Godwin hat ihren Zwillingsbruder, der in ...

In Oceanside war ich bereits mit "Die Bucht der Wünsche". Hierzu habe ich leider auch noch keine Rezension geschrieben, habe ich gerade festgesellt...ups.

Hope Godwin hat ihren Zwillingsbruder, der in Afghanistan kämpfte, verloren. Er war ihr einziger noch lebender Verwandter und die beiden standen sich sehr nahe. Der Schmerz sitzt tief und Hope, die ihren Namen zurecht trägt, versucht einen Neuanfang. Als Lehrerin bewirbt sie sich um eine Versetzung und landet in Oceanside. Sie zieht in ein kleines Häuschen, das sie gemietet hat und versucht sich abzulenken. Da spricht sie ihr Vermieter Preston an, ob sie nicht im hiesigen Tierheim aushelfen möchte. Er arbeitet selbst dort und ist immer auf der Suche nach freiwilligen Helfern. Im Tierheim trifft sie auf den völlig verstörten Hund Shadow und auf Cade, der sich ebenfalls sehr wortkarg gibt. Hope beginnt sich mit Shadow zu befassen und versucht den Hund zu resozialisieren und sein Vertrauen zu gewinnen.
Cade war, wie ihr Bruder, Soldat und wurde aufgrund einer Verletzung ehrenhaft entlassen. Er hat allerdings seine Erlebnisse und den Verlust seiner zwei Freunde bis heute nicht verkraftet. So treffen zwei tief verletzte Menschen und ein verstörter Hund aufeinander....

Hope ist eine sehr sympathische junge Frau, die sich sofort in mein Herz geschlichen hat. Die tiefe Trauer um ihren Zwillingsbruder lässt sie oftmals verzweifeln. Trotzdem nimmt sie die Kraft und schenkt diese ihren Schüler:innen und den Tieren im Tierheim. Sie kümmert sich neben dem Unterricht um Schüler in beratender Funktion und versucht mit viel Geduld Shadows Vertrauen zu gewinnen. Beides klappt nicht immer so, wie Hope sich dies wünschen würde....

Cade ist anfangs nicht so einfach zu greifen. Nicht nur sein Einsatz in Afghanistan hat ihn seelisch zerstört. Er hat davor auch noch mit seinen Eltern gebrochen. Sowohl Hope, als auch Cade haben ganz schön viel Ballast mit sich herumzutragen. Hope und Cade sind wunderbar authentisch dargestellt. Sie sind tief drinnen verletzt und wagen einen Neuanfang.

Der Schreibstil liest sich wieder, trotz der Schwere der Themen, leicht und man fliegt nur so durch die Seiten. Die unerwartenden Wendungen lassen Spannung aufkommen und regen auch zum Nachdenken an. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden, gestaltet sich dann auch anders, als wir erwarten. Mir hat sie jedoch sehr gut gefallen. Sie wirkt realistisch und wurde gefühlvoll erzählt.


Fazit:
Dieser Roman gehört wieder zu denen von Debbie Macomber, die ich sehr gerne gelesen habe und weiterempfehle. Nicht alle ihre Geschichten konnten mich abholen, aber "Unser Sommer am Meer" gehört definitiv dazu. Wohlfühlroman mit Tiefgang.

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