Das letzte Foto
Der BildersammlerKunstrestauratorin Tessa von Linden kenne ich bereits aus Liliane Skaleckis Thriller "Dunkeldorf". In diesem hatte sie aber nur eine kleine Rolle. In "Der Bildersammler" gehört sie definitiv zu den Hauptprotagonisten.
Nach ...
Kunstrestauratorin Tessa von Linden kenne ich bereits aus Liliane Skaleckis Thriller "Dunkeldorf". In diesem hatte sie aber nur eine kleine Rolle. In "Der Bildersammler" gehört sie definitiv zu den Hauptprotagonisten.
Nach ihrer Arbeit an einem Gemälde möchte sich Tessa von Linden die Füße vertreten und unternimmt im nahen Flüsterwald einen Spaziergang. Bei der Kapelle, wo sie normaler Weise immer den Rückweg antritt, steht das erste Mal das Gitter offen, was Tessa irritiert. Als sie hineingeht und näher hinsieht, erblickt sie einen Toten mit Wundmalen. Die Leiche ist drapiert wie der Heilige Sebastian auf einem ihr bekannten Gemälde.
Als Tessa die Kunstausstellung eines berühmten Fotografen besucht, der Fotografien nach bedeutenden Gemälden humorvoll inszeniert, findet sie in einem zweiten Raum verstörende Fotos, die Menschen in Todesangst zeigen. Diese orientieren sich ebenfalls an bekannten Gemälden. Tessa möchte mit dem Fotografen sprechen, doch diesen trifft sie nicht mehr lebend an...
Hauptkommissar Lennart Wiedmeyer erkennt schnell, dass er Tessas Blick auf die Sprache der Kunst bei den Morden benötigt, die ihm und seinem Team meist fehlen. Gemeinsam machen sie sich auf die Jagd nach dem Bildersammler, der noch lange nicht zu Ende ist mit seinen Morden.
Die Idee nach bedeutenden Gemälden zu morden, fand ich großartig. Nachdem Tessa den jungen Mann in der Kapelle gefunden hat, der nach einem Kunstwerk nachempfunden wurde, wollte ich einfach über all die erwähnten Gemälde, die im Thriller vorkommen, mehr wissen. Schnell wird man bei Dr. Google fündig. Liliane Skalecki hat damit nicht nur mein künstlerisches Interesse geweckt, sondern mich auch total in die Handlung hineingezogen.
Wir lesen diesmal aus der Sicht von Tessa, aber auch aus Täter- und Opfersicht. Das ist oftmals grausam, denn die Autorin spart nicht mit genauen Beschreibungen und Details. Da bekommt man schon des Öfteren Gänsehaut - vor allem, wenn man aus der Perspektive des Opfers liest.
Wie auch schon in "Dunkeldorf" hat Liliane Skalecki ihren Thriller raffiniert aufgebaut. Waren mir bei ihrem Vorgänger manche Stellen zu sehr detailliert, passt hier einfach alles. Die Autorin hat Kunst und Krimi perfekt zusammengeführt. Sie schreibt temporeich und die kurzen Kapitel lassen einem schnell durch die Seiten fliegen.
Fazit:
Ein spannender und temporeicher Krimi, der auch für Kunstmuffel eine grandiose Geschichte bereithält, die man schwer aus der Hand legen kann. Ich hoffe es wird noch weitere Fälle mit Tessa von Linden geben.