Leichte Lektüre, die mich erst im letzten Drittel packen konnte
Das Gestüt am See. Stürmische JahreIn letzter Zeit habe ich einige Familiensagen gelesen, die auf Gutshöfe oder einem Gestüt spielen und leider sind doch diese oftmals sehr ähnlich gelagert. Ich habe auch noch zwei weitere Rezensionen offen, ...
In letzter Zeit habe ich einige Familiensagen gelesen, die auf Gutshöfe oder einem Gestüt spielen und leider sind doch diese oftmals sehr ähnlich gelagert. Ich habe auch noch zwei weitere Rezensionen offen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Anfangen möchte ich aber mit der Reihe von Paula Mattis, dessen ersten Band ich erst gelesen habe.
Die erste Hälfte konnte mich nicht so richtig abholen, da die Geschichte doch sehr leicht/seicht begann und sich nicht viel von den anderen Büchern unterschied, die ich bisher gelesen habe. Die Tochter eines reichen Gutsherren, die sich weigert nur als Heiratskandidatin verschachert zu werden und die sich keine Zukunft als Ehefrau mit Teegesellschaften und unnützen Handarbeiten vorstellen kann - wie es zu dieser Zeit in dieser Gesellschaftsschicht gang und gäbe war.
Wir begleiten die junge Charlotte Edzards, älteste Tochter der Gestütsbesitzerfamilie, die eine begeisterte und sehr wagemutige Reiterin ist. Ihr älterer Bruder Hans, der einmal Jockey werden und das Gestüt übernehmen soll, ist hingegen eher ängstlich und hat nicht das Talent von Charlotte. Charlotte sieht sich selbst auf der Rennbahn, doch für Frauen ist dies zu dieser Zeit unmöglich. Als sie ins heiratsfährige Alter kommt, verbietet ihre Mutter ihr den Umgang mit den Pferden und sucht eine passende Verbindung für sie. In Richard, dem Sohn einer angesehenen und vorallem reichen Reedereifamilie, sieht Charlottes Mutter den idealen Kandidaten. Doch Charlotte möchte einmal aus Liebe heiraten. Ihre Eltern offenbaren ihr jedoch, wie es wirklich um das Gestüt steht und lassen ihr keine Wahl....
Sowohl Charlotte, als auch ihr Bruder Hans werden dazu gedrängt entgegen ihren Vorstellungen zu handeln. Ihre Bedürfnisse und Ängste werden ignoriert - das Gut und das Ansehen stehen vor allem anderen. Damit setzen die Eltern jedoch eine folgenschwere Kettenreaktion in Gang...
Das Gestüt und ihre Bewohner werden sehr bildhaft und lebendig beschrieben. Die Geschwisterliebe, vorallem zwischen Hans und Charlotte, ist sehr eng. Aber auch die jüngeren Schwestern werden liebevoll dargestellt. Natürlich sind Pferde ein großes Thema, allerdings stehen sie nie im Vordergrund. Da ich nie ein Pferdemädchen war hat die Geschichte für mich gepasst.
Im letzten Drittel überschlagen sich dann die Ereignisse und es wird sehr dramatisch. Mit einigen Vorfällen hatte ich schon gerechnet und manche davon befürchtet. Die Autorin hat aber auch einige unvorhersehbare Überraschungen eingebaut, die mich aus der Konfortzone gerissen haben. Damit hat sie mir den nächsten Band doch noch schmackhaft gemacht, denn nun möchte ich unbedingt wissen, wie es mit Charlotte weitergeht.
Fazit:
Eine eher leichte Lektüre mit tollem Setting, die zum Ende hin dramatisch und spannend wird. Damit konnte mich die Autorin doch noch einfangen und mich soweit überzeugen, dass ich den Folgeband lesen möchte. Die Reihe empfehle ich für Pferdeliebhaber und für Leserinnen, die etwas Leichtes zum Entspannen suchen.