Schicksal oder doch nicht?
Die Liebe des SchicksalsschreibersVor 1 1/2 Jahren habe ich mein erstes Buch "Der Fjord schweigt" von Gabriele Popma gelesen, das mir sehr gut gefallen und volle 5 Sterne von mir bekommen hat. Umso mehr freute ich mich, dass ich den neuen ...
Vor 1 1/2 Jahren habe ich mein erstes Buch "Der Fjord schweigt" von Gabriele Popma gelesen, das mir sehr gut gefallen und volle 5 Sterne von mir bekommen hat. Umso mehr freute ich mich, dass ich den neuen Roman der Autorin bei der Leserunde auf Lovelybooks auch wieder mitlesen durfte.
"Die Liebe des Schicksalsschreibers" ist jedoch etwas völlig anderes und eine Geschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Da ich keine Fantasy lese, habe ich es nicht wirklich so mit Engel und war umso überraschter, dass der titelgebende Schicksalschreiber nichts anderes als eine Art dieses Himmelswesen ist, das im Körper eines Unfallopfers auf die Erde kommt. Dieser möchte nicht mehr die Schicksale der Menschen in Kriegsgebieten schreiben und täglich der furchtbaren Aufgabe nachgehen selbst Kinder in den Tod zu schicken. Er erhält die einmalige Chance anderswertig eingesetzt zu werden und das Leben auf Erden kennenzulernen.
Das hörte sich für mich nun nicht wirklich nach meiner "normalen" Lektüre an und ich muss zugeben ich war skeptisch, obwohl ich den tollen Schreibstil der Autorin bereits kannte. Es handelt sich hier auch nicht um einen humoristischen Roman, sondern um eine wirklich einzigartige Geschichte, die mich sehr berührt hat.
Der Schicksalsschreiber schlüpft, wie bereits oben erwähnt, in den Körper von Jonas Kronberg, der eben vor einem Klein LKW gestoßen wurde und stirbt. Sein Problem ist jedoch, dass er über die Person, die er nun verkörpern soll keinerlei Informationen hat. Mit einer vorgetäuschten Amnesie, verursacht durch den Unfall, versucht er sich aus dem Geschäftsleben auszuklammern. Doch schon bald erkennt er, dass dieser Jonas Kronberg kein netter Zeitgenosse war. Dieser leitete gemeinsam mit seinem skupellosen Onkel ein erfolgreiches Reisebusunternehmen in Köln. Den "neuen" Jonas fällt es schwer sich im Leben dieses Mannes einzuleben. Vorallem seine Kaltherzigkeit ist ihm fremd. Er versucht sich ein paar Tage in der Nähe von Augsburg eine Auszeit zu nehmen, um über seine Situation nachzudenken und einige Dinge zu ändern. In Augsburg trifft er auf Tina und Luise, die auf einem Bauernhof leben und ihm Quartier anbieten. Dort wartet eine Überraschung auf ihn.......
Eigentlich ist der Roman nicht wirklich ein Buch zu dem ich gegriffen hätte und trotzdem hat mich die Geschichte fasziniert. Der wunderschöne Schreibstil der Autorin hat mich wieder zu 100% abgeholt. Man lebt und fühlt mit den Figuren mit und hat das Gefühl selbst mitten im Geschehen als Beobachter zu stehen. Die Schicksale von Tina und ihrer kranken Tochter Hannah, sowie von Liane, die um ihren verstorbenen Mann trauert, gehen ans Herz. Aber es gibt auch etwas zu schmunzeln, wenn der Schicksalsschreiber hilft, wo er eigentlich nicht dürfte und bald darauf einen Rüffel von oben bekommt. Auch die Schauplätze sind sehr bildhaft beschrieben.
Cirka ab der Hälfte des Romans gibt es auch einige Rückblenden in die Vergangenheit. Was es damit auf sich hat, möchte ich allerdings nicht verraten. Diese Abschnitte haben mich aber sehr berührt und mir wirklich gut gefallen.
Nach dem Beenden des Buches denkt man selbst über das Schicksal und das Leben nach. Obwohl das Cover und der Titel eher einen leichten Roman suggerieren hat diese Geschichte neben den fantastischen Elementen Tiefgang.
Fazit:
Ein etwas anderer - ein magischer - Roman, der mich sehr berührt hat und der durch den wunderbaren Schreibstil der Autorin punktet. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und einen Aufruf auch Selfpublisher mehr zu unterstützen, die oftmals wirklich großartige Romane schreiben und neben den großen Verlagstiteln untergehen!