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Veröffentlicht am 13.07.2021

Leichte Lektüre, die mich erst im letzten Drittel packen konnte

Das Gestüt am See. Stürmische Jahre
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In letzter Zeit habe ich einige Familiensagen gelesen, die auf Gutshöfe oder einem Gestüt spielen und leider sind doch diese oftmals sehr ähnlich gelagert. Ich habe auch noch zwei weitere Rezensionen offen, ...

In letzter Zeit habe ich einige Familiensagen gelesen, die auf Gutshöfe oder einem Gestüt spielen und leider sind doch diese oftmals sehr ähnlich gelagert. Ich habe auch noch zwei weitere Rezensionen offen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Anfangen möchte ich aber mit der Reihe von Paula Mattis, dessen ersten Band ich erst gelesen habe.

Die erste Hälfte konnte mich nicht so richtig abholen, da die Geschichte doch sehr leicht/seicht begann und sich nicht viel von den anderen Büchern unterschied, die ich bisher gelesen habe. Die Tochter eines reichen Gutsherren, die sich weigert nur als Heiratskandidatin verschachert zu werden und die sich keine Zukunft als Ehefrau mit Teegesellschaften und unnützen Handarbeiten vorstellen kann - wie es zu dieser Zeit in dieser Gesellschaftsschicht gang und gäbe war.

Wir begleiten die junge Charlotte Edzards, älteste Tochter der Gestütsbesitzerfamilie, die eine begeisterte und sehr wagemutige Reiterin ist. Ihr älterer Bruder Hans, der einmal Jockey werden und das Gestüt übernehmen soll, ist hingegen eher ängstlich und hat nicht das Talent von Charlotte. Charlotte sieht sich selbst auf der Rennbahn, doch für Frauen ist dies zu dieser Zeit unmöglich. Als sie ins heiratsfährige Alter kommt, verbietet ihre Mutter ihr den Umgang mit den Pferden und sucht eine passende Verbindung für sie. In Richard, dem Sohn einer angesehenen und vorallem reichen Reedereifamilie, sieht Charlottes Mutter den idealen Kandidaten. Doch Charlotte möchte einmal aus Liebe heiraten. Ihre Eltern offenbaren ihr jedoch, wie es wirklich um das Gestüt steht und lassen ihr keine Wahl....

Sowohl Charlotte, als auch ihr Bruder Hans werden dazu gedrängt entgegen ihren Vorstellungen zu handeln. Ihre Bedürfnisse und Ängste werden ignoriert - das Gut und das Ansehen stehen vor allem anderen. Damit setzen die Eltern jedoch eine folgenschwere Kettenreaktion in Gang...

Das Gestüt und ihre Bewohner werden sehr bildhaft und lebendig beschrieben. Die Geschwisterliebe, vorallem zwischen Hans und Charlotte, ist sehr eng. Aber auch die jüngeren Schwestern werden liebevoll dargestellt. Natürlich sind Pferde ein großes Thema, allerdings stehen sie nie im Vordergrund. Da ich nie ein Pferdemädchen war hat die Geschichte für mich gepasst.

Im letzten Drittel überschlagen sich dann die Ereignisse und es wird sehr dramatisch. Mit einigen Vorfällen hatte ich schon gerechnet und manche davon befürchtet. Die Autorin hat aber auch einige unvorhersehbare Überraschungen eingebaut, die mich aus der Konfortzone gerissen haben. Damit hat sie mir den nächsten Band doch noch schmackhaft gemacht, denn nun möchte ich unbedingt wissen, wie es mit Charlotte weitergeht.

Fazit:
Eine eher leichte Lektüre mit tollem Setting, die zum Ende hin dramatisch und spannend wird. Damit konnte mich die Autorin doch noch einfangen und mich soweit überzeugen, dass ich den Folgeband lesen möchte. Die Reihe empfehle ich für Pferdeliebhaber und für Leserinnen, die etwas Leichtes zum Entspannen suchen.

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Veröffentlicht am 11.07.2021

Chinooks Erbe

Die Schattenwölfin der Rocky Mountains
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Was war ich gespannt auf den vierten Teil der Reihe rund um die Willow Ranch und ihre Bewohner. Und nach nur wenigen Seiten war es wie ein Nachhausekommen.....

Man kann Band 4 sicher auch alleinstehend ...

Was war ich gespannt auf den vierten Teil der Reihe rund um die Willow Ranch und ihre Bewohner. Und nach nur wenigen Seiten war es wie ein Nachhausekommen.....

Man kann Band 4 sicher auch alleinstehend lesen, doch habe ich in der Leserunde bemerkt, dass Einsteiger zu Beginn kleine Schwierigkeiten mit den Figuren haben, weil doch schon viele Hintergrundinfos zu den einzelnen Charakteren fehlten. Deswegen rate ich mit Band 1 zu beginnen!

Alle vier Bände haben die Gemeinsamkeit, dass im Prolog eine Indianer-Legende erzählt wird, die sich auch auf das titelgebende Tier bezieht. Diesmal erzählte diese Geschichte über zwei Wölfe: dem hellen und dem dunklen Wolf. Beide haben wir in uns vereint...

Die Willow Ranch und ihre Besitzer machen im vierten Band eine kleine Veränderung durch. Neben der Gästeranch, die vom Programm her etwas zurückgenommen wird, werden indianische Jugendliche aufgenommen. Während des Sommers sollen sie die verlorene indianische Kultur besser kennenlernen, denn in den Reservaten setzt sich immer mehr die Lebensart der Weißen durch.

Im Mittelpunkt stehen diesmal Woodwind Jones, Rosie Laforge und Cody Tippet.
Woodwind, der die Wildtierstation als Leiter übernommen hat, hat Schwierigkeiten sich im Reservat einzuleben. Nur Chinook, der alte Schamane, ist ein Freund von Woodwind, der ihm immer wieder gute Ratschläge erteilt. Als Woodwind den Jugendlichen die indianische Kultur näher bringen soll, fühlt er sich nicht befähigt dazu. Zusätzlich hat Woodwind einen Fein aus den eigenen reihen, der alles daran setzt, dass "der Vorbestrafte" nur scher Fuß fassen kann.
Rosie Laforge hat hingegen große Pläne. Sie möchte neben ihrer Arbeit auf der Willow Ranch eine Ausbildung zur Pferdetrainerin machen. Doch dazu braucht sie nicht nur ein eigenes passendes Pferd, sondern auch die Mittel dazu.
Cody ist hingegen mit seiner Arbeit als Cowboy sehr zufrieden. Nach dem Selbstmord seines Bruder soll er jedoch die elterliche Farm vor dem Ruin retten. Cody, der immer im Schatten seines älteren Bruders stand,
findet jedoch noch immer keinen Rückhalt durch seinem Vater. Zusätzlich wollte er die Zeit mit Emma verbringen, die er letzten Sommer kennengelernt hat und die extra aus Deutschland angereist ist.

Jeder der drei Hauptprotagonisten hat gegen so einige Schwierigkeiten anzukämpfen. Neben ihren Erlebnissen und Problemen begleiten wir aber auch liebgewonnene Figuren aus den anderen Teilen auf ihren weiteren Lebensweg. Auch das Leben auf der Willow Ranch und die Pläne für die Weiterführung lassen den Leser am Ball bleiben. Die einzelnen Charaktere sind authentisch und sehr lebendig dargestellt. Jeder von ihnen hat Ecken und Kanten und kämpft oftmals mit sich selbst. Wer schon in den Vorgängerbänden zu sich gefundne hat, steht vor neuen Zielen. Für mich sind die Figuren im Laufe der Zeit zu Freunden geworden und ihr Schicksal berührt mich immer sehr.

Natascha Birovljev versteht es hervorragend die Atmosphäre auf der Willow Ranch einzufangen. Auf jeder Seite spürt man die Verbundenheit zur kanadischen Landschaft. Die Tier- und Naturbeschreibungen konnten mich - wie schon in den Vorgängerbänden - absolut fesseln und begeistern. Man hat Kino im Kopf!

Warum ich dieses Mal keine 5 Sterne vergebe? Mir ging das Ende zu schnell und es war mir teilweise zu süß. Was mich aber am Meisten störte (und das ist jetzt meckern auf hohem Niveau) ist, dass ich die Anziehung zwischen Woodwind und Ayita überhaupt nicht spüren konnte. Die Faszination, die Woodwind verspürte, konnte ich so gar nicht nachvollziehen und es fehlte auch das "Kribbeln".

Hervorheben möchte ich noch die wahnsinnig schön gestalteten Innenseiten - vorallem die Wolfabbildungen am Kapitelende und die Traumfänger am Kapitelanfang...einfach wunderschön!

Fazit:
Eine ganz besondere Reihe, die mir immer am Herzen liegen wird und einen ganz besonderen Platz in meinen Regal bekommt. Obwohl ich jetzt beim vierten Band ein paar kleine Kritiken hatte, hat er mich genauso verzaubert, wie schon die Vorgängerbände. Ich spreche eine ganz große Leseempfehlung für die gesamte Reihe aus!

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Veröffentlicht am 09.07.2021

Vom Kapitän zum Kommissar

Feuer in der Hafenstadt
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"Feuer in der Hafenstadt" ist die Neuauflage von "Fortunas Schatten", das 2012 im Dryas Verlag erschienen ist. Nachdem die anderen drei Bände im Emons Verlag veröffentlich wurden, wurde der erste Band ...

"Feuer in der Hafenstadt" ist die Neuauflage von "Fortunas Schatten", das 2012 im Dryas Verlag erschienen ist. Nachdem die anderen drei Bände im Emons Verlag veröffentlich wurden, wurde der erste Band nun covertechnisch "angepasst" und überarbeitet.
Ich habe letztes Jahr den vierten Band "Tod in der Speicherstadt" gelesen und war neugierig, wie Kapitän Hauke Sötje zum Kommissar wurde....

1894. Bei einem Schiffsunglück hat Kapitän Hauke Sötje alles verloren: sein Schiff, seine gesamte Mannschaft und schlussendlich auch seine Zulassung als Kapitän. Er ist der einzige Überlebende und wurde schlussendlich vom Gericht freigesprochen. Doch ein Kapitän verlässt nicht sein Schiff und seine Mannschaft. Bevor er seinem Leben ein Ende setzen möchte, muss er herausfinden, wer ihn in die Falle gelockt und sein Schiff in die Luft gesprengt hat. Außerdem hat er noch einen ganz bestimmten Weg, der ihn nach Glückstadt führt. Dort gerät er zufällig in einem Mordfall, der die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht. Ein gelegter Brand in der Möbelfabrik Struwe deutet ebenfalls auf eine Verschwöring hin. Hauke wird von Graf von Lahn als verdeckter Ermittler eingesetzt und gerät dabei selbst in Verdacht.

Hauke hat nichts zu verlieren und so nimmt er die Anweisung des Grafe an. Sophie, die Tochter des Möbelfabrikanten, verliert mit dem Brand ihre Existenz und ist außerdem den Anfeindungen der Glückstädter Bürger ausgesetzt. Gemeinsam mit Hauke versucht sie die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, der als Betrüger gebrandmarkt wurde. Die Nachforschungen von Hauke werden jedoch von der hiesigen Polizei nicht goutiert. Sophie und er geraten immer wieder in gefährliche Situationen und man weiß nicht wirklich, wer es gut mit ihnen meint oder ihnen Steine in den Weg legt. Intrigen und Spionage machen es Hauke schwer die Drahzieher zu finden. Die Verdächtigen häufen sich und als Leser muss man immer wieder seinen Verdacht relativieren.
Zu dieser Zeit versucht Deutschland seine Flotte auszubauen und sich gegen die Engländer zu behaupten. Glückstadt scheint eine der aufstrebenden Hafenstädte zu werden. Doch die Konkurrenz schläft nicht....

Schreibstil:
Der Schreibsil ist bildhaft und detailliert. Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Hauke und Sophie. Die Charaktere sind gut gezeichnet und vorallem Sophie ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ich habe sie bereits im vierten Band besser kennengelernt und mochte damals schon ihre impulsive und selbstbewusste Art. Sie ist ihrer Zeit voraus und möchte kein Anhängsel eines Mannes sein.
Hauke fühlt sich trotz seines Freispruchs schuldig und möchte sich reinwaschen, wobei er sich selbst die Schuld am Tode seiner Mannschaft nicht verzeihen kann. Er liebt die Gerechtigkeit und ist ein wortkarger Mann.
Über jedem Kapitel steht ein Ausschnit aus der damaligen Zeitung "Glücksstädter Fortuna". Der historische Rahmen wurde wunderbar authentisch vermittelt. Anja Marschall hat fundiert recherchiert und bringt uns Leser die damalige Zeit nahe. Die Autorin hat alle Gesellschaftsschichten und Örtlichkeiten miteinbezogen.

Fazit:
Ein sehr interessanter Start der Reihe, der den Werdegang von Hauke Sötje vom Kapitän zum Kommissar erklärt. Das Alltagsleben dieser Zeit wird wunderbar authentisch vermittelt. In der Mitte fehlte es dem Krimi etwas an Spannung. Ich empfehle die Reihe aber sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

Max Bischoff in neuer Rolle

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Zu den Thrillern von Arno Strobel greife ich immer wieder gerne, auch wenn es eigentlich keine fünf Sterne Bücher für mich sind. Sie unterhalten mich fast immer mit einem relativ hohem Tempo und Spannungsbogen ...

Zu den Thrillern von Arno Strobel greife ich immer wieder gerne, auch wenn es eigentlich keine fünf Sterne Bücher für mich sind. Sie unterhalten mich fast immer mit einem relativ hohem Tempo und Spannungsbogen und kurzweiliger Handlung.

Für Max Bischoff beginnt ein neues Kapitel in seinem Leben. Die Zeit beim KK1 ist vorüber. Der Fallanalytiker unterrichtet als Dozent an der Polizeihochschule in Köln. Nach einer Vorlesung bittet ihn der Vater von Leni, die vor sechs Jahren verschwunden ist, den Fall neu aufzurollen. Erst vor kurzem wurden wieder zwei Mädchen nach demselben Schema entführt und Lenis Vater denkt, dass der Täter wieder aktiv geworden ist. Max lehnt seine Hilfe vorerst ab, doch sowohl der alte, als auch die neuen Fälle lassen ihm keine Ruhe. Als plötzlich Lenis Schultasche und ein Püppchen nach dieser langen Zeit im Elternhaus auftauchen, begibt Max sich auf die Spur des Täters. Dabei stößt er auf den Widerstand der Kölner Ermittler, vorallem beim leitenden Kommissar Bernd Menkhoff...

Nachdem plötzlich Lenis Sachen nach sechs Jahren unversehrt wieder auftauchen, lassen gruselige Tonbandaufzeichnungen und alte Skelette die Spannung noch weiter ansteigen. Von Leni fehlt jedoch weiterhin jede Spur. Überraschende Wendungen bringen neue Verdächtige ins Spiel und man rätselt gerne mit. Welches Ausmaß die alten, wie auch die neuen Fälle nehmen, habe ich allerdings nicht erwartet. Max ermittelt in allen Richtungen und erhält schlussendlich doch noch Unterstützung vom ermittelnden Kölner Kommissar.

Ich habe die Reihe rund um Max Bischoff als polizeilicher Fallanalytiker nicht gelesen, was mir allerdings keinerlei Probleme bereitete. Man findet sehr schnell in die Geschichte, wobei die kurzen Kapitel und der fesselnde Schreibstil von Arno Strobel viel dazu beiträgt. Die Perspektivwechsel aus der Sicht von Max Bischoff, Bernd Menkhoff, den namentlich unbekannten Täter, sowie weitere Einblicke in die Gedanken eines jungen Mädchens, erhöhen die Spannung.
Die Charaktere blieben mir manchmal jedoch etwas zu sehr an der Oberfläche. Hier hätte ich mir eine etwas differenzierte Beschreibung gewünscht und keine klischeehafte Rollenverteilung. Auch die Auflösung ging mir einen Hauch zu schnell. Trotzdem war der Thriller spannend und hat mir manchmal etwas Gänsehaut beschert.

Vielleicht wäre eine Triggerwarnung zu Beginn sinnvoll, doch ich denke wer Thriller liest, weiß worauf er sich einlässt.

Fazit:
Arno Strobel gelingt es in seiner neuen Reihe um Max Bischoff auch Lesern, die den Ermittler noch nicht kennen, diesen schmackhaft zu machen. Ein spannender und temporeicher Thriller, der die Abgründe der menschlichen Psyche aufzeigt.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Die Schönheiten Japans

Der kleine Teeladen in Tokio
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Julie Caplin entführt in ihrer "Romantic Escape Reihe" den Leser in jedem Band in ein anderes Land. Ich habe bisher nur den ersten und vierten Band der Reihe gelesen, die in Kopenhagen und auf Island spielen. ...

Julie Caplin entführt in ihrer "Romantic Escape Reihe" den Leser in jedem Band in ein anderes Land. Ich habe bisher nur den ersten und vierten Band der Reihe gelesen, die in Kopenhagen und auf Island spielen. Dabei gefiel mir das Thema Hygge in Dänemark sehr gut, der Islandband eher weniger. Leider wurde der im Orginal fünfte Band, der in Kroatien spielt, (noch) nicht übersetzt und scheint leider auch nicht übersetzt zu werden. Deswegen sind wir nun von Island direkt in Tokio gelandet.

Fiona ist eine junge und begabte Fotografin, die ein Stipendium erhalten hat und nach Tokio reisen darf. Ihr wird für diese zwei Wochen der japanische Professor Araki als Mentor zur Seite gestellt. Dieser fällt jedoch kurzfristig durch einen Todesfall in der Familie aus. Als Ersatz soll der englische Fotograf Gabriel Burnett einspringen. Gabe ist für Fiona kein Unbekannter, denn sie hatte ihn in einem Fotografiekurs als Lehrer. Nicht nur ihre Kommilitionen haben für den feschen Gabe geschwärmt, sondern auch Fiona. Zehn Jahre später steht sie wieder vor ihm. Burnett erkennt sie nicht wieder und hat auch absolut keine Lust seine Tage mit Fiona zu verbringen und ihr als Mentor zur Seite zu stehen. Fiona ist genervt und enttäuscht. Sie möchte lernen und benötigt Hilfe, denn ihre Bilder sollen nach ihrer Rückkehr in London in einer Galerie ausgestellt werden und unter einem ganz besonderem Motto stehen...

Natürlich ist von Anfang an klar, wie die (Liebes-)Geschichte ausgehen wird, trotzdem hat mir dieser Band der Reihe wirklich gut gefallen. Ich bin auch kein Japan-Fan, aber Julie Caplin vermittelt die Besonderheiten und den Charme dieses Landes auf ganz besondere Art - praktisch durch die Linse. Gabe ist gelangweilt von seinem Leben und sehr von sich und seiner Kunst eingenommen. Auf der anderen Seite hat er allerdings das Gefühl sein Auge für Besonderheiten verloren zu haben, seit seine Muse ihm das Herz gebrochen hat. Er hat keine Lust mehr das gewisse Etwas in einem Foto zu finden, sondern fotografiert lieber berühmte Persönlichkeiten ohne Herzblut. So ist er auch eher genert, dass er für Professor Araki einspringen soll und verhält sich dementsprechend...

Die Beschreibungen der ganz besonderen Momente, die Fiona einfangen möchte, sind sehr bildhaft beschrieben. Das Kirschblütenfest oder Mount Fuji, zwei typische japanische Touristenattraktione, werden atmosphärisch und stimmungsvoll wiedergegeben. Aber auch unweit berühmter Plätze gelingt es Julie Caplin das Flair "des Landes der aufgehenden Sonne" so zu beschreiben, dass man am liebsten sofort die Koffer packen würde. Die Unterschiede zwischen der geschäftigen Großstadt Tokio und den Gärten und Schreinen in der Natur werden sehr augenfällig dargestellt. Gekleidet im Kimono erlebt Fiona eine Teezeremonie mit und lernt das Wabi Sabi kennen. Dieses Konzept der Wahrnehmung von Schönheit stellt den roten Faden der Geschichte dar. Die Liebesgeschichte steht dabei eher im Hintergrund und das Erleben von Japan und seiner Menschen im Vordergrund - genau das, hat mir an der Geschichte ganz besonders gefallen.

Fionas Gastfamilie besteht aus drei Frauen: Großmutter und Teemeisterin Haruka, ihrer Tochter Setsuko, der der Teeladen gehört und der Teenietochter Mayu. Vorallem Haruka begeistert mit ihrer Weisheit und Klugheit. Sie und Gabe sind befreundet, doch Haruka sieht seine Verblendung und den Schmerz, den er noch immer in sich trägt. Mayu ist sehr erfrischend und ein richtiger Teenie. Sie rebelliert gegen ihre Mutter und Großmutter und trotzdem sind beide Frauen für sie große Vorbilder. Sie zeigt Fiona ein ganz anderes Japan abseits der Touristenpfade.
Fiona selbst mangelt es an Selbstvertrauen. Ihre sehr einnehmende und manipulative Mutter macht es ihr nicht leicht.
Gabe hingegen war zu Beginn ein richtiger Kotzbrocken, der sein Lebensziel aus den Augen verloren hat. Bis er erkennt, dass er im Leben eine andere Richtung einschlagen muss, ist es fast zu spät.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt leicht und locker. Vorallem punktet Caplin durch die sehr bildhaften Beschreibungen des jeweiligen Landes in ihrer Reihe. Das Überspitzte, das ich im letzten Band nicht wirklich mochte, fehlt diesmal. Für mich ein großer Pluspunkt!

Die Innenseite des Buches ist liebevoll gestaltet, Es befindet sich eine Karte mit einem Ausschnitt von Tokio und den Plätzen, die Fiona besucht, darin.


Fazit:
Dieser Teil der Romantic Escape Reihe hat mir gut gefallen, denn Julie Caplin vermittelt den Charme und das Flair von Japan und der japanischen Kultur perfekt. Zusätzlich fand ich es gut, dass die Liebesgeschichte eher im Hintergrund stand und mehr auf die Wahrnehmung der Schönheit, dem Wabi Sabi, wert gelegt wurde. Für mich bisher das beste Buch der Reihe.

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