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Veröffentlicht am 24.01.2020

Das End ekillt leider die ganze emotionale Geschichte

Sag ihr, ich war bei den Sternen
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Maddie hat den Mann ihrer Träume gefunden, ist im Frühstadium schwanger und freut sich schon sehr auf die baldige Hochzeit. Auf ihren Weg zum Friseur, mit dem sie ihre Hochzeitsfrisur besprechen möchte, ...

Maddie hat den Mann ihrer Träume gefunden, ist im Frühstadium schwanger und freut sich schon sehr auf die baldige Hochzeit. Auf ihren Weg zum Friseur, mit dem sie ihre Hochzeitsfrisur besprechen möchte, fällt ihr ein Mann auf, der immer dort auftaucht, wo sie sich gerade aufhält - egal ob zu Fuß, in der U-Bahn oder im Bus. Sie ruft ihren Verlobten Ryan an, der sich gerade in einer Besprechung befindet, ihr aber zusagt ihr entgegen zu gehen. Als der fremde Mann ihr noch nachzulaufen und zuzurufen beginnt, gerät sie in Panik. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht sie bereits Ryan und läuft ihm völlig kopflos entgegen und auf die Straße. Maddie wird von einem Transporter angefahren und wird schwer verletzt. Eines Tages erwacht sie im Krankenhaus aus dem Koma. Niemand hatte mehr damit gerechnet, dass sie wieder aufwachen und sich zurück ins Leben kämpfen könnte. Selbst für die Ärzte gilt sie als "miracle girl". Doch für Maddie ist nichts mehr im Leben, wie es war....

Dies ist mein zweites Buch der Autorin und ich war schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Der Einstieg fiel mir leicht, wie auch schon bei "Die Achse meiner Welt". Die Geschichte zieht einem bis zur letzten Seite in seinen Bann, jedoch habe ich doch den einen und anderen Kritikpunkt.

"Sag ihr, ich war bei den Sternen" ist in drei Teile aufgeteilt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Maddie erzählt. Er ist sehr dramatisch, emotional und hat mich nicht losgelassen. Grandios erzählt!
Der zweite und dritte Teil wird abwechselnd aus der Sicht von Maddie und Chloe, aber auch aus Ryan's Sicht erzählt. Dazu gibt es Rückblenden in die Vergangenheit. Es geht um Liebe, Hoffnung, Verlust, die zweite Chance, Rivalität, Lügen, Familie und Freundschaft.
Ich weiß nicht mehr genau, wann es zu einer entscheidenen Wende gekommen ist, aber mein erster Gedanke war nur "Oh nein, nicht dieses Klischee". Doch die Autorin konnte mich danach nochmals überraschen. Sie hat danach noch weitere Wendungen eingebaut, die leider etwas über das Ziel hinausgeschossen sind. Und beim Epilog am Ende hat sie leider total daneben gegriffen. Dieser weicht meiner Meinung zu sehr von der Realität ab und ist ziemlich unglaubwürdig.

Die Protagonisten sind mit viel Liebe gezeichnet und sehr sympathisch. Dani Atkins gelingt es wunderbar, die Gefühle aller Figuren authentisch darzustellen. Die Liebe zwischen Maddie und Ryan ist sehr tief. Im Laufe der Geschichte fand ich Maddie allerdings etwas zu selbstlos.
Obwohl Chloe und Maddie Konkurentinnen sind, verstand ich die Sichtweisen beider Frauen und geriet ebenfalls in ein Gefühlschaos. Ihre Sorgen, Ängste und Überlegungen, in dieser wirklich schwierigen Situation, beschäftigten auch mich beim Lesen sehr stark. Unwillkürlich fragt man sich, wie man selbst reagiert hätte, wäre man in Maddies oder Cloes Situation gewesen. Einzig Ryans Handlungen konnte ich nicht immer gutheißen.
Bisher ist es nur Jodie Picoult gelungen, dass ich mich in einem Roman mit zwei Seiten identifizieren konnte, die verschiedene Ziele verfolgen. Ihre Romane beinhalten immer Themen, die sehr kontrovers diskutiert werden können. Das glückt auch Dani Atkins in ihrem neuen Roman. Ich hätte gerne mehr Sterne vergeben, denn der Beginn war wirklich perfekt und die Handlung konnte mich wirklich packen......doch das Ende macht meiner Meinung nach die ganze Geschichte kaputt....so schade!


Fazit:
Ein sehr emotionaler Roman, dessen erste Hälfte ich wirklich grandios fand. Leider wird die Handlung mit der Zeit etwas unglaubwürdig und das Ende macht die ganze tolle Geschichte kaputt! Sehr, sehr schade.

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Veröffentlicht am 21.01.2020

Wem kannst du trauen?

Riss im Nebel
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Bei Lovelybooks durfte ich den Krimi (auf meinem Cover steht noch Krimi drauf - wurde in Romantic Thriller geändert!) "Riss im Nebel" lesen. Für mich war es mein erstes Buch der Autorin, die normaler Weise ...

Bei Lovelybooks durfte ich den Krimi (auf meinem Cover steht noch Krimi drauf - wurde in Romantic Thriller geändert!) "Riss im Nebel" lesen. Für mich war es mein erstes Buch der Autorin, die normaler Weise Ostsee-Romane schreibt. Mit ihrer neuen Geschichte hat sie sich in einem anderen Genre versucht und das ist ihr gelungen!
Nachdem mich der erste Leseabschnitt noch nicht wirklich begeistern konnte, änderte sich das schnell. In der Leserunde erklärte mir die Autorin, dass das Genre von Krimi auf Romantic Thriller geändert wurde. Somit war mir auch klar, warum ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, denn die Geschichte las sich anfangs wie ein Liebesroman mit einigen kleinen erotischen und prickelnden Szenen.
Unsere Protagonistin Linda beginnt nämlich eine heiße Affäre mit dem charmanten David, dessen Sohn Jonas sich mit ihrer Tochter Marie im Kindergarten angefreundet hat. Sowohl Linda, als auch David sind verheiratet - beide nicht wirklich glücklich. Während Lindas Ehemann Kevin den Großteil seiner Freizeit mit seiner Motorrad Gang verbringt, ist Daniela, Davids Frau eine viel beschäftigte Geschäftsfrau. Während eines Kindergartenausfluges, den Linda und Daniela organisiert haben, geschieht ein Unglück. Die prickelnde Atmosphäre verändert sich zu einer spannungsgeladenen, denn Linda liegt schwer verletzt und ohne Erinnerung im Krankenhaus und von Daniela fehlt jede Spur. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Linda etwas mit dem Verschwinden von Daniela zu tun hat....

Nach dem ersten Drittel entwickelt der Romantic Thriller (ja, die Genre Einteilung passt perfekt!) eine richtige Sogwirkung. Alle Figuren sind verdächtig. Immer wieder wechselt man seine Vermutungen und kann das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Man spürt die wachsende Angst von Linda und den Unglauben, dass sie etwas mit Danielas Verschwinden zu tun haben könnte. Die unterschwellige Spannung ist spürbar und so rätselt man als Leser mit, was sich während des Ausfluges ereignet haben könnte. Die Autorin versteht es geschickt laufend neue Wendungen einzubauen und falsche Fährten zu legen. Immer wieder tauchen neue Beweise auf, die Linda belasten und die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen. Spielt hier jemand ein psychologisches Spiel mit ihr? Wer manipuliert sie? Wem kann sie noch trauen? Oder hat sie tatsächlich Daniela getötet?
Evelyn Kühne hat diese Atmosphäre wunderbar vermittelt. Man fühlt Lindas Hilflosigkeit und fragt sich unvermittelt, ob einem selbst etwas ähnliches passieren könnte und man ein hilfloses Opfer werden kann. Bis zum Ende hin spitzt sich das Geschehen immer mehr zu und endet in einem Showdown, der einem sprachlos zurücklässt. Die Auflösung ist gelungen und realistisch...wirklich gut gemacht Frau Kühne!
Von mir gibt es 4 Sterne, denn der erste Leseabschnitt hat mich nicht gepackt, der Rest war jedoch richtig fesselnd!

Schreibstil:
Evelyn Kühne schreibt packend und emotional. Die Spannungskurve steigert sich gleichbleibend und endet in einem Showdown. Man durchlebt mit den Charakteren sämtliche Gefühlswelten hautnah mit und rätselt, was hier eigentlich gespielt wird. Die Figuren sind lebendig und authentisch beschrieben.

Fazit:
Ein facettenreicher Romantic Thriller, dessen anfängliche prickelnden Atmosphäre sich rasch zu einer spannungsgeladenen ändert. Als Leser verdächtigt man bald jeden der Protagonisten hinter den manipulierenden Spielchen zu stecken. Der Anfang konnte mich nicht überzeugen, aber danach konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 19.01.2020

Zeitreise von Dürnstein nach Konstantinopel

Reliquiae - Die Konstantinopel-Mission - Mittelalter-Roman über eine Reise quer durch Europa im Jahr 1193. Nachfolgeband von "Der Troubadour"
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Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass Christoph Görg einen Folgeband geschrieben hat und Nikis Abenteuer weitergehen! "Troubadour" war eines meiner absoluten Lesehighlights 2017. Wie auch ...

Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass Christoph Görg einen Folgeband geschrieben hat und Nikis Abenteuer weitergehen! "Troubadour" war eines meiner absoluten Lesehighlights 2017. Wie auch Band 1 lässt sich die Fortsetzung nicht einem einzigen Genre zuordnen, denn hier treffen sich historischer und Abeteuerroman, sowie Fantasy - durch die Zeitreise, die unser Hauptprotagonist unternimmt.

Damals habe ich mit Niki mitgelitten, als der 19jährige von der Mauer der Burgruine Dürnstein in der Wachau gefallen ist und ins Jahr 1193 katapultiert wurde. Mittlerweile sind sechs Monate vergangen und Niki fühlt sich ganz wohl im frühesten Mittelalter. Mit Edeltrud hat er eine junge Frau an seiner Seite, die er liebt und an Abenteuer mangelt es ebenfalls nicht. Nur ab und zu bereitet ihm sein unüberlegtes Geplapper Schwierigkeiten, wie seine unvorsichtige Bemerkung betreffend eines vierten Kreuzzuges, der eigentlich erst 1202 stattfand. Damit schneidet er sich ins eigene Fleisch, denn nachdem Hadmar von Kuenring und Herzog Leopold von Österreich vom Papst exkommuniziert wurden, soll dieser mit einer ganz besonderen Reliquiae versöhnt werden. Damit beginnt ein mittelalterlicher "Roadtrip" von Dürnstein an der Donau über Wien und den Balkan nach Konstantinopel und zurück.
Gemeinsam mit dem jungen Hadmar von Kuenring, Ritter Joachim von Senftenberg und Ottokar von Pressburg begibt sich Niki auf der Via Diagonales auf den langen Weg nach Konstantinopel. Im Gefolge auch die Zwillinge Gerwald und Gottfried, Nikis Freundin Engel und ihr Bruder Bertram, sowie Bruder Severinus vom Stift Göttweig.
Interessant war die Beschreibung des mittelalterlichen Wiens, das im frühen Mittelalter noch relativ klein war und deren Straßenbenennungen nun nach der Lektüre mehr Sinn ergeben.
Auf ihren Weg durch den gefürchteten Räuberwald und die Überquerung des Balkangebirges erleben die Männer jede Menge Abenteuer, die mich oft bange umblättern und hoffen ließen, dass auch noch alle gesund und munter in Konstantinopel ankommen. Oftmals mussten sie auf die Heilkunst von Engel zurückgreifen, die trotz großem Widerstand als Mann verkleidet schließlich mit auf die Reise gehen durfte.

Christoph Görg hat historische Persönlichkeiten und fiktive Personen gekonnt miteinander verwoben. Die Charaktere sind wieder äußerst lebendig dargestellt und man schließt auch die neu hinzugekommen Figuren schnell ins Herz. Man lebt, liebt und lacht mit ihnen. Auch die Gegenden, die Niki und Co. durchqueren werden wunderbar bildhaft beschrieben. Besonders die Stadt Konstantinopel, die zu dieser Zeit ein wahrliches Juwel gewesen muss, wird sehr anschaulich und malerisch dargestellt. Die Reliquien, die sich damals noch in der Stadt befanden, bevor sie erobert und geplündert wurde und sich die religiösen Artefakte wie Sand am Meer vermehrten, müssen wahrlich etwas Besonderes gewesen sein.
Im Prolog erklärt Christoph Görg dem Leser einiges zum Thema Reliquien, deren Handel und Missbrauch.
Auch die Rückreise gestaltet sich alles andere als einfach und langweilig. Geheimnisvolle Mönche in schwarzen Kutten tauchen immer wieder auf und verfolgen die Reisenden bis nach Venedig. Was es mit ihnen auf sich hat, müsst ihr aber selbst lesen.

Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die mittelalterlich angepasste Sprache und der jugendliche Sprachgebrauch der Gegenwart, der bei Niki's Flashbacks eingesetzt wird, ergeben einen wunderbaren Mix.
Gefallen haben mir wieder die Austro-Pop Lieder von Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich oder STS, die Niki auf seiner Laute trällert, wie auch Filmzitate oder Anspielungen des Autors auf Asterix.

Im Inneren des Buchrückens befindet sich eine Karte vom Deutsch Römischen Reich bis zum Byzantinischen Reich. Unter "Historische Anmerkungen" erzählt der Autor noch über historische Fakten und Fiktion.

Fazit:
Auch "Reliquiae" ist wieder ein kurzweiliger Lesespaß, der mich begeistert hat. Ein etwas anderer historischer Roman, der mich immer wieder schmunzeln hat lassen und trotzdem jede Menge Geschichte spielerisch vermittelt. Ich finde es großartig, dass der Autor nun auch an einem dritten Band schreibt und kann es kaum abwarten mit Niki wieder neue Abenteuer zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Historienfans, aber auch für alle, die einmal einen etwas anderen historischen Roman lesen wollen. Aber...zuerst "Troubadour" lesen!!

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Veröffentlicht am 17.01.2020

Großartiger Debütroman über die erste erfolgreiche Buchdruckerin

Die Herrin der Lettern
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Schon in der Vorschau hat mich der historische Roman rund um die Buchdruckkunst von Sophia Langner sehr angesprochen und ist sofort auf meine Wunscloste gewandert.
Der Knaur Verlag hat mir netter Weise ...

Schon in der Vorschau hat mich der historische Roman rund um die Buchdruckkunst von Sophia Langner sehr angesprochen und ist sofort auf meine Wunscloste gewandert.
Der Knaur Verlag hat mir netter Weise ein Rezensionsexemplar zukommen lassen. Fast zur selben Zeit hat die Autorin auch eine Leserunde auf Lovelybooks gestellt, an der ich teilgenommen habe. Gemeinsame Leserunden mit den Buchautoren sind oftmals sehr spannend und aufschlussreich - so auch dieser um die erste erfolgreiche weibliche Buchdruckerin.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und wurde mit fiktiven Elementen vermischt. Wir schreiben das Jahr 1554. Ulrich Monhardt betreibt in Tübingen die einzige Buchdruckerei des Landes. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Magdalena führt er den Betrieb, als er plötzlich und unerwartet stirbt. Auf seinem Totenbett vermacht er die Druckerei zu gleichen Teilen seinem ältesten Sohn Ulrich aus erster Ehe und seiner Frau Magdalena. Doch eine Frau als Geschäftsführerin eines Betriebes ist zu dieser Zeit undenkbar und Ulrich versucht mit allen Mitteln seine Stiefmutter zu verdrängen. Auch einige der Gesellen wollen sich einer Frau nicht unterordnen und rebellieren offen gegen Magdalena als Chefin. Immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, böse Gerüchte verbreitet bis hin zu tätlichen Angriffen. Und auch die Konkurrenz schläft nicht....
Ich habe mit ihr gezittert und gebangt, vor Zorn geweint und immer wieder aufs Neue gehofft, dass Magdalena nicht aufgibt. Zu ihrer Zeit war es für Buchdruckerwitwen nur möglich sich neu zu verheiraten oder die Druckerei zu verkaufen. Doch Magdalena möchte selbst die Buchdruckerei führen...

Die Mischung aus historischen Fakten und Fiktion ist Sophia Langner wirklich gelungen. Die Autorin hat mit viel Liebe und Engagement die damalige Zeit und die Kunst der Buchdruckerei dargestellt und in ihrem historischen Roman aufleben lassen. Ich habe selbst zwölf Jahre in einer Druckerei gearbeitetet - zwar im Sekretariat und in der Vorstufe - aber der Wandel seit damals ist in diesem Berufszweig einfach unvorstellbar. Wie arbeitsaufwendig, mühsam und schwierig der Buchdruck zu dieser Zeit war, ist unbeschreiblich.
Magdalena muss sich nicht nur gegen ihren Stiefsohn wehren und sich als Frau durchsetzen, sondern sie muss auch den strengen Zeitplan für einen Druckauftrag der Regierung einhalten, um überhaupt die Möglichkeit zu erhalten, angehört zu werden. Die Kunst des Buchdruckes und der enorme Arbeitsaufwand zu dieser Zeit wird von der Autorin verständlich erläutert. Ebenfalls spielt der weitverbreitete Aberglaube und generell die Glaubensfrage eine wichtige Rolle. Anhänger der katholischen Kirche und die neuen Reformer kämpften um ihren Stellenwert, genauso wie Herzöge um ihre Ländereien.
Die Spannung steigt kontinuierlich auf den mehr als 500 Seiten an. Am Ende gibt es noch Luft für eine eventuelle Fortsetzung.

Auch die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, vielschichtig und detailreich. Magdalena ist eine sehr starke und couragierte Persönlichkeit, die sich in der Männerwelt behaupten und für ihre Kinder sorgen muss. Neben Magdalena und ihren Kindern Oswald, Jakob, Georg, Moritz und Magda, ihren Stiefsohn Ulrich und deren scharfzüngige Frau Katharina, lernen wir noch Nikodemus, einen Professor an der Universität Tübingen, Franz Kartz, Kammersekretär von Herzog Christoph von Würtemberg und viele andere Figuren kennen, die großteils historische belegt sind.

Schreibstil:
Sophia Langner schreibt bildhaft, detailliert und fesselnd. Sie versteht es Geschichte lebendig werden zu lassen und den Leser in die damalige Zeit zu versetzen. Ich bin durch die Seiten nur so gerast.
Jedes Kapitel beginnt mit einer hängenen Fraktur-Initiale. Zu Beginn gibt es ein Personenregister, am Ende ein Nachwort, historische Hintergrundinformationen und eine Glossar.

Fazit:
Eine spannende und faszinierende Geschichte rund um die erste erfolgreiche Buchdruckerin Deutschlands und ihren langen Weg zur Anerkennung. Ein tolles Debüt der Autorin, die hervorragend recherchiert hat und historische Fakten mit Fiktion vermischt hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Mord im Puppentheater

Marionettenverschwörung
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Im siebenten Fall von Kommissar Martin Merana haben wir es mit einem Mordfall im Salzburger Marionettentheater zu tun.
Nach dem schweren Schicksalsschlag am Ende des fünften Bandes und der eher düsteren ...

Im siebenten Fall von Kommissar Martin Merana haben wir es mit einem Mordfall im Salzburger Marionettentheater zu tun.
Nach dem schweren Schicksalsschlag am Ende des fünften Bandes und der eher düsteren Atmosphäre im letzten Teil, hat Merana wieder ein neues Glück gefunden. Mit seiner neuen Liebe Jennifer verbringt er ein paar schöne Tage in Hamburg, die jedoch schneller vorüber sind, als ihm lieb ist. Merana wird nach Salzburg zurückgerufen. Im Marionettentheater wurde die junge und äußerst beliebte Puppenspielerin Lucy Salmira zwischen ihren geliebten Puppen tot aufgefunden - aufgehängt an einem Seil. Kurze Zeit später wird ihre Kollegin Sibylle Lercher ebenfalls ermordet. Wer hat es auf die Frauen abgesehen? Oder will jemand dem Marionettentheater schaden, das nur eine begrenzte Zahl an Puppenspieler hat?
Während Kommissar Merana im Umfeld des Theaters ermittel, wird Lucys Bruder tot aus der Salzach geborgen. Kaum hat sich der Kommissar überlegt, wie der Tod des jungen Mannes mit den Morden an den beiden Frauen zusammenhängen könnte, werden ihm die Ermittlungen durch das BVT, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, abgenommen. Lucys Bruder war verdeckter Ermittler und Martin Merana werden weitere Auskünfte zu seinem Tod verweigert. Sehr schnell ist ihm klar, dass es sich hier um ein explosives politischen Thema handelt...doch was haben Lucy und Sibylle damit zu tun?

Die erste Hälfte hat mich von Beginn an gefangen genommen. Martin Baumann erzählt seine Geschichte im Präsens und verwebt seinen fiktiven Mordfall geschickt mit der Geschichte des Salzburger Marionettentheaters. Dabei schildert er sehr atmosphärisch über die Arbeit der Puppenspieler und den musikalischen Darbietungen. Obwohl ich selbst aus Österreich komme, kannte ich das Salzburger Marionettentheater bisher nicht und war fasziniert von der Beschreibung hinter den Kulissen. Man rätselt mit, wer hinter den beiden Morden stecken könnte und hat seine Favoriten, die durch geschickte Wendungen des Autors rasch wechseln können. Doch durch den Mord an Lucys Bruder schlägt der Krimi eine neue Richtung ein und wird etwas zu politisch. Er driftet weg vom gemütlichen Flair der Marionetten und verbleibt mir allzu lange bei der österreichischen Innenpolitik, die beim Lesen des Krimis bereits teilweise überholt ist. Die angesprochenen Themen sind zwar gut gewählt und zeigen auf, wie wichtig das richtige Parteibuch in Österreich noch immer ist, jedoch hatte ich mit der Zeit das Gefühl, dass Baumann den eigentlich roten Faden verliert.

Die Charaktere sind facettenreich und Baumann bringt wieder sehr viel Lokalkolorit in seinem Krimi. Man schlendert durch die Innenstadt Salzburgs und begleitet den Kommissar durch den Mirabellgarten oder entlang der Salzach. Man bemerkt in jeder Zeile die Liebe des Autors zu Salzburg, der Musik und dessen Kultur. Der Krimi liest sich flüssig und ist spannend geschrieben, jedoch hat mir die zweite Hälfte nicht mehr so gut gefallen.
Hingegen fand ich die Idee, die Figur der Marionette Leandro, die von Lucy erschaffen wurde, eine wichtige Rolle bei der Aufklärung des Falles spielen zu lassen, großartig.

Auf das Cover möchte ich noch kurz eingehen, denn es zeigt eine der Original Marionetten aus dem "Sommernachtstraum" des Salzburger Marionettentheater.

Fazit:
Der siebente Fall von Kommissar Martin Merana ist nicht mehr so melancholisch und düster, wie sein letzter und hat etwas mehr Biss. Den Blick hinter die Kulissen des Marionettentheaters und das gewohnte Salzburger Lokalkolorit fand ich äußerst gelungen, jedoch wurde mir die zweite Hälfte zu politisch. Ich hatte das Gefühl, dass der Fall von den eigentlichn Morden im Puppentheater wegdriftet und der Autor zwischenzeitlich den Faden verloren hat. Erste Hälfte top, zweite Hälfte okay.

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