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Veröffentlicht am 22.08.2022

Geister der Vergangenheit

Blinde Furcht
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„Blinde Furcht“ von Linda Castillo ist der dreizehnte Fall für die Ex-Amische und Polizeichefin Kate Burkholder.
In einem Motel in Painters Mill wird die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. ...

„Blinde Furcht“ von Linda Castillo ist der dreizehnte Fall für die Ex-Amische und Polizeichefin Kate Burkholder.
In einem Motel in Painters Mill wird die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Kate Burkholder ist schockiert, als sie das Opfer erkennt. Es handelt sich um Rachael Schwartz, die ihre Familie und die strenge Gemeinde vor über zehn Jahren verließ. Rachael war schon immer rebellisch und unangepasst und eigentlich war ihre Flucht absehbar. Doch warum ist sie nun nach all den Jahren auf einmal zurückgekehrt? Niemand weiß, dass Rachael ein dunkles Geheimnis mit sich herumgetragen hat. Und ihr Mörder wird mit allen Mitteln dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.

Linda Castillo hat auch mit dem dreizehnten Buch einen soliden und atmosphärischen Krimi abgeliefert, in dem unsere toughe und routinierte Polizeichefin Kate erneut vollen Einsatz zeigt. Der grausame Fall führt die Ermittler wie gewohnt in die Welt der Amischen, zu denen das Opfer einst gehörte.
Ich mag die Figur der Kate Burkholder, die mit ihrem unermüdlichen und engagierten Einsatz im Namen der Opfer ermittelt. Ihr Lebensgefährte Agent John Tomasetti ist natürlich auch wieder mit dabei, wobei er diesmal nur eine eher begleitende Rolle im Hintergrund einnimmt. Für ihr Privatleben hätte ich mir ein wenig mehr Fortschritt gewünscht, aber das ist auch mein einziger kleiner Kritikpunkt.
Der Einstieg verschlägt einem allein mit seiner Brutalität den Atem und so kann man Kates Schock und ihren Antrieb absolut nachvollziehen. Die Handlung ist geschickt konstruiert und ich habe wirklich nicht alle Twists kommen sehen. Die Auflösung kann man jedoch irgendwann erahnen, auch wenn die Umsetzung packend und hochspannend gelungen ist. Linda Castillo die lässt die Spannung gezielt in bestimmte Szenen fließen, die sich dafür umso intensiver anfühlen und unglaublich fesselnd sind. Die besonderen Eigenheiten der amischen Kultur spielen auch diesmal eine große Rolle und zeichnen diese Krimireihe aus.

Mein Fazit:
Eine großartige Fortsetzung, die von mir eine klare Leseempfehlung erhält!

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Hochzeitschaos in Dauerschleife

Man liebt sich immer zweimal im Leben
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„Man liebt sich immer zweimal im Leben“ von Annette Christie lässt ein Brautpaar ihren Tag vor der Hochzeit in Dauerschleife immer neu erleben.
Megan und Tom sind eigentlich ein Traumpaar, welches auch ...

„Man liebt sich immer zweimal im Leben“ von Annette Christie lässt ein Brautpaar ihren Tag vor der Hochzeit in Dauerschleife immer neu erleben.
Megan und Tom sind eigentlich ein Traumpaar, welches auch nach zehn Jahren noch unglaublich glücklich und verliebt ist. Beide freuen sich auf ihr lang geplantes Hochzeitswochenende, obwohl das Zusammentreffen ihrer etwas schwierigen Familien von vornherein für Konfliktstoff sorgt. Die heitere Fassade bekommt schnell erste Risse und von dem ursprünglichen Glück ist am Abend nicht mehr viel übrig, so dass Megan und Tom die Hochzeit wütend absagen wollen. Doch am nächsten Morgen steht der Zeiger auf Null und beide müssen den grauenvollen Tag erneut durchleben. Fieberhaft versuchen sie den Kreislauf zu durchbrechen, damit sich ihre Zeit wieder normal weiterdreht.

Wohl jeder kennt das täglich grüßende Murmeltier und ganz ähnlich fühlt sich diese ungewöhnliche Hochzeitsgeschichte an. Das Buch ist nach den einzelnen Tagen gegliedert und die beiden Hauptfiguren erzählen aus abwechselnden Perspektiven. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und ich hatte durchaus Spaß mit den überdrehten Charakteren.
Megan ist die Frau mit dem Plan, die immer ruhig bleibt und eine Lösung für jede Situation hat. Doch ihre eigene chaotische Familie, die snobistische Schwiegerfamilie und auch ihr Zukünftiger Tom sorgen dafür, dass die immer coole Megan an ihre Grenzen kommt. Als Sahnehäubchen wird sie auch noch von ihren eigenen Fehlern eingeholt, so dass der Crash vorprogrammiert ist.
Tom hat sich mit seiner persönlichen Konfliktvermeidungsstrategie selbst ein Bein gestellt und ist nun dabei, die Frau seines Lebens zu verlieren. Im Laufe der sich wiederholenden Tage probieren sowohl Megan als auch Tom verschiedene Taktiken aus, die mal lustig und mal total verzweifelt sind. Ob sie am Ende eine Lösung finden, sollte jeder selbst im Buch lesen.
Die Story ist eine Mischung aus witzig und ernsthaft, die in Rückblenden und Erinnerungen die Beziehung des vermeintlichen Traumpaares aufrollt. Dabei kommen einige Dinge ans Tageslicht, die beide lieber ausgeblendet haben und die ein ganz neues Licht auf die Beziehung werfen.

Mein Fazit:
Das Buch lässt einen lachen, aber auch nachdenklich werden. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Verwirrte Gefühle

Dating on Ice
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„Dating on Ice“ von Jennifer Iacopelli ist eine gelungene Mischung aus Sports Romance und Young Adult Story.
Die sechzehnjährige Adriana Russo ist eine zielstrebige und talentierte Eistänzerin, die gemeinsam ...

„Dating on Ice“ von Jennifer Iacopelli ist eine gelungene Mischung aus Sports Romance und Young Adult Story.
Die sechzehnjährige Adriana Russo ist eine zielstrebige und talentierte Eistänzerin, die gemeinsam mit ihrem Partner Brayden echte Chancen auf eine Goldmedaille hat. Ihre gesamte Familie ist eine berühmte Eislaufdynastie, wobei Adriana als Eistänzerin meist nur müde belächelt wird. Ihrem ehrgeizigen und skrupellosen Vater sind allein der äußere Schein und Erfolge außerordentlich wichtig. Dafür hat er die Familie hoch verschuldet und nun sind Sponsoren wichtiger denn je. Zu diesem Zweck sollen sich Adriana und Brayden als Liebespaar ausgeben, denn offenbar ist die Öffentlichkeit verrückt nach einer Lovestory auf dem Eis. Doch das folgende Gefühlschaos bringt Adriana gehörig ins Schlittern.

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich finde als Laie, dass sie das Eislauf-Feeling und die Leidenschaft Adrianas für ihren Sport perfekt eingefangen hat. Ich habe ehrlich gesagt noch nie derart beim Eistanzen oder Eiskunstlauf mitgefiebert wie in diesem Buch. Die detailreichen und mitreißenden Beschreibungen von Jennifer Iacopelli lassen die Szenen lebendig werden und erzeugen eine unglaublich fesselnde Atmosphäre.
Die gesamte Handlung wird aus der Perspektive von Adriana erzählt, die sich unfreiwillig in einem Liebesdreieck wiederfindet. Ich bin echt unschlüssig, ob ich die Sichtweisen der Jungs auch gern mal gehört hätte oder ob Adriana ausreicht. Hinsichtlich des Gefühlswirrwarrs reicht aber vielleicht Adriana aus, denn sonst hätte sich der Fokus der Story zu stark verlagert.
Adriana kämpft nicht nur mit den Gefühlen für ihren aktuellen und ihren Ex-Partner, sondern auch mit dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Familie. Es ist traurig, was alles auf ihren Schultern abgeladen wird, und dass dies niemandem aufzufallen scheint. Adrianas Entwicklung steht im Mittelpunkt der Handlung und diese konnte mich auch voll überzeugen. Das Liebeschaos innerhalb der Eislauf-Clique ist möglicherweise Geschmackssache, aber mich persönlich hat es nicht gestört.

Mein Fazit:
Ich werde Eistanzen jetzt wohl mit ganz anderen Augen sehen und gebe sehr gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Heiße Spannung

Im Feuer
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„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der Auftakt zu ihrer neuen spannenden Krimireihe um die Ermittlerin Lilly Hed.
Schweden ächzt unter einer enormen Hitzewelle, die die Brandgefahr in den Wäldern rasant ...

„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der Auftakt zu ihrer neuen spannenden Krimireihe um die Ermittlerin Lilly Hed.
Schweden ächzt unter einer enormen Hitzewelle, die die Brandgefahr in den Wäldern rasant ansteigen lässt. Die junge Kommissarin Lilly Hed hat sich gerade aus Stockholm in die tiefste Provinz versetzen lassen, obwohl dies ihrer aussichtsreichen Karriere einen Dämpfer verpasst. Doch auch hier in Nynäshamn an der Schärenküste hat Lilly jede Menge zu tun. Der Ort wird von offensichtlich von einem Feuerteufel bedroht, dessen perfide Anschläge bereits Menschenleben forderten. Gemeinsam mit dem Feuerwehrchef Jesper will Lilly den Ursachen auf den Grund gehen, auch wenn die Beweise wortwörtlich in Flammen aufgehen.

Ich bin ein Fan skandinavischer Krimis, die mich mit ihrem einzigartigen und atmosphärischen Stil immer wieder in ihren Bann ziehen können. Pernilla Ericson werde ich mir auf jeden Fall vormerken, denn ihr Auftaktband zu Lilly Hed konnte mich komplett überzeugen.
Lilly ist eine sympathische Hauptfigur, die offenbar vor ihren Problemen aus Stockholm flieht. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, wenn das Privatleben der Ermittler so in den Vordergrund rückt, aber hier passt für mich einfach die Balance. Die privaten Verwicklungen von Lilly sind geschickt mit der eigentlichen Handlung verknüpft und ergeben ein komplexes und packendes Gesamtkonstrukt. Ich habe mit Lilly sowohl privat als auch bei den Ermittlungen mitgefiebert und konnte das Buch kaum zur Seite legen.
Die Bedrohung durch die Hitzewelle und die unberechenbaren Feuerausbrüche nutzt die Autorin gleichzeitig als Mahnung zu den beängstigenden Klimaveränderungen, die momentan brisanter denn je sind. Einige Szenen sind so beklemmend und plastisch beschrieben, dass ich beim Lesen manchmal einen Kloß im Hals hatte.
Der eigentliche Kriminalfall ist gekonnt aufgebaut und ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Umso überraschender und erschreckender war dann die Auflösung. Die Charaktere sind allesamt facettenreich und komplex und ich konnte mit fast allen mitfühlen. Die Fortsetzung setze ich jetzt schon auf meine Wunschliste, denn von Lilly Hed will ich unbedingt noch mehr lesen.

Mein Fazit:
Ein starker und berührender Krimi aus Schweden, der von mir eine klare Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 19.08.2022

Schöner Schein

Mit dir hatte ich nicht gerechnet
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„Mit dir hatte ich nicht gerechnet“ von Katie Cotugno ist auf den ersten Blick eine leichte Hollywood Romance, die aber auch sehr ernste Themen aufgreifen will.
Fiona St. James war ein gefeierter Kinderstar ...

„Mit dir hatte ich nicht gerechnet“ von Katie Cotugno ist auf den ersten Blick eine leichte Hollywood Romance, die aber auch sehr ernste Themen aufgreifen will.
Fiona St. James war ein gefeierter Kinderstar mit einer äußerst erfolgreichen Familienserie. Doch ihre permanenten Abstürze und Skandale sorgten für das vorzeitige Ende der Serie und gleichzeitig ihrer aussichtsreichen Karriere. Jahre später hat Fiona all das hinter sich gelassen und arbeitet unerkannt in der Druckerei ihres Vaters. Als die Serie eine Neuauflage erleben soll, taucht plötzliches Fionas Serienbruder Sam Fox in der Druckerei auf. Sam möchte Fiona zu einem Comeback überreden, was diese vehement ablehnt. Aber Sam gibt nicht auf und so verbringen beide immer mehr Zeit miteinander, wobei die Serie fast in den Hintergrund gerät.

Der Klappentext und das Cover lassen eine lockere Rom-Com vor der Kulisse Hollywoods erwarten, was oberflächlich gesehen zumindest teilweise stimmt. Doch bei jedem Blick hinter die geschauspielerte und polierte Fassade lässt Katie Cotugno in ernste und teils sehr dunkle Abgründe blicken. Die Perspektiven wechseln zwischen Fiona und Sam, die beide keine einfachen und absolut sympathischen Charaktere sind.
Fiona hat ihre Karriere offensichtlich willentlich selbst zerschossen und hält nach einer Therapie großen Abstand zur Öffentlichkeit. Ich habe irgendwann erahnen können, was hinter ihrem Verhalten steckt, aber leider wird dieses wichtige und ernste Thema viel zu kurz abgehandelt. Vor allem am Ende hätte ich mir eindeutig noch mehr Aussagen zum weiteren Verlauf gewünscht.
Sam ist charmant und Everybodys Darling. Dabei überspielt er, dass er mit dem Rücken zur Wand steht und für seine Karriere so ziemlich alles tun würde. Das macht ihn nicht unbedingt sympathisch, obwohl ich ihm seine inneren Konflikte bezüglich der Gefühle für Fiona durchaus abnehme.
Ich finde schon, dass die Story die knallharte Scheinwelt von Hollywood sehr gut widerspiegelt. Niemand will ernsthaft sehen, was hinter den Kulissen vorgeht und jedes Aufblitzen von Schwäche wird gnadenlos ausgenutzt, wie die Hexenjagd auf Fiona zeigt.
Die beiden Hauptfiguren sind streitbare Charaktere und voller Ecken und Kanten. Dieses Unperfekte hat mir aber gefallen und auch das langsame Herantasten und die Unbeholfenheit ihrer Beziehung. Ich mag den Humor und die Dynamik der beiden. Bei den schwierigen Themen hätte ich mir jedoch einen Tick mehr Tiefgang erwartet.

Mein Fazit:
Eine schöne Scheinwelt zeigt ihre Schattenseiten. Von mir gibt es dafür insgesamt vier Sterne!

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