Profilbild von tkmla

tkmla

Lesejury Star
offline

tkmla ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tkmla über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2021

Die hässliche Wahrheit

Escape Room: Mörderspiel
0

„Escape Room: Mörderspiel“ von Alexandra Maibach ist ein spannendes Psychoduell, in dem hässliche Wahrheiten ans Licht gebracht werden.
Die ehrgeizige Medizinstudentin Valerie war der unangefochtene Star ...

„Escape Room: Mörderspiel“ von Alexandra Maibach ist ein spannendes Psychoduell, in dem hässliche Wahrheiten ans Licht gebracht werden.
Die ehrgeizige Medizinstudentin Valerie war der unangefochtene Star ihrer Clique. Sie war erfolgreich, schön, beliebt, und nun ist sie tot. Zunächst wird ihr Ableben als schrecklicher Unfall nach einer Party deklariert, aber als auf ihrer Beerdigung eine beunruhigende Insta-Nachricht auf ihrem Account gepostet wird, kommen ernste Zweifel auf. Ihre sechs besten Freunde landen kurze Zeit später unfreiwillig in einem Escape Room, der nur ein Ziel hat. Valeries Mörder soll einer von ihnen sein und das Mörderspiel soll seine Identität entlarven und die Wahrheit ans Licht bringen.

Ich habe schon einige Escape Room Thriller gelesen und dieses Mal wird auf grausame Morde oder blutige Todesfallen, die die Teilnehmer gnadenlos dezimieren, verzichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass in diesem Buch die Spannungskurve niedriger wäre, sondern sie fährt eben nur auf einer deutlich subtileren Schiene.
Hauptfigur ist Valeries beste Freundin Toni, die durch die Geschehnisse offenbar schwer traumatisiert ist. Ihr Geburtstag ist der Anlass des Escape Room Abenteuers, was sich gleich nach der Ankunft als Falle entpuppt. Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart und wichtigen Ereignissen aus der Vergangenheit, die aus der Perspektive der unterschiedlichen Charaktere geschilderte werden. Die Masken fallen wahnsinnig schnell und die Mordmotive häufen sich. Die unschuldige Fassade des Opfers bekommt tiefe Risse und auch ihre Freunde lassen in dunkle Abgründe blicken.
Alexandra Maibach hat ihre fesselnde Handlung geschickt konstruiert und konnte mich mit ihren Wendungen echt überraschen. Die facettenreichen Charaktere lassen einen bis zum Schluss mitfiebern und zeigen mehr oder weniger erschreckende Seiten von sich. Die Spannung funktioniert auch ohne Blut, aber trotzdem fehlte mir irgendwie der letzte Kick. Einige Schlüsselfiguren bleiben leider etwas blass, obwohl das Grundkonstrukt absolut gelungen ist.

Mein Fazit:
Ein unblutiger Escape Room Thriller, der von mir trotz kleiner Abstriche sehr gern eine Leseempfehlung bekommt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2021

Geplatzte Träume

Nachts, wenn die Sterne leuchten
0

„Nachts, wenn die Sterne leuchten“ von Elli C. Carlson ist der Abschlussband ihrer emotionalen Reihe um die drei Schwestern der Familie Larsen.
Smilla Larsen ist die jüngste der drei Schwestern und sie ...

„Nachts, wenn die Sterne leuchten“ von Elli C. Carlson ist der Abschlussband ihrer emotionalen Reihe um die drei Schwestern der Familie Larsen.
Smilla Larsen ist die jüngste der drei Schwestern und sie hat das Nest bereits frühzeitig verlassen, um ihren Traum von einer Karriere auf den Weltmeeren zu leben. Privat läuft es auch bestens, bis auf ihrer pompösen Verlobungsfeier das Kartenhaus ihres Lebens schlagartig zusammenbricht. Trotzig schlägt Smilla um sich und landet unfreiwillig in ihrem alten Zuhause in Brodershöved, wo das familieneigene Hotel inzwischen dem Investor Sten Ohlsen gehört. Sten hat in Brodershöved endlich einen ruhigen Hafen gefunden, der jedoch aufwirbelt wird, als Smilla dort eintrifft.

Mir haben die beiden ersten Bände um Liv und Anni wahnsinnig gut gefallen und so war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Smilla. Am Anfang war ich auch noch ganz begeistert von ihr, da mich ihre direkte und ehrliche Art beeindruckt hat. Nach dem tollen Einstieg sanken die Sympathiewerte für Smilla jedoch rapide ab und ich bin bis zum Ende nicht mehr wirklich mit ihr warm geworden. Für Ende Zwanzig und einen überaus verantwortungsvollen Job benimmt sie sich absolut kindisch, rücksichtslos und unfair. Ihre Schwester Liv bringt dies in einer Szene mit wenigen Worten sehr treffend auf den Punkt, aber Selbstreflektion ist nicht unbedingt Smillas Stärke.
Der Schreibstil liest sich wie immer leicht und flüssig, aber von allen drei Büchern empfand ich dieses als das schwächste. Der Zauber der Ostsee funktioniert trotzdem tadellos und auch die Nebenhandlungen sind durchaus spannend. Sten ist fast schon zu nett und geht bei Smillas Egotrip ein wenig unter. Man kann die Funken zwischen beiden aber spüren und letztendlich ist auch diese Geschichte in sich rund.

Mein Fazit:
Auch im Abschlussband darf man das Ostseefeeling genießen und ich gebe gern eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2021

Gefährliche Emotionen

Das erste Gesetz der Gefühle (Romantasy-Trilogie, Band 1)
0

„Das erste Gesetz der Gefühle“ von K. T. Steen ist der Auftaktband zu ihrer spannenden Romantasy-Trilogie.
Die siebzehnjährige Katalina lebt mit ihrer Mutter auf Sylt, wo sie nebenbei schon erste Erfahrungen ...

„Das erste Gesetz der Gefühle“ von K. T. Steen ist der Auftaktband zu ihrer spannenden Romantasy-Trilogie.
Die siebzehnjährige Katalina lebt mit ihrer Mutter auf Sylt, wo sie nebenbei schon erste Erfahrungen als Journalistin sammelt. Vor zwei Jahren starb ihr Vater, der die Familie kurz zuvor ohne Erklärung verließ. Katalina nutzt eine Chance, als sie bei ihrem Job mehr aus seiner Vergangenheit recherchieren kann. Seine Bekanntschaft zum ebenfalls verstorbenen Besitzer einer abgelegenen Strandvilla bleibt weiterhin geheimnisvoll und dessen Stiefenkel Severin, der inzwischen dort wohnt, hält Katalina auch auf Abstand. Der unnahbare und düstere junge Mann fasziniert Katalina, so dass sie seine hartnäckige Abwehr unbedingt durchbrechen will.

Man ist schnell in der Geschichte drin und kann auch relativ früh eine Verbindung zur Hauptfigur Katalina aufbauen, deren Verzweiflung über das ungewisse Schicksal ihres Vaters spürbar und nachvollziehbar ist. Katalina ist zielstrebig, ein wenig stur und lässt sich nicht so leicht abschrecken. Sie ist ein Sonnenschein, der seine Gefühle direkt nach außen trägt und nur schlecht verbergen kann. Das macht sie so liebenswürdig und sympathisch und bringt sie gleichzeitig in Gefahr, wie sich im Laufe der Handlung zeigen wird.
Der Fantasy-Aspekt der Geschichte liegt im Geheimnis um Severin, welches nach und nach enthüllt wird und auch Katalina nicht nur am Rande betrifft. Mir gefällt eindeutig, wie die Autorin ihre Welt im Buch konstruiert hat, die trotz der vorhandenen Fantasy-Elemente nah an der Realität bleibt. Das macht die Charaktere authentisch und sorgt vielleicht gerade deswegen für zusätzliche Spannung.
Zwischen Katalina und Severin knistert es heftig, aber ihre Beziehung ist alles andere als unkompliziert. Der Auftakt ist ein gelungener Einstieg in die fesselnde und emotionale Story und endet natürlich mit einem kleinen Cliffhanger und vielen offenen Fragen. Er macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Mein Fazit:
Gefühl, Romantik und Spannung sind hier gekonnt gemixt und ich gebe sehr gern eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2021

Welcome to the dark side

Shadowborn
0

„Shadowborn: Is my soul too dark for you?“ von Melanie Lane ist eine unterhaltsame und düstere Urban-Fantasy, die in die magische Welt des Voodoo führt.
Juju ist nicht nur ein Mitglied des mächtigsten ...

„Shadowborn: Is my soul too dark for you?“ von Melanie Lane ist eine unterhaltsame und düstere Urban-Fantasy, die in die magische Welt des Voodoo führt.
Juju ist nicht nur ein Mitglied des mächtigsten und gefürchtetsten Voodoo-Clans in New Orleans, sondern auch die zukünftige Hohepriesterin. Die Macht ihres Clans ist hart erkauft, denn jeden Monat erwartet der Schattenkönig von jedem Mitglied eine unschuldige Seele als Opfer. Juju hat ihren eigenen Weg gefunden, wie sie mit dem Erbe ihrer Abstammung umgeht. Aber als ihr bester Freund Dean, für den sie weit mehr als nur Freundschaft empfindet, einen Deal mit dem Schattenkönig eingeht, ist Schluss mit Jujus Zurückhaltung.

Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin und ich mag ihren lockeren und leichten Schreibstil. Das düstere und vor Magie vibrierende Setting von New Orleans hat mich schon immer fasziniert und Melanie Lane lässt die pulsierende Energie der Voodoo-Hauptstadt in ihrem Buch lebendig werden.
Juju ist sich ihrer Position voll bewusst und sie lehnt ihr Erbe auch nicht komplett ab. Nur bestimmte Aspekte ihres Schicksals würde sie nur zu gern ändern. Sie ist tough, selbstbewusst und unglaublich loyal gegenüber ihren Freunden. Der Deal von Dean bringt sie in Zugzwang, denn bisher hatte sie ihre Gefühle streng zurückgehalten, um ihn nicht in Gefahr zu bringen oder zur Zielscheibe zu machen. Aber ab jetzt wird mit harten Bandagen gegen die noch finsterere Dark Side gekämpft.
Mir gefällt, dass Juju zu sich selbst steht und alle dunklen Abgründe akzeptiert. Auch Dean ist kein Heiliger und die knisternde Anziehung der Zwei könnte die Hölle abfackeln. Ich mag die Dynamik der beiden, bei der der Funke klar überspringt. Doch nicht nur die Hauptfiguren sind großartig gelungen, sondern auch die schillernden Nebencharaktere können klar punkten. Jujus beste Freundin Dawn ist ein absolutes Highlight, genau wie der nicht zu unterschätzende Mort.
Die Handlung ist mitreißend, spannend und voller überraschender Wendungen, die ich oft nicht im Ansatz erwartet hätte. Dabei kommen aber auch die Romantik, der Humor und jede Menge blutige Action nicht zu kurz.

Mein Fazit:
Beste düstere Unterhaltung ist mit diesem Buch garantiert und ich gebe eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2021

Großartiger Abschluss

Chasing Hope
0

„Chasing Hope“ ist der Abschlussband der wunderschönen und emotionalen Montana Arts College Trilogie von Julia K. Stein.
Julie hat sich ihren Platz am Montana Arts College hart erkämpft, denn sie ist ...

„Chasing Hope“ ist der Abschlussband der wunderschönen und emotionalen Montana Arts College Trilogie von Julia K. Stein.
Julie hat sich ihren Platz am Montana Arts College hart erkämpft, denn sie ist ihr ganzes bisheriges Leben völlig mittellos in einer Hippie-Kolonie auf Hawaii aufgewachsen. Sie fokussiert sich auf ihr Creative-Writing-Studium und kann den übrigen College-Vergnügungen nichts abgewinnen. Gäbe es eine Skala, würde sich Nate wohl genau am anderen Ende befinden. Der reiche und verwöhnte New Yorker verliert sich lieber in Ablenkungen, als sein Studium durchzuziehen. Als er Julie um Hilfe bittet, lehnt sie zunächst ab. Aber je näher sie Nate kennenlernt, desto mehr blickt sie hinter seine Fassade.

Beide Hauptfiguren durfte man ja schon in den Vorgängerbänden ein wenig kennenlernen, wobei man sie sich anfangs nur schwer als Paar vorstellen kann, da sie aus völlig verschiedenen Welten kommen. Im Laufe der Handlung zeigt sich, dass vor allem in Nates Welt nicht alles so toll und easy ist, was sein Party-Image geschickt verschleiert.
Julie hat eine schwierige Vergangenheit und ihr innerer Zwiespalt zwischen der tiefen Liebe zu ihrer Familie und der objektiven Beurteilung deren Verhaltens kommt sehr intensiv zum Ausdruck. Sie ist hin- und hergerissen und ein Opfer ihrer teils traumatischen Erfahrungen, die ihr eigenes Verhalten nachhaltig beeinflussen. Die Facetten ihres Charakters sind unglaublich gut beschrieben, denn sie ist viel mehr als nur eine esoterische Hippiebraut.
Nates Charakter zeigt genau soviel Tiefe. Er ist vielleicht in manchen Dingen tatsächlich ein verwöhnter Ostküstenbalg, aber überwiegend reflektiert er sein Verhalten sehr selbstkritisch. Vor allem in der sich langsam aufbauenden Beziehung zu Julie hat er mich mehrfach mit seiner Sensibilität überrascht und völlig von sich überzeugt.
Julia K. Stein erzählt die emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle sehr berührend und mitreißend, so dass ich von Anfang bis Ende mit Nate und Julie mitgefiebert habe. Leider ist dies das letzte Buch der Reihe, was ziemlich schade ist. Mich würden die Geschichten der anderen Nebenfiguren, wie Layla oder Eduardo, auch brennend interessieren, denn in dieser Reihe gibt es keine langweiligen Charaktere.

Mein Fazit:
Ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung und die vollen fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere