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Veröffentlicht am 15.07.2021

Die Karten werden neu gemischt

Federn über London 3
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„Federn über London: Suche“ von Sabine Schulter ist der dritte Band ihre packenden Fantasy-Reihe, in dem die spannende Geschichte um den blonden Todesengel Clear weitererzählt wird.
Nach dem ungeahnten ...

„Federn über London: Suche“ von Sabine Schulter ist der dritte Band ihre packenden Fantasy-Reihe, in dem die spannende Geschichte um den blonden Todesengel Clear weitererzählt wird.
Nach dem ungeahnten Verrat, mit dem wohl niemand gerechnet hätte, steht London kurz vor einem Krieg zwischen Ober- und Unterwelt. Obwohl die Katastrophe durch Clear knapp abgewendet wurde, sinnt Lasallas auf Rache. Ein Vorschlag von Ease bringt eine kleine Atempause, aber die Gefahr ist keinesfalls gebannt. Das dunkle Nichts ist nun frei und stillt ungehemmt seinen riesigen Appetit. Um es aufzuhalten, müssen Ober- und Unterwelt zusammenarbeiten und in der eigenen Vergangenheit forschen.

Nach dem heftigen Showdown am Ende des zweiten Bandes stehen alle Zeichen auf Krieg. Und man kann dem Herrscher der Unterwelt nicht einmal wirklich einen Vorwurf machen, dass er mehr als wütend ist. Clears ungewöhnliche Kräfte überraschen einmal mehr und werfen die Frage auf, welche Rolle sie im großen Ganzen einmal spielen wird.
Clear hatte erst wenige Wochen als Todesengel und schon lastet eine riesige Verantwortung auf ihr. Ihre innere Zerrissenheit und ihre Zweifel sind sehr gut beschrieben und vollkommen nachvollziehbar. Dazu kommen die starken Gefühle für den gefallenen Engel Daimion, die ihre Zuneigung und ihr Vertrauen zum Todesengel Ease nicht vollkommen überlagern.
Die Perspektiven wechseln hauptsächlich zwischen Ease und Clear, aber auch andere Engel bekommen eigene Passagen. Dadurch erhält die komplexe Story den perfekten Schliff und wirkt absolut rund. Für mich sind die Charaktere in ihren Emotionen authentisch dargestellt, auch wenn natürlich noch nicht alle Geheimnisse gelüftet werden. Dadurch bleibt es weiter spannend und man darf sich auf das Finale im vierten Band freuen.
Der Schreibstil liest sich wie immer hervorragend und die Stimmung wechselt in einem gelungenen Mix zwischen hochspannend, humorvoll, romantisch, nachdenklich und emotional.

Mein Fazit:
Der dritte Teil hält das Niveau der Vorgänger und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.07.2021

Faszinierende Magie

Knochenblumen welken nicht
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„Knochenblumen welken nicht“ von Eleanor Bardilac ist eine düstere Fantasy, die mit ihrem Setting an Wien um 1900 erinnert.
Die Stadt Vhindona ist streng geteilt in Bezirke für Magiebegabte und Magielose. ...

„Knochenblumen welken nicht“ von Eleanor Bardilac ist eine düstere Fantasy, die mit ihrem Setting an Wien um 1900 erinnert.
Die Stadt Vhindona ist streng geteilt in Bezirke für Magiebegabte und Magielose. Die achtzehnjährige Aurelia lebt als Tochter eines wohlhabenden Architekten auf der Sonnenseite der Stadt, aber als vor drei Jahren erstmals ihre Magiebegabung in Erscheinung trat, wird sie von ihren Eltern mit Medikamenten ruhig gestellt und versteckt. Ein Mord in ihrem Zuhause lässt Aurelias Magie explodieren und sie muss ihre Familie verlassen und wird dem einflussreichen Nekromanten Marius Cinna als Schülerin zugeteilt. Aurelia lernt an seiner Seite enorm viel, wird aber gleichzeitig vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt.

Das Setting ist tatsächlich atemberaubend und man hat durch die bildhaften Beschreibungen die Straßen und Häuser von Vhindona direkt vor Augen. Doch nicht nur die prunkvollen Seiten werden hier plastisch dargestellt, sondern auch das Elend, die Schatten und die gesellschaftlichen Missstände.
Aurelia existiert zu Beginn nur im Nebel und blüht förmlich auf, als sie endlich ohne Medikamente leben darf. Sie freundet sich mit ihrer magischen Seite an und lernt völlig neue Möglichkeiten kennen. Meister Cinna ist ein facettenreicher und hochspannender Charakter. Seine Vergangenheit und seine Zukunft sind ziemlich mysteriös und geheimnisvoll. Manchmal scheint er die gesamte Last des Daseins zu tragen und manchmal ist er einfach nur witzig und hat eine unverschämt große Klappe und einen herrlich schwarzen Humor.
Man spürt beim Lesen, dass dieses Buch nur den Grundstein für weitere größere Geschichten legt. Viele Fragen werden beantwortet, aber einige Handlungsfäden und Schicksale bleiben auch offen. Neben den beiden Hauptfiguren Aurelia und Marius gibt es zahlreiche bunte und in Erinnerung bleibende Nebencharaktere, die hoffentlich weiter eine große Rolle spielen werden.
Der Schreibstil von Eleanor Bardilac liest sich gut, auch wenn er sehr dicht und intensiv erscheint. Die Story ist fast durchgehend spannend und dreht am Schluss nochmal richtig auf. Neue Abenteuer warten und ich bin neugierig auf die Fortsetzung.

Mein Fazit:
Für kleine Längen ziehe ich einen halben Punkt ab, aber insgesamt konnte mich diese Geschichte mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre absolut faszinieren. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.07.2021

Einfach Blue

A Different Blue
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„A Different Blue“ von Amy Harmon erzählt die emotionale und tiefgründige Geschichte einer jungen Frau, bei der die angekündigte Lovestory fast schon in den Hintergrund gerät.
Blue Echohawk ist im Abschlussjahr ...

„A Different Blue“ von Amy Harmon erzählt die emotionale und tiefgründige Geschichte einer jungen Frau, bei der die angekündigte Lovestory fast schon in den Hintergrund gerät.
Blue Echohawk ist im Abschlussjahr ihrer Highschool und füllt ihr selbst gewähltes Rollenklischee perfekt aus. Sie kleidet und schminkt sich aufreizend, trifft sich mit den falschen Männern und gibt sich unnahbar und abweisend. Doch eigentlich spielt sie nur die Rolle, die sie glaubt spielen zu müssen. Ihr neuer Geschichtslehrer Darcy Wilson ist nur wenige Jahre älter als sie und schafft es mit seiner hartnäckigen Art, hinter ihre Schutzmauern zu blicken. Beide freunden sich an und Blue stellt sich mit seiner Hilfe ihrer ganz persönlichen Geschichte.

Dieses Buch von Amy Harmon hebt sich definitiv von anderen ab und wieder einmal beweist sie, was für eine gute Geschichtenerzählerin sie ist. Die Handlung dreht sich nicht ernsthaft um eine verbotene Schüler-Lehrer-Beziehung, sondern einzig und allein um Blue, die ihre schmerzhafte Vergangenheit aufarbeiten muss, um in der Zukunft ihren eigenen Weg gehen zu können.
Blues Geschichte lässt einem teilweise den Atem stocken, weil sie voller Schmerz, Verlust und Ungewissheit ist. Es ist fast schon ein Wunder, dass sie trotzdem so stark und liebenswert geworden ist, auch wenn sie sich selbst nicht so sieht. Blue wirkt zu Beginn hoffnungslos, verloren und desillusioniert. Sie hat sich mit der Rolle abgefunden, die ihr das Leben zugeteilt hat. Erst eine einschneidende Veränderung und Wilsons Hilfe geben ihr den Anstoß, sich selbst zu finden.
Wilson bleibt im Vergleich zu Blue etwas blass. Seine Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, auch wenn er sie später erklärt. Er ist im Buch die Backgroundmusik zu Blues Solo. Und in dieser Rolle ist er gut. Man spürt beim Lesen die tiefe Verbundenheit der beiden, die sich auch ohne Worte entfaltet.
Amy Harmon geht mit ihren Geschichten schmerzhaft in die Tiefe und hält sich nicht mit Oberflächlichkeit auf. Ihre Charaktere sind nie einfach, sondern immer voller unzähliger unterschiedlicher Facetten, die nicht immer gefallen müssen. Vielleicht sind im Rückblick einige Wendungen zu glatt und gewollt, aber insgesamt ist diese Story wunderschön und fast schon poetisch.

Mein Fazit:
Wer eine leichte und knisternde RomCom erwartet, der wird hier enttäuscht werden, aber für alle anderen kann ich nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 10.07.2021

Perfekter Abschluss

What if we Trust
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„What if we Trust“ von Sarah Sprinz ist der finale Band ihrer wunderschönen New Adult Trilogie, die in Vancouver spielt.
Fast niemand weiß von der geheimen Leidenschaft Hopes, die vor Jahren eine emotionale ...

„What if we Trust“ von Sarah Sprinz ist der finale Band ihrer wunderschönen New Adult Trilogie, die in Vancouver spielt.
Fast niemand weiß von der geheimen Leidenschaft Hopes, die vor Jahren eine emotionale Fan-Fiction über ihren Lieblingskünstler PLY auf Wattpad veröffentlichte. Während sie selbst eigentlich damit abgeschlossen hatte, entwickelt sich ihre Geschichte zum Hype und ein großer Verlag bietet ihr sogar einen Buchvertrag an. Doch dann wird ihre Welt aus den Angeln gehoben, als sie auf einer Geburtstagsparty in die blauen Augen von Scott Plymouth alias PLY blickt, der inkognito an der UBC studiert. Er ist völlig anders als in ihrer Fantasie und doch kommt sie seinen Geheimnissen näher als jeder andere.

Sarah Sprinz hat bereits in den beiden Vorgängerbänden gezeigt, dass sie emotionale Achterbahnfahrten liebt und so darf man auch im letzten Teil beim Lesen alle möglichen Gefühle durchleben.
Die liebenswerte Hope dürfte inzwischen jedem ans Herz gewachsen sein. Beim Schreiben kann sie ihr Innerstes öffnen und lebt ihren Traum. Die Fan-Fiction über PLY hatte sie über die Teenagerzeit gerettet, aber mittlerweile sieht sie sie mit etwas Abstand. Die Begegnung mit dem realen Scott lässt zunächst ihr inneres Fangirl frei, aber schnell landet sie auf dem Boden der Tatsachen. Scott ist alles andere als nett und wenn man später seine Geschichte erfährt, ist sein Verhalten auch absolut nachvollziehbar. Die Annäherung der beiden verläuft ganz sicher nicht geradlinig, aber dafür auch authentisch. Mir persönlich gefällt sehr, dass die Autorin keine Energien für konstruierte und sinnlose Dramen verschwendet, sondern einfach nah an den tiefgründigen Charakteren bleibt und ihre Entwicklung sehr berührend und sensibel beschreibt.
Im Buch werden einige sehr ernste Themen angesprochen, die alles andere als leichte Kost sind. Scott lässt Hope hinter seine Schutzmauern blicken und manchmal macht das einfach nur sprachlos. Gleichzeitig reflektiert Hope ihr eigenes Verhalten und ihre bisherigen Ansichten, als sie nun selbst mit Scotts Welt konfrontiert ist.
Für mich ist dies mein absoluter Lieblingsband der Reihe, da hier einfach alles stimmt.

Mein Fazit:
Der Abschluss der emotionalen Reihe hätte nicht besser sein können und ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung und die vollen fünf Sternchen!

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Veröffentlicht am 10.07.2021

Fanatischer Killer

Gottes Vollstrecker
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„Gottes Vollstrecker“ von Kate Dark ist eine gelungene Mischung aus Thriller, Romance und Unterhaltung.
In der kleinen Gemeinde Sunny Falls beginnt eine grausame Mordserie, die laut den Nachrichten am ...

„Gottes Vollstrecker“ von Kate Dark ist eine gelungene Mischung aus Thriller, Romance und Unterhaltung.
In der kleinen Gemeinde Sunny Falls beginnt eine grausame Mordserie, die laut den Nachrichten am Tatort im Namen Gottes begangen wird. Gemeinsam mit seinem Partner soll der FBI-Agent Logan Donahue in der sektenähnlichen und streng religiösen Gemeinschaft ermitteln. Überraschend trifft er dort auf Scarlett Rathville, mit der ihn eine leidenschaftliche Begegnung vor wenigen Tagen verbindet. Ausgerechnet Scarletts Bruder, der der Patriarch der Gemeinde ist, gerät ins Visier der Ermittler, da er einige Geheimnisse zu verbergen scheint. Logan kämpft gegen die Zeit, denn der Killer schlägt erneut zu und auch Scarlett könnte in Gefahr sein.

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und mit ihrem ungewöhnlichen Einstieg, bei dem sich Scarlett und Logan kennenlernen, hatte sie definitiv meine Aufmerksamkeit. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und man fliegt wirklich schnell durch die Seiten.
Logan war mir sofort sympathisch, denn er nimmt sich selbst nicht zu ernst und ist locker und witzig. Gleichzeit hat er einen starken Gerechtigkeitssinn und ist mit vollem Herzen in seinem Job dabei.
Scarlett hat eine tragische und bewegte Vergangenheit, die vielleicht erklären könnte, warum sie der sektenartigen Gemeinde und ihrem Bruder bisher noch nicht den Rücken gekehrt hat. Trotzdem habe ich teilweise nicht verstanden, wieso sie eine derartige Behandlung toleriert. Erst mit Logan gibt es für ihre Zukunft einen kleinen Hoffnungsschimmer.
Die Bewohner von Sunny Falls sind schon sehr speziell und fanatisch. Da bekommt man oft eine Gänsehaut beim Lesen und kann es gar nicht fassen. Doch ich denke, dass diese Zustände in einigen Glaubensgemeinschaften der USA wahrscheinlich gar nicht so weit hergeholt sind.
Ich habe relativ früh geahnt, wer der oder die Hauptverdächtige sein könnte, aber die Autorin hat durchaus gute falsche Fährten gelegt und ein paar weitere Handlungsfäden ins Spiel gebracht.
Bei diesem Thriller stehen für mich der Unterhaltungswert und die süße Lovestory im Vordergrund, was eine schöne Abwechslung war. Trotzdem hat die Geschichte natürlich ihre Spannungsmomente, die zusätzlich für Aufregung sorgen.

Mein Fazit:
Der romantische Thriller bekommt von mir gern eine Leseempfehlung, da mir der Genre-Mix richtig gut gefallen hat.

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