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Veröffentlicht am 28.12.2024

Vor Wut verlobt

Degrees of Engagement
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„Degrees of Engagement“ von Jennifer Hennessy ist eine unterhaltsame und knisternde Fake-Engagement-Romance, in der eine spontane Lüge außer Kontrolle gerät.
Bianca Dimitriou hat es nach fünf Jahren harter ...

„Degrees of Engagement“ von Jennifer Hennessy ist eine unterhaltsame und knisternde Fake-Engagement-Romance, in der eine spontane Lüge außer Kontrolle gerät.
Bianca Dimitriou hat es nach fünf Jahren harter Arbeit geschafft und ihren Doktortitel bekommen. Doch die anschließende Party zerstört jegliche Freunde darüber. Ihre Familie und ihre engsten Freunde, für die Bianca immer alles stehen und liegen ließ, um ihnen zur Seite zu stehen, haben alle kurzfristig mit fadenscheinigen Ausreden abgesagt. Traurigerweise zählt ein Doktortitel nicht so sehr wie eine Verlobung und so lässt sich Bianca von ihrem attraktiven Kollegen Xavier Byrne überreden, eine Verlobung vorzutäuschen, damit sich alle schlechtfühlen. Mit viel Alkohol klang diese verrückte Idee noch super, aber im Tageslicht löst Biancas scheinbare Verlobung eine unaufhaltsame Lawine aus, die sie und Xavier nicht mehr aufhalten können. Dass beide seit Jahren auch noch echte Gefühle füreinander haben, macht es nicht einfacher.

Jennifer Hennessy hat einen lockeren und leichten Schreibstil, der einen schnell durch die Seiten fliegen lässt. Die Hauptfiguren sind beide sehr sympathisch und die Grundidee hat durchaus Potenzial.
Ich konnte Biancas Frust über die Gedankenlosigkeit ihrer Liebsten absolut nachvollziehen. Die Idee von Xavier wäre ein guter Denkzettel gewesen, aber sowohl Bianca als auch er haben definitiv den Absprung von diesem Zug verpasst. Schon kurze Zeit später ergibt der Plan nämlich deutlich weniger Sinn und ich konnte zwar verstehen, dass sie zur Schadensbegrenzung einfach weiterspielen, aber trotzdem passt das irgendwie nicht zu zwei ansonsten sehr intelligenten Menschen.
Xavier ist schon süß, so verliebt wie er in Bianca ist. Leider sind beide trotz der spicy und absolut heißen Momente zwischen ihnen absolut blind für die Gefühle des anderen, wodurch sich das trotzdem unterhaltsame Hin und Her etwas zieht.
Ich mochte sowohl Bianca als auch Xavier wirklich gern. Ihre Chemie sprüht nur so vor Funken, aber auch vor unterdrückten Gefühlen, so dass man sie manchmal anschreien möchte, damit sie endlich die Scheuklappen abnehmen. Ich hatte letztendlich viel Spaß beim Lesen, obwohl man es mit der Logik und Sinnhaftigkeit nicht allzu genau nehmen sollte.

Mein Fazit:
Von mir gibt es insgesamt 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2024

Lügen und Wahrheit

Gilded – Die Versuchung des Goldes (Gilded 1)
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„Gilded – Die Versuchung des Goldes“ von Marissa Meyer ist der erste Band ihrer düsteren Märchenadaption von Rumpelstilzchen.
Die achtzehnjährige Serilda lebt als Tochter des Müllers in einem kleinen ...

„Gilded – Die Versuchung des Goldes“ von Marissa Meyer ist der erste Band ihrer düsteren Märchenadaption von Rumpelstilzchen.
Die achtzehnjährige Serilda lebt als Tochter des Müllers in einem kleinen Ort, wo sie aufgrund des Mals in ihren Augen als Unglücksbringerin gilt. Dazu kommt, dass es Serilda liebt, erfundene Geschichten zu erzählen, die sie immer neu ausschmückt. Ihre überbordende Fantasie ist jedoch nicht sonderlich beliebt und bringt ihr nur den Stempel als Lügnerin ein. Lediglich die Kinder sind von Serildas Geschichten begeistert. Eines Nachts gerät Serilda ungewollt in die Aufmerksamkeit des dunklen Erlkönigs. Um ihn abzulenken, erzählt ihm Serilda eine ihrer Geschichten, dass sie Stroh zu Gold spinnen kann. Leider nimmt dies der König wortwörtlich und zwingt sie in seine Burg, wo sie ihre angebliche Gabe beweisen soll. Unerwarteterweise erhält sie dabei Hilfe von Gild, der als Poltergeist auf der Burg wohnt. Doch damit hat sie ihr Schicksal erst recht besiegelt.

Marissa Meyer hat mit diesem Buch das Märchen von Rumpelstilzchen und der armen Müllerstochter neu und vor allem sehr düster und brutal interpretiert. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die gesamte Handlung wird aus Serildas Perspektive erzählt.
Serilda ist eine begabte und fantasievolle Geschichtenerzählerin, mit denen sie nicht nur ihr eigenes Leben aufhellt, sondern auch das ihres Publikums, also vor allem das der Kinder des Dorfes. Gleichzeitig glaubt ihr jedoch niemand mehr irgendetwas und man hat schnell das Gefühl, dass sie sich irgendwann in ihrer Naivität um Kopf und Kragen reden wird. Diese Situation tritt schneller ein, als gedacht, und Serilda macht es mit ihrer unstillbaren Neugier und impulsiven Sorglosigkeit nicht besser.
Ich war bei ihrem Charakter ziemlich hin- und hergerissen, denn ich fand Serilda oft zu naiv und rücksichtslos. So richtig bin ich mit ihr nicht warmgeworden, denn ich habe oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn sie von den Konsequenzen ihres Handelns tatsächlich überrascht war.
Die Handlung zieht sich an einigen Stellen etwas in die Länge und war nicht ganz so mitreißend, wie erhofft. Trotzdem ist die düstere und bedrohliche Atmosphäre sehr gut gelungen und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Mein Fazit:
Von mir gibt es für dieses dunkle Märchen gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Versehentlich verliebt

Valentina Amor. Love is in the air (oder woanders)
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„Valentina Amor – Love is in the air (oder woanders)“ von Sarah M. Kempen ist der zweite Band ihrer unterhaltsamen Reihe um die etwas chaotische Liebesgöttin in Ausbildung.
Valentina hat ihren Traum erreicht ...

„Valentina Amor – Love is in the air (oder woanders)“ von Sarah M. Kempen ist der zweite Band ihrer unterhaltsamen Reihe um die etwas chaotische Liebesgöttin in Ausbildung.
Valentina hat ihren Traum erreicht und darf nun endlich eine Ausbildung zur Liebesgöttin absolvieren. Leider hat die Sache einen Haken, denn als Anfängerin wird ihr ausgerechnet der Klassenbeste und Sohn von Hermes Star an die Seite gestellt. Seit ihrer Kindheit konkurrieren Valentina und Star miteinander und sind sich nur einig, dass sie sich nie einig sind. Natürlich streiten sie sich auch während ihres aktuellen Auftrages und so trifft ein verirrter Pfeil von Valentina mitten in ihr eigenes Herz. Dummerweise steht Stars Name auf dem Pfeil und plötzlich sieht sie ihren Konkurrenten mit ganz anderen Augen. Eine verliebte Liebesgöttin ist an sich nichts Schlechtes, aber muss es denn unbedingt Star sein?

Schon der erste Teil um die ambitionierte Tochter von Amor hat mir sehr gut gefallen, denn das Chaos, welches Valentina veranstaltet hat einen hohen Unterhaltungswert. Der leichte und lockere Schreibstil von Sarah M. Kempen passt zu ihren sympathischen Charakteren und die abwechslungsreiche Handlung, die komplett aus Valentinas Perspektive erzählt wird, bringt mich immer wieder zum Lachen.
Valentina ist überzeugt, die beste Liebesgöttin überhaupt zu werden, aber ihre impulsive und oft chaotische Art sorgt dafür, dass ihre ausgeklügelten Liebespläne garantiert schiefgehen. Manchmal will man sie zu ihrem eigenen besten am liebsten aufhalten, aber eine Valentina auf Liebesmission kann nichts und niemand bremsen.
Diese Erfahrung muss auch Star machen, der mit seiner besserwisserischen Art nicht unbedingt zu Valentinas Lieblingsmenschen gehört. Zumindest bis sie von ihrem eigenen Pfeil getroffen wird und seine Charakterzüge noch mal genauer unter die rosarote Lupe nimmt.
Es wird auf jeden Fall nicht langweilig, wenn Valentina ihre Schützlinge verlieben, sich selbst entlieben und nebenbei das ganze Chaos vor ihrer Oma Aphrodite verbergen will. Ihr Sidekick Möwe Bussi ist diesmal nicht ganz so oft dabei, denn er turtelt selbst ein wenig herum, aber dafür gibt es ihre neue beste Freundin Desirée, die diesen Platz perfekt ausfüllt.

Mein Fazit:
Witzig und total süß, daher eine klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Schwieriger Weg

A Pessimist's Guide to Love
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„A Pessimist’s Guide to Love“ von Jennifer Hartmann ist der zweite und finale Band ihrer Geschichte um Sonnenschein Lucy und Grump Cal.
Cal ist schockiert und am Boden zerstört, als er erkennen muss, ...

„A Pessimist’s Guide to Love“ von Jennifer Hartmann ist der zweite und finale Band ihrer Geschichte um Sonnenschein Lucy und Grump Cal.
Cal ist schockiert und am Boden zerstört, als er erkennen muss, dass Lucy wortwörtlich gemeint hat, dass er ihr das Herz bricht. Fast hätte er sie endgültig verloren und diese Situation reißt Cal in einen Strudel aus Selbsthass und Vorwürfen. Anstatt nach vorn zu blicken und seine zweite Chance zu nutzen, bekämpft er seine Dämonen lieber tagtäglich mit Alkohol. Am liebsten würde er sich und seine dunklen Gedanken noch stärker betäuben und sein Abwärtsstrudel scheint kaum aufzuhalten. Währenddessen kämpft sich Lucy Stück für Stück zurück in ihren Alltag, auch wenn ihr Strahlen mittlerweile ein wenig gedämpft ist. Trotzdem versucht sie auch Cal zu retten, denn sie kann und will ihn nicht aufgeben.

Der richtig böse und fast schon grausame Cliffhanger des ersten Teils des Heartsong Duets von Jennifer Hartmann wird zum Glück sehr schnell aufgelöst, so dass man zumindest in dieser Hinsicht durchatmen kann. Vom Happy End trennt uns jedoch noch eine heftige Gefühlsachterbahn, die die beiden Hauptfiguren von Anfang bis Ende durchstehen müssen.
Lucy wird gerettet, aber ihr Herzschmerz kann nur körperlich behandelt werden. Die Beziehung zu Cal ist immer noch schwierig, obwohl er plötzlich ihre Nähe sucht. Mir persönlich erschien die ganze Dynamik nicht unbedingt gesund und ich habe mich gefragt, wie oft sich Lucy noch das Herz brechen lassen will.
Cal versucht, sich seinen Dämonen zu stellen und wir erfahren das Ausmaß seiner Abwärtsspirale. Ich konnte seine Beweggründe und seine Trauer durchaus nachvollziehen, aber trotzdem hat er mich mit seinem Verhalten manchmal einfach nur aufgeregt.
Diese Fortsetzung ist nicht nur wegen des Covers deutlich düsterer und Lucys Sonnenschein strahlt nicht ganz so hell. Das Warum war für mich nicht in jeder Situation wirklich schlüssig, aber trotzdem konnten mich die Emotionen letztendlich catchen. Cal hat endlich einen Grund zu heilen, auch wenn die Autorin meiner Ansicht nach auf seinem Weg ein paar Schritte ausgelassen hat.

Mein Fazit:
Wer den ersten Teil geliebt hat, der sollte auch unbedingt die Fortsetzung lesen. Ich gebe sehr gern eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Leben im Abseits

Yours to Keep
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„Yours to Keep“ von Nellie Weisz ist eine gefühlvolle New-Adult-Romance, in der zwei völlig gegensätzlich Lebenswelten aufeinanderprallen.
Die schwere Krankheit ihrer Mutter hat Scarlett einen Berg Schulden ...

„Yours to Keep“ von Nellie Weisz ist eine gefühlvolle New-Adult-Romance, in der zwei völlig gegensätzlich Lebenswelten aufeinanderprallen.
Die schwere Krankheit ihrer Mutter hat Scarlett einen Berg Schulden erben lassen, wodurch sie ihr Zuhause verlor und nun in ihrem Auto in den Straßen von Los Angeles lebt. Ihre Wohnsituation verheimlicht Scarlett auch vor ihren Kollegen im Diner, wo sie momentan ihren Lebensunterhalt verdient. Dort trifft sie auch den angehenden Schriftsteller Will, der sie unbedingt besser kennenlernen möchte. Sie ist für ihn nicht nur eine Ablenkung von seiner akuten Schreibblockade, sondern auch eine Inspiration. Scarlett, die eigentlich niemanden an sich heranlässt, schlägt ihm einen Deal vor. Für eine Geschichte von ihm, gibt sie ihm eine persönliche Information über sich. Dadurch kommen sich beide schnell näher, aber ihre Geheimnisse stehen trotzdem zwischen ihnen.

Nellie Weisz macht in ihrer berührenden Geschichte auf die oft ausgeblendeten Probleme von Obdachlosen aufmerksam, die nicht unbedingt den üblichen Klischees entsprechen müssen. Gerade das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist oft gnadenlos mit denjenigen, die oft unverschuldet durch das soziale Raster fallen und denen dadurch meist jegliche Chancen verbaut werden.
Es fällt leicht, mit Scarlett mitzufühlen, denn sie kämpft jeden einzelnen Tag mit ihrer sozialen Isolation und dem Stigmata der Obdachlosen. Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen verheimlicht sie ihre Situation lieber, wodurch sie jedoch auch niemanden an sich heranlassen kann. Bei Will lässt sie zum ersten Mal wieder ein wenig Nähe zu, doch gleichzeitig ist da diese Hoffnungslosigkeit, weil es in der Realität kein Happy End geben kann.
Will ist sehr wohlhabend aufgewachsen und auch wenn ihn die Gefühlskälte seiner Eltern verletzt, hat er doch nicht mal ansatzweise die teils lebensgefährlichen Probleme von Scarlett. Während er ein Jahr Zeit hat, sie als Schriftsteller auszuprobieren, schläft sie auf abgelegenen Parkplätzen und hungert oft. Diese Unterschiede sind schon krass und ich hatte manchmal das Gefühl, dass Will gar nicht checkt, wie privilegiert er eigentlich ist.
Die schwierige Situation von Scarlett ist sensibel und glaubhaft beschrieben und sie tat mir unglaublich leid. Gleichzeitig habe ich ihren Mut und ihren unerschütterlichen Willen bewundert, niemals aufzugeben und für ihre Zukunft zu kämpfen. Ob Will vielleicht irgendwann Teil dieser Zukunft sein könnte, sollte man unbedingt selbst im Buch herausfinden.

Mein Fazit:
Ich gebe sehr gern eine Leseempfehlung!

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