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Veröffentlicht am 03.01.2026

Königin wider Willen

Glow of the Everflame
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„Glow of the Everflame“ von Penn Cole ist der zweite Band ihrer mitreißenden Romantasy Sage Kindred’s Curse.
Diem hat eine Krone, die sie nie wollte und am liebsten sofort loswerden würde. Ihr ganzes Leben ...

„Glow of the Everflame“ von Penn Cole ist der zweite Band ihrer mitreißenden Romantasy Sage Kindred’s Curse.
Diem hat eine Krone, die sie nie wollte und am liebsten sofort loswerden würde. Ihr ganzes Leben war offensichtlich zum großen Teil eine Lüge, denn Diem ist kein Mortal, sondern eine der verhassten Descended und ihre Magie ist überaus mächtig. Sie hat dreißig Tage Zeit, sich ihren Thronanspruch zu sichern, denn ein Verlust der Krone würde ihren Tod bedeuten. Zu ihrer eigenen Sicherheit muss sich Diem deshalb mit dem königlichen Haus Corbois zusammenschließen, zu dem auch der eigentliche Thronfolger Luther gehört. Diem ist hin- und hergerissen zwischen ihren bisherigen Loyalitäten und ihren neuen Allianzen. Denn nicht alles, was sie bisher geglaubt hat, entspricht auch der Wahrheit. Und so muss sie sich einen eigenen Eindruck verschaffen, wer sie tatsächlich unterstützt. Der Krieg steht nämlich vor den Toren und Diem kann jede Hilfe gebrauchen, die sie bekommen kann.

Die Handlung setzt fast nahtlos an den Auftaktband an und Penn Cole gönnt Diem nach ihrer erschreckenden Entdeckung nicht viel Bedenkzeit. Der Schreibstil bleibt genauso fesselnd wie bisher und die Handlung wird erneut aus der Perspektive von Diem erzählt.
Diem ist Königin wider Willen, aber sie muss die folgenden dreißig Tage nutzen, um sich wichtige Allianzen zu sichern. Wird sie um die Krone herausgefordert, könnte das ihren Tod bedeuten, zumal sie ihre Magie gerade erst entdeckt hat und nicht mit ihr umgehen kann.
Für mich ist Diem weiterhin eine starke Heldin, obwohl ich nicht jede ihrer Entscheidungen oder Taten gut fand. Ihre Überforderung und ihr Festhalten an alten Verbindungen sind jedoch in ihrer Situation hundertprozentig nachvollziehbar. Ich wollte sie manchmal gern schütteln, aber ihr Charakter darf sich in seinem eigenen Tempo weiterentwickeln.
Luther ist ein Mann mit vielen Geheimnissen und doch bekommt er den Preis für die herzzerreißendste Liebeserklärung überhaupt. Ich bin definitiv #teamluther und auch der enge Freundeskreis um ihn herum ist eines der Highlights im Buch.
Es bleibt spannend und vor allem der Cliffhanger am Schluss dreht erneut alles. Der Funke ist entzündet und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Mein Fazit:
Ich gebe eine klare Leseempfehlung!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2026

Gefährliches Spiel

Was die Nacht nie vergisst
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„Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust ist eine eindringliche New Adult Suspense, bei der es einem aus mehreren Gründen kalt den Nacken herunterläuft.
Die Berliner Streamerin Mona hat es geschafft ...

„Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust ist eine eindringliche New Adult Suspense, bei der es einem aus mehreren Gründen kalt den Nacken herunterläuft.
Die Berliner Streamerin Mona hat es geschafft und sich einen Platz in der angesagtesten Reality-TV-Show Europas gesichert. Celebrity Cash ist eine moderne Schnitzeljagd durch Finnland, wo sich der Gewinner eine halbe Million Euro sichern kann. Mona geht es jedoch nicht um den riesigen Gewinn, sondern sie hat eine andere Mission. In der letzten Staffel holte ihre Mitbewohnerin und beste Freundin Fine den Sieg, aber danach war sie nicht mehr dieselbe. Mona will Rache für das, was Fine angetan wurde, und sie will die Verantwortlichen an den Pranger stellen, damit niemand mehr das gleiche erleiden muss. Die dunklen Machenschaften hinter der Reality-Show sind aber abgrundtief und dann ist da noch Samu, der ebenfalls an der Show teilnimmt und der in Mona widersprüchliche Gefühle auslöst.

Dieses Buch von Justine Pust geht an die Grenzen und darüber hinaus, aber gerade deshalb ist es so wichtig und absolut richtig. Dass die Welt der Reality-Shows nicht so glitzernd und spielerisch leicht ist, kann sich wahrscheinlich jeder denken. Die menschlichen Abgründe, die hier thematisiert werden, sind aber leider sehr realitätsnah und definitiv nicht auf die TV-Branche beschränkt.
Mona ist eine starke Heldin, mit der ich sofort mitfühlen konnte. Sie brennt für ihre Rache und sie ist bereit, sich dafür in Gefahr zu begeben. Ihre tiefe Loyalität zu ihrer besten Freundin ist sehr berührend und ich mochte es sehr, dass sie eine solche Kämpferin ist.
Samu hat genau wie Mona ein großes Geheimnis und eine eigene Mission in dieser Show. Da wir auch seine Perspektive lesen dürfen, wissen wir zum Glück, was seine Motive sind und ob er wirklich zu den Guten gehört.
Die packende Handlung macht einen in vielen Momenten einfach sprachlos und wütend, vor allem, da die kleinen Momente zwischendurch, die eingestreuten Artikel und Online-Kommentare so realistisch sind. Missbrauch und Misogynie werden oft verharmlost und die Betroffenen als übertrieben empfindlich dargestellt. Man soll das Spiel mitspielen und einfach die Klappe halten. Genau das tut Mona nicht und das ist wichtig. Wie tief die finsteren Intrigen hier aber gehen, ist trotzdem erschreckend, genau wie die unerwarteten Twists bei einigen Charakteren. Justine Pust trifft es schonungslos auf den Punkt und verharmlost nichts, auch wenn man sich bei einigen Entwicklungen am liebsten übergeben will.

Mein Fazit:
Diese Story bleibt im Gedächtnis und wirkt lange nach. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Verlorenes Herz

A Castle so cruel – Wo das Licht zerbricht
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„A Castle so cruel – Wo das Licht zerbricht“ von Lisa Jasmina ist der zweite und abschließende Band ihrer düsteren Dilogie Nocturne Tales.
Noé ist nun ein Gott und hat das Chateau im Dunkelwald übernommen. ...

„A Castle so cruel – Wo das Licht zerbricht“ von Lisa Jasmina ist der zweite und abschließende Band ihrer düsteren Dilogie Nocturne Tales.
Noé ist nun ein Gott und hat das Chateau im Dunkelwald übernommen. Jeden Tag zerbricht er ein Stück mehr an seinem ungewollten Schicksal und die Trennung von Eleyne schmerzt zusätzlich. Trotzdem stößt er sie von sich und verhindert jeden Versuch von Eleyne, ihm zu helfen. Er gleitet immer weiter in die Finsternis und greift nach einem angebotenen Ausweg, der Eleyne noch mehr verletzt. Trotzdem muss Eleyne einen letzten Versuch wagen, Noé daran zu erinnern, was sie einst waren und was sie vielleicht wieder sein könnten. Sie riskiert alles, um den Mann den sie liebt, vor den Göttern und vor sich selbst zu retten.

Mich hat der erste Teil schon unheimlich gut gefallen und ich war nach dem schockierenden Ende natürlich neugierig, wie die Geschichte von Eleyne und Noé weitergehen wird.
Die Atmosphäre in den ersten Kapiteln ist äußerst düster und bedrückend. Lisa Jasmina zeigt schonungslos die tiefe Zerrissenheit von Noé, die zu Selbstzerstörung und Selbsthass führt. Auch Eleyne ist voller Zweifel, ob es jemals eine gemeinsame Zukunft geben kann, als eine unerwartete Neuigkeit alle verbliebenen Hoffnungen zu zerstören droht.
Wie schon im Auftaktband beweist Eleyne trotz aller Hindernisse eine unglaubliche Stärke, denn sie ist eine Kämpferin, die niemals aufgibt. Das hat mich schon immer an ihr beeindruckt und man sollte nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen.
Die Verzweiflung von Noé ist durchaus nachvollziehbar, aber manchmal will man ihn einfach nur schubsen, damit er endlich aus seinem Tief auftaucht und anfängt, für sich und Eleyne zu kämpfen.
Die Dynamik der beiden ist immer wieder zutiefst vertraut, egal, was Noé auch veranstaltet. Gegen ihre Chemie kommt niemand an, selbst nicht die Götter, von denen ebenfalls neue Geheimnisse enthüllt werden. Es bleibt durchweg spannend und über allem steht diese magische Liebe von Eleyne und Noé, die vom Schicksal fest verbunden sind.

Mein Fazit:
Starkes Finale und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Gefangen

To Cage a Wild Bird
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„To Cage a Wild Bird“ von Brooke Fast ist ihr gelungenes Debüt einer dystopischen Romantasy um eine toughe Kopfgeldjägerin.
Die Ressourcen in Dividium sind begrenzt und es gibt zu viele Menschen. Daher ...

„To Cage a Wild Bird“ von Brooke Fast ist ihr gelungenes Debüt einer dystopischen Romantasy um eine toughe Kopfgeldjägerin.
Die Ressourcen in Dividium sind begrenzt und es gibt zu viele Menschen. Daher werden bereits kleinste Vergehen streng bestraft und man landet in Endlock, einem berüchtigten Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Insassen sind gleichzeitig Beute für wohlhabende Bürger der Oberschicht, die hier ein ganz besonderes Jagderlebnis geboten bekommen. Die 23-jährige Raven ist Kopfgeldjägerin, damit sie sich und ihren jüngeren Bruder versorgen kann. Doch dann wird ihr Bruder aus Willkür verhaftet und landet in Endlock. Raven lässt sich ebenfalls festnehmen, denn dies ist die einzige Chance, ihn zu befreien. Als Kopfgeldjägerin hat sie aber eine zusätzliche Zielscheibe auf dem Rücken und ausgerechnet der undurchsichtige Wächter Vale scheint ihr unbedingt helfen zu wollen.

Brooke Fast hat in ihrem Debüt eine dystopische Welt erschaffen, die ein wenig an die Tribute von Panem erinnert. Es gibt verschiedene Zonen und die Bewohner der untersten Schicht haben keine reelle Chance, aus ihrem Elend zu entkommen. Endlock ist für viele die unausweichliche Endstation, da es zwischen Hunger und Verrat nicht viele Überlebensmöglichkeiten gibt.
Raven hat ihren eigenen Weg gefunden und ihr einziges Ziel ist es, ihren Bruder zu beschützen. Das macht sie unausweichlich zu einer Einzelgängerin und ziemlich einsam. Erst in Endlock beginnt sie sich nach und nach auch für andere Menschen zu öffnen, denn ohne Freunde hat sei keine Chance.
Ob Vale zu diesen Freunden gehört, muss sich erst noch beweisen, denn obwohl er Raven zu beschützen scheint, hat er jede Menger Geheimnisse.
Für mich ist die Charakterentwicklung hier absolut gelungen, sowohl bei den Haupt- als auch bei den Nebenfiguren. Die bedrohliche Atmosphäre in Endlock schwebt über allem, zumal die zunehmende Verzweiflung die Verantwortlichen noch gefährlicher macht.
Die knisternde Dynamik zwischen Raven und Vale ist nie übertrieben und es ist nachvollziehbar, dass sich Raven schwertut, irgendwem zu vertrauen. In manchen Momenten zerreißt es einem das Herz oder man klebt vor Spannung an den Seiten. Ich hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung, da ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Mein Fazit:
Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Dunkle Geheimnisse

Harpers Ferry. Lose Me Once
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„Harpers Ferry – Lose Me Once“ von Christina Kaspar ist eine gelungene Mischung aus Small Town Romance und Romantic Suspense, bei der die Twists ein wahres Schleudertrauma verursachen.
Harpers Ferry ist ...

„Harpers Ferry – Lose Me Once“ von Christina Kaspar ist eine gelungene Mischung aus Small Town Romance und Romantic Suspense, bei der die Twists ein wahres Schleudertrauma verursachen.
Harpers Ferry ist eine romantische Kleinstadt und ein idyllischer Foto Hotspot für Touristen. Hier lebt die siebzehnjährige Emery mit ihrer Großmutter und hier fühlt sie sich Zuhause. Fast zwei Jahre später ändert sich dies abrupt und Emery flüchtet nach New York und lässt ihre Freunde und ihre große Liebe Luke zurück. Erst der Tod ihrer geliebten Großmutter zwingt Emery unfreiwillig zur Rückkehr und konfrontiert sie mit den dunklen Geheimnissen, die sie zurückgelassen hatte. Ihre Gefühle für Luke sind immer noch die gleichen und auch er scheint nur auf Emery gewartet zu haben. Aber zwischen ihnen stehen immer noch die tragischen Ereignisse von damals.

Christina Kaspar wechselt für ihre fesselnde Story nicht nur zwischen den Perspektiven von Luke und Emery, sondern auch zwischen den Zeitebenen, so dass wir die Gegenwart erleben und den Beginn ihrer Liebe drei Jahre zuvor. Der Schreibstil liest sich leicht und locker, aber während in der Vergangenheit die Leichtigkeit dominiert, schwebt über der Gegenwart eine düstere und bedrückende Atmosphäre.
Emery und Luke erleben eine Teenagerliebe auf den ersten Blick, die aber nie oberflächlich, sondern von Anfang an ziemlich ernst ist. Doch dann zerplatzt Emerys rosarote Wolke und sie flieht. Schon im Prolog wird deutlich, warum. Aber es ist nicht alles so, wie es scheint.
Die Lovestory ist weit mehr als eine Second Chance und der Suspense-Faktor ist gekonnt ausgespielt. Durch die direkten Perspektiven der beiden Hauptcharaktere erlebt man ihre Gefühle hautnah mit. Die Sprünge zwischen den Zeitebenen sind perfekt für die Spannungskurve und die starke Dynamik der Handlung. Es folgt ein unerwarteter Twist auf den anderen und mit einigen Entwicklungen hätte ich nie im Leben gerechnet. Absolut packend und mit unglaublicher Tiefe, denn die Emotionen haben mich sehr berührt.
Das malerische Harpers Ferry mit den fast schon klischeehaft liebenswerten Einwohnern birgt jede Menge dunkle Geheimnisse und düstere Abgründe, besitzt aber trotzdem eine bezaubernde Cosiness. Ich freue mich definitiv auf ein Wiedersehen.

Mein Fazit:
Unglaubliche Plot-Twists und eine klare Leseempfehlung!

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