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Veröffentlicht am 22.06.2021

fesselnder Politthriller

Die Tochter des Präsidenten
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Ex-Präsident Matthew Keating hatte sich nach einer gescheiterten Militäraktion in Libyen, bei dem der Terrorist Asim al-Aschid getötet werden sollte, öffentlich entschuldigt. Anstatt Asim al-Aschid selbst, ...

Ex-Präsident Matthew Keating hatte sich nach einer gescheiterten Militäraktion in Libyen, bei dem der Terrorist Asim al-Aschid getötet werden sollte, öffentlich entschuldigt. Anstatt Asim al-Aschid selbst, wurde dessen Frau und Töchter getötet. Diese gescheiterte Aktion sowie die Entschuldigung kostete ihn die Wiederwahl, so dass er jetzt als Ex-Präsident im ländlichen New Hampshire lebt. Zwei Jahre sind vergangen, seine Tochter Mel ist inzwischen 19 und hat ihren ersten Freund. Als sie mit Tim zu einem Ausflug in die Berge aufbricht, wird sie von Asim al-Aschid und seinen Leuten gekidnappt...
Die Story behandelt ein aktuelles Thema, sie kommt authentisch rüber und wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser hat man eine allumfassende Sicht, sowohl die des Präsidierten, der aktuellen Präsidentin der USA, Keatings Tochter Mel und die von Asim al-Aschid.
Der Schreibstil ist klasse, lässt sich schon flüssig lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Ich fand die Story sehr spannend, sie ist gespickt mit vielen Details aus dem Leben eines Ex-Präsidenten, sei es der Personenschutz,  oder die vielen Verbindungen, die Keating immer noch hat und Gefallen, die er einfordern kann. Ebenso interessant ist die politische Brisanz, auch  die Einflussnahme Chinas in dem Konflikt. Man merkt, dass bei diesem Buch viel Insiderwissen eingeflossen ist, was diese Story sehr realistisch macht. Die Spannung ist hoch, es gibt viel Action, die Handlung lief bildlich vor meinem inneren Auge ab. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.06.2021

ein Pageturner

Die Karte
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Schauplatz Hamburg: Eine Joggerin wird nahe den Landungsbrücken brutal erdrosselt, ihren Todeskampf filmt der Killer mit ihrem Handy. Sie hatte sich einer Laufgruppe angeschlossen und ihre Laufstrecken ...

Schauplatz Hamburg: Eine Joggerin wird nahe den Landungsbrücken brutal erdrosselt, ihren Todeskampf filmt der Killer mit ihrem Handy. Sie hatte sich einer Laufgruppe angeschlossen und ihre Laufstrecken mittels Fitness-Tracker für jeden sichtbar ins Netz gestellt. Das wurde ihr nun zum Verhängnis.

Jens Kerner und Rebecca Oswald ermitteln in dem Mordfall, doch bald überschlagen sich die Ereignisse und es gibt weitere Opfer. Dazu gibt es noch einen anderen Fall zu lösen, Kerners Bauchgefühl sagt ihm, dass beide zusammenhängen. Doch wo sind die Zusammenhänge? Als auch noch ein Kollege ermordet wird, spitzt sich die Handlung zu, ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Für mich war es der erste Fall der Reihe um Jens Kerner und Rebecca Oswald und ich bin so begeistert, dass ich die vorigen Teile auf jeden Fall noch lesen werde.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, der Autor erzeugt Bilder. Ich hatte die Szenerie wie bei einem Film vor Augen, die Spannung war greifbar und ich habe das Buch fast am Stück gelesen. Kerner und Rebecca wirken sympathisch, sie sind sehr gut skizziert, Typen wie aus dem Leben gegriffen mit denen ich mitfiebern konnte.

Der Plot ist dicht, das Thema am Puls der Zeit. Die Spannung ist durchweg vorhanden und auf einem hohen Niveau, genau wie ich es mag.

Fazit: Ich habe für mich eine neue Reihe entdeckt, der Thriller hat mich begeistert. Verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe im deutsch-dänischen Grenzland

Haie unter dem Eis - Kira Lunds erste Reportage
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„Haie unter dem Eis" ist der Auftaktband einer neuen Reihe um die Videojournalistin Kira Lund aus der Feder von H. Dieter Neumann. Schauplatz ist das deutsch-dänische Grenzland mit seiner Küste, die Atmosphäre ...

„Haie unter dem Eis" ist der Auftaktband einer neuen Reihe um die Videojournalistin Kira Lund aus der Feder von H. Dieter Neumann. Schauplatz ist das deutsch-dänische Grenzland mit seiner Küste, die Atmosphäre ist vom Autor sehr gut eingefangen.

Kira lebt momentan alleine mit ihrem Hund Ditch, ihr Lebensgefährte Lukas ist für einige Monate beruflich in der Antarktis.

Als eine Taucherin vermisst wird, ist Kira persönlich betroffen, es handelt sich um ihre beste Freundin Carola. Schnell wird Carolas Ehemann Jesper verhaftet, der mit ihr auf dem Tauchgang war, ein Motiv scheint es auch zu geben.

Nur Kira glaubt nicht daran, dass Jesper seine Frau kaltblütig ermordet hat. Sie recherchiert sowohl als Reporterin als auch aus privatem Interesse, nichtsahnend dass sie damit selbst in große Gefahr kommt.

Für mich war es das erste Buch des Autors, und bestimmt nicht das letzte. Die Seiten lassen sich flott lesen, aus unterschiedlichen Perspektiven rollt sich die Story auf, so dass es zu keiner Zeit langweilig wird.

Kira kommt sympathisch rüber, auch die ermittelnde Polizistin ist gekonnt gezeichnet, die beiden Frauen bilden ein unkonventionelles Team.

Die Atmosphäre ist gekonnt eingefangen und die Handlung nicht vorhersehbar, so dass ich wunderbar miträtseln konnte.


Fazit: Atmosphärischer Küstenkrimi mit einer sympathischen Protagonistin. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Serienkiller in Deutschland

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Klappentext und Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf diesen Thriller, doch meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt.

Wir haben einen blutrünstigen, kranken Killer, der seine Opfer als Kunstwerke ...

Klappentext und Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf diesen Thriller, doch meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt.

Wir haben einen blutrünstigen, kranken Killer, der seine Opfer als Kunstwerke betrachtet und einen Profiler, der selbst eine dunkle Vergangenheit hat. Tom Bachmann ist ein Einzelgänger, der den Killer lesen kann, Schauplatz ist Deutschland. So weit so gut.

Der Schreibstil lässt sich flott lesen, aber der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen. Die Protagonisten sind etwas lieblos gezeichnet, keiner der wirklich sympathisch rüberkommt. Über Tom erfährt man zwar viel, vor allem über seine Kindheit und von seinen früheren Fällen beim FBI, wobei ich diese Infos über alte Fälle nicht gebraucht hätte. Trotzdem blieb er mir fremd, ich bin mit ihm nicht warm geworden. Die anderen aus dem Team bleiben leider zu blass, um eine genaue Vorstellung von ihnen zu bekommen.

Die Taten des Blutkünstlers waren für meinen Geschmack etwas zu detailliert beschrieben, wirklich sehr blutig. Irgendwie verorte ich so einen brutalen Thriller eher in die USA, in Deutschland ist es schwer vorstellbar und wirkt konstruiert. Der Thriller war unterhaltsam mit kleinen Schwächen, ich vergebe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Cold Case in SPO

Nordwestzorn
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Schauplatz SPO 2004: Während einer Klassenfahrt nach St. Peter-Ording verschwindet der neunjährige Florian spurlos, die Suche nach ihm bleibt ergebnislos, der Fall wird zu den Akten gelegt.

Anna Wagner, ...

Schauplatz SPO 2004: Während einer Klassenfahrt nach St. Peter-Ording verschwindet der neunjährige Florian spurlos, die Suche nach ihm bleibt ergebnislos, der Fall wird zu den Akten gelegt.

Anna Wagner, die die neu gegründete Vermisstenstelle leitet, nimmt den alten Fall wieder auf und merkt recht schnell, dass die Polizei damals nicht einwandfrei ermittelte und sich auf einen einzigen Verdächtigen fokussierte. Die Beiweise waren nicht ausreichend, es kam zu einem Freispruch. Sie und ihr Team sprechen mit den damaligen Kollegen, doch diese schweigen oder begegnen ihnen mit offener Feindschaft. Was ist damals mit Florian passiert?

Der zweite Fall für Hendrik Norberg und Anna Wagner gibt Rätsel auf, die Ermittlungen sind schwierig, dazu kommen noch die privaten Probleme bei Norberg und ein ehemaliger Kollege, der der Polizei Konkurrenz macht.

Die Ermittlungsarbeit ist detailliert beschrieben, der Krimi ist eher ruhig und kommt ohne Gewaltszenen aus. Dafür punktet er mit viel Atmosphäre und Urlaubsfeeling.

Themen sind Missbrauch, sexuelle Belästigung und Seilschaften innerhalb der Polizei. Themen, die zum nachdenken anregen.

Die Protagonisten sind gut gezeichnet, man lernt sie und ihr Privatleben immer besser kennen, das macht sie greifbar. Anna und Hendrik sind sympathische, bodenständige Typen, ich bin auf den nächsten Fall schon sehr gespannt.

Fazit: Viel Atmosphäre auf SPO, ich habe mich gefreut das bekannte Team wiederzutreffen, der zweite Fall hat mir genauso gut gefallen wie der erste.

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