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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2019

Außergewöhnlich

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Auf dem Anwesen der Familie Hardcastle findet ein Maskenball statt, an dessen Ende Evelyn Hardcastle tot sein wird. Was wie ein Selbstmord aussieht, ist in Wirklichkeit Mord und Aiden Bishop hat die Aufgabe, ...

Auf dem Anwesen der Familie Hardcastle findet ein Maskenball statt, an dessen Ende Evelyn Hardcastle tot sein wird. Was wie ein Selbstmord aussieht, ist in Wirklichkeit Mord und Aiden Bishop hat die Aufgabe, ihn aufzuklären.

Dieser außergewöhnliche Krimi besticht durch eine sehr komplexe Handlung mit sehr vielen Protagonisten. Aiden Bishop erlebt den Tag des Mordes an Evelyn Hardcastle immer wieder neu, seine Aufgabe ist es, den Mörder zu finden und die Hintergründe aufzuklären. Was er anfangs nicht weiß, er ist nicht der Einzige, der mit dieser Aufgabe betraut ist und nicht jeder ist ihm wohlgesonnen. Der Anfang hat mich noch nicht so mitgerissen, aber als klar war, wie Aiden den nächsten Tag erlebt, war mein Interesse geweckt. Die Idee zur Story ist ziemlich genial, durch Aiden lern man viele verschiedene Charaktere kennen, die allesamt sehr gut gezeichnet sind und sich durch bestimmte Eigenheiten auszeichnen. Man sollte das Buch sehr konzentriert lesen, ansonsten besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Die Story rollt sich aus der Sicht vieler unterschiedlicher Personen auf, man muss wirklich aufpassen, um nicht ducheinanderzukommen. Der Schreibstil ist in etwas antiquierter Sprache verfasst und passt zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.

Das Miträtseln macht unheimlich viel Spaß, zu sehen wie Aiden mit jedem Tag neue Erkenntnisse gewinnt und der Auflösung Schritt für Schritt näher kommt. Dabei geht es auch mal blutig und brutal zu. Alles in allem hat mir der Krimi gut gefallen, ich war besonders auf das Ende, was hinter allem steckt, gespannt. Die Auflösung bietet noch eine Wendung, mit der ich nie gerechnet hätte. 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Der Architekt

Architekt des Bösen
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Im fünften Fall für das Ermittler-Dreamteam Helen und Nicolas Eichborn geht es um perfekte Verbrechen. Geplant vom einem Mann, der "der Architekt" genannt wird. Aus Ermittlerkreisen wird vermutet, dass ...

Im fünften Fall für das Ermittler-Dreamteam Helen und Nicolas Eichborn geht es um perfekte Verbrechen. Geplant vom einem Mann, der "der Architekt" genannt wird. Aus Ermittlerkreisen wird vermutet, dass der Architekt nur ein Mythos ist, allein Hauptkommissar Joshua Lehmann ist sich sicher, dass es sich um eine real existierende Person handelt. Und er hat auch schon einen Ermittlungsansatz. Undercover schleust er sich in eine Gruppe Reichsbürger ein. Bruno Sander, der Kopf der Gruppe, plant ein Verbrechen von unglaublich großem Ausmaß, wofür er den Architekten engagiert hat. Als Helen und Nicolas involviert werden, scheint es schon zu spät zu sein....

Da es sich um den fünften Teil einer Reihe handelt ist es ratsam, die vorigen Teile zu kennen, ansonsten könnte es aufgrund der vielen Protagonisten für Quereinsteiger nicht ganz so einfach sein. Ich habe die Reihe von Anfang an verfolgt, wie schon in der Vorgängern punktet Nicolas mit flapsigen Sprüchen und lockeren Dialogen. Am Anfang eines jeden Kapitels steht ein Zitat, das sich im folgenden Text findet. Eine klasse Idee, die mir genauso gefällt wie die kurzen knackigen Kapitel, die sich super flüssig lesen lassen. Man gerät in Versuchung immer noch ein Kapitel mehr zu lesen.

Die Story ist wieder mal up to date, brisant und fesselnd. Spannend, trotzdem hätte ich mir noch ein klein wenig mehr Spannung gewünscht.

Die Handlung wird aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten aufgerollt, so entsteht eine ganz eigene Dynamik. Für meinen Geschmack waren die Figuren sehr gut gezeichnet, sowohl die Guten als auch die Bösen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, mehr wird hier aber nicht verraten. Nicolas ist mit seinen Sprüchen und seinen unkonventionellen Methoden wirklich einzigartig, dank seiner Selbständigkeit kann er auch mit nicht ganz legalen Mitteln arbeiten.

Fazit: Fesselnder Thriller mit einem sehr brisanten Thema, ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Nicolas und Helen.

Veröffentlicht am 06.09.2019

spannender Krimi mit Blick hinter die Politkulisse

Öxit
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Klappentext:
Eine Geschichte von Bestechung, Terror, Verrat und Tod.

Schmieren, verleumden, verängstigen und erpressen: Wer in der Politik an die Macht will, darf nicht zimperlich sein. Doch wie weit ...

Klappentext:
Eine Geschichte von Bestechung, Terror, Verrat und Tod.

Schmieren, verleumden, verängstigen und erpressen: Wer in der Politik an die Macht will, darf nicht zimperlich sein. Doch wie weit kann man gehen? Zwei Tote rufen Oberst Radek Kubica, Chef der Wiener Mordkommission, auf den Plan – und bringen ihn auf die Spur eines kriminellen Netzwerks, das bis in höchste Kreise reicht und ein ungeheuerliches Ziel verfolgt.

Die Journalistin Lou Sorko ist ehrgeizig und scheut auch vor Risiken nicht zurück. Sie wittert eine brisante Geschichte, als sich ein Informant bei ihr meldet, doch allzu schnell ist Lou Sorko tot. Augenscheinlich durch einen dummen Unfall gestorben, doch Radek Kubica und sein Kollege Dvorak ermitteln, da Kubica nicht an die Theorie des Unfalls glaubt, sondern Mord wittert.

Ich habe die Reihe um Radek Kubica von Anfang an verfolgt, auch dieser Teil hat mich nicht enttäuscht. Hier wird es politisch, es geht um politischen Filz, Bestechung und Macht. Unweigerlich fragt man sich ob es im real life ähnlich zugeht. Zumindest bekommt man einen kleinen Einblick, wie auf der Politbühne agiert wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Aus verschiedenen Perspektiven verfolgt man die Handlung, so dass man als Leser immer über mehr Informationen verfügt, als die Ermittler. Kubicas Chef schießt quer, doch auch private Probleme machen die Ermittlungen für Kubica nicht einfach. Ein Schicksalsschlag hat mich sehr betroffen gemacht.

Der Schreibstil ist wie gewohnt wunderbar flüssig zu lesen, die Protagonisten sind schön detailliert beschrieben und die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Dazu noch Österreich-Flair für den perfekten Krimigenuss.

Fazit: Spannender Krimi im Politmilieu, ich bin auf Kubicas nächsten Fall jetzt schon gespannt.

Veröffentlicht am 03.09.2019

der Kampf ums Überleben hat begonnen

Wege in die Hölle
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Klappentext:

»Zuletzt war von einem Virus die Rede gewesen…«

Plötzlich bleibt seine Zellentür geschlossen. Immer weniger Wärter tauchen auf. Nachrichtensperren und Einzelhaft werden verhängt. Von einer ...

Klappentext:

»Zuletzt war von einem Virus die Rede gewesen…«

Plötzlich bleibt seine Zellentür geschlossen. Immer weniger Wärter tauchen auf. Nachrichtensperren und Einzelhaft werden verhängt. Von einer tollwutähnlichen Pandemie und dem völligen Zusammenbruch Europas wird gemunkelt. Die Gerüchte, die von einem Knastfenster zum anderen gelangen, sind katastrophal. Als die ersten Häftlinge erkranken, wird Martin klar, dass es um Leben und Tod geht. Er muss ausbrechen, wenn er seine Familie jemals wiedersehen will. Muss vorbei an der verriegelten Zellentür und den letzten Wärtern. Vorbei an den anderen Insassen, allesamt Schwerverbrecher, die ihre ganz eigenen Pläne verfolgen. Dann bleiben auch noch Strom und Wasser weg. Eine Revolte bahnt sich an. Und die Schreie in der Dunkelheit werden lauter…

Derweil entkommt die Studentin Bianca nur knapp einem Inferno. Die ersten Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit hat sie sich in einer kleinen Wohnung versteckt. Jetzt irrt sie schutzlos durch eine Welt, die nicht mehr die alte ist, durch ein zerstörtes Land, in welchem jeder sich selbst der Nächste ist, in dem das Recht des Stärkeren gilt und das geplagt wird von wahnsinnig gewordenen Infizierten, die mit bloßen Händen alles zerreißen, was ihnen in die Quere kommt.

Wege in die Hölle: Untergang ist der zweite Teil der Reihe. Obwohl ich Teil eins nicht gelesen habe, konnte ich problemlos in die Story einsteigen, und die hat es in sich. Auf der einen Seite ist da Martin im Knast, der nicht wirklich weiß, was draußen passiert ist. Nur spärlich gelangen Informationen zu den Gefangenen. Und doch ändert sich das Leben im Knast dann schlagartig. Martin hat nur einen Wunsch: raus aus dem Knast zu seiner Familie zu kommen. Die Gruppe um Bianca kämpft währenddessen draußen ums Überleben.

Mich hat der Strang um Martin etwas mehr fasziniert, was er erlebt wird so eindringlich geschildert dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein. Schockierend ist die Brutalität, der Verfall von allen moralischen Werten, keiner weiß mehr wem er trauen kann. Neben den beiden Hauptsträngen gibt es immer wieder eingeschobene Episoden über andere Personen, so dass man sich eine ungefähre Vorstellung machen kann, was nach dem Ausbruch des Virus in anderen Teilen des Landes vor sich geht.

Der Schreibstil ist schön locker und lässt sich flüssig lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Ich fand die Story total spannend und fesselnd, einzig am Ende bleibt mir etwas zu viel offen. Fragen, auf die ich gerne jetzt schon Antworten gehabt hätte. Jetzt bleibt nur auf den nächsten Teil zu warten, ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Wissenschafts-Thriller auf hohem Niveau

Kontrolle
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Schauplatz Deutschland 2021: Unter mysteriösen Umständen findet ein Einsatz in der Nordsee ein schlimmes Ende. Bei dem geheimen Einsatz ist Oberleutnant zur See Kai Dreem mit seinen Männern auf einem Tanker ...

Schauplatz Deutschland 2021: Unter mysteriösen Umständen findet ein Einsatz in der Nordsee ein schlimmes Ende. Bei dem geheimen Einsatz ist Oberleutnant zur See Kai Dreem mit seinen Männern auf einem Tanker um einen Wissenschaftler festzusetzen. Diesem nimmt Kai Dreem einen kleine Tüte ab, Inhalt ein Datenstick und kleine Kügelchen. Doch bevor Dreem mit seinem Männern abziehen kann, sinkt der Tanker, Dreem kann sich als einziger retten, treibt auf dem Wasser, bis er rausgefischt wird. Nichtsahnend, dass er bald auf der Flucht sein wird. Die Journalistin Malu Helland erhält einen alarmierenden Anruf von der Freundin ihres Bruders Richard, angeblich ist er verschwunden. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und stolpert in das Abenteuer ihres Lebens. Neben diesen beiden Strängen gibt es noch Hans Gassner, früher beim BND, jetzt auf eigene Rechnung arbeitend. Das Schicksal aller Beteiligten ist auf untrennbare Weise verknüpft.

Ich habe alle bisherigen Bücher von Jens Bühler gelesen, seine Krimis und Thriller sind ein Garant für spannende Stories. Hier ist der Thriller mit wissenschaftlichen Themen verknüpft. Klasse wenn man bei einem Thriller ganz nebenbei noch mit interessenten Informationen zu verschiedenen Themen versorgt wird, das gefällt mir bei Wissenschafts-Thrillern besonders gut. Man merkt auch, dass der Autor hier akribisch recherchiert hat.

Die Story ist von Anfang an spannend, atemlos verfolgt man die einzelnen Stränge und überlegt, wie sie zusammengehörten. Die Protagonisten sind vielschichtige, interessante Charaktere, deren Gefühle und Handlungen nachvollziehbar sind. Beim Lesen entwickelt sich eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Der Schreibstil lässt sich schön flüssig lesen, besonders positiv falls die zeitgemäßen und lebhaften Dialoge auf. Einmal angefangen wurde der Thriller für mich zum Pageturner. Das Ende...wow, damit hätte ich nicht gerechnet.

Fazit: Wer Wissenschafts-Thriller liebt, sollte hier zugreifen. Perfekte Mischung aus Spannung, Action, Informationen zu verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten und flapsigen Humor.