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Veröffentlicht am 07.05.2018

der Schatz der Nibelungen

Der Bornholm-Code
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Frank Stebe hatte mit der Forschung eigentlich abgeschlossen und sich ganz seiner gutgehenden Tauchbasis gewidmet. Doch als sich sein ehemaliger Kollege Lars bei ihm meldet und über den sensationellen ...

Frank Stebe hatte mit der Forschung eigentlich abgeschlossen und sich ganz seiner gutgehenden Tauchbasis gewidmet. Doch als sich sein ehemaliger Kollege Lars bei ihm meldet und über den sensationellen Fund eines Schiffswracks vor Bornholm berichtet, entflammt sein Interesse erneut. Er wird vom Institut IUAO als Forschungsleiter eingesetzt und ist bei der Bergung von altertümlichen Fundstücken dabei, unter anderem ein Schwert und eine römische Reitermaske, die Franks Forscherherz höher schlagen lassen. Die Fundstücke untermauern seine gewagte Theorie, die vor Jahren nur belächelt wurde. Er ist sich sicher, den Schatz der Nibelungen gefunden zu haben. Doch Frank hat mächtige Gegner, die sich die Fundstücke aneignen wollen und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken.

Ich konnte problemlos in die Geschichte einsteigen, der Schreibstil ist eingängig und mein Interesse war mit dem Fund des Schatzes sofort geweckt. Wer hat nicht vom sagenumwobenen Schatz der Nibelungen gehört, dem Rheingold, das in der Nähe von Worms vermutet wird.

Der Autor hat die geschichtlichen Fakten sehr gut recherchiert, auf leichte Art wird viel Geschichtswissen vermittelt und auch auf Sagen und Legenden eingegangen.

Frank ist ein sympathischer, ehrlicher Typ mit dem man mitfiebern kann. Seine Faszination für das Tauchen und Forschen konnte ich gut nachempfinden. Hier haben mir besonders die Tauchszenen sehr gut gefallen. Die Story ist komplex aufgebaut und stellenweise sehr spannend, eine Mischung aus Abenteuerroman und Thriller.

Fazit: Spannende Geschichte um den sagenhaften Schatz der Nibelungen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Mysteriöse Vorfälle

Das Böse in deinen Augen
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Imogen Reid hat den Ort ihrer Kindheit seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, jetzt wagt sie einen Neuanfang in Gaunt. Zusammen mit ihrem Mann Dan zieht sie in das Haus ihrer inzwischen verstorbenen Mutter ...

Imogen Reid hat den Ort ihrer Kindheit seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, jetzt wagt sie einen Neuanfang in Gaunt. Zusammen mit ihrem Mann Dan zieht sie in das Haus ihrer inzwischen verstorbenen Mutter und tritt ihre neue Stelle an. Als Kinderpsychologin übernimmt sie den Fall von Ellie Atkinson. Ellie ist elf Jahre alt, nachdem ihre Eltern und ihr kleiner Bruder bei einem schrecklichen Brand ums Leben kamen, lebt sie in einer Pflegefamilie. Die Jeffersons haben sie liebevoll aufgenommen, ihre ältere Pflegeschwester Mary kümmert sich um sie, ist wie eine Freundin. Doch Ellie ist schwer traumatisiert, wird von den Kindern in der Schule ausgegrenzt. Es kursieren üble Gerüchte über Ellie, die Menschen sind voreingenommen. Imogen versucht Ellie Selbstvertrauen zu geben. Sie setzt all ihre Kraft ein, um dem kleinen Mädchen zu helfen. Es gibt Gespräche mit der Rektorin und Ellies Klassenlehrerin, der Pflegefamilie, doch immer wieder kommt es zu Vorfällen, für die Ellie verantwortlich gemacht wird.

Es ist eine Story, die sehr intensiv erzählt ist. Es sind relative wenig Personen involviert, die man dafür umso besser kennenlernt. Imogen und Ellie sowie ihre Pflegefamilie stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Aus Imogens Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihren Emotionen und ihren Gedanken dran, kann sich in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen. Meistens jedenfalls, denn Imogen steigert sich zu sehr in ihren Fall hinein, verliert die nötige Distanz, die eine Psychologin wahren sollte. Schließlich zweifelt sie selbst an Ellie. Ellie ist ein kleines Mädchen, das schutzbedürftig wirkt. Doch immer wieder kommen Zweifel auf, ob sie tatsächlich etwas mit den teils mysteriösen Vorfällen in Gaunt zu schaffen hat.

Als Leser war ich hin und hergerissen, mal war ich überzeugt, dass Ellie absolut unschuldig ist. Nach dem nächsten Vorfall wieder kamen Zweifel. Dieser Zweispalt setzt sich durch die gesamte Geschichte fort, die Autorin spielt hier gekonnt mit den Gefühlen ihrer Leser. Sie erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, die Gänsehaut macht, dazu kommt noch die Spannung, die zum Ende hin enorm zunimmt.

Fazit: Auch wenn am Ende nicht alle Fragen geklärt werden hat mich der Thriller von Anfang bis Ende gefesselt und bestens unterhalten. 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Geschichte
Veröffentlicht am 23.04.2018

mystischer Küstenkrimi

Schwarzes Watt
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"Schwarzes Watt" ist der vierte Fall für den Berliner Kommissar Krumme, der inzwischen von Husum, seiner Wahlheimat aus, ermittelt. Diesmal geht es um einen Cold Case, der sich vor über 20 Jahren ereignet ...

"Schwarzes Watt" ist der vierte Fall für den Berliner Kommissar Krumme, der inzwischen von Husum, seiner Wahlheimat aus, ermittelt. Diesmal geht es um einen Cold Case, der sich vor über 20 Jahren ereignet hat. Damals wurde Nelly, die jüngere Schwester von Ina erschlagen. Als Ina ihre Schwester fand, konnte sie noch einen Blick auf den Täter werfen. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt, doch jetzt steht Ina vor Krumme und behauptet, den Mörder ihrer Schwester in St. Peter Ording erkannt zu haben. Die Ermittlungen beginnen....

Ich habe alle Teile der Reihe gelesen, ich denke man kann den Krimi aber auch ohne Vorkenntnisse lesen. Wobei man sich dann schon einiges entgehen lässt. "Schwarzes Watt" bietet beste Krimiunterhaltung, viel Atmosphäre, eine Portion Mystik und vielschichtige Charaktere. Ich habe mich über das Wiedersehen mit Krumme gefreut und neben den Ermittlungen auch gespannt verfolgt, wie es bei ihm privat weiter geht. Die eigentliche Handlung wird durch Rückblenden ergänzt, die einen Einblick in die Psyche des Täters geben. Doch bis zum Schluss bleibt offen, wer es ist. Aufgelockert wird die spannende Handlung mit Witz, mir haben vor allem die Szenen mit Hund Watson sehr gut gefallen.

Der Autor schreibt bildhaft, man hat die schöne Küstenlandschaft direkt vor Augen und spürt die Wetterlagen hautnah. Die Suche nach der Wahrheit, dem Mörder von Nelly gestaltet sich schwierig, nichts ist, wie es scheint. Spannung bist zum Schluss, ganz wie ich es mag.

Fazit: Mystischer Küstenkrimi mit einem sympathischen Ermittler. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Lebensgeschichte und Psychogramm der Margrit K

Mordzeitlose
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Margrit Kunkel wächst in der ehemaligen DDR auf, in einem kleinen Ort. Ihre Eltern haben eine Gärtnerei,so dass Margrit von Kindesbeinen an ihre Liebe zur Natur, zu den Pflanzen entdeckt. Sie spricht zu ...

Margrit Kunkel wächst in der ehemaligen DDR auf, in einem kleinen Ort. Ihre Eltern haben eine Gärtnerei,so dass Margrit von Kindesbeinen an ihre Liebe zur Natur, zu den Pflanzen entdeckt. Sie spricht zu ihnen, die Pflanzen sprechen zu ihr. Nach dem frühen, ungeklärten Tod der Mutter, übernimmt ihr Vater die Erziehung. Er schirmt Margrit von der Außenwelt ab, erlaubt keine Besuche bei Freundinnen. Nur die Schule bietet Abwechslung für Margrit. Ihr erster Freund, Margrits große Liebe, verlässt sie jedoch.

Margrit zieht nach Berlin, um Botanik zu studieren. Sie hat große Pläne, ihr schwebt die Forschung vor. Ihre Idee ist, giftige Pflanzen so zu modifizieren, dass sie genießbar werden und auf kargen Böden wachsen, um so den Hunger in der Welt stillen. Seit Jahren pflegt sie eine Brieffreundschaft mit Professor Dr. Steiner, dem Leiter der Holländischen Gartenakademie Berlin. Ihm erzählt sie von ihren Visionen, nichtsahnend, dass er ihren Ideen selbst nutzen will.....

"Mordzeitlose" von Patricia Holland Moritz ist ein fein gezeichnetes Psychogramm von Margrit Kunkel. Man lernt sie von Kindesbeinen an kennen, das Mädchen, das pummelig und eher langsam ist. Die Frau, die die Langsamkeit kultiviert hat und ihre eigenen Pläne verfolgt. Sehr schön ist die Botanik beschrieben, die Pflanzen und Margits Verhältnis zu ihnen.

Für mich war das Buch mehr Lebensgeschichte denn Krimi, die Handlung ist leise und stetig, ohne große Überraschungen. Der Kriminalfall, den ich erwartet hatte, nimmt leider wenig Raum ein, so dass ein Gefühl der Enttäuschung bleibt.

Fazit: Eine Lebensgeschichte, ein Psychogramm der Margrit K. Schön geschrieben und für Pflanzenliebhaber interessant. Aber zu wenig Krimi.

Veröffentlicht am 15.04.2018

bildgewaltig, spannend, magisch - wunderbar geschrieben

Ein Reif von Bronze
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"Ein Reif von Bronze" ist der zweite Teil der Trilogie um das Kaiserreich der Esche und setzt nahtlos an Teil eins an. Wir begleiten die bekannten Charaktere auf ihrem Weg: Leyken, die immer noch eine ...

"Ein Reif von Bronze" ist der zweite Teil der Trilogie um das Kaiserreich der Esche und setzt nahtlos an Teil eins an. Wir begleiten die bekannten Charaktere auf ihrem Weg: Leyken, die immer noch eine Gefangene in der Rabenstadt bei der Heiligen Esche ist. Pol, der sich mit einem bewaffneten Tross auf dem Weg zur Heimstatt der vergessenen Götter befindet und unwegsames Gelände mit vielen Gefahren meistern muss. Und der für mich spannendste Strang um die Nordländer Morwa und Sölva. Neben den bekannten Figuren werden zwei weitere eingeführt. In Sölvas Strang spielt Bjorne, der siebente Sohn des Jarl von Thal eine wichtige Rolle. Und Pol ist in Begleitung von Teriq, einem Glaubenskrieger. Die Charaktere sind gekonnt gezeichnet, sie sind lebendig und wirken authentisch. Jeder ist für sich unverwechselbar.

Mir hat der erste Teil sehr gut gefallen, der zweite Teil steht dem ersten in nichts nach. Stephan M. Rothers Schreibstil ist magisch, er schafft Bilder, transportiert Gefühle, Stimmungen und schafft eine so dichte Atmosphäre, egal ob in der Rabenstadt oder in den Ruinen von Endberg. Wobei mir das Setting in den Ruinen zur Zeit der Raunacht am besten gefallen hat. Über der Szenerie liegt eine düstere Atmosphäre, ein großer Kampf steht bevor und die Spannung ist unerträglich. Magie und Action, Kopfkino pur.

Aber auch Leykens Strang ist sehr interessant, wenn auch ruhiger. Hier erfahren wir endlich mehr über die Rabenstadt, ihre Geschichte und die zentrale Rolle des Kaisers. Auch hier ist die Stimmung wunderbar eingefangen. Pols Strang nimmt einen kleineren Part ein, ich denke dass er im dritten Teil aber eine entscheidend Rolle spielen wird.

Neben der Story an sich macht für mich den Reiz des Buchs ganz klar der wunderbare Erzählstil Stephan M. Rothers aus. Er ist magisch und lässt die fantastische Welt so plastisch erscheinen, mit all ihren Bewohnern und Landschaften. Ich hatte das Gefühl ganz tief in diese Welt eintauchen zu können und direkt bei der Handlung dabei zu sein. Allein das Lesen ist ein Genuss!

Fazit: Gelungener zweiter Teil der Reihe, bildgewaltig und wunderbar geschrieben. Ich bin begeistert und warte ungeduldig auf den letzten Teil!