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Veröffentlicht am 10.04.2018

nichts ist, wie es scheint...

Kalter Sand
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"Kalter Sand" ist der dritte Teil um den Kunsthistoriker Richard Gruben und spielt vor der landschaftlich wunderschönen Kulisse der Ostsee.

Der Kontakt zu seinem langjährigen Freund Philipp Stöbsand war ...

"Kalter Sand" ist der dritte Teil um den Kunsthistoriker Richard Gruben und spielt vor der landschaftlich wunderschönen Kulisse der Ostsee.

Der Kontakt zu seinem langjährigen Freund Philipp Stöbsand war in letzter Zeit nur sporadisch, doch als die Einladung zur Philipps Vernissage kommt, sagt Richard spontan zu. Philipp ist eigentlich Portraitfotograf, hat jetzt aber einen Bildband über die Landschaft der Ostsee herausgebracht. Auf der Vernissage kommt es zu einem Eklat und Richard erfährt, dass sein Freund vor einigen Jahren des Mordes an einem jungen Mädchen verdächtigt wurde. Wieso hat Philipp nie mit Richard darüber gesprochen? Richard versucht mehr über die damaligen Ereignisse zu erfahren und bringt sich mit seinen Nachforschungen selbst in Gefahr.

Der Prolog führt zurück in die Vergangenheit, ein spannender Einstieg in diese verworrene Geschichte, bei der nichts ist, wie es scheint. Mit Richards Recherchen taucht man tief in die Vergangenheit ein und erfährt, was damals vorgefallen ist. Wie bei einem Puzzle bringt jede neue Information eine weitere Facette der Geschichte ans Licht, doch erst ganz am Ende offenbart sich, was sich wirklich abgespielt hat. Hier tun sich menschliche Abgründe auf, einfach unfassbar.

Die Autorin beschreibt ihre Figuren mit viel Gefühl, neben Richard, der ein sensibler und sehr sympathischer Protagonist ist, spielen neue Charaktere eine große Rolle. Philipp Stöbsand, seine Freunde Isa und Sven Wienke und die Schriftstellerin Jette Herbusch. Jette ist eine geheimnisvolle Frau, ihre Identität bleibt lange im Dunkeln.

Mich hat die Story von Anfang an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch in kürzester Zeit ausgelesen hatte. Der Plot ist dicht, die Atmosphäre an der Ostsee ist wunderbar eingefangen, die Beschreibungen der Natur, und der Menschen. Dazu Wendungen, die mich sparchlos gemacht haben und die ich so nicht erwartet hätte.

Fazit: Komplexer Plot, viel Atmosphäre und Spannung. Auch der dritte Teil um Richard Gruben hat mich begeistert, ich freue ich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 03.04.2018

unterhaltsamer Krimi mit viel Wiener Flair

Der Tod ist ein Wiener
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Schauplatz Wien: Magdalena, Sofia und Elvira sind "die Drei vom Naschmarkt" und ermitteln in ihrem dritten Fall. Adele Artner war früher Kunsthändlerin, jetzt ist sie alt und lebt in ihrer großen Villa ...

Schauplatz Wien: Magdalena, Sofia und Elvira sind "die Drei vom Naschmarkt" und ermitteln in ihrem dritten Fall. Adele Artner war früher Kunsthändlerin, jetzt ist sie alt und lebt in ihrer großen Villa am Wilheminenberg. Sie ist gebrechlich und auf Hilfe angewiesen, neben ihrer Haushälterin Pauline und dem Chauffeur Johann lebt seit neuestem Magdalenas Freundin Elvira bei ihr und kümmert sich um sie. Sofia soll ihre umfangreiche Bibliothek katalogisieren, Magdalena ihre Gemäldesammlung fotografisch festhalten. Doch das ist nicht ihr einziger Auftrag. Adele hat den frühen Tod ihrer geliebten Freundin Larissa nie verwunden, sie beauftragt Magdalena, Larissas Tochter ausfindig zu machen, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Adele will ihr ihr Vermögen vererben, sehr zum Leidwesen ihrer Verwandschaft.

Für mich war es der erste Fall des Trios, ich habe gut in die Geschichte hinein gefunden, was auch am ansprechenden Schreibstil der Autorin liegt. Man begleitet Magdalena auf ihren Recherchen durch Wien, für das typische Flair sorgen die eingestreuten Begriffe in Dialekt, was mir sehr gut gefallen hat.

Neben dem Strang in der Gegenwart gibt es immer wieder Kapitel, die in der Vergangenheit spielen. So erfährt man nach und nach, was sich damals tatsächlich abgespielt hat, was es mit Larissas Tod auf sich hat. Erschreckend, mit welchen Methoden damals die Patienten in der Psychiatrie behandelt wurden, was Larissa alles durchmachen musste.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, Adele Artner kam als Person authentisch rüber, ich konnte mich gut in sie hinein versetzen. Die anderen Charaktere bleiben blasser, ich fand es schade dass ich den drei Freundinnen nicht wirklich nah gekommen bin und somit nicht wirklich mitfiebern konnte.

Fazit: Unterhaltsamer Krimi mit viel Wiener Flair.

Veröffentlicht am 03.04.2018

geht unter die Haut...

So dunkel der Wald
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Mitten in einem riesigen Waldgebiet lebt Paps mit seinen 5 Kindern zurückgezogen und isoliert. Jannik, der Älteste, Ronja, Nika, Henna und Theo. Doch die vermeintliche Idylle trügt, denn die Kinder wurden ...

Mitten in einem riesigen Waldgebiet lebt Paps mit seinen 5 Kindern zurückgezogen und isoliert. Jannik, der Älteste, Ronja, Nika, Henna und Theo. Doch die vermeintliche Idylle trügt, denn die Kinder wurden eines nach dem anderen entführt und haben keine Chance dem unbarmherzigen und brutalen Paps zu entkommen. Wer nicht spurt wird gewaltsam gezüchtigt, Paps duldet keinen Widerspruch....

"So dunkel der Wald" ist ein psychologisch ausgefeilter und nicht vorhersehbarer Thriller aus der Feder von Michaela Kastel. Ein Thriller, den ich jedem Fan des Genre wärmsten empfehlen kann. Der Schreibstil ist eindringlich, bildhaft und anspruchsvoll und die Story so spannend, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Durch die Ich-Perspektive von Ronja ist man mitten im Geschehen und erlebt ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit. Die Angst vor Paps, die Angst um die Kleinen, die ausweglose Situation, die sich dann ändert. Doch ändert sie sich wirklich?

Die Autorin hat die beiden Hauptfiguren Ronja und Jannik perfekt gezeichnet, beide wirken authentisch und absolut glaubhaft, haben viele Facetten. Sie spielt mit den Gefühlen des Lesers, es ist eine Geschichte die wirklich zu Herzen geht, aufwühlt und einfach nur betroffen macht. Sie ist beklemmend weil sehr realistisch und vorstellbar, manche Szenen sind nur schwer zu ertragen. Eine Handlung mit vielen Wendungen und Überraschungen, wie eine rote Linie zieht sich körperliche Gewalt von Anfang bis Ende durch die Story. Ich habe lange keinen so fesselnden Psychothriller mehr gelesen.

Fazit: Das Buch lässt Thrillerherzen höher schlagen, ist aber keine billige Effekthascherei sondern psychologischer Thrill vom Feinsten. Eine Story die unter die Haut geht und die ich so schnell nicht vergessen werde. Verdiente 5 Sterne

Veröffentlicht am 01.04.2018

Tonis dritter und wohl persönlichster Fall

Tiefe Havel
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Schauplatz Potsdam: Auf einem Binnenfrachtschiff wird der Kapitän ermordet, regelrecht hingerichtet. Doch wo ist das Motiv für die Tat? Kapitän Seitz war ein Mann, der allseits beliebt war und dessen Familie ...

Schauplatz Potsdam: Auf einem Binnenfrachtschiff wird der Kapitän ermordet, regelrecht hingerichtet. Doch wo ist das Motiv für die Tat? Kapitän Seitz war ein Mann, der allseits beliebt war und dessen Familie von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht wurde. Toni Sanftleben von der Kripo Potsdam ermittelt mit seinem Team in dem Fall.

Toni Sanftleben ermittelt in "Tiefe Havel" in seinem dritten Fall, ein Fall der wieder eng mit der Havel verknüpft ist. Ich habe die Reihe um den sympathischen Ermittler von Anfang an verfolgt, war von den beiden vorigen Teilen begeistert. Doch der jetzige Teil schlägt diese noch um Längen. Was zum einen am wieder brisanten Fall liegt, aber auch der Atmosphäre an der Havel, die der Autor so wunderbar einfängt. Und nicht zuletzt an den so authentischen wie menschlichen Protagonisten, die man als Leser immer besser kennenlernt. Tonis, bzw. das Schicksal seiner Frau spielte in den beiden vorigen Fällen eine große Rolle, doch diesmal wird der Fall für Toni und Sofie eine ganz persönliche Bedrohung.

Für mich war es so etwas wie nach Hause kommen, um die bekannten Protagonisten zu treffen. Toni, seine Kollegen Gesa und Phong, seinen Chef Kriminalrat Schmitz, der auch in diesem Teil wieder zu Hochform aufläuft, und die Staatsanwältin Caren Winter. Es gibt aber auch eine Reihe neuer Protagonisten, die wirklich gekonnt gezeichnet sind. Eine größere Rolle spielt Sandro, ein Typ der es in seinem bisherigen Leben schwer hatte. Auch er hat viele Facetten, ein Typ an dem ich ganz nah dran war und bis zum Ende gehofft habe, dass er das Richtige tut.

Der Fall ist nicht so einfach gelagert wie es erst scheint, der Plot ist dicht und entwickelt eine ganz neue, internationale Dimension, die am Ende in einem actiongeladenen SEK Einsatz endet. Wow, Hochspannung bis zum Schluss!

Was mir an Krimireihen besonders gefällt ist die Entwicklung der Protagonisten, sowohl privat als auch beruflich. Mit Toni konnte ich so richtig mitfiebern, nicht nur dass sein Chef ihm wieder einmal Steine in den Weg legt, auch seine privaten Probleme machen ihm diesmal zu schaffen. Manchmal hätte ich ihn am liebsten geschüttelt, um ihn zur Vernunft zu bringen. Ich hoffe dass er nach diesem Fall gestärkt in die Zukunft blickt, sich sammelt um im vierten Fall wieder voll durchzustarten.

Fazit: Auch Tonis dritter Fall hat mich auf ganzer Linie überzeugt, ich bin begeistert. Ein komplexer Plot, viel Atmosphäre, viel Emotionen und Spannung und tolle Charaktere. Auf den nächsten Teil der Reihe freue ich mich schon jetzt.

Veröffentlicht am 26.03.2018

spanndender Reihenauftakt

Blutadler
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Schauplatz Hamburg: Ein Serienmörder treibt sein grausames Spiel und mordet, indem er ein altes Ritual der Wikinger vollzieht. Hauptkommissar Jan Fabel und sein Team ermitteln in dem Fall. Fabel ist ein ...

Schauplatz Hamburg: Ein Serienmörder treibt sein grausames Spiel und mordet, indem er ein altes Ritual der Wikinger vollzieht. Hauptkommissar Jan Fabel und sein Team ermitteln in dem Fall. Fabel ist ein Ermittler, dessen Methoden unkonventionell sind. Der Mörder treibt ein böses Spiel und meldet sich nach jedem Mord bei Jan Fabel.

"Blutadler" ist der erste Teil einer Reihe um den Hamburger Hauptkommissar Jan Fabel. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, was nicht zuletzt am Schreibstil des Autors liegt, der sich schön flüssig lesen lässt. Jan Fabel ist eigenwillig, aber sehr sympathisch. Er hält sich zwar ans Gesetz, aber nicht unbedingt an die Regeln, wenn er ermittelt. Er ist als Charakter sehr gut angelegt, so dass ich auf die Folgebände schon neugierig geworden bin.

Der Autor hat einen komplexen Plot entworfen, die Spannungskurve steigt kontinuierlich, gegen Ende gibt es einen super spannenden Showdown. Da es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, bleibt am Ende noch einiges offen.

Fazit: Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen, ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.