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Veröffentlicht am 21.05.2025

Per aspera ad astra

Durch das Raue zu den Sternen
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Das ist ein wirklich lesenswertes Buch, dessen außergewöhnliche Ich-Erzählerin, die 13jährige Arkadia genannt Moll, mich vom Anfang bis zum Ende in den Bann gezogen hat. Sie ist hochmusikalisch, fantasievoll, ...

Das ist ein wirklich lesenswertes Buch, dessen außergewöhnliche Ich-Erzählerin, die 13jährige Arkadia genannt Moll, mich vom Anfang bis zum Ende in den Bann gezogen hat. Sie ist hochmusikalisch, fantasievoll, immer geradeaus, sich nicht unbedingt den gesellschaftlichen Regeln beugend, altklug. Dass sie zu dem geworden ist, ist ihrer Mutter geschuldet, selbst eine extravagante, vermutlich psychisch erkrankte Frau, die sich für eine begabte und verkannte Komponistin hält. In allem, was Arkadia von ihrer Mutter erzählt, spricht eine große Liebe heraus. Leider ist Mutter seit einigen Monaten verschwunden und wird von Arkadia schmerzhaft vermisst. Für sie selbst ist die Mutter nur kurz weggegangen. Als Leser spekuliert man bis zum Ende in viele Richtungen, was es wohl mit dieser Absenz auf sich hat, um dann eine unerwartete Erklärung zu erhalten. Über die Musik waren Mutter und Tochter stets verbunden und durch Musik will Arkadia die Mutter wiederfinden; sie will als einziges Mädchen in einem bayerischen bekannten Knabenchor aufgenommen werden. Wie es ihr dabei ergeht, liest sich einfach herrlich. Eine weitere geliebte Person ist der Vater, der allerdings seit dem Verschwinden seiner Frau in seiner eigenen Welt lebt und Arkadia lange keine Stütze ist. Schon aus dem vorangehend Wenigen wird erkennbar, dass die Gefühle zwischen Kind und Eltern eine große Rolle spielen und natürlich die Musik in allen Tönen.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Etwas für jüngere Leser

Das Leben fing im Sommer an
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Dieses Buch wird seine Leser eher in der jüngeren Leserschaft finden, die in den 1990er Jahren geboren wurden. Für mich war der Schreibstil mit sehr vielen Begriffen aus der Jugendsprache (oder der Rap-Szene?) ...

Dieses Buch wird seine Leser eher in der jüngeren Leserschaft finden, die in den 1990er Jahren geboren wurden. Für mich war der Schreibstil mit sehr vielen Begriffen aus der Jugendsprache (oder der Rap-Szene?) teilweise nicht verständlich. Das dem so ist, ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass der damals 15jährige Christoph Kramer (später bekannt als Profifußballer und Nationalspieler) aus seiner Perspektive im Wesentlichen von drei Tagen aus seinem Leben im Sommer 2006 erzählt. Sein ganzes Denken und Handeln dreht sich um Liebe, die er sich so sehnlich wünscht. Die Person seines Interesses ist das begehrteste Mädchen an seiner Schule. Von Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt macht Christoph in dieser kurzen Phase alle Gefühlswallungen durch, was ich persönlich als etwas übertrieben dargestellt empfinde. Um die Grundsteine seiner Fußballkarriere geht es ganz am Rande. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er für das Buch nur aufgrund seines Bekanntheitsgrades einen renommierten Verlag gefunden hat, wie das in der jüngeren Vergangenheit immer mal wieder bei bekannten Schauspielern o.ä. Personen der Fall gewesen sein dürfte. Wirklich gestört habe ich mich daran, dass so viel Raum einer längeren Fahrt mit einem PKW ohne Fahrerlaubnis mit Christoph als Fahrer gegeben und dies als so banal dargestellt wird, obwohl es sich um eine Straftat handelt und das zum Nachahmen verleiten könnte.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Chinakritischer Roman

Himmlischer Frieden
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Ausweislich des im Anhang befindlichen Briefs der Autorin handelt es sich um einen fiktiven Roman, basierend auf ihrer Kindheit und Jugend in China. Gerade letzteres macht das Buch so lesenswert. Denn ...

Ausweislich des im Anhang befindlichen Briefs der Autorin handelt es sich um einen fiktiven Roman, basierend auf ihrer Kindheit und Jugend in China. Gerade letzteres macht das Buch so lesenswert. Denn die Protagonistin und Namensvetterin der Autorin – Lai – ist 1970 in China geboren und erlebte die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 als unmittelbar beteiligte Studentin. Nach mehr als 30 Jahren ist es für uns in einer Demokratie groß Gewordene immer noch unfassbar zu lesen, wie brutal das chinesische Regime die Studentenproteste niedergeschlagen hat. Wie Lai Zugang zu der Studentenbewegung gefunden und in welcher Weise sie an ihr teilgehabt hat, wird im letzten Teil des Buches geschildert. Die vorangehenden Abschnitte widmen sich ihrer Kindheit und Jugend. Hier wird ein informatives Bild von den Familienstrukturen in China gezeichnet, die im Falle von Lai durch einen introvertierten, von der Kulturrevolution gezeichneten Vater, eine missmutige Mutter und einer für Lai alles bedeutenden, liebevollen Großmutter geprägt sind. Immer wieder fällt auf, wie der chinesische Staat bis in die Familien hinein regiert. Insgesamt ein zu empfehlender Roman, der allerdings zeitweise etwas langatmig wirkt, etwa wenn es um das Hin und Her mit Lais Freund Gen geht.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Kosmische Ordnung

Stars
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Auch wer mit Astrologie nicht viel anfangen kann, wird Gefallen an diesem Buch finden, das ich als Gesellschaftsroman einordnen würde. Er thematisiert die Sehnsucht des Menschen nach kosmischer Ordnung ...

Auch wer mit Astrologie nicht viel anfangen kann, wird Gefallen an diesem Buch finden, das ich als Gesellschaftsroman einordnen würde. Er thematisiert die Sehnsucht des Menschen nach kosmischer Ordnung in Zeiten der Krise und seinen Wunsch, in seinem Lebensverlauf das Muster eines höheren Plans zu erkennen. Antworten hierauf will die Protagonistin Carla Mittmann geben, die nach ihrer Zwangs-Exmatrikulation als Philosophiestudentin zunächst neben ihrem Teilzeitbürojob halbherzig und ohne groß selbst an die Sterne zu glauben als Hobbyastrologin tätig ist, um ihre Tätigkeit dann nach dem überraschenden Fund eines größeren Geldbetrags nach und nach äußerst professionell auszubauen, bis sie eine Star-Astrologin à la Elizabeth Tessier ist. Recht unterhaltsam erzählt der Roman, wie viele Leute unterschiedlicher Herkunft sich doch Rat bei den Sternen holen und es sich hierbei um ein nicht zu unterschätzendes Phänomen der Gegenwart handelt. Faszinierend ist vor allem, wie sich Carla selbst im Laufe der Geschichte wandelt und schließlich selbst an die Aussagekraft der Sterne glaubt, bis … , ja bis am Ende eine zufällige Entdeckung ihr Vertrauen schwanken lässt. Worum es hierbei geht, sollte jeder selbst lesen. Eine Antwort habe ich selbst auf die Frage vermisst, was es mit dem Zufallsfund der Geldscheine tatsächlich auf sich hat. Ihm wurde doch im ersten Teil sehr viel Raum gegeben.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Sehr langatmig

Flusslinien
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Ich fand die Lektüre dieses Romans sehr anstrengend. Das liegt weniger an der bedächtigen, ruhigen Erzählweise als daran, dass alles über immerhin 390 Seiten so vor sich hinplätschert und es keine richtige ...

Ich fand die Lektüre dieses Romans sehr anstrengend. Das liegt weniger an der bedächtigen, ruhigen Erzählweise als daran, dass alles über immerhin 390 Seiten so vor sich hinplätschert und es keine richtige Handlung gibt. Daher passt der Buchtitel recht gut. Sind die ersten Seiten erst einmal gelesen, weiß man bereits Wesentliches. Die relativ kurzen Kapitel widmen sich abwechselnd jeweils einem der drei Protagonisten. Allen gemeinsam ist, dass jeder sein Päckchen im Leben zu tragen hat. Die 102jährige Margrit verbringt ihre Zeit am liebsten im Römischen Garten in Hamburg, den einst die Freundin ihrer Mutter gestaltet hat. Dorthin lässt sie sich täglich von Arthur, dem Chauffeur in ihrer Seniorenresidenz, fahren, um vor allem die Vergangenheit dieser Gärtnerin zu rekapitulieren. Arthur wiederum hat Schuldgefühle seinem verstorbenen Zwillingsbruder gegenüber. Schließlich ist da noch Margrits 18ährige Enkelin Luzie, die ein Trauma zu bewältigen und sich ganz dem Tätowieren verschrieben hat. Gestört hat mich außerdem, dass einige völlig realitätsfremde Dinge als selbstverständlich dargestellt werden, z.B. dass sich Margrit und einige weitere betagte Mitbewohner von Luzie Tätowierungen machen lassen.
Insgesamt trifft das Buch nicht meinen Geschmack.

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