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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2025

Urlaubsfeeling und Mord

Lava und Lügen auf Lanzarote
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Das Autorenduo Flores & Santana haben ihren dritten Krimi auf den Kanarischen Inseln veröffentlicht. Für mich persönlich war es der erste Band, der sich ohne Probleme aufgrund fehlender Vorkenntnisse verstehen ...

Das Autorenduo Flores & Santana haben ihren dritten Krimi auf den Kanarischen Inseln veröffentlicht. Für mich persönlich war es der erste Band, der sich ohne Probleme aufgrund fehlender Vorkenntnisse verstehen ließ.
Buchhändlerin Naira und der Journalist Ben reisen zusammen nach Lanzarote, wo Ben eine Reportage über den Weinbauer und prämierten Ziegenkäsehersteller Prieto schreiben soll. Naira begleitet ihn, um ihrer alten Freundin Valeria beizustehen, die vor kurzem ihren Partner verloren hat, der unter seltsamen Umständen tödlich verunglückt ist. Kurz darauf häufen sich die Ungereimtheiten. Hat Prieto etwas damit zu tun? Naira und Ben erfahren immer mehr Einzelheiten und kommen dem Geheimnis auf die Spur.
Der Krimi lässt sich gut lesen und bringt zwei absolut angenehme Protagonisten hervor, die sich kulturell durchaus bewandert zeigen.
Besonders gut gefallen hat mir sowohl der geschichtliche als auch kulturelle Part, denn das Buch ist auch so etwas wie eine kleine Hommage an die kanarische Insel Lanzarote. Leseempfehlung für alle, die wie ich gerne Urlaubsatmosphäre mit Mord & Totschlag verknüpft haben wollen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Bewegendes Portrait einer jungen Studentin, die einem Femizid zum Opfer fiel

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Cristina Rivera Garza hat ein literarisches Meisterwerk geschaffen. Sie schreibt über ihre kleine Schwester Liliana, die vor fast dreißig Jahren einem Femizid zum Opfer gefallen ist. Die Akte zu dem Verbrechen ...

Cristina Rivera Garza hat ein literarisches Meisterwerk geschaffen. Sie schreibt über ihre kleine Schwester Liliana, die vor fast dreißig Jahren einem Femizid zum Opfer gefallen ist. Die Akte zu dem Verbrechen ist nicht auffindbar, der Täter wurde nie belangt. Also schreibt Cristina Rivera Garza eine unverblümte Hommage an ihre Schwester, in dem sie Aufzeichnungen sowie Briefe, die sie bei ihrer Schwester fand, aufarbeitete und mit den ehemaligen Freund:innen und Kommiliton:innen gesprochen und Erinnerungen zusammengetragen hat. Entstanden ist ein Bild über eine junge, willensstarke und intelligente Frau. Eine liebende Freundin, eine eifrige Studentin, eine lebensbejahende, fröhliche Person, die auch ihre zerbrechlichen Seiten hatte und Einsamkeit kannte.
Es ist keine Anklage gegen den Mörder. Cristina Rivera Garza öffnet den Leser:innen die Augen, sensibilisiert für die dezenten Hinweise, die es auf häusliche Gewalt gibt, die eine Lebensgefahr mit sich bringen können. Dass es jede:n erwischen kann.
Wer auf eine spannende Geschichte rund um den Mord der Studentin hofft, wird mit diesem Buch nicht bedient. Es geht tiefer, es malt ein facettenreiches, buntes Portrait von der noch lebendigen Liliana. Schon zu Beginn des Buches ist klar, dass Liliana ermordet wurde, nicht mehr da ist. Dennoch hat die Autorin es geschafft, mich mit ihren Worten so zu berühren, dass ich Tränen um Liliana vergossen habe, um diese junge Frau, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatte und vom Reisen träumte. Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich in 2025 lesen durfte.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Mord und perfide Pläne auf der schönen Insel Páros

DER SCHWARZE OKTOPUS
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Der zweite Fall von Chrístina Stratou beginnt mit einem Mord, der einen sofort mitnimmt. Wird aus der Sicht des Mörders doch eigentlich recht klar, dass er diesen Mord begehen muss, aber nicht wirklich ...

Der zweite Fall von Chrístina Stratou beginnt mit einem Mord, der einen sofort mitnimmt. Wird aus der Sicht des Mörders doch eigentlich recht klar, dass er diesen Mord begehen muss, aber nicht wirklich begehen will. Lange tappt Chrístina mit ihrem Team im Dunkeln, die Ermittlungen wollen nicht so wirklich weitergehen. Durch die Sicht des Mörders, der häufiger "zu Wort" kommt, weiß man eigentlich schon oft mehr als die Polizei und bibbert immer wieder mit, dass die Polizei den einen oder anderen Hinweis erhält, um auf die richtige Fährte zu kommen.
Wie auch in dem ersten Fall taucht der Leser bzw. die Leserin ab und an auch in das Privatleben der Protagonistin ein, was mir persönlich sehr gut gefällt. Auch die geschilderte Liebe der Autorin zur Insel kommt oft durch und schmückt den Krimi mit den (für mich) notwendigen Wohlfühlmomenten aus.
Ein rundum gelungener Krimi, den man nicht wirklich aus der Hand legen mag. Am Ende bleiben ein, zwei Fragen ein wenig offen. Umso mehr freut man sich aber auf den nächsten Fall aus der Feder von Hanna von Feilitzsch.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Die Elite des Verbrechens zu Gast in Spanien

Gaditanos
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Vorab muss ich gestehen, dass mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat, aber umso mehr der Titel. Hätte ich nicht "Gaditanos" gelesen, hätte ich das Buch wohl schlicht und einfach übersehen.
Zum ...

Vorab muss ich gestehen, dass mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat, aber umso mehr der Titel. Hätte ich nicht "Gaditanos" gelesen, hätte ich das Buch wohl schlicht und einfach übersehen.
Zum Geschehen: Protagonistin ist Yolanda, ihres Zeichens Kriminalkommissarin im schönen Cadiz in Andalusien. Sie ist tough, sympathisch und hat das Herz am rechten Fleck. Ihr mexikanischer Kollege Hugo ist mir ebenfalls ziemlich schnell ans Herz gewachsen.
Die beiden werden zu einem Verkehrsunfall gerufen, was zumindest Yolanda ziemlich die Laune verdirbt. Hatte sie doch mit einem freien Wochenende gerechnet. Und überhaupt - was soll die Kripo bei einem Verkehrsunfall?
Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass die Kripo nicht ohne Grund dazu gerufen wurde. Irgendetwas ist seltsam an dem Unfalltod.
Man bekommt gar nicht wirklich mit, wie rasant dieser Krimi Fahrt aufnimmt. Auf jeden Fall kommt man nicht an die Stelle, an der man das Buch einfach mal weglegen will. Stets wird die Spannung so aufrecht erhalten, dass man einfach viel zu neugierig ist, um eine Pause einzulegen.
Hardy Sauer legt mit seinem Erstlingswerk einen fulminanten Start hin. Besonders gelungen ist in meinen Augen, dass der Roman aus den Blickwinkeln von drei unterschiedlichen Personen erzählt wird, was das Ganze noch einen Tick spannender macht. Auch sind die Kapitel recht kurz gehalten. Blöderweise hilft das nicht. Statt dass man das Buch aus der Hand legt, denkt man eben "Ach, ein Kapitel geht noch. Ist ja kurz."
Kurzum: Der Krimi hat eine durchgehende Spannung zu bieten, ist sprachlich sehr angenehm zu lesen, macht Lust auf Andalusien und hinterlässt dem Leser bzw. der Leserin definitiv die Lust auf Fortsetzung. Und wenn möglich - pronto! Von mir gibt es volle fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Bewegende Briefe, die das Leben schreibt

Die Briefeschreiberin
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Das Cover lädt an den idyllischen Platz ein, den Sybil van Antwerp jeden Montag, Mittwoch und Freitag (und manchmal auch zwischendurch) einnimmt, wo sie ihre Briefe schreibt. Briefe, die ihr Leben beschreiben, ...

Das Cover lädt an den idyllischen Platz ein, den Sybil van Antwerp jeden Montag, Mittwoch und Freitag (und manchmal auch zwischendurch) einnimmt, wo sie ihre Briefe schreibt. Briefe, die ihr Leben beschreiben, aus denen man über ihr Leben lernt, den Menschen Sybil van Antwerp kennenlernt. Brief für Brief setzt sich das Puzzle zu ihrer Person mehr zusammen, lernt man auch mehr über die Personen in ihrem Umfeld. Briefe, die ehrlich sind, die manchmal hart sind, die lustig sind, die bewegend und rührend sind, die den Leser als auch Sybil van Antwerp nachdenklich machen.
Dieser Roman besteht tatsächlich nur aus Briefen. Solche, die von Sybil selbst geschrieben werden, als auch solche, die sie erhält. Es ist faszinierend, wie viel man über Briefe von sich selbst preis gibt und auch über sich selbst lernt. In mir hat das Buch vieles bewegt, u. a. auch, wie viel Schuldgefühle man oft in sich trägt, über deren Auswirkung wir uns oft gar nicht im Klaren sind. Auch Sybil van Antwerp ging es wohl so. Virginia Evans ist es nicht nur gelungen, eine großartige, bewegende Geschichte durch Briefe zu konstruieren, sie bewegt mich persönlich auch dazu, wieder mal den Stift in die Hand zu nehmen und wie in früheren Zeiten, einen Brief zu schreiben. Und sei es der Brief an mich selbst.
Seite um Seite habe ich umgedreht und einfach immer weiter gelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Für mich ganz klar ein kurzweiliges Lesevergnügen, dem ich volle fünf Sterne gebe.

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