Poetisch gestrickte Erzählung, die auf vielen Ebenen berührt
HungergesangEine Rezension über dieses Buch zu schreiben gleicht einer kleinen Herausforderung, denn das Gelesene ist schwer in Worte zu fassen. Die Geschichte handelt von den dreizehnjährigen Drillingen Lara, Mara ...
Eine Rezension über dieses Buch zu schreiben gleicht einer kleinen Herausforderung, denn das Gelesene ist schwer in Worte zu fassen. Die Geschichte handelt von den dreizehnjährigen Drillingen Lara, Mara und Sara, die einander absolut gleichen, aber unterschiedliche Haarfarben haben. Sie handelt von der seltsamen und innigen Einheit zwischen den drei Mädchen, von der Grausamkeit der fehlenden Liebe und Wärme in einer Kindheit. Von Eltern, die besser keine sein sollten. Mit vielen ausschmückenden Beschreibungen, poetisch angehaucht, mal bis ins Mark erschütternd, mal wie aus anderen Welten beschreibt Nicola Quaß das Leben aus der Sicht der Drillinge. Sie erzählt davon, wie die Mädchen sich gegenseitig unterstützen und wie ein einziges Wesen gemeinsam handeln, denken, atmen, träumen, leben. Einige Szenen scheinen der puren Fantasie zu entspringen. "Hungergesang" lässt sich wahrlich nicht in eine bestimmte Kategorie oder gar eine Schublade stecken - es ist eine poetische Erzählung, nahezu gemalt, die berührt. Sie berührt. Sie schürt Ängste, hinterlässt Kälte und Fassungslosigkeit, gleichzeitig geht sie nahe, die uneingeschränkte Ganzheit unter den Mädchen ist von Harmonie geprägt und schlicht ergreifend. Es ist ein Werk, das ich aufgeschlossenen Lesern sehr ans Herz legen möchte.