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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Ein weiteres magisches Abenteuer von Ava und ihren Freunden

Secret Forest Academy. Der Seelendieb
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Tina Stein hat mit "Der Seelendieb" das Abenteuer von Ava weitergehen lassen. Im zweiten Teil knüpft sie direkt an Band 1 an. Für Neueinsteiger wäre es tatsächlich erforderlich, erst Band 1 zu lesen, da ...

Tina Stein hat mit "Der Seelendieb" das Abenteuer von Ava weitergehen lassen. Im zweiten Teil knüpft sie direkt an Band 1 an. Für Neueinsteiger wäre es tatsächlich erforderlich, erst Band 1 zu lesen, da ich mir vorstellen kann, dass ein Einstieg ansonsten etwas schwierig ist - auch wenn es ein Glossar für die Personen und die magischen Lebewesen und Bezeichnungen gibt.
Gemeinsam mit River gelingt Ava die Flucht aus dem Schattenportal zurück zur Academy, wo Ava bemerkt, dass ihr Seelentier Spirit so stark verletzt ist, dass es auf die Pflasterstation der Wichtel muss. Während Ava und ihre Freunde versuchen herauszufinden, was der Putorenjunge Henry ihr direkt vor der Flucht in die Hand gedrückt hat und wozu es nützt, verschlechtert sich Spirits Zustand von Tag zu Tag. Und schließlich stehen ja auch noch die Magiesprünge an, bei denen sich herausstellen soll, welche Skills bei den Schülern besonders ausgeprägt sind und welches Ranking sie haben. Gibt es einen Giganten unter ihnen? Wird es Ava und ihren Freunden gelingen, Spirit zu retten?
An diesem Band hat mir besonders gefallen, dass das Thema Freundschaft hervorgehoben wird. Was gehört zu einer Freundschaft, und wie verändert sie sich, wenn man aufrichtig ist und füreinander einsteht? Tina Steins Geschichte der Secret Forest Academy geht spannend und magisch weiter, und wir freuen uns auf den dritten Band!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Spannend aufgebauter Kriminalroman mit einem gut eingeflochtenen, realen Cold Case

Am helllichten Tag
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Schon das Cover des Kriminalromans verweist auf Pirmasens, eine Stadt, bekannt für ihre Schuhmacherkunst, aber auch für eine Jahrzehnte zurückliegende Entführungsserie. In den 60er Jahren sind dort Kinder ...

Schon das Cover des Kriminalromans verweist auf Pirmasens, eine Stadt, bekannt für ihre Schuhmacherkunst, aber auch für eine Jahrzehnte zurückliegende Entführungsserie. In den 60er Jahren sind dort Kinder spurlos verschwunden. In diese Stadt kehrt die Journalistin Toni zurück, da sie sich nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters nun um ihr Elternhaus kümmern muss. Beim Ausmisten fällt ihr ein Brief in die Hand, von ihrem Vater an sie addressiert, jedoch nicht zu einem Ende gebracht. Als Toni beginnt, den kryptischen Hinweisen zu folgen, erkennt sie, dass ihr Vater bei dem Verschwinden der drei Kinder eine Rolle gespielt hatte, denn einer der verschwundenen Jungs war sein Spielkamerad Klausel. Die journalistischen Instinkte seiner Tochter, aber auch die fehlende Antwort auf die Frage, weswegen sich ihr Vater schuldig gefühlt hatte, lässt Toni recherchieren. Behilflich ist ihr dabei der vor Ort arbeitende Kriminalkommissar Leo Steiner.
Es handelt sich um einen Kriminalroman, der ohne viel Blutvergießen auskommt, und bei dem man trotzdem Seite um Seite verschlingen möchte. Abwechslungsreich gestaltet sich der Roman dadurch, dass man Rückblicke in das Geschehen der 60er Jahre bekommt und das wahre Verbrechen ein wenig beleuchtet wird, als aber auch durch kurze Kapitel, die den Leser wissen lassen, dass es aktuell scheinbar wieder ein Entführungsopfer aus Pirmasens gibt. Besonders spannend finde ich persönlich dabei die Einwürfe des ehemaligen Professors von Toni, der ihr im Studium Strategien für verschiedene Interviewpartner mitgegeben hat. Grundsätzlich haben mir Tonis diverse Gedanken zum Leben gefallen und das Buch zu einem Roman gemacht, der nicht nur stumpf ein Verbrechen abhandelt. Peter Probsts gut lesbarer Krimi erhält von mir deshalb volle fünf Punkte!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Antisemitismus für Jugendliche erklärt

Let's talk about - Antisemitismus. Dein Eintragebuch
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Marie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der ...

Marie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der Pike auf zu erklären. Das Eintragebuch, das auch Platz für eigene Gedanken lässt, ist in vier große Blockthemen aufgeteilt: Judentum, Antisemitismus, Shoah und Israel und Antisemitismus.
Im ersten Abschnitt wird grundsätzliches zum Judentum erklärt: Von der Entstehung des Judentums bis zum jüdischen Alltag. Hier kommen auch Mitglieder jüdischer Gemeinden zu Wort. Im zweiten Block zum Antisemitismus geht es vorab um Diskriminierung, Vorurteile und Mobbing an sich, bevor es direkt um Antisemitismus und seine zahlreichen Facetten geht. Der dritte Block beschäftigt sich mit der Shoah: Das große Unheil, welches das Judentum ertragen musste, aber auch der Hinweis darauf, dass grundsätzlich anders Denkende, Süchtige, Homosexuelle oder auch Menschen mit anderer Hautfarbe oder einer Behinderung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges eine Schreckenszeit durchmachen mussten, wenn sie diese denn überhaupt überlebten. Natürlich darf auch Anne Frank in dem Rückblick nicht fehlen, ebenso wenig wie ein zeitlicher Abriss über die schlimmen Geschehnisse zu der Zeit.
Der vierte Block berichtet darüber, wie Israel an sich entstanden ist und was zur heutigen Zeit im Staat Israel passiert und was es mit dem Nahost-Konflikt auf sich hat. Außerdem gibt es viele Hinweise darauf, wo man sich mehr Informationen zum Thema holen kann.
Mich hat es zum Beispiel sehr überrascht, dass z. B. auf die Wörter "mauscheln" und "schachern" eingegangen wird. Das Wörter antisemitisch sein können, war mir persönlich bislang noch nicht klar. Ich habe sie niemals mit dem Judentum in Verbindung gebracht. Und mehr oder weniger aus diesem Grund gebe ich dem Buch nur vier Sterne: Meiner Meinung nach reichen Hinweise darauf. Aber man möchte gefühlt alles auslöschen, und zwar mit erhobenem Finger. Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile gab es - leider - schon immer, und wir alle wünschen uns wohl eine Welt ohne. Ob man die jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger erlangt, wage ich zu bezweifeln. Das Buch an sich ist jedoch ein großer Schritt in die richtige Richtung.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Eine schonungslose Erzählung zur unterschätzten Droge Alkohol

Gin Boom
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Das Cover deutet schon an, in welche Richtung es geht: Alkoholexzesse. Verena Titze hat einen Roman geschaffen, der viel mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte. Es geht um Alkohol, der Droge, die meines Erachtens ...

Das Cover deutet schon an, in welche Richtung es geht: Alkoholexzesse. Verena Titze hat einen Roman geschaffen, der viel mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte. Es geht um Alkohol, der Droge, die meines Erachtens nach immer noch absolut unterschätzt wird. Im Gegenteil: Wenn man ein Glas ablehnt, erhält man zumeist doofe Sprüche.
Aber kommen wir zum Buch: "Gin Boom" erzählt Helenas Geschichte. Helena ist in der PR-Abteilung eines Fernsehsenders tätig. Sie beherrscht ihren Job, allerdings macht sie ihn scheinbar zum ersten Mal nüchtern. Sie ist nach einem Alkoholentzug zurück am Arbeitsplatz und fühlt sich schon bald überfordert: Leistungsdruck im Job, Aftershowpartys, die ohne Alkohol und Drogen scheinbar nicht funktionieren, die Sucht, die immer wieder präsent ist. Es gibt diverse, wirklich gute Perspektivwechsel in dem Roman - die Darstellung der Eltern, die gerne vertuschen, was mit ihrer Tochter passiert, Arbeitskollegen und ihre Wahrnehmung Helenas, auch die besorgte Sicht ihrer Freundin Moni, die ihr eigentlich Halt geben möchte, aber damit total überfordert ist. Und immer wieder dazwischen: Der Alkohol. Der Spritzer nach Feierabend, der Wein zum Entspannen, der Gin Tonic nach dem Sex. Ohne geht es in dieser Gesellschaft nicht - zumindest ist es kaum denkbar. Chapeau für diese gewagte und herrlich brutale Erzählung, die man dank des großartigen Schreibstils einfach weglesen kann! Eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Menschen, die Alkoholiker in ihrem Umfeld haben oder selbst mehr mit Alkohol zu tun haben, als ihnen gut tut, sondern auch für diejenigen, die der Meinung sind, Alkohol wäre keine Droge und bestimmt nicht das Problem.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Gedanken über das Leben an sich

ZIMMER 706
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Das Cover und der Klappentext haben mich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch ran gehen lassen, weswegen ich das Gelesene erst einmal sacken lassen musste, um meine Bewertung abzugeben.
Ellie Levenson ...

Das Cover und der Klappentext haben mich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch ran gehen lassen, weswegen ich das Gelesene erst einmal sacken lassen musste, um meine Bewertung abzugeben.
Ellie Levenson beginnt das Buch stark. Kate ist glücklich mit Vic verheiratet, hat zwei Kinder, steht im Berufsleben und hat eine Affäre. Beim anstehenden Treffen mit ihrem Liebhaber James gerät alles außer Kontrolle. Das Hotel wird von Terroristen besetzt, niemand kann das Hotel verlassen oder betreten. Für Kate und James beginnt eine lange Zeit, in der Kate ihr Leben reflektiert. In Gedanken durchspielt sie verschiedene Szenen und Passagen ihres Lebens, erinnert sich, überlegt, was sie ihren Kindern und ihrem Mann hinterlassen will, falls ihr etwas zustößt und sie das Hotel nicht lebendig verlassen kann. Ellie Levenson legt brillant die verschiedenen, teils kuriosen Gedanken dar, spielt Varianten durch, lässt tief in die Person Kate blicken. Sie schreibt in einer Art und Weise, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Allerdings wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht; aber wie gesagt durch eigene Erwartungen, die ich an das Buch hatte. Ich hatte gehofft auf eine Darstellung sowohl von Kates als auch von James' Gefühlsleben, vielleicht sogar Passagen von Vic. Ich bin davon ausgegangen, dass es mehr darum geht, wie gereizt oder gespannt das Verhältnis der beiden durch die Extremsituation im Hotelzimmer sein wird. Ich hatte erwartet, mehr von der Geiselnahme und den Terroristen mitzubekommen. Der Roman spielt jedoch ausschließlich Kates Gedanken durch, ihre Sorgen, ihre Wünsche, ihre Anliegen. Das ist wirklich gut gelungen - ich hätte hier eigentlich 3,5 Sterne vergeben, runde aber auf, weil die Autorin ja nichts für meine Erwartungen kann.

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