eine abgeschiedene Insel und ihre Geheimnisse
WolfskälteAuf Eilean Eadar, einer Insel der äußeren Hebriden, wurde am Fuße des Leuchtturms ein junger Inselbewohner aufgefunden. Zwei Polizisten vom Festland Georgina – George- und ihr Partner Richie sollen Ermittlungen ...
Auf Eilean Eadar, einer Insel der äußeren Hebriden, wurde am Fuße des Leuchtturms ein junger Inselbewohner aufgefunden. Zwei Polizisten vom Festland Georgina – George- und ihr Partner Richie sollen Ermittlungen aufnehmen, und klären, ob es der erwartete Selbstmord ist, oder doch mehr dahintersteckt. Doch die Ermittlungen gestalten sich nicht so einfach, da sie Außenstehende sind, denen mit großer Skepsis begegnet wird. Auch die Insel hat so ihre Tücken – kaltes Wetter, viel Wind, Abgeschiedenheit. Sie werden mit dem größten Vermisstenfall der Vergangenheit der Insel konfrontiert – die Besatzung des Leuchtturms, die vor hundert Jahren einfach verschwand. Weiters treffen auf besondere Symbole überall und George meint eine Gestalt mit Wolfskopf zu sehen.
Eines zeichnet diesen Roman durchwegs aus, die beklemmende Stimmung, die einem die gesamte Erzählung durch folgt. Man taucht in das Inselgefühl ein, so wie ich es mir in so einem Fall vorstellen würde. Man fühlt sich schlichtweg wie auf einer wenig bewohnten Insel, weit draußen im Meer, wo einem fast jeder Einheimische -eben eine verschworene Gemeinschaft- feindlich gesinnt scheint und froh wäre, wenn man wieder den Heimweg antreten würde. Man merkt wie viele Entbehrungen das Leben auf so einer Insel mit sich bringt. Gänsehaut ist ein konstanter Begleiter.
Im Ermittlerteam tritt Georgina als der wesentlichere Charakter rasch hervor. Sie hat einige schwierige letzte Monate hinter sich, durch einen Zwischenfall im Dienst. All dies überschattet die Arbeitsbeziehung zu ihrem Partner Richie, der doch sehr konträr ist. Georgina war mir trotz all ihrer Stärken und Schwächen sympathisch und nahe. Richie verblasst für mich im Gegensatz dazu und verkommt zur Nebengestalt. Manche weiteren Charaktere werden im Gesamten doch sehr gut gezeichnet, nur kommt man diesen wie die Ermittler erst sukzessive auf die Spur.
Etwas enttäuschend war für mich, wie langsam die Ermittlungen voranschreiten und wie sehr man sich teilweise in Alltäglichkeiten verstrickt. Besonders ist aber dennoch, wie gut sich eine latente Spannung durch die beklemmende Stimmung und die undurchsichtigen Strukturen ergibt. Jedoch darf ich versprechen, dass das Ganze nicht so banal ist wie man über manche Strecken des Romanes glauben mag. Das Ende ist überraschend, spektakulär aber schließlich doch schlüssig.
Für mich ein Roman, der die bedrückende Stimmung perfekt transportiert und etwas anders als andere Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich würde mich auf eine Fortsetzung des Krimiduos freuen.