ganz wunderbarer Familienroman
Die verborgene ErinnerungZu Recherchezwecken reist Mella beruflich für 3 Wochen auf die schwedische Insel Gotland. Sie ist sehr gespannt, denn eigentlich ist dies die Heimat ihrer Mutter. Mella hat ihren Vater nie kennengelernt, ...
Zu Recherchezwecken reist Mella beruflich für 3 Wochen auf die schwedische Insel Gotland. Sie ist sehr gespannt, denn eigentlich ist dies die Heimat ihrer Mutter. Mella hat ihren Vater nie kennengelernt, da dieser während der Schwangerschaft verunglückt war. Ihre Mutter ist damals nach Deutschland gezogen und nie mehr in die Heimat zurückgekehrt. Sie spricht auch nie über die Zeit in Gotland. So sieht Mella diese Reise als Chance, eventuell etwas über ihre schwedischen Wurzeln herauszufinden. In weiten Teilen dieses Buches darf man Mella dabei begleiten.
Ein zweiter Handlungsstrang rankt sich um Siri, die ihr ganzes Leben auf Gotland verbracht hat. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Lasst euch überraschen.
Das Buch besteht wie gesagt aus 2 verschiedenen Handlungssträngen. Abwechselnd berichten Mella und Siri, wobei die beiden Handlungsstränge zeitlich etwas auseinander liegen. Dazwischen gibt es immer Briefe aus der Vergangenheit aus längst vergangenen Zeiten. Ich war mir im Vorfeld nicht sicher, ob das Buch wirklich so meins ist. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ich habe die 460 Seiten regelrecht durchgesuchtet.
Der Schreibstil liest sich flüssig und leicht. Das Buch hat mich sehr gefesselt. Obwohl ich schon früh eine leichte Ahnung hatte, so hat Michaela Abresch doch bis zum Ende die Spannung gehalten. Es geht um ein großes Familiengeheimnis und man darf miträtseln und mitfiebern. Und am Ende habe ich richtig mit den Protatonisten geheult. Es war unglaublich berührend und schön! Zudem enthält der Roman auch eine gute Portion Tiefgang.
Nebenbei wird Gotland so schön beschrieben, dass mich direkt das Reisefieber gepackt hat. Es kam wirklich viel nordische Atmosphäre auf!
Fazit: Ein sehr feinfühlig geschriebener Roman um ein Familiengeheimnis. Für mich war „Die verborgene Erinnerung“ wirklich eine große Überraschung, zumal mir der Titel nicht so gut gefällt. Von mir gibt es eine ganz große Empfehlung!
Zum Abschluss noch ein Zitat von S. 170: „Manchmal dienen Geheimnisse dazu, einen oder mehrere Menschen zu schützen. Jemanden vor seelischem Schmerz zu bewahren, vor Angstgefühlen, vor Scham oder Schuld. Und wenn du nun anfängst, es zu ergründen und darin herumzuwühlen, könnte es dazukommen, dass jemand, der beschützt werden sollte, plötzlich angreifbar wird...“