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Veröffentlicht am 18.03.2020

The Best is yet to come

Das Beste kommt noch
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Seit Jahren wohnt Andrew allein in einer kleinen Wohnung in London. Er ist ein Verwaltungsmitarbeiter und sein ehemaliger Chef hat sich um einen neuen Einsatz für ihn bemüht als Andrews Stelle gestrichen ...

Seit Jahren wohnt Andrew allein in einer kleinen Wohnung in London. Er ist ein Verwaltungsmitarbeiter und sein ehemaliger Chef hat sich um einen neuen Einsatz für ihn bemüht als Andrews Stelle gestrichen wurde. Beim Vorstellungsgespräch war Andrew total nervös und als Cameron nach seiner Familie fragte, ist Andrew eine Erzählung von Frau und zwei Kindern herausgerutscht. Eine Lüge, die sich nicht wieder einfangen ließ. Denn Andrew bekommt die Stelle als Nachlassermittler und alles läuft nicht schlecht, bis Cameron von den Teambildungsmaßnahmen anfängt, bei denen sich die Mitarbeiter näher kennenlernen sollen. Und dann fängt auch noch eine neue Kollegin an.

Auf den ersten Blick wirkt Andrew etwas eigenartig und auch melancholisch. Sein Job ist speziell. Er sucht in den Wohnungen von Menschen, die allein verstorben sind, nach Hinweisen auf mögliche Verwandte oder Erben und auch nach Wertgegenständen oder Geld, um die Beerdigung zu bezahlen. Aus Anstand geht er zu den Bestattungen, bei denen er häufig der einzige Teilnehmer ist. Erst als ihm Peggy zugeteilt wird, beginnt er sich mehr für das Leben der Verstorbenen zu interessieren. Seine alten Kollegen sind allerdings auch ein sehr zusammengewürfeltes Völkchen.

In diesem Roman scheint es vor skurrilen Typen nur so zu wimmeln, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf Andrew liegt. Er war schon immer ein wenig anders, doch es gibt Ereignisse in seiner Vergangenheit, die einiges erklären. Und so wird der schräge Vogel im Lauf der Lektüre immer sympathischer. Sein sensibler Auftritt in den Wohnungen der Verstorbenen, die er mit Achtung behandelt. Sein inneres Gefühlschaos Peggy gegenüber und wie er tapfer versucht, sich nicht allzu viel anmerken zu lassen. Immer wieder ergeben sich witzige Situation, die mit Humor gelöst werden. Doch häufig ist auch eine melancholische Grundstimmung zu spüren, die sich aus der Einsamkeit der Menschen ergibt, die alleine in ihren Wohnungen sterben und häufig nicht sofort gefunden werden. Dieser Roman geht zu Herzen und lässt eine warmes Gefühl zurück, denn es bleibt immer die Hoffnung, dass das Beste noch kommt.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Truth or Dare

Beute
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An der Strecke eines südafrikanischen Luxuszuges wird ein Personenschützer tot aufgefunden. Als Bennie Griessel den Fall übertragen bekommt, sind schon ein paar Wochen vergangen. Eigentlich zu viel, um ...

An der Strecke eines südafrikanischen Luxuszuges wird ein Personenschützer tot aufgefunden. Als Bennie Griessel den Fall übertragen bekommt, sind schon ein paar Wochen vergangen. Eigentlich zu viel, um den Fall aufklären zu können. Aber natürlich machen sich Griessel und sein Partner Cupido an die Nachforschungen. Es ist zunächst unklar, ob der Tote Selbstmord begangen hat oder aus dem fahrenden Zug geworfen wurde. Zur gleichen Zeit treffen sich in Frankreich zwei Männer, die sich schon lange kennen, aber die sich schon ewig nicht mehr gesehen haben. Der Besucher will seinen alten Freund und Mitstreiter überreden, einen brisanten Auftrag zu übernehmen.

In seinem sechsten Fall bekommt es Bennie Griessel mit einem rätselhaften Todesfall zu tun. Auch wenn er seine Alkoholkrankheit nie ganz überwinden wird, ist er nun schon eine Weile trocken und auch mit seiner Freundin Alex läuft es gut. Er ist entschlossen, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Nur weiß er noch nicht, wie er das am besten anstellen soll. Im Moment geht die Sache um den toten Personenschützer vor. Dieser hat früher bei der Polizei gearbeitet und seine ehemaligen Kollegen sind nicht sehr eifrig bei der Aufklärung des Sachverhaltes. Was wird hier im Geheimen gehalten?

Der Autor Deon Meyer ist dafür bekannt, dass seine Kriminalromane die aktuelle politische Lage in Südafrika aufgreifen. Danach scheint es als sei mehr als zwanzig Jahre nach Beendigung der Apartheidspolitik nicht so viel gewonnen wie gewünscht. In vielen Bereichen bis in die hohe Politik herrscht ein System der Korruption und Bevorteilung. Auch der Polizeiapparat bleibt nicht verschont. In diesem Umfeld entwickelt der Autor einen spannenden und vielschichtigen Kriminalfall. Mit den wechselnden Schauplätzen in Südafrika und Frankreich wird die Handlung noch bereichert. Durch dieses Wechselspiel begreift man nach und nach immer mehr Zusammenhänge und ist jederzeit gefesselt. Ein besonderer Kriminalroman mit einer ausgewogenen Mischung aus packendem Fall, den privaten Lebensumständen der Ermittler und den politischen Gegebenheiten im heutigen Südafrika.

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Veröffentlicht am 14.03.2020

Unter falscher Flagge

Im Namen der Lüge
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Wird tatsächlich der Linksterrorismus reaktiviert? Diese Frage stellt sich die Referatsleiterin für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst Düsseldorf. Melia Khalid hat Kenntnis von einem Traktat erhalten, ...

Wird tatsächlich der Linksterrorismus reaktiviert? Diese Frage stellt sich die Referatsleiterin für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst Düsseldorf. Melia Khalid hat Kenntnis von einem Traktat erhalten, mit dem genau das behauptet wird. Die Beamtin beginnt mit den Nachforschungen, schließlich hat es in letzter Zeit Überfälle gegeben, die darauf hindeuten, dass das Schreiben nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Doch möglicherweise kommt die Gefahr auch aus einer ganz anderen Ecke. Etwa zur gleichen Zeit beginnt Hauptkommissar Vincent Che Veih mit den Ermittlungen in einem Mordfall. Es scheint sich um eine Eifersuchtstat zu handeln, allerdings bewegte sich der Tote in einem rechts Milieu.

In Gedanken ist Melia der Meinung, sie muss ihre Position verteidigen, denn sicher glauben viele Kollegen, sie habe hier Position nur der Einflussnahme ihres Vaters zu verdanken, der ein bekannter Politiker ist. Auch Vincent hat immer unter seiner Herkunft gelitten, obwohl er sich inzwischen einigermaßen mit seiner Mutter, einer ehemaligen Terroristin, versteht. Doch Brigitte Veih ist unter anderen eine der Personen, die von Melias Behörde beobachtet werden könnten. Möglicherweise gibt es auch noch mehr Zusammenhänge. Vincent und seine Kollegen finden heraus, dass ihr Toter eigentlich als Journalist tätig war, der sich bei den Rechten eingeschleust hatte.

Heutzutage sind die extremen Linken fast vergessen, könnte man meinen. Und so ist der Ansatz, diese könnten sich neu formieren, ausgesprochen spannend. Wie es allerdings in die heutige Zeit passt, so ist bei Extremen meist auch der Rechte nicht weit. Eine Gefahr, die möglicherweise lange unterschätzt wurde. Unter dem Mäntelchen des Konservativen kann sich ein Rechter für eine Weile gut verstecken und die eher konservativen Institutionen unterwandern. Aus diesem Spannungsfeld strickt der Autor einen ausgesprochen packenden Politthriller, bei dessen Lektüre man es tatsächlich mit der Angst zu tun bekommen kann. Je länger man liest, desto mehr fragt man sich, wie nahe an der Realität sich die Handlung entlang hangelt. Gefühlt wirkt das Szenario jedenfalls sehr authentisch. Dazu noch eine Innenansicht aus der Geheimdiensttätigkeit, die sonst doch eher wie der Name schon sagt im Geheimen abläuft. An diesem Buch saugt man sich fest und es lässt einen auch nach der Lektüre lange nicht los.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Die Verhaftung

Missing Boy
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In letzter Minute hat Ted Conkaffey eine seiner Gänse zur neuen Tierärztin gebracht. Kaum wieder zu hause, wird er von zwei Beamten in Handschellen abgeführt, wofür diese Zwei allerdings eine Abreibung ...

In letzter Minute hat Ted Conkaffey eine seiner Gänse zur neuen Tierärztin gebracht. Kaum wieder zu hause, wird er von zwei Beamten in Handschellen abgeführt, wofür diese Zwei allerdings eine Abreibung vom Chef erhalten. Der achtjährige Richie ist verschwunden und seine Mutter hat verlangt, dass der Privatdetektiv Ted Conkaffey in die Ermittlungen einbezogen werden soll. Ted arbeitet aber nicht ohne seine Partnerin Amanda Pharrelll, was der Chief am Liebsten verhindern würde. Doch das Wohl des Jungen steht an erster Stelle, Ted und Amanda beginnen also mit den Nachforschungen.

Der dritte Fall könnte für Ted nicht zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen, denn zum erstem Mal seit seiner eigenen Gerichtssache und der darauf folgenden Trennung von Frau und Tochter darf die kleine Lillian eine Woche bei ihm bleiben. Dennoch geht es nicht nur um Ted, sondern auch um Richie. Der Junge war mit seinen Freunden für eine Weile unbeaufsichtigt in einem Zimmer des piekfeinen White Caps Hotels. Stündlich wollten seine Eltern nach ihm schauen, doch um Mitternacht war er verschwunden. Seine Freunde können sich nicht so genau erinnern, was geschehen ist. Sie sind eben auch erst acht Jahre.

Dieses Hörbuch ist eines, wegen derer man einen kleinen Umweg fährt oder im Laden eine Extrarunde dreht. Das Conkaffey-Pharrell Team ist auch bei seinem dritten Auftritt nicht abgenutzt und wird durch Uve Teschner gekonnt in Szene gesetzt. Ted und besonders Amanda sind durch ihre Vergangenheit geprägt beide etwas speziell, haben aber als Ermittler oft mal den richtigen Riecher. Für den Leser ist es dann sehr amüsant, mitzubekommen, dass die Polizei das weiß, aber lieber nicht wissen möchte. Auch unter den Polizisten gibt es so ne und solche und die, denen man überhaupt nicht im Dunkeln begegnen möchte. Den ganzen Irren hier folgt man mit Vergnügen, da sind weitere Fälle gerne gesehen oder gehört.

Veröffentlicht am 08.03.2020

Roses Palmen

Die Geheimnisse meiner Mutter
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Kurz vor ihrem 35. Geburtstag gerät Rose so langsam ins Überlegen wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Ihr in zweiter Ehe verheirateter Vater hat eine Krankheit überwunden, ihre Beziehung läuft nicht ...

Kurz vor ihrem 35. Geburtstag gerät Rose so langsam ins Überlegen wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Ihr in zweiter Ehe verheirateter Vater hat eine Krankheit überwunden, ihre Beziehung läuft nicht mehr so richtig und endlich will sie dem Verschwinden ihrer Mutter auf den Grund gehen. Diese hat den Vater und Rose verlassen als Rose noch ein Baby war. Weil Rose nie wusste, was ihren Mitschülern, Freunden oder Bekannten erzählen sollte, hat sie irgendwann begonnen zu sagen, ihr Mutter sei tot. Und nun gegen Jahresende gibt der Vater ihr zwei Bücher und erklärt, die Schriftstellerin habe ihre Mutter gekannt.

Wie es wohl sein muss, wenn man seine Mutter nie kennenlernen konnte? Prägt es das ganze Leben? Oder kann man dies Umsorgtsein durch die Mutter überhaupt vermissen, wenn man es nicht kennengelernt hat? Und wie ist es mit dem Vater? Hat er sich seines verlassenen Kindes angenommen? In den 1980ern ist ein alleinerziehender Vater sicher noch eine Seltenheit. Doch Rose ist eine Frau mit Ideenreichtum und Durchsetzungsvermögen, die es auch mal wagt, eine sich bietende Gelegenheit wahrzunehmen. Zunächst einmal versucht sie sich der Geschichte ihrer Mutter zu nähern, indem sie die Bücher liest, die ihr Vater ihr gegeben hat.

Welch ein tolles Buch. Jessie Burton hat eine ganz eigene Art, den Ton zu treffen. In manchen Kapiteln liest man eine dramatische Familiengeschichte, in manchen könnte man fast den Eindruck bekommen, man hat einen Spannungsroman vor sich. Es ist sehr berührend mitzulesen, wie Rose der Geschichte ihrer Mutter nachgeht. Dabei beginnt Rose nicht nur, ihrer Mutter näher zu kommen, sondern auch sich selbst. Wer ist ihre Mutter und wo ist sie? So wie sie der verschwundenen Mutter auf die Spur kommt, so kommt Rose viel mehr sich selbst auf die Spur. Es ist erfrischend wie sich die Wendungen dieses auf zwei Zeitebenen angesiedelten Romans gerade nicht auf ausgetretene Pfade begeben. Ein überraschendes, mitreißendes und äußerst lesenswertes Buch.

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