Partisanen
Europäische ErziehungJanek ist noch ein Kind als sein Vater gemeinsam mit ihm in einem Waldstück in der Nähe von Vilnius ein Versteck baut. Ein unterirdischer Unterschlupf wird gegraben, einigermaßen erträglich ausgestattet ...
Janek ist noch ein Kind als sein Vater gemeinsam mit ihm in einem Waldstück in der Nähe von Vilnius ein Versteck baut. Ein unterirdischer Unterschlupf wird gegraben, einigermaßen erträglich ausgestattet und mit Vorräten versehen. So oft wie möglich will der Vater nach seinem Sohn sehen. In Stalingrad wird hart gekämpft und es besteht die Hoffnung, dass die Deutschen aufgehalten werden. Doch schon nach wenigen Tagen kommt der Vater nicht mehr. Janek ist auf sich allein gestellt. Sein Vater hat ihn gewarnt, nicht ins Dorf zu gehen, und so wagt Janek sich tiefer in den Wald und trifft auf Partisanen.
Der Krieg stellt die Welt des Jungen Janek auf den Kopf, er muss sich verstecken, um sein Leben vor den Besatzern in Sicherheit zu bringen. Unter den Partisanen findet er Kameraden, die ihn in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Sie versuchen alles, um gegen die fremden Soldaten vorzugehen, wissend, dass sie selbst keine Gnade zu erwarten haben. Für sie übernimmt Janek kleine Kurier- und Botendienste. Er lernt die etwas ältere Zosia kennen, die der Sache auf ihre Weise dient. Und er lernt auch, dass unter den Partisanen nicht jegliche Menschlichkeit verloren gegangen ist.
Der Roman ist erstmalig wohl schon zum Ende oder kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs erschienen. Später gab es weitere Fassungen. Der Autor selbst ist zwar selbst in Vilnius geboren. Die Eltern sind allerdings schon früh nach Frankreich gegangen, wo sich der Autor zu Beginn des zweiten Weltkriegs zum Kampfpiloten ausbilden ließ und während der Besatzung Frankreichs von Groß Britannien aus seine Einsätze flog. So ist der Roman zwar nicht direkt autobiografisch, aber schon hautnah und eindringlich von den Ereignissen des zweiten Weltkriegs geprägt. Beklemmend geradeaus wird geschildert wie es im Krieg zugeht, dass manchmal kaum eine Chance aufs Überleben besteht. Und doch strahlt in seltenen Momenten etwas Hoffnung und Menschlichkeit auf. Die Partisanen entwickeln eine beeindruckende Resistenz. Doch ihren Kampf gegen die Nazi-Besatzer bezahlen viele mit dem Leben. Dieser Roman, der so nahe an den Ereignissen geschrieben geschrieben wurde, dass man annehmen kann, einiges wird sich zumindest so ähnlich zugetragen haben, verdient jede Aufmerksamkeit.
4,5 Sterne