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Veröffentlicht am 20.07.2025

Nanny Caitlin

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Caitlin, die Nanny, heißt garnicht Caitlin, sondern Sloane. Krankenschwester ist sie übrigens auch nicht. Sloane war als Kind nicht so beliebt und sie hat gemerkt, wenn sie ein wenig flunkert, mehr zu ...

Caitlin, die Nanny, heißt garnicht Caitlin, sondern Sloane. Krankenschwester ist sie übrigens auch nicht. Sloane war als Kind nicht so beliebt und sie hat gemerkt, wenn sie ein wenig flunkert, mehr zu sein scheint als sie ist. Als sie der knapp fünfjährigen Harper helfen kann, wirkt es so als würde sich ihre Welt zum Guten ändern. Jay, der Vater der Kleinen ist dankbar. Kurz darauf lernt die vermeintliche Krankenschwester auch Violet des Kindes kennen. Bald macht Violet das Angebot, dass Caitlin als Harpers Nanny anfangen kann. Caitlin ist begeistert. Besonders auch, da sie Jay sehr sympathisch findet.

Wer erzählt hier was und warum? Hauptsächlich Sloane/Caitlin, Violet und Jay bilden eine Art Dreieck. Sloane mit ihrer nicht ganz glücklichen Vergangenheit, die sie geprägt hat und die auch zu Schwierigkeiten geführt hat, wenn sie erwischt wurde. Violet und Jay, das reiche, glücklich wirkende Paar, dessen heile Welt doch Risse zu haben scheint. Die kleine Harper, ein liebenswertes Kind, dessen Zukunft gesichert werden muss. Zunächst hat Sloane das Gefühl, es ist Fügung und es könnte kaum besser laufen. Doch langsam beginnt sie sich zu fragen, wie glücklich Jay und Violet wirklich sind. Eine Chance für sie oder ein Hinweis auf die nächsten Schwierigkeiten, in die sie sich selbst bringt.

In diesem Spannungsroman wird tatsächlich viel gelogen. Und der Leser und die Leserinnen wissen davon. Sloane beginnt ihre Geschichte zu erzählen und sie gibt auch zu, dass sie lügt. Manchmal rutscht es ihr einfach so raus und ihre dann doch wieder ehrliche Art den Lesenden gegenüber, macht sie sympathisch. Nach und nach erklärt sie das wieso und weshalb, macht ihr Handeln nachvollziehbar. Ob man die Hoffnungen, die sie sich Jay gegenüber macht, gut findet, ist so eine Sache. Im weiteren Verlauf stellt man überrascht fest, dass immer mehr Lügen auftauchen, die ein ganz anderes Bild ergeben. Dadurch werden die eigenen Gedankenspiele angeregt, man ist neugierig wo die Reise hingehen wird. Langsam fügt sich einiges, aber nicht so wie man gedacht hat. Das macht diesen Roman sehr fesselnd und auch unvorhersehbar.

Veröffentlicht am 16.07.2025

Vogelbeobachterin

Das Nest
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Frans liebstes Hobby ist es, die Vögel zu beobachten. Sie hat sogar eine Beobachtungshütte errichten lassen. Nebenbei führt sie einen Wohnwagenpark für Urlauber und kümmert sich um ihren Mann und Sohn. ...

Frans liebstes Hobby ist es, die Vögel zu beobachten. Sie hat sogar eine Beobachtungshütte errichten lassen. Nebenbei führt sie einen Wohnwagenpark für Urlauber und kümmert sich um ihren Mann und Sohn. Ihre Schwester Rose und ihre Familie lässt sie umsonst in dem Park wohnen. Die Kinder Bruno und Sadie sind fast gleich alt und gehen gemeinsam zur Schule. Als eine Vertretungslehrerin an die Schule kommt, ändert sich vieles. Zuerst macht die junge Frau einen wirklich guten Eindruck, doch bald sind einige der Kinder und Eltern gegen sie aufgebracht. Auch zwischen den Schwestern Fran und Ros ist die Stimmung manchmal getrübt.

Spannungen zwischen zwei Familien, die durch die Schwestern Fran und Ros verbunden sind. Am Rande des Wohnwagenparks hat zudem noch eine Gruppe Roma ihre Wagen aufgestellt. Die Einheimischen sind misstrauisch gegenüber den Fremden. Nur die Kinder gegen unvoreingenommen auf die Neuen zu. Fran ist viel mit ihren Vogelbeobachtungen beschäftigt. Besonders ein Nest von Seeschwalben hat es ihr angetan. Dabei kommt ihr Sohn Bruno manchmal zu kurz. Ros sollte froh sein, dass sie im Park wohnen kann, doch so recht will ihr das nicht gelingen. Auch ihre Dankbarkeit hält sich in Grenzen, wer will schon gerne Almosen bekommen.

Die gedrückte und melancholische Grundstimmung des Romans erschließt sich den Leserinnen und Lesern schnell. Es ist kein fröhliches Urlaubscamp. Alle schlurfen irgendwie mit hängenden Schultern durch die Gegend. Hintergründig ist die Spannung, die durch die Gedanken von Fran und Tad, einem der Roma, erzeugt wird. Allerdings wird beim Lesen keine der handelnden Personen richtig sympathisch. Irgendwie in sich gekehrt, sprechen sie nichts richtig aus, stellen Vermutungen an und scheinen manchmal kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Selbst die Freundschaft der Kinder wirkt eher undurchdringlich. So vermag der Roman einen in große Anspannung zu versetzen, man spürt das drohende Unheil. Und doch fühlt man sich irgendwann selbst etwas niedergedrückt, wegen dieser depressiven Menschen, die unter ihrem Leben leiden. Ein Spannungsroman wie er im Buche steht.

Veröffentlicht am 15.07.2025

Der Mob

Lightseekers
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Der Psychologe Dr. Philip Taiwo wird gebeten, den Tod von drei jungen Männern zu untersuchen, die von einem Mob grausam umgebracht wurden. Besonders der Vater eines der Opfer kann den Tod seines Sohnes ...

Der Psychologe Dr. Philip Taiwo wird gebeten, den Tod von drei jungen Männern zu untersuchen, die von einem Mob grausam umgebracht wurden. Besonders der Vater eines der Opfer kann den Tod seines Sohnes nicht verwinden. Er glaubt einfach nicht, dass sein Sohn das getan hat, wessen er verdächtigt wurde. Auch scheint die Polizei nicht in alle Richtungen ermittelt zu haben. Zwar wurden einige der vermeintlichen Täter angeklagt, doch ist die Anklage brüchig. Taiwo will den Auftrag eigentlich nicht annehmen. Zum einen weil sein Vater ihn darum bittet, zum anderen aber weil er aus gewissen Gründen auch mal von zu Hause raus muss, ändert er seine Meinung.

In seinem ersten Fall hat der Heimkehrer aus Amerika Dr. Philip Taiwo in seiner Heimat Nigeria einiges auszuhalten. Da er immer noch keine Festanstellung hat, nimmt er manchmal besondere Aufträge an. Bei der Suche nach der Wahrheit verschlägt es ihn in die Universitätsstadt Port Harcourt. Die Studenten wurden verdächtigt, Überfälle begangen zu haben. Als es dann so schien, es gäbe wieder einen Vorfall, bildet sich ein Mob, der drei junge Männer quasi zu Tode hetzt. Ein Vater kann das Ergebnis der polizeilichen Untersuchung nicht akzeptieren. Er hofft, dass durch Taiwos Hintergrund als Psychologe und dessen anderer Blickwinkel einen neuen Ansatz bringen.

Der Autor hat einen sehr menschlichen, aber auch hartnäckigen Ermittler geschaffen, der in seinem ersten Fall eben nicht die laufende Untersuchung begleitet, sondern im Nachhinein evaluiert, was schlecht oder auch gut gelaufen ist. Allerdings ist keiner richtig begeistert von Taiwos Auftauchen. Das kann richtig gefährlich werden. Es wird berichtet, wie eine eigentlich gute Sache sich im Laufe der Zeit genau ins Gegenteil verkehrt. Die Ideengeber sind nicht glücklich, aber der Zeitpunkt ist verpasst, ungute Entwicklungen einzuhegen. Wie Philip Taiwo immer mehr neue Tatsachen ausgräbt, das ist sehr packend geschildert. Vieles ergibt sich anders als zuerst vermutet. Zwar hinterlässt die Auflösungen einen etwas unfertigen Eindruck, dass schmälert aber kaum den Eindruck, dass man hier ein wirklich tolles Buch über ein fremdes Land hat, das ganz anders, aber doch ähnlich ist.

Veröffentlicht am 13.07.2025

Sehnsucht Knabenchor

Durch das Raue zu den Sternen
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In der Zeit, nach der ihre Mutter kurz fortgegangen war, ist es Arkadia Finks größter Traum im Knabenchor zu singen. Ihre Mutter lebte die Musik, sie strahlte sie aus, war von ihr ergriffen und sie vertrat ...

In der Zeit, nach der ihre Mutter kurz fortgegangen war, ist es Arkadia Finks größter Traum im Knabenchor zu singen. Ihre Mutter lebte die Musik, sie strahlte sie aus, war von ihr ergriffen und sie vertrat die Meinung, Beethoven sei eine Frau gewesen. Als Komponistin war sie jedoch nicht erfolgreich. Arkadia, die Moll genannt wird, wartet auf den Moment, zu dem ihre Mutter wieder da ist. Molls Vater hat das Verschwinden seiner Frau ebenfalls nicht überwunden. Der Schreiner kann sich kaum aufraffen zu arbeiten und sich auch nicht richtig um seine Tochter kümmern. Molls Leben ist die Musik und die will sie im Chor ausdrücken.

Nachgeben, nur weil sie ein Mädchen ist, dass ist nicht die Lösung für Moll. So hat auch ihre Mutter gedacht, sich aber nicht immer so verhalten. Mit der Unbändigkeit und Kompromisslosigkeit eines dreizehnjährigen Kindes geht Moll ihrem Traum nach. Es ist ihr egal, dass im Knabenchor noch nie ein Mädchen gesungen hat. Es kommt auf das Können an, so! Wenn sie erstmal vorsingen kann, wird sie bestimmt angenommen werden. Dieses Vorsingen ist allerdings garnicht so einfach zu bekommen. Es soll ihr keiner blöd kommen, auch an der Schule nicht. Wenn sie mit dem berühmten Knabenchor singt, wird ihre Mutter da sein.

Manchmal tragisch, manchmal auch komisch und immer berührend kann dieser Roman auf die Leser und Leserinnen wirken. Als Mädchen mit einem Knabenchor singen zu wollen, auf diese Idee muss man erstmal kommen. Es ist toll, mit welcher Durchsetzungskraft an ihre selbstgesetzte Aufgabe geht. Gerne schmunzelt man in einigen Momenten, wenn sie ihre Ideen entwickelt. Doch bald spürt man auch die gewisse Tragik, die hinter einigen Ereignissen zutage kommen. Moll, ihre Mutter und ihr Vater leiden mitunter an sich selbst und es fällt ihnen schwer, etwas daran zu ändern. Vielleicht ist Molls Sehnsucht nach dem Knabenchor auch als ein Aufbruch aufzufassen in ein neues Leben, eines in dem nicht alles gut ist, aber besser. Ein berührender Roman, der zu Herzen geht.

Veröffentlicht am 11.07.2025

Die Leiche im Koffer

In einer stillen Bucht
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Auf einem Felsen in einer Bucht der Insel Capri wird ein Gegenstand entdeckt, der Anlass zu genaueren Untersuchungen gibt. Der Polizist Enrico Rizzi muss der Sache nachgehen und findet heraus, dass es ...

Auf einem Felsen in einer Bucht der Insel Capri wird ein Gegenstand entdeckt, der Anlass zu genaueren Untersuchungen gibt. Der Polizist Enrico Rizzi muss der Sache nachgehen und findet heraus, dass es sich bei dem Gegenstand um einen Koffer handelt, in dem eine tote Frau versteckt wurde. Wer ist die Verstorbene? Eines natürlichen Todes starb sie wahrscheinlich nicht. Durch eine Kleinigkeit gelingt es immerhin, die ältere Dame zu identifizieren. Aber so einfach ist es für Rizzi nicht, an den Ermittlungen beteiligt zu werden. Bei Mord ist natürlich die Kriminalpolizei in Neapel zuständig und die blicken doch ein wenig auf die örtlichen Agentes herab.

In diesem dritten Band haben der Ortspolizist Enrico Rizzi und seine hinzuversetzte Kollegin Antonia Cirillo einen kniffligen Fall zu lösen. Zugleich müssen sie sich dem Zuständigkeitsgerangel mit den Kollegen in Neapel stellen. Doch irgendwann herrscht Konsens, dass einige Nachforschungen besser von Ortskundigen geführt werden können. Das Rätsel um den Tod von Maria Grifo ist trotzdem nicht leicht zu lösen. Warum war sie überhaupt auf Capri? Daneben möchte Enrico auch im privaten ein paar Fäden ziehen und den Gerüchten um ein Gebäude lauschen, das die jüngst verstorbene Dorfälteste angeblich an die Kirche vererbt hat.

Inselidylle trifft auf Krimi, eine gelungene Mischung. Wenn man diesen Capri-Krmi liest bekommt man Lust auf Urlaub. Zwar hat man den Eindruck, dass einige private Umstände oder Probleme etwas im Verschwommenen gehalten werden, wo man sich ein wenig mehr Klarheit wünschen würde. Der Kriminalfall gestaltet sich in diesem Band wirklich spannend, undurchsichtig und schließlich überraschend, aber folgerichtig. Die Tote hatte ein Ziel, das zu erreichen ihr nicht vergönnt war. Außerdem kann man bei Interesse das ein oder andere selbst nachforschen, um erstaunt festzustellen, dass sich mehr Spuren finden als erwartet. Ein unterhaltsamer Kriminalroman in einem ansprechenden Setting, eine schöne Sommerlektüre.